Russland – Teil 3

Novosibirsk – Akademgorodok – Krasnojarsk – Irkutsk – Listvjanka –Baikalsee -Tankoy – Ulan Ude

Mai 2015

Nachdem wir uns in der Stadt Novosibirsk umgeschaut haben, wollen wir auch noch den Zoo besuchen. Die Beschreibung im Reiseführer klingt vielversprechend und wir werden nicht enttäuscht. Der Zoo liegt in einem großen Park. Die meisten Tiere haben große und schön gestaltete Gehege. Ein Schwerpunkt sind die verschiedenen Katzen, von ganz groß bis ganz klein. Besonders beeindruckt bin ich, dass es hier eine Fischkatze gibt. Sie ist sehr selten und ich habe sie bisher nur einmal gesehen – im Nachtzoo von Singapur. Neben den Katzen gibt es auch viele große Raubvögel und andere Tiere. Nur den Bären geht es nicht gut, denn sie haben enge Käfige ohne Einrichtung. Den armen Bären würde ich ebenso schöne Anlagen wünschen wie den Katzen. Eigenartig, obwohl die Russen stolz auf ihre Bärenpopulation sind, werden sie in Tiergehegen schlecht gehalten – wie wir später leider auch noch in Ulan-Ude gesehen haben.

Novosibirsk – Eingang zum Zoo

Novosibirsk – Zoo

Dinosaurier im Zoo von Novosibirsk

Novosibirsk – Zoo – Löwe

Novosibirsk – Zoo – Schneeleopard

Novosibirsk – Zoo – weißer Tiger

Novosibirsk – Zoo – weißer Tiger

Novosibirsk – Zoo – Gepard

Novosibirsk – Zoo – Katze

Novosibirsk – Zoo – Fischkatze

Novosibirsk – Zoo

Novosibirsk – Zoo

Novosibirsk – Zoo – Eisbär

Novosibirsk – Zoo – Geier

Novosibirsk – Zoo – Greifvogel

Novosibirsk – Zoo – Moschus

Novosibirsk – Zoo – Wüstenfuchs

Wir verlassen Novosibirsk und quälen uns durch den Stau nach Akademgorodok, einem Akademikerstädtchen mit bedeutenden wissenschaftlichen Akademien und Softwarefirmen. Unser Reiseführer vergleicht die Stadt mit dem amerikanischen Silicon-Valley. Doch uns interessiert nicht die Wissenschaft, sondern das größte Eisenbahn-Museum Sibiriens, das eine beeindruckende Sammlung russischer Loks und Waggons zu bieten hat. Hier gibt es die unglaublichsten Gebilde. Bei einigen kann ich mir gar nicht vorstellen, wozu sie dienen sollen. Bedauerlicherweise sind die Erklärungstafeln nur in russisch, so dass wir sie nicht lesen können.

Akademgorodok – Eisenbahnmuseum

Akademgorodok – Eisenbahnmuseum

Akademgorodok – Eisenbahnmuseum

Akademgorodok – Eisenbahnmuseum

Akademgorodok – Eisenbahnmuseum

Akademgorodok – Eisenbahnmuseum

Akademgorodok – Eisenbahnmuseum

Akademgorodok – Eisenbahnmuseum

Akademgorodok – Eisenbahnmuseum

Akademgorodok – Eisenbahnmuseum

Wir fahren weiter. Leider müssen wir wieder zurück durch Novosibirsk – also nochmals durch das Gewühle. Doch dann ist es irgendwann geschafft und wir sind wieder auf der Magistralen. Wir fahren solange weiter bis wir einen halbwegs passablen Rastplatz zum Übernachten finden. Am Abend klopft es an unsere Türe und ein Sergej steht davor. Er versucht sich mit uns zu unterhalten. Offensichtlich war sein Großvater im Krieg als Soldat in Deutschland. Leider ist eine wirkliche Verständigung nicht möglich. Er spricht genau drei Worte deutsch und sein russisch verstehe ich nicht. Wir schenken ihm eine Kappe aus Deutschland. Wenig später klopft er nochmals und er bringt uns ein nettes Geschenk. In der Nacht wird der Rasthof noch voll, denn dauernd kommen neue LKWs. Wegen der vielen Abgase müssen wir die Fenster zumachen.

Rastplatz bei Elfimovo (N55 39 38.4 E84 42 06.0)

Sibirien ist groß und so brauchen wir zwei Fahrtage, bis wir unser nächstes Ziel erreichen – Krasnojarsk. Unterwegs stoppen wir in Mariinsk, einem Provinzstädtchen. Die meisten Häuser sind kleine Holzhütten. Wir stellen uns auf einen Parkplatz am Kriegerdenkmal neben dem Stadtpark. Im Stadtpark ist ein kleiner und wohl noch aus Sowjet-Zeit stammender Vergnügungspark mit einigen uralten Fahrgeschäften. Hier sieht es so aus, als wäre die Zeit stehen geblieben.

Sibirien

Sibirien

M53 zwischen Kemarov und Mariinsk

Mariinsk – Stellplatz am Kriegerdenkmal (N56 12 20.3 E87 44 34.4)

im Stadtpark von Mariinsk

sibirisches Dorf

Sibirien

Bergbau vor Krasnojarsk

Krasnojarsk ist eine große Industriestadt. Zur Sowjetzeit war sie als ein Zentrum sowjetischer Militärforschung und –produktion eine „geschlossene Stadt“ und für Ausländer verboten. Doch das ist vorbei und so stehen wir irgendwann am Flußufer und schauen auf einen weiteren großen Strom Sibiriens – den Jenissei. Wir schauen uns im Stadtzentrum um, können aber keine besonderen Sehenswürdigkeiten entdecken. Die Stadt gefällt uns nicht so gut. Das mag auch am Wetter liegen, denn wir erleben Krasnojarsk im Regen. Am Abend wird es auf der Fläche am Flußufer sehr voll. Hier scheinen sich alle Einwohner zum Flanieren zu versammeln. Irgendwann wird uns der Trubel zu viel und wir ziehen um zum Stadion, wo wir uns auf einem großen Platz nach ganz hinten verkrümeln. Hier ist es ruhig und wir verbringen eine ungestörte Nacht.

Krasnojarsk – Parkplatz am Jenissei

Krasnojarsk – Opernplatz mit Denkmal für Anton Cechov

Krasnojarsk – Operntheater und Apollo-Statue

Krasnojarsk

Krasnojarsk – Platz Mira

Krasnojarsk – am Jenissei

Krasnojarsk – Jenissei

Krasnojarsk – Stellplatz am Stadion (N55 59 59.0 E92 53 05.5)

Krasnojarsk

Am nächsten Tag wollen wir in den Nationalpark Stolby am Stadtrand von Krasnojarsk. Wir steuern ein neues Freizeit-Zentrum an, von wo aus eine Seilbahn hinauf zu den Granitfelsen fahren soll. Doch wir kommen zur falschen Zeit, denn hier ist alles geschlossen. Das sommerliche Leben beginnt erst am 1. Juni. So fallen die Granittürme aus und wir fahren weiter.

Unsere Reiseroute führt uns immer noch Richtung Osten. Zwischen Jekaterinburg und Krasnojarsk haben wir die westsibirische Tiefebene durchfahren. Mit der Überquerung des Jenissei kommen wir nun nach Ostsibirien, wo das Land zunehmend bergiger wird. Ich stelle fest, dass der Verkehr immer mehr abnimmt und wir werden nicht mehr so oft von LKWs überholt werden. Die Landschaft ist immer dünner besiedelt und zwischen den Orten liegen sehr viele Kilometer Natur.

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Die nächsten drei Tage sind reine Fahrtage, denn bis zu unserem nächsten Ziel – Irkutsk – liegen fast 1.100 km vor uns. Auch die Rastplätze werden seltener und der Standard nimmt immer mehr ab. Die erste Nacht verbringen wir an einem Hotel bei Tinskij Sel’sovet, wo wir wieder einmal duschen können. Die Dusche ist eine echte Überraschung, denn es ist eine moderne Regendusche – und das mitten in einem sibirischen Dorf.

an der M53 zwischen Krasnojarsk und Kansk

an der M53 zwischen Krasnojarsk und Kansk

an der M53 zwischen Krasnojarsk und Kansk

Dorf an der M53

Übernachtung bei Tinskij Sel’sovet (N56 07 11.4 E96 54 42.9)

Am nächsten Tag passieren wir wieder eine Zeitzone und müssen die Uhr nochmals eine Stunde vorstellen. Jetzt sind wir 6 Stunden vor der deutschen Zeit. Bald müssen wir tanken und halten an einer kleinen Tankstelle. Hier gibt es eine unglaublich altmodische Zapfsäule, bei der ein Zeiger wie bei einer Uhr von 1 bis 100 läuft. Bei mehr als 100 Litern dreht der Zeiger eine zweite Runde. Zum Abschluß des Tankvorgangs wird ein Knopf gedrückt, damit die Nadel wieder auf 0 springt. Wir fahren durch eine hügelige, waldreiche Landschaft und erreichen eine Höhe von etwa 500 Metern. Das ist viel, gemessen daran, dass Westsibirien so flach war.

an der M53 zwischen Tinskij Sel’sovet und Tyiret 2-ya

Tankstelle

an der M53 zwischen Tinskij Sel’sovet und Tyiret 2-ya

M53 zwischen Tinskij Sel’sovet und Tyiret 2-ya

Die Magistrale M53 läuft ziemlich parallel mit der Strecke der Transsibirischen Eisenbahn. Ein paar mal kreuzen sich die beiden Trassen sogar. Wir sehen sehr viele lange Güterzüge, aber keinen einzigen Personenzug. Leider müssen wir unterwegs auch wieder abgebrannte Waldstücke sehen. Zwei oder drei Feuer sind noch so heftig, dass dicke Rauchschwaden in der Luft hängen.

Eisenbahn

an der M53 zwischen Tinskij Sel’sovet und Tyiret 2-ya

Waldbrand

Irgendwann ist es so spät, dass wir an einer kleinen Tankstelle bei Tyiret 2-ya halten. Als die Betreiber unsere Usbekistan-Fahne sehen sind sie begeistert. Es stellt sich heraus, dass sie aus Samarkand stammen. Es sind echte Orientalen, denn sie wollen zuerst 250 Rubel haben, doch wir einigen uns auf 150 Rubel, was ungefähr den Durchschnittspreis einer Übernachtung auf einem LKW-Rastplatz ausmacht. Außer dem Möglichkeit hier zu stehen und das Plumpsklo zu benutzen bietet der Platz nichts.

unser Übernachtungsplatz an einer Tankstelle in Tyiret 2-ya (N53 43 14.0 E102 18 49.1)

Am folgenden Tag erreichen wir Irkutsk. Nach der Stadtgründung im 17. Jhdt. entwickelte sich die Stadt zu einem bedeutenden Handelsplatz und zum Ausgangspunkt der Eroberung des Fernen Ostens. Bevor wir die Stadt besichtigen, suchen wir einen Stellplatz. Wir steuern zuerst das Hotel Irkutsk an, das in verschiedenen Reiseberichten als Stellplatz genannt wurde. Doch hier werden wir sehr enttäuscht, denn der Parkplatz vor dem Hotel ist sehr klein, voll und super eng. Wir könnten dort noch in der Durchfahrt stehen, eingeklemmt zwischen Betonmauer und Autos. Doch das ist nichts und so fahren wir weiter. Nach langem Suchen entdecken wir einen Parkplatz an einem Eisenbahnmuseum in einer Grünlage, mitten im Fluß Angara auf einer Insel gelegen. Hier ist es angenehm ruhig und so bleiben wir.

auf dem Weg nach Irkutsk

auf dem Weg nach Irkutsk

Irkutsk – unser Platz am Eisenbahnmuseum (N52 16 10.8 E104 16 49.9)

Wir besichtigen die Stadt Irkutsk und sind angenehm überrascht. Irkutsk ist sehr schön und gefällt uns gut. Es gibt noch einige alte Häuser und ein paar schöne Kirchen. Am Abend überraschen uns Wolfgang und Gisela, die plötzlich neben uns stehen.
Wir bleiben noch einen weiteren Tag in Irkutsk und entdecken noch schöne Holzhäuser und einen farbenfrohen Markt. Dann verabschieden wir uns von den beiden und fahren weiter.

Irkutsk – Denkmal für Zar Alexander III

Irkutsk

Irkutsk – Theater

Irkutsk – Karl Marx Strasse

Irkutsk – Fußgängerzone

Irkutsk -Platz Kirov

Irkutsk – Gotteserscheinungskirche

Irkutsk – Bahnhof

Irkutsk – Zentralmarkt

Irkutsk – Zentralmarkt

da kommt der Nachschub

Baikal-Robbe

Unser nächstes Ziel ist Listvjanka am Baikalsee. Auf dem Weg dorthin besuchen wir das Freilichtmuseum von Talzy, in dem alte Holzhäuser aus der Region zusammengetragen wurden. Das Museum ist ziemlich groß und die Häuser sind sehr schön. Hier gefällt es uns und der Besuch hat sich gelohnt.

Museum Talzy – Zarubins Farm

Museum Talzy

Museum Talzy

Museum Talzy – Kirche

Museum Talzy – Erlöserturm von Ilimsk

Museum Talzy – Schule

Museum Talzy – Schule

Museum Talzy

Museum Talzy – Seryshevs Farm

In Listvjanka angekommen steuern wir das Hotel Baikal an, das Wohnmobilstellplätze haben soll und auf seiner Webseite dafür sogar einen Preis nennt. Doch wir werden sehr enttäuscht, denn das Hotel liegt an einem steilen Berghang, natürlich auf der see-abgewandten Seite. Es gibt keine Stellplätze. Ein Hotelmitarbeiter hat uns einen Platz angeboten am Rande der Zufahrt, halb auf der Straße und in einem wenig ansprechenden Loch gelegen. Nachdem sie auch noch komisch reagiert haben, als ich nach Dusche und Waschmaschine gefragt habe, sind wir auf der Stelle weitergefahren.

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Listvjanka selber ist auch nicht wirklich schön. Es ist ein langgestrecktes Dorf, eingekeilt zwischen Baikalsee und Bergen. Auf die erste Enttäuschung folgt schnell die nächste, denn der bewachte Parkplatz am Ende des Ortes existiert nicht mehr und es ist alles mit einem Bauzaun abgesperrt. Da sehr viele Besucher im Ort sind ist alles zugeparkt und wir hatten Mühe einen Platz zu finden.
Der erhoffte Blick auf den Baikalsee war auch nicht wirklich grandios, denn das Wetter spielte nicht mit und der See blieb im Dunst verborgen.

Listvjanka am Baikalsee

Listvjanka – unser Übernachtungsplatz (N51 50 54.2 E104 52 15.6)

So verlassen wir am nächsten Morgen diesen wenig schönen Ort. Wir wollen zum Südufer des Baikalsees. Dazu müssen wir wieder durch Irkutsk. Wir nutzen die Gelegenheit und fahren zu einem neuen Einkaufszentrum (N52 16 01.7 E104 17 19.3), das wir bei unserem ersten Besuch der Stadt entdeckt haben. Hier gibt es reichlich Parkfläche, einen großen Lebensmittelladen und einen modernen Sanitärbereich mit einem sehr praktischen Wasserhahn, der wie gemacht ist für unsere Gießkanne. Es ist die ideale Gelegenheit unseren Wassertank wieder aufzufüllen und so laufen wir mehrmals mit unserer Gießkanne zwischen Auto und Wasserhahn hin und her – es hat sich keiner dran gestört.

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Dann verlassen wir Irkutsk. Wieder erleben wir dicke Rauchschwaden, die den Himmel verdunkeln. Wieder brennt der Wald und es scheint keinen zu stören. Wir passieren ein brennendes Waldstück und sehen, dass sich das Feuer auf dem Boden ausbreitet. Es ist ein trauriges Bild.

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Der Weg zum Südufer des Baikalsees ist beschwerlich, denn wir müssen einige Berge überwinden – immer steil bergauf und steil bergab. Am höchsten Berg zeigt das Navi fast 1.000 Höhenmeter an.

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Oberhalb des Ortes Kultuk sehen wir dann den Baikalsee. Leider ist es immer noch sehr dunstig, so dass die Sicht stark eingeschränkt ist. Da wir mal wieder duschen und Wäsche waschen wollen fahren wir zu einem abseits der Strasse gelegenen Hotel mit einem großen Innenhof. Der Hof hat das Ambiente eines Schrottplatzes, aber Dusche und Waschmaschine waren ok. Bernhard nutzt die Gelegenheit und klappt das Fahrerhaus, um u.a. das Gestänge der Schaltung zu schmieren, da es hin und wieder beim Schalten quietscht. Von unserem häßlichen, aber praktischen Stellplatz aus sehen wir die vorbeifahrenden Züge der Transsib. Die Güterzüge sind beeindruckend lang. Heute haben wir zum ersten Mal einen Personenzug gesehen.

Blick auf Kultuk und den Baikalsee

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Kultuk – Übernachtung bei Hotel (N51 43 09.4 E103 41 11.7)

Wir haben die Hoffnung, auf einen schönen Stellplatz am Baikalsee noch nicht aufgegeben und fahren weiter am Südufer entlang. Doch es ist schwierig, da das Ufer sehr steil ist und nur wenig Möglichkeiten bietet. Im Ort Utulik soll es einen Campingplatz geben. Wir finden ein noch geschlossenes Ferienlager mitten im Wald ohne Seeblick. So fahren wir weiter und nach einigen erfolglosen Versuchen entdecken wir im Ort Baikalsk einen breiten geteerten Weg zum Seeufer, an dessen Ende sich eine gekieste Fläche mit einigen Bänken befindet. Hier gefällt es uns, und wir beschließen zu bleiben. Wir erleben einen schönen sonnigen Nachmittag mit perfektem Seeblick.

Baikal

Baikalsee – am Ufer im Ort Baikalsk

Baikalsee – am Ufer im Ort Baikalsk

unser Platz in Baikalsk (N51 31 43.0 E104 09 00.3)

Am Morgen ist der Himmel immer noch blau und die Sonne scheint. Wir fahren weiter den Baikalsee entlang nach Tankoy, weil es dort einen schönen Lehrpfad in einem Naturschutzgebiet geben soll. Leider sieht man unterwegs von der Straße aus nur selten den See. In Tankoy angekommen stellen wir uns auf den großen Parkplatz am Gebäude der Parkverwaltung – schön ruhig und abgeschieden.

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Wir bekommen die Erlaubnis, auf dem Parkplatz übernachten zu dürfen. Ein junger Parkmitarbeiter zeigt uns den Weg zum Naturpfad, nicht ohne uns zu bitten, anschließend Souvenirs kaufen zu kommen. Der Pfad beginnt rechts neben dem Gebäude und ist nicht zu verfehlen, denn er ist sehr schön als Bohlenweg angelegt. So kommen wir bequem und trockenen Fußes durch das sumpfige Gelände. Der Spaziergang durch den Wald gefällt uns sehr gut. Es ist wunderbar ruhig hier und die Vögel zwitschern. Wir freuen uns riesig, als wir unterwegs einige Streifenhörnchen sehen. Im Wald gibt es Birken (wie überall hier in Sibirien) und die sibirische Zeder – ein schöner Mischwald.

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Anschließend laufen wir noch in den kleinen Ort mit einer großen Bahnstation und klettern über die Gleise der alten Transsib-Strecke bis zum Seeufer. Immer wieder kommen Güterzüge vorbei. Personenzüge sind eher selten, doch wir haben das Glück und sehen den Zug von Moskau nach Chita, immerhin ca. 6000 km Entfernung. Er ist sicherlich lange unterwegs wenn er an jedem kleinen Bahnhof anhält, so wie hier in Tankoy.

zwischen Baikalsk und Tankoy

Lehrpfad im Tankoy-Nationalpark

Lehrpfad im Tankoy-Nationalpark

Tankoy-Nationalpark – Streifenhörnchen

im Tankoy-Nationalpark

Lehrpfad im Tankoy-Nationalpark

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Tankoy-Nationalpark – unser Stellplatz an der Parkverwaltung (N51 32 48.1 E105 07 06.7)

Nach einem angenehmen sonnigen Ruhetag im Naturpark fahren wir weiter Richtung Osten. Unser nächstes Ziel ist gleichzeitig der östlichste Punkt unserer Reise: Ulan-Ude, Hauptstadt der Republik Burjatien. Die Fahrt hierhin ist etwas mühsam, da in diesem Streckenabschnitt die Straße sehr viele Dellen und Bodenwellen aufweist. Doch schließlich erreichen wir unser Ziel. Wir entscheiden uns für den Parkplatz vor dem Ethnographischen Museum, wo wir übernachten und auf besseres Wetter für die Stadtbesichtigung warten.

Ulan-Ude – unser Stellplatz am Ethnographischen Museum (N51 53 00.3 E107 39 05.1)

Das Ethnographische Museum ist kleiner als das Freilichtmuseum von Talzy. Hier hat man Häuser der Region Ulan-Ude gesammelt. Wir lernen, dass eine Jurte nicht unbedingt ein zeltähnliches Gebilde sein muß, denn hier gibt es Jurten aus Holz. Die Inneneinrichtung der Häuser unterscheidet sich deutlich von denen der russischen Häuser und erinnert mehr an ein Zelt.

Ulan-Ude – Ethnographisches Museum

Ulan-Ude – Ethnographisches Museum

Ulan-Ude – Ethnographisches Museum – Jurte

Ulan-Ude – Ethnographisches Museum – Jurte

Ulan-Ude – Ethnographisches Museum

Das Stadtzentrum von Ulan-Ude ist eher überschaubar. Wir besuchen den großen Lenin-Kopf (ca. 5 m hoch) und bewundern die Burjatische Nationaloper. Auch die Fußgängerzone ist nicht sehr lang. In den Seitenstrassen entdecken wir noch viele alte Holzhäuser. Waren die Gesichter der Menschen bisher eher europäisch geprägt, so hat sich das hier in Ulan-Ude geändert und wir sehen hier viele asiatisch geprägte Gesichter. Auch wird scheinbar nicht mehr nur Russisch gesprochen.

Ulan-Ude – Lenin-Kopf am Sowjetischen Platz

Ulan-Ude – Burjatische Nationaloper

Ulan-Ude – Leninstrasse mit Zarentor

Ulan-Ude – Leninstrasse

Ulan-Ude – Holzhäuser

Wir verlassen die Stadt und fahren zum Kloster Ivolginsk. Es ist das größte buddhistische Kloster Russlands und gleichzeitig Sitz des Oberhaupts der russischen Buddhisten. Das Gelände ist sehr weitläufig und es gibt verschiedene Tempel. Einige scheinen noch relativ neu zu sein. Mir fällt auf, dass in keinem der Tempel Butterlämpchen brennen, so wie wir es aus Tibet kennen.

Kloster Ivolginsk

Kloster Ivolginsk

Kloster Ivolginsk

unser Platz am Kloster Ivolginsk (N51 45 33 E107 12 04)

Nun ist es nicht mehr weit bis zur Grenze zur Mongolei, nur noch ein Fahrtag. Wir sind schon gespannt, was uns dort erwartet.

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Das war unsere Reiseroute Russland Teil 3:

Karte Russland 2015 - Teil 3 - Novisibirsk bis Ulan Ude

Insgesamt sind wir in Russland bisher etwa 7.700 km gefahren

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Kategorien: Reiseberichte | Ein Kommentar

Russland – Teil 2

Goldener Ring – Gorochowez – Nishni Nowgorod – Kasan – Kungur – Jekaterinburg – Omsk – Novosibirsk

Mai 2015

Auf unserer weiteren Fahrt Richtung Osten wollen wir uns auch Wladimir, die letzte Stadt des Goldenen Rings, nicht entgehen lassen. In Wladimir angekommen steuern wir als erstes den schon von anderen Reisenden beschriebenen riesigen Supermarkt „Globus“ an. Wir stellen fest, dass deren Schilderungen nicht übertrieben waren. Besonders fasziniert hat mich die Kuchentheke: eine ganze Wand lang reiht sich in hohen Kühlschränken ein Kuchen an den anderen. Sie sind in durchsichtigen Plastikboxen verpackt, so dass ich sie in ihrer ganzen Schönheit bewundern kann. Ich könnte mich gar nicht entscheiden, welches der Prachtstücke ich nehmen sollte. Nur gut, dass in unserem Kühlschrank gerade kein Platz ist für Kuchen. In diesem Supermarktparadies könnte ich noch Stunden nur mit Anschauen zubringen. Doch daraus wird nichts und ich muß bald wieder zurück zum Auto.

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Das im 12. Jhdt gegründete Wladimir gehörte mit zu den wichtigen Städten des Landes. Heute stehen die alten Bauten auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Wir spazieren vom Goldenen Tor, dem einzigen Stadttor des mittelalterlichen Wladimir, die Hauptstrasse entlang zur großen Mariä Himmelfahrts-Kathedrale, deren Kuppeln in der Sonne glänzen. Leider hält des schöne Wetter nicht an, denn als wir weiterfahren beginnt es zu regnen, so dass wir die Besichtigung des Klosters von Bogoljubowo nahe Wladimir ausfallen lassen.

Wladimir – Goldenes Tor

Wladirmir – altes Stadtzentrum

Wladimir – Mariä-Himmelfahrts-Kathedrale

Wladimir – Kloster Geburt der Gottesmutter

Unsere nächste Station ist Gorochowez, wo wir uns das Nikolaus-Kloster anschauen. Es ist eine kleine und bescheidene Anlage hoch über dem Fluß Kljasma. Leider hängen über uns drohend schwarze Wolken, so dass wir uns etwas beeilen müssen. Auch der im Reiseführer gelobte Blick auf den Ort mit seinen Kuppeln leidet unter dem düsteren Wetter. Da der Parkplatz des Klosters sich nicht zum Übernachten eignet, fahren wir weiter die Magistrale entlang Richtung Osten, bis wir einen Platz finden.

Gorochowez – Nikolaus-Kloster

Gorochowez – Nikolaus-Kloster

Blick vom Nikolaus-Kloster auf Gorochowez

Rastplatz an der M7 bei Пыра (N56 17 30.2 E43 20 24.4)

Am nächsten Morgen fahren wir zeitig los, denn wir wollen uns die Stadt Nishnij Nowgorod anschauen. An den meisten grossen Städten in Russland gibt es an den Einfallstrassen feste Polizeiwachen, die meistens den Güterverkehr kontrollieren. So auch hier: im strömenden Regen und bei schlechter Fahrbahn musste ich (Bernhard) hinter einem Kleinlaster bremsen. Da unser Auto die Eigenart hat, kurz nach dem Losfahren abhängig von der Wetterlage etwas nach rechts zu ziehen, ist bei diesem Bremsvorgang das Fahrzeug ein wenig nach rechts ausgebrochen. 100 m später mussten wir am Kontrollpunkt anhalten. Nach Führerscheinkontrolle und einem tiefen Blick in die Augen musste ich mit in das Wachgebäude. Da wurde mir dann klar was los war – Alkoholkontrolle. Offensichtlich war dem Polizisten das Bremsmanöver aufgefallen und er hat sich so seine Gedanken gemacht. Interessanterweise zeigte das Messgerät tatsächlich einen Ausschlag, nur mein nicht vorhandenes Russisch verhinderte, das ich den Beamten aufforderte selber in das Teil zu blasen um zu zeigen das es eine Macke hat. Vielleicht war das besser so. Aus voller Überzeugung und im Wissen im Recht zu sein leugnete ich vehement Bier getrunken zu haben und bot sogar eine Blutprobe an. Danach verlegte ich mich auf die Erläuterung des technischen Sachverhaltes: nasses Wetter, schlechte Strasse, bolschoi maschina …….. Das hat funktioniert, die Miene wurde freundlich und ich wurde mit einem freundlichen Doswidanje entlassen.

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Nishnij Nowgorod liegt an der Mündung des Flusses Oka in die Wolga. Als Station auf der Handelsroute von Europa nach Asien entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Handelszentrum. Wichtigste Sehenswürdigkeit ist der um 1500 n. Chr. erbaute Kreml, der hoch oben über der Wolgau thront. Da wir früh am Morgen dort ankommen bekommen wir einen Parkplatz am Flußufer direkt an der Treppe zum Kreml.
Wir mühen uns die vielen Stufen hoch zum Kreml-Eingang. Die Kreml-Mauer ist nett anzuschauen, aber das Innere ist nicht allzu sehenswert. Die Gartenanlage ist schön gepflegt und an einer Stelle an der Mauer ist altes Kriegsgerät ausgestellt. Nishni Novgorod, das ehemalige Gorki, war die Heimat der russischen T-34 Panzer, die hier geradezu verehrt werden. Von einem Aussichtspunkt könnte man schön auf die Wolga schauen – nur schade, dass das Wetter so schlecht ist.

Nischnij Nowgorod – Treppe zum Kreml

Nischnij Nowgorod – Eingang zum Kreml

Nischnij Nowgorod – Kreml

Nischnij Nowgorod – Kreml

Nischnij Nowgorod – Kreml – T-34 Panzer

Nishnij Nowgorod – Kreml

Nischnij Nowgorod -Blick auf die Wolgau

Anschließend laufen wir noch ein Stück durch die Fußgängerzone. Sie ist hübsch geschmückt mit vielen Fahnen für den 9. Mai, den Gedenktag an das Ende des 2. Weltkrieges. In der Fußgängerzone sind noch einige alte Häuser erhalten. Als wir am Ende ankommen, kommt endlich die Sonne hervor.

Nischnij Nowgorod – Fußgängerzone

Wir fahren weiter auf der M7 in Richtung Kasan. Es ist sehr viel Verkehr und die LKWs und PKWs nehmen kein Ende.

auf der M7 hinter Nischnij Nowgorod

auf der M7 hinter Nischnij Nowgorod

Übernachtung an einer Tankstelle an der M7 hinter Nischnij Nowgorod (N56 02 04.7 E46 40 52.2)

Wir erreichen die Stadt Kasan. Unser erstes Ziel ist das Hotel Safar, dass angeblich Camping anbietet. Aber unsere Nachfrage dort wurde mit dem Kommentar abgelehnt, sie hätten keinen Platz. Wenn wir ein Zimmer für 2000 Rubel nehmen, dann ist Parken kostenlos dabei. Wir verzichten und fahren weiter Richtung Innenstadt. Genau gegenüber dem Kreml sehen wir eine große Parkfläche vor dem Stadion, wo wir kurzentschlossen das Auto abstellen.

Strasse nach Kasan

Polizeiposten am Stadtrand von Kasan

auf der Brücke über die Wolgau

exklusiver Parkplatz mit Blick auf den Kreml von Kasan

Kasan ist Hauptstadt der Republik Tatarstan und Zentrum des Islams in Russland. Mit ihren Zwiebeltürmen und Moscheen gilt sie als eine der schönsten Städte Russlands. Wichtigste Sehenswürdigkeit und gleichzeitig UNESCO-Weltkulturerbe ist der Kreml von Kasan, in dem es sowohl eine Moschee als auch eine orthodoxe Kathedrale gibt. Wir erleben Kasan bei strahlendem Sonnenschein und so kommen die Minarette und die goldenen Kuppeln voll zur Geltung. Nach der Besichtigung des Kremls laufen wir durch die Fußgängerzone ins alte tatarische Viertel mit seiner Moschee und den schön restaurierten Holzhäusern. Am Abend haben wir einen Panoramablick auf den beleuchteten Kreml. Wir verbringen eine ungestörte Nacht vor dem Stadion. Nur der Straßenlärm der vorbeiführenden großen Straße war recht laut.

Kasan – Kreml

Kasan – Eingang in den Kreml

Kasan – Moschee Kul Scharif im Kreml

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Kasan – Moschee Kul Scharif

Kasan – Kreml – Palast des Präsidenten der Republik Tatarstan

Kasan – Mariä-Verkündiguns-Kathedrale im Kreml

Kasan – Denkmal für die Baumeister von Kirche und Moschee

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Kasan – Blick vom Kreml auf den Fluß Kasanka und das moderne Kasan

Kasan – Fußgängerzone

Kasan – Kathedrale Peter und Paul

Kasan – Blick über den Unteren Kaban See auf das Tatarenviertel mit der Mardschani Moschee

Kasan – Mardschani-Moschee

Kasan – alte tatarische Häuser

Kasan – unser Übernachtungsplatz am Stadion (N55 47 49.5 E49 06 00.2)

Kasan – Kreml bei Nacht

Wir fahren weiter und verlassen irgendwann die M7. Uns fällt auf, dass an der Nebenstrecke nicht mehr so viele und schöne Rastplätze vorhanden sind.

Wir erreichen Izhevsk, doch hier gefällt es uns gar nicht. Die Stadt ist groß, der Verkehr schrecklich, die Strassen miserabel, alles ist bucklig (muss das San Franzisco Russlands sein) und es gibt keinen gescheiten Parkplatz. So schauen wir uns nur schnell die große Erzengel-Michael-Kirche an, bevor wir die Stadt wieder verlassen. Wir sind froh, als wir wieder auf der Landstrasse sind, wo wir uns nach einer Übernachtungsmöglichkeit umsehen. Irgendwann finden wir eine Raststätte, die akzeptabel aussieht. Es ist ein riesiger, aber leider sehr staubiger Platz. Da der Wind mächtig aufgedreht hat wehen die Staubfahnen über den Platz, so dass wir heute kein Fenster aufmachen können. Dafür gibt es hier Trinkwasser, saubere Duschen und sogar einen Wäsche-Service, bei dem wir unsere Wäsche abgeben. Wir bekommen sie am Morgen frisch gewaschen wieder ausgehändigt – da freut sich die Hausfrau! Mittlerweile haben wir zum ersten Mal eine Zeitzone überschritten und müssen die Uhr um eine Stunde vorstellen.

zwischen Kasan und Izhevsk

Dorf zwischen Kasan und Izhevsk

Izhevsk – Erzengel Michael Kirche

Übernachtung am Rastplatz госатиничный комплекс У моста (N56 59 57.9 E53 50 09.9)

Am Morgen scheint die Sonne, aber es ist kalt und in unserem Auto sind es gerade mal 11 Grad. Wir fahren weiter an Perm vorbei zur Kungur-Eishöhle. Der Weg dorthin führt durch den wenig attraktiven Ort Kungur und an einer Mülldeponie vorbei, die wir noch auf dem Parkplatz vor der Höhle riechen.

Fluß Kama bei Perm

Vor dem Höhleneingang stellen wir fest, dass wir schon die zweite Zeitzone passiert haben und es ist wieder eine Stunde später. In wenigen Minuten startet eine kurze Führung durch die Höhle, der ich mich anschließe. Wir sind nur zu dritt und der Führer rattert seinen Text in russisch runter, so dass ich kein Wort verstehe. Ruckzuck geht es von einer Station zur nächsten, und schon nach einer knappen Stunde stehen wir wieder am Ausgang, obwohl die Führung eigentlich 80 Minuten dauern sollte. Trotzdem hat mir die Höhle gefallen und ich habe die Besichtigung nicht bereut.

Eingang zur Kungur-Eishöhle

Kungur-Eishöhle

Kungur-Eishöhle

Kungur-Eishöhle

Kungur-Eishöhle

Kungur-Eishöhle

Bernhard ist beim Auto geblieben und freut sich, dass ich so schnell wieder da bin. Denn zwischenzeitlich war eine Gruppe betrunkener Jugendlicher am Auto, die ziemlich aggressiv gebettelt haben und sehr aufdringlich geworden sind. So verzichten wir auf die geplante Übernachtung vor der Eishöhle und fahren kurzentschlossen weiter.

Schneereste an der Strasse hinter Kungur

Übernachtung an einem Rastplatz hinter Kungur (N56 57 18.0 E57 31 35.6)

Unsere Route führt uns weiter Richtung Jekaterinburg. Die Strasse ist meist 2-spurig und in akzeptablen Zustand. Die Straßenränder sind voller Müll, aber immer wieder sehen wir Trupps von Leuten, die den Müll in Säcke sammeln. Die Säcke werden dann später eingesammelt. Ein anderer Trupp ist mit einem Schaufellader dabei, die vielen defekten Reifen vom Straßenrand einzusammeln. Damit alles schön wird, werden die Leitplanken und die Pfosten der Verkehrszeichen neu gestrichen – ohne Vorbehandlung auf die alte Farbe.

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Wir befinden uns im Ural, dem „Gebirge“, das Europa und Asien trennt. Doch wir merken nicht viel von Gebirge, denn die Berge sind nur um die 300 Meter hoch, also eher Hügelchen.

im Ural

im Ural – Honigverkäufer

Irgendwie verpassen wir das Denkmal, dass die Grenze zwischen Europa und Asien anzeigt. Wir erreichen den Stadtrand von Jekaterinburg und fahren zuerst zum Kloster Ganina Jama. Es entstand auf dem Gelände einer Eisenerzgrube, in der die Leichen des letzten Zaren und seiner Familie verscharrt wurden. Heute befindet sich an dieser Stelle ein Kloster mit sieben Holzkirchen – für jedes Familienmitgleid eine. Das Kloster liegt abseits in einem Birkenwald. Die Zufahrtsstrasse dorthin ist extrem schmal. Zum Glück weichen uns die entgegen kommenden PKW aus. Dann taucht vor uns eine Unterführung auf, die mit 2 m Höhe angegeben ist. In Wirklichkeit ist sie viel höher und wir passen prima unten durch. Vor dem Eingang zum Kloster ist ein riesiger ebener Parkplatz, der ideale Platz zum Übernachten. Hier gefällt es uns und wir beschließen zu bleiben. Das Kloster mit den Holzkirchen ist sehr gepflegt und sieht sehr schön aus, mit golden glänzenden Kuppeln. Es herrscht eine friedliche und ruhige Atmosphäre und ich bin froh, dass wir hierhin gekommen sind. Ausserdem gibt es hier leckeres Gebäck und Kaffee aus der Klosterküche.

Kloster Ganina Jama – Denkmal für Zar Nikolaus II

Kloster Ganina Jama

Kloster Ganina Jama

Kloster Ganina Jama – Denkmal für die Kinder des Zaren

Kloster Ganina Jama – unser Übernachtungsplatz (N56 56 38.6 E60 28 23.2)

Am nächsten Morgen fahren wir ins Zentrum von Jekaterinburg, der viertgrößten Stadt Russlands. Sie entstand im 18. Jhdt. rund um die damals größte Eisenhütte Russlands. Die Stadt ist bekannt geworden, weil hier im Jahr 1918 der letzte russische Zar und seine Familie erschossen wurde. Seit dem Jahr 2003 steht an der Stelle, wo die Tat geschah, die Erlöserkathedrale. Sie ist heute die größte Sehenswürdigkeit der Stadt.
Obwohl es sonst keine bedeutenden Sehenswürdigkeiten in Jekaterinburg gibt, finde ich die Stadt ganz nett. Wie in vielen russischen Städten ist hier Platz ohne Ende, mit breiten Straßen und großen Plätzen. Auf dem Lenin-Platz vor der Stadtverwaltung sind riesige Tribünen aufgebaut für die morgige Feier zum Ende des 2. Weltkrieges. Es ist schon erstaunlich, dass auch in den kleinsten Dörfern der Tag der Deutschen Kapitulation gefeiert wird. Überall sieht man Banner und Plakate und die Vorbereitungen für die lokale Festrede. Dieses Ereignis hat bis auf den heutigen Tag in allen Generationen wohl tiefen Eindruck hinterlassen.

Jekaterinburg – Erlöserkathedrale auf dem Blut

Jekaterinburg – Erlöserkathedrale auf dem Blut

Jekaterinburg – Stadtteich

Jekaterinburg – Historischer Platz

Jekaterinburg – Schmuckmuseum

Jekaterinburg -Platz Des Jahres 1905

Jekaterinburg – Fußgängerzone

Jekaterinburg – Katharinenkapelle

Wir fahren weiter und finden wieder einen schönen Rastplatz, wo wir übernachten.

Rastplatz hinter Jekaterinburg (N56 43 57.0 E61 03 22.1)

Vor uns liegt Sibirien, ein unendlich großes Gebiet mit einer West-Ost-Ausdehnung von 7.000 km. Die Landschaft ist flach und unendlich weit. Wir passieren Felder von unvorstellbarer Größe. Dazwischen sind immer wieder Birkenwälder. Der Boden ist feucht und überall stehen Pfützen.

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Wir erleben einen total verregneten und kühlen Tag. Unterwegs werden wir zum zweiten Mal von der Polizei angehalten und kontrolliert. Dieses Mal will der junge Mann offensichtlich nur etwas unterhalten werden, wenn er denn schon im strömenden Regen Autos kontrollieren muß. Bernhard muß die Papiere vorzeigen,. Dann wird er nach der “green card”, der grünen Versicherungskarte gefragt – erstaunlich, das ein junger Polizist in Sibirien dieses Dokument kennt. Das ist das erste Mal, das dieses kontrolliert wird. Er ist zufrieden und wünscht uns auf Deutsch: Auf Wiedersehen.

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Bei dem schlechten Wetter haben wir keine Lust uns Tjumen anzuschauen und so fahren wir an der Stadt vorbei. Es ist viel Verkehr und immer wieder werden wir von Lastern überholt. Hinter Jekaterinburg gibt es kaum noch Rastplätze. Einige sind geschlossen und andere sehen aus wie Schlammgruben. So fahren wir heute ungewöhnlich weit, bis wir zum Stehen kommen. Wir erwischen einen großen asphaltierten Platz, doch hier ist das Sanitär ziemlich mies. Wir gehen in der nahen Kantine essen und sehen nebenher im Fernsehen den Bericht von den Feiern in Moskau zum 70-jährigen Kriegsende. Man sah viele Leute, die Bilder ihrer Angehörigen, die entweder im Krieg gefallen oder mittlerweile verstorben sind, auf dem Roten Platz vor sich hertrugen. Es wahr wohl eine ganztägige Übertragung des Russischen Fernsehens.

Rastplatz гостиница Вега (N56 30 31.3 E67 30 58.2)

Auch am nächsten Tag wird das Wetter nicht besser. Hatte ich mich gestern noch über die schönen Straßen gefreut, so ist die Freude heute schnell vorbei. Denn kurz nachdem wir losgefahren sind beginnt eine schlimme Holperstrecke. Sie erstreckt sich über 200 km lang. Erst an der Grenze zum Oblast Omsk wird die Strasse plötzlich wieder gut. In dem schlimmen Abschnitt fahren wir teilweise nur mit 25 km/h – immer schön langsam hinter einem LKW her, denn an ihm kann man gut erkennen, wo man am besten lang fährt. Mittlerweile haben wir wieder eine neue Zeitzone errecht und müssen die Uhr nochmals eine Stunde vorstellen.

zwischen Tjumen und Omsk

zwischen Tjumen und Omsk – Holperpiste

zwischen Tjumen und Omsk

zwischen Tjumen und Omsk

Irgendwann erreichen wir Omsk, die zweitgrößte Stadt Sibiriens. Am Stadtrand ist ein riesiges Einkaufszentrum mit Mediamarkt, Ikea etc. Wir gönnen uns einen angenehmen Vormittag im Shopping-Paradies, indem wir durch die Passage schlendern, lecker essen gehen und fast nichts einkaufen.
Dann fahren wir ins Stadtzentrum und finden einen schönen Parkstreifen am Flußufer nahe dem Flußhafen, wo wir auch übernachten. Am nächsten Tag erkunden wir die Stadt. Auch Omsk ist keine sehr alte Stadt und hat nicht viele Sehenswürdigkeiten.

Omsk – Flußhafen

Omsk – unser Platz am Fluß (N54 58 53.0 E73 22 19.7)

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Omsk – Maria-Himmelfahrts-Kathedrale

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Omsk – Maria-Himmelfahrts-Kathedrale

Omsk – die ehemalige Prachtstrasse

Omsk – Akademie-Theater

Omsk – Feuerwehrturm

Omsk

Omsk – Installateur Stepanic ist schon weit herumgekommen

Wir wollen es heute ruhig angehen lassen und fahren nur wenig weiter zu einem schönen Rastplatz, wo wir wieder einmal duschen und unser Brauchwasser auffüllen können.

Die Sonne scheint und es ist warm, und so machen wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit den sibirischen Mücken. Sie sind größer als bei uns und unglaublich zahlreich, so dass wir uns keine Minute länger im Freien aufhalten als nötig. Plötzlich lerne ich, das kalte und nasse und mückenfreie Wetter im Nachhinein zu schätzen.
In der Nacht machen wir zum ersten Mal schlechte Erfahrungen auf einem Rastplatz, denn plötzlich sind wir von Kühllastern umgeben, deren Kühlaggregate die ganze Nacht laufen und einen furchtbaren Lärm machen. So haben wir kaum schlafen können.

M51 hinter Omsk

Rastplatz hinter Omsk (N55 00 02.9 E74 36 26.0)

Wir fahren weiter. Unterwegs sehen wir ein paar mal brennende Felder, die von den Bauern angezündet wurden. Das erinnert mich an einen Zeitungsartikel kurz vor unserer Abreise, dass in Sibirien die Wälder brennen sollen.

brennende Felder

brennende Felder

langsam wird es grün in Sibirien

Sibirien – ein Paradies für Mücken

Rastplatz auf dem Weg nach Novosibirsk (N55 05 46.4 E81 33 52.5)

Nach einem weiteren Stop erreichen wir die Stadt Novosibirsk, das Herz Sibiriens. Die Stadt entstand 1893 als Station der neu erbauten Transsibirischen Eisenbahn. So ist die größte Sehenswürdigkeit der Stadt der große Bahnhof, an dem u.a. die Transsib-Eisenbahn hält. Wir sind sprachlos, als wir diesen schönen Bahnhof sehen. Alles ist in supergutem Zustand – sauber, aufgeräumt und geordnet. In den Gleisanlagen und an den Bahnsteigen liegt nicht der kleinste Dreck, und nirgendwo ist Graffitti. Die große Bahnhofshalle sieht innen aus wie das Foyer eines großen Luxushotels und alle Reisenden benehmen sich auch so. Wenn ich da an den Kölner Hauptbahnhof denke ….. im Vergleich dazu ist er ein unglaubliches Dreckloch. Auf den Anzeigetafeln findet man so interessante Züge wie Moskau – Wladivostok, Novosibirsk – Alma Ata – Taschkent – Frunse. Es ist lustig, noch die sowjetischen Namen für Almaty und Bishkek zu sehen. Wir laufen noch ein wenig durch die Stadt und kehren dann zum Deutschen Haus zurück, wo wir unser Auto stehen haben. Wir dürfen hier auf dem Gelände gegen Gebühr übernachten. Die Leute hier sind unglaublich freundlich und um uns besorgt und wir fühlen uns hier wohl.

Fahrt über den Ob bei Novosibirsk

Novosibirsk – Leninplatz

Novosibirsk – Theater für Oper und Ballett

Novosibirsk – Alexander Newski Kathedrale

Novosibirsk – Alexander Newski Kathedrale

Novosibirsk – Kapelle

Novosibirsk – Eisenbahn

Novosibirsk – Bahnhof

Novosibirsk – Bahnhof

Novosibirsk – Wartehalle im Bahnhof

Novosibirsk – Bahnhof

Novosibirsk – Bahnhof

Novosibirsk – Wurststand auf dem Markt vor dem Bahnhof

Novosibirsk – unser Stellplatz am Deutschen Haus (N55 02 01.9 E82 56 01.1)

Insgesamt sind wir bisher positiv überrascht von den guten bis akzeptablen Straßen. Ab und zu gab es mal kurze Abschnitte, die etwas holpriger waren, aber insgesamt können wir nichts schlechtes berichten. Einzige Ausnahme sind die ca. 200 km zwischen Tjumen und der Grenze zum Oblast Novosibirsk, die wirklich furchtbar waren. Wir freuen uns über die günstigen Dieselpreise, besonders wegen der langen Strecken, die wir hier fahren. Wir haben einmal für 200 l Diesel umgerechnet 100 Euro bezahlt. In Sibirien scheint es wieder etwas teurer zu sein, so um die 0,62 Euro/l. Aber das ist für uns immer noch günstig.

Das war unsere Route Russland Teil 2:

Karte Russland 2015 Teil 2 - Susdal-Nowosibirsk

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Russland – Teil 1

St.Petersburg – Moskau – Goldener Ring
April 2015

Nun sind wir wieder unterwegs. Wie geplant bringt uns die Fähre von Travemünde nach Helsinki. Da wir Helsinki schon kennen, verzichten wir dieses Mal auf eine Fahrt ins Stadtzentrum, denn es sind nur ca. vier Grad und es ist ziemlich ungemütlich. Von hier fahren wir weiter nach Lappeenranta. Es ist noch früh im Jahr und auf dem Saima-See schwimmen noch einige Eisschollen. Da noch keine Saison ist können wir wunderbar am Hafen stehen und den Blick aufs Wasser genießen. Im Sommer wäre dies unmöglich, weil es dann hier sehr voll ist.

auf der Fähre

Einfahrt nach Helsinki

Helsinki – Campingplatz Rastilla (N60 12 24 E25 07 16)

Lappeenranta – Blick vom Hafen auf den Saima-See

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Lappeenranta – unser Stellplatz im Hafen (N61 03 45 E28 11 11)

Da wir 2012 am südlichsten Grenzübergang von Finnland nach Russland mitten in der LKW-Schlange gelandet waren, wollen wir dieses Mal den weiter nördlich gelegenen Übergang bei Nuijamaa nehmen, in der Hoffnung, dort schneller und leichter nach Russland einreisen zu können.
An der Grenze angekommen stellen wir uns an der PKW-Schlange an. Doch leider ist die Durchfahrt zu niedrig für unsere 3,50 m. So müssen wir in die äußere Spur. Als erstes müssen wir den Migrationszettel ausfüllen und damit zur Paßkontrolle. Danach geht es weiter zur Fahrzeugregistrierung. Hier bekommt die Dame fast einen Herzinfarkt, als sie unser Auto sieht. Wir müssen für das Auto ein Formular ausfüllen. Es folgen mehrere Telefonanrufe und Debatten der Grenzer. Schließlich muß ich mich hinten in die Kabine setzen und ein Grenzbeamter erklimmt mühsam den Beifahrersitz. Er lotst Bernhard erst über die Waage und anschließend auf den Zollhof, wo er uns am Zollschalter abliefert.
Hier wird weiter darüber debattiert, dass wir kein LKW sind sondern ein Wohnmobil. Die Schalterbeamtin ist ratlos und so kommen mehrere Kollegen zur Unterstützung, Sie haben Probleme die deutschen Fahrzeugpapiere zu entschlüsseln. Doch schließlich wird alles gut. Nach etwas mehr als zwei Stunden bekommen wir die benötigten Stempel und der Schlagbaum öffnet sich für uns – nun sind wir in Russland. Alles in allem war es eine sehr korrekte Prozedur, auch wenn sie für uns sehr umständlich war.

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Da wir uns mit Peter und Brigitte verabredet haben, fahren wir zum Campingplatz Shuvalovka in der Nähe von Peterhof. Am nächsten Morgen fahren wir mit Bus und Metro in die Innenstadt von St. Petersburg zum Newski-Prospekt. Nachdem wir Geld geholt und eine SIM-Karte fürs Internet gekauft haben laufen wir noch ein wenig durch die Stadt. Ich freue mich, dass die Admiralität nun in ganzer Schönheit zu bewundern ist, denn sie war 2012 noch eingerüstet. Da wir die Stadt schon 2012 intensiv besichtigt haben verzichten wir dieses mal auf weitere Ausflüge.

CampTom Shuvalovka (N59 52 09.2 E29 58 53.5)

Camp Shuvalovka

St. Peterburg – Admiralität

St. Petersburg – Denkmal für Peter d. Großen

St. Petersburg – Eremitage

St. Petersburg

In der folgenden Nacht erwartet uns eine echte Überraschung – es schneit! Doch bis zum Morgen ist glücklicherweise fast alles weggetaut. Wir nutzen den Tag und laufen nach Peterhof. Hier im Park ist noch nichts los und wir haben ihn fast für uns alleine. Trotz der fehlenden Blumen und der trockenen Brunnen ist es hier sehr schön. Für den Rückweg stärken wir uns an einem frischen Fladenbrot, das gerade warm aus dem Tonofen gekommen ist – lecker !

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St. Petersburg – Schneelandschaft

Peterhof – Orangerie

Peterhof

Peterhof

Unsere nächste Etappe führt uns nach Welikij Nowgorod. Die Stadt gilt als Wiege des russischen Reiches und die Baudenkmäler in der Innenstadt gehören zu den UNESCO-Weltkulturerben. Zuerst schauen wir uns den Kreml an. In Russland haben viele alte Städte einen Kreml, denn „Kreml“ ist der Begriff für ein befestigtes Zentrum, vielleicht vergleichbar mit einer Burg oder Zitadelle. Dann wandern wir über die Brücke auf die andere Flußseite, wo sich das historische Marktzentrum befindet. Schon von weitem fallen die weißen Handelsarkaden aus dem 17. Jhdt. auf.

Welikij Nowgorod – Blick auf den Kreml

Welikij Nowgorod – Blick auf den Kreml

Welikij Nowgorod – Kreml-Mauer

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Welikij Nowgorod – Sophienkathedrale im Kreml

Welikij Nowgorod – Glockenturm der Sophienkathedrale im Kreml

Welikij Nowgorod – Andrej-Stratilat-Kirche im Kreml

Welikij Nowgorod – Blick vom Kreml auf die Marktseite

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Welikij Nowgorod – Torturm auf der Marktseite

Etwas außerhalb der Stadt befindet sich das Jurjew-Kloster, das schön am Flußufer des Wolchow gelegen ist. Schon von Weitem leuchten die goldenen Kuppeln. Wir schauen uns das Klostergelände an. Auch das nahe gelegene Freilichtmuseum mit seiner Sammlung von lokaler Holzarchitektur lassen wir nicht aus. Holz ist traditionell das typische russische Baumaterial. Das Museum hat typische Bauwerke der Region gesammelt. So finden sich hier hölzerne Bauernhäuser und Kirchen. Besonders die Kirchen sind beeindruckend. Nur schade, dass sie geschlossen waren und wir nicht hinein gehen konnten. Aber einige Bauernhäuser waren offen und wir konnten die liebevoll gestaltete Inneneinrichtung bewundern. Hier am Kloster gefällt es uns und so bleiben wir über Nacht hier stehen.

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Welikij Nowgorod – Kloster Jurjew

Welikij Nowgorod – Kloster Jurjew

Welikij Nowgorod – Kloster Jurjew

Freilichtmuseum Witoslawlitzy

Freilichtmuseum Witoslawlitzy – Nikolauskirche (rechts) und Kirche der Heiligen Jungfrau (links)

Freilichtmuseum Witoslawlitzy – Blockhaus um 1870

Freilichtmuseum Witoslawlitzy

unser Übernachtsplatz am Kloster Jurjew (N58 29 16.7 E31 17 06.5)

Der nächste Tag ist ein reiner Fahrtag. Über die M10 geht es Richtung Moskau. Kurz hinter Twer beenden wir den Tag an einer Lukoil-Tankstelle. Hier gibt es einen Rastplatz und ein nettes Restaurant, wo wir lecker essen gehen. Hier gibt es sogar freies Internet.

auf der M10 Richtung Twer

unser Übernachtungsplatz an der M10 (N56 46 14.8 E36 08 12.9)

Dann wartet das nächste Abenteuer auf uns – die Fahrt in die Stadt Moskau. Schon bei Klin stehen wir zum ersten Mal im Stau. Und es liegen noch sechzig Kilometer vor uns. So freuen wir uns, als endlich die M11 auftaucht. Sie ist weder im Garmin-Navi noch in der Karte eingezeichnet, doch ich habe im Basecamp-Programm gesehen, dass sie fast an derselben Stelle in Moskau auskommt wie die M10. Die M11 wird wohl eine neue Autobahn von Petersburg nach Moskau, aber sie ist noch nicht fertig. Auch die Kassenhäuschen fehlen noch, und so rollen wir auf der Toll-Road kostenlos ganz entspannt Richtung Moskau. Es ist kaum Verkehr und die Straße wird immer breiter: erst dreispurig, dann vierspurig und zum Schluß fünfspurig. Sie erspart uns nervige Ortsdurchfahrten durch zwei größere Städte vor Moskau. Sie endet schließlich wieder auf der M10, wo dichter Verkehr herrscht. Schließlich erreichen wir den Campingplatz Sokolniki, wo wir die nächsten Tage stehen werden.

Moskau – Campingplatz Sokolniki (N55 48 56.6 E37 40 34.5)

Von hier aus könnte man mit der Straßenbahn zur Metrostation Sokolniki fahren, doch wir entscheiden uns die 40 Minuten durch den Park zu laufen. Für die Besichtigung von Moskau nehmen wir uns zwei Tage Zeit. Am ersten Tag gehen wir zum Roten Platz und zum Kreml. Auf dem Roten Platz werden riesige Gerüste aufgebaut für die Feier zum 70-jährigen Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Erinnerung an dieses Ereignis wird in ganz Russland hochgehalten. Überall sieht man Schilder und viele Leute bzw. Fahrzeuge haben Errinerungsbändchen – kein Wunder bei 25 Millionen russischer Kriegsopfer. Selbst das Lenin-Mausoleum wird nicht verschont und wir konnten ihn leider nicht besuchen. Das Kreml-Gelände ist ziemlich groß. Wir holen uns Tickets für die Kreml-Kirchen und für die Besichtigung der Rüstkammer, die als die größte Schatzkammer der Welt gilt. Es ist schade, dass man in den Kirchen und in der Schatzkammer nicht fotografieren darf – es hätte sich gelohnt.

Moskau – auf dem Weg zum Roten Platz

Moskau – Roter Platz

Moskau – Lenin-Mausoleum auf dem Roten Platz

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Moskau – Basilius-Kathedrale am Roten Platz

Moskau – in der Basilius-Kathedrale

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Moskau – Blick von der Basilius-Kathedrale auf den Roten Platz

Moskau – Kaufhaus GUM

Moskau – Kaufhaus GUM

Moskau – Kreml

Moskau – Kathedralen im Kreml

Moskau – Zarenkanone im Kreml

Moskau – Kreml

Am zweiten Tag fahren wir mit der Metro zum „Neuen Jungfrauenkloster“. Von dort laufen wir an der Moskwa entlang zum Weißen Haus und dann durch die Arbat-Strasse. Im 19. Jhdt. standen hier die Villen der Adeligen. Heute ist es eine schöne Fußgängerzone, in der sich alt und neu mischen. Schließlich liegt die Erlöser-Kathedrale vor uns. Sie ist die größte Kirche Russlands. Es ist eine neue Kirche, die erst seit 1997 hier steht. Moskau ist eine große Stadt und so merken wir dann doch langsam unsere Füße. Wie gut, dass genau vor der Kathedrale eine Metrostation ist, die uns wieder zurück zu unserem Auto bringt.

Moskau – Neues Jungfrauenkloster

Moskau – Neues Jungfrauenkloster

Moskau – Weißes Haus

das moderne Moskau

Moskau – Arbat-Straße

Moskau – Erlöserkathedrale

Alles in allem ist Moskau eine schöne und saubere Stadt. Der Rote Platz wirkt viel kleiner als ich ihn mir vorgestellt hatte. In den vielen Fernsehbeiträgen mit den Militärparaden wirkt er viel größer. Auch das Lenin-Mausoleum ist klein verglichen mit dem Mao-Mausoleum in Peking und dem Ho Chi Minh-Mausoleum in Hanoi. Der Kreml mit seinen ganzen Kirchenbauten, seinen Verwaltungsgebäuden und den zwei Hubschrauberlandeplätzen (die nicht viel grösser sind als die Hubschrauberlandeplätze der Mainklinik in Ochsenfurt) wirkt so gar nicht wie das streng bewachte Zentrum einer Weltmacht. Kein Militär, nur ein paar Polizisten sind zu sehen die einen freundlich darauf hinweisen wenn man die für Touristen zugänglichen Wege verlässt. Die Menschen sind freundlich und fröhlich, und an den schönsten Plätzen sieht man viele Brautpaare bei Fototerminen.

Von Moskau aus wollen wir den Goldenen Ring erkunden. Unser erstes Ziel ist Sergijew Possad mit dem Dreifaltigkeits-Sergius-Kloster. Es gehört zu den größten Klosteranlagen in Russland und war schon immer ein wichtiges religiöses Zentrum. Die vielen Kirchen mit den golden glänzenden Kuppeln sind fein herausgeputzt und beeindrucken mit ihrer Schönheit und auch dem guten Zustand. Hier gefällt es uns sehr gut und der Besuch hat sich wirklich gelohnt.

Sergijew Possad – Dreifaltigkeits-Sergius-Kloster

Sergijew Possad – Dreifaltigkeits-Sergius-Kloster

Sergijew Possad – Dreifaltigkeits-Sergius-Kloster

Wir fahren weiter nach Pereslawl-Salesskij, einem kleinen Ort, der in unserem Reiseführer mit zwei Sternen ausgezeichnet ist. Doch das „altrussische Städtchen mit romantischen Zwiebeltürmen“ erweist sich als graues, schlammiges Nest. Wir können nichts romantisches entdecken. Wir drehen eine Runde durchs Dorf und beschließen ohne Auszusteigen weiter zu fahren. Unterwegs übernachten wir an einem LKW-Rastplatz irgendwo an der Magistralen. Hier gehen wir wieder lecker und günstig essen in der benachbarten Fernfahrerbude.

unser Übernachtungsplatz an der M8 (N56 57 19.8 E39 11 00)

Am nächsten Morgen ist es total nebelig. Wir fahren weiter und besuchen das Erlöser-Jakob-Kloster kurz vor dem Ort Rostow Welikij. Das Kloster soll schön an einem See liegen, doch von dem See sehen wir wegen des trüben Wetters nichts. Am Klostereingang werden wir freundlich von einem älteren Herrn begrüßt. Die Anlage ist schön, aber noch lange nicht in einem so guten Zustand wie Sergijew Possad. Die Umgebung des Klosters ist etwas trostlos. Alles ist matschig und der Weg zum See nicht zu begehen. Wir würden bis über die Knöchel einsinken.

Erlöser-Jakob-Kloster

Erlöser-Jakob-Kloster

Erlöser-Jakob-Kloster

Erlöser-Jakob-Kloster

Dann fahren wir weiter nach Rostow Welikij, das zu den Höhepunkten des Goldenen Rings zählen soll, da es hier viele Architekturdenkmäler geben soll. Es gibt es eine kleine Altstadt und einen Kreml zu besichtigen. Der Kreml ist groß und wir schauen uns auf dem Gelände um. Die meisten Türen sind geschlossen. Das Gelände ist ganz nett, aber da es noch so früh im Jahr ist, ist noch alles braun und wirkt ein wenig farblos. Wir sind nicht wirklich beeindruckt.

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Rostow Welikij – Kreml

Rostow Welikij – Eingang zum Kreml

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Rostow Welikij – Kreml

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Rostow Welikij – Kreml

Rostow Welikij – Kreml

Rostow Welikij – Kreml

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Rostow Welikij – Altstadt

Rostow Welikij – Altstadt

In Jaroslawl stellen wir unser Auto an einem Hotel am Stadtrand ab, die auch Camping anbieten. So müssen wir nicht mit dem Auto in die Stadt, sondern nehmen den Bus, der uns ins Zentrum bringt. Jaroslawl gehört mit zu den ältesten Städten Russlands und gehört mittlerweile zum UNESCO-Weltkulturerbe. Im Zentrum befindet sich das Christi-Verklärungs-Kloster, einer großen Klosteranlage aus dem 12. Jhdt., die gleichzeitig auch die Funktion einer Festung hatte. Hier merken wir dann auch deutlich, dass die Stadt eines der meistbesuchten Touristenziele in Russland ist, denn hier herrscht allgemeine Geschäftstüchtigkeit: am Kloster-Eingang müssen wir ein Ticket bezahlen, um überhaupt eintreten zu dürfen. Innerhalb der Anlage entdecken wir ein naturkundliches Museum, das wir uns anschauen wollen, aber hier wird ein weiteres Ticket verlangt. Nicht weit weg davon sehen wir einen armen Bären in einem Käfig. Um ihn zu besuchen muß wieder ein zusätzlicher Eintritt und obendrein eine Fotogebühr bezahlt werden. Das ist uns zu teuer und der bemitleidenswerte Bär hat auch nichts davon.

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Jaroslawl – unser Stellplatz am Hotel (N57 33 40 E39 53 55.75)

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Jaroslawl – Christi-Verklärungs-Kloster

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Jaroslawl – ein bedauernswerter Bär

So verlassen wir das Kloster und laufen zur Wolga. Glücklicherweise verzieht sich endlich der Nebel und die Sonne kommt raus. Von der erhöhten Uferpromenade genießen wir den Ausblick auf die Strelka, einem Landzipfel an der Mündung eines Flusses in die Wolga. In der Parkanlage der Strelka ist das Gras noch braun und ganz langsam kommen die ersten Krokusse raus. Wir wandern weiter die Wolga entlang und kommen zu den Anlegern für die Schiffe, wo die Vorbereitungen für die Saison noch im Gange sind, denn es riecht nach frischer Farbe. Mütterchen Wolga ist hier wirklich schon ein sehr grosser Fluss, deutlich breiter als der Rhein bei Köln. Wir werden die Wolga voraussichtlich am Ende ihres 3500 km langen Laufes am Kaspischen Meer noch einmal wiedersehen. Dann werden wir sehen, wie breit sie noch wird. Wir gehen zurück ins Zentrum, um die Prophet-Elias-Kirche zu besichtigen, die wegen ihrer Wandmalereien als schönste Kirche der Stadt beschrieben wird . Die Kirche glänzt schön in der Sonne, nur rein dürfen wir nicht. Sie wird erst ab 1. Mai geöffnet, wie zwei Damen am Tor mitteilen. Alles in allem war es ein schöner Tag. Das mag auch an der Sonne und den lang vermissten Temperaturen von über 20 Grad gelegen haben.

Jaroslawl – Wolga und Strelka

Jaroslawl

Jaroslawl

Jaroslawl

Jaroslawl

Jaroslawl – an der Wolga

Jarislawl – Prophet-Elias-Kirche

Unser nächstes Ziel ist Susdal, die „Hauptstadt“ des Goldenen Rings, die ebenfalls zum UNESCO-Welterbe zählt. Auf relativ kleiner Fläche drängeln sich hier die Sehenswürdigkeiten. Wir verlassen die Magistrale, die große Fernverkehrsstraße, und nehmen eine Nebenstrasse. Entlang der kleineren Straße sieht man ein bischen mehr vom ländlichen Russland. Wir passieren schön zurecht gemachte Dörfer, Dörfer in weniger schönem Zustand und auch ein vollständig verlassenes Dorf. Der Zustand der Straße ist recht unterschiedlich: von gut geteert bis total kaputt. Glücklicherweise sind die sehr schlechten Abschnitte doch eher selten.

auf dem Weg nach Susdal

das ländliche Russland

In Susdal gibt es einen tollen Campingplatz mit allem Komfort. Hier treffen wir auch wieder auf Peter und Brigitte. Da es ein schöner sonniger Tag ist machen wir uns gleich auf, um Susdal zu erkunden. Vom Campingplatz ist es nur ein kurzer Fußweg zu dem großen Erlöser-Euthymios-Kloster. Es ist von einer riesigen Mauer umgeben, so dass wir im ersten Moment geglaubt haben, vor dem Kreml zu stehen. Doch der Kreml von Susdal ist eine eher kleine Anlage im Stadtzentrum. Wir verbringen sehr viel Zeit in dem Kloster und besuchen jede Ausstellung. Es ist sehr interessant, denn wir erfahren, dass das Kloster während des Krieges Gefangenenlager war und später als Gulag genutzt wurde.
Da mittlerweile dunkle Wolken aufziehen, fällt die Besichtigung der restlichen Stadt etwas kurz aus. So kommen wir am anderen Tag mit mehr Zeit wieder. Susdal ist sehr schön und ganz bestimmt einen Besuch wert – sogar im Regen, wie wir feststellen mußten. Die Stadt scheint ein Zentrum des russischen Tourismus zu sein, wie die vielen Andenkenbuden vermuten lassen.

Camping Susdal (N56 25 51 E40 25 16.6)

Susdal – Erlöser-Euthymios-Kloster

Susdal – Erlöser-Euthymios-Kloster

Susdal – Erlöser-Euthymios-Kloster

Susdal – im Museum des Erlöser-Euthymios-Kloster

Susdal – im Museum des Erlöser-Euthymios-Kloster

der Kreml von Susdal

Und damit wir wissen, wie weit es bis nach Hause ist, haben die Stadtväter uns einen Wegweiser aufgestellt:

Wegweiser in Susdal

Doch wir fahren noch nicht nach Hause ….

Das war unsere bisherige Route:

Karte Russland Teil 1 - Helsinki-Susdal

 

 

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Prolog zur Reise 2015

Russland – Mongolei – Zentralasien

Nach langer Rast freuen wir uns unsere Reise im April 2015 endlich wieder fortsetzen zu können. Nachdem unsere 18-monatige Reise 2013/2014 sehr gut geklappt hat, trauen wir uns nun auch eine weitere Strecke zu. Vor uns liegen geschätzte 25.000 Kilometer. Das ist etwas mehr, als wir in den beiden vergangenen Jahren insgesamt gefahren sind. Die Route wird uns über acht Zeitzonen in östliche Richtung bis zum 8.000 km entfernten Baikalsee in Zentralsibirien führen. Da wir insgesamt nur ca. sieben Monate Zeit haben, können wir uns keine langen Ruhezeiten wie beim letzten mal gönnen. Diesesmal werden wir von den Jahreszeiten und der Gültigkeit der notwendigen Visa getrieben.

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Starten werden wir mit der Fähre von Travemünde nach Helsinki. So beginnen wir die Tour ausgeruht schon nahe der russischen Grenze. Von Helsinki geht es über St. Petersburg nach Moskau. Danach wollen wir den Umweg über den Russischen Goldenen Ring fahren, bevor es immer ostwärts Richtung Irkutsk weitergeht. Die Reise soll uns über Nishi Novgorod, Kasan, Yekaterinenburg, Omsk, Novosibirsk, Krasnojarsk nach Irkutsk und zum Baikalsee führen. Hier am östlichsten Punkt wenden wir uns nach Süden und fahren über Ulan Ude in die Mongolei nach Ulan Bataar. Von dort geht es quer durch die Mongolei immer weiter nach Westen in das russische Altai-Gebirge.

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Nun folgt der zentralasiatische Teil der Reise, der uns durch Kasachstan über Almaty und an der Nordseite des Tien-Shan Gebirges entlang nach Tashkent in Usbekistan führen soll. Ab hier folgen 2.000 km Usbekistan über Samarkand, Buchara, Chiva und durch die Wüste Kizilkum. Wieder in Kasachstan fahren wir über Atyrau am Kaspischen Meer weiter nach Astrachan in Russland. Hier wollen wir entlang der Wolga nach Wolgograd und dann weiter über Woronesch und Smolensk zurück in das Baltikum. Wenn wir noch genug Tage auf dem russischen Visa übrig haben, werden wir uns noch die Enklave Kaliningrad (Königsberg) anschauen bevor wir versuchen eine Fähre von Klaipeda zurück nach Deutschland zu bekommen.

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Vermutlich werden wir unseren Blog nicht so regelmässig mit neuen Berichten füllen können wie in der Vergangenheit, aber wir werden sehen was sich machen lässt. Vielleicht gelingt es uns in St. Petersburg eine russische SIM Karte für unseren MIFI-Router zu bekommen, um unabhängiger von evtl. WLAN zu sein.

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Teile der Strecke durch Usbekistan und Kirgistan kennen wir schon von einer früheren Gruppenreise. Wir freuen uns, mit mehr Zeit diese schönen Städte wir Samarkand, Buchara und Chiva wiederzusehen und Plov zu essen.

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Nun wünschen wir euch und uns einen schönen Sommer 2015 und hoffen, einige von euch im Winter 2015/2016 wiederzusehen. Und natürlich wollen wir uns auch für euer Interesse an unserem Blog bedanken. Wir waren überrascht wie oft er gelesen wurde. Also dann:

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Bleibt gesund und bis bald zum ersten Blogeintrag,

Brigitte + Bernhard

unsere Reiseroute

unsere Reiseroute

 

 

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Tschechien – 2014

Vranov nad Dyji – Jaromerice nad Rokytnou – Trebic – Telc – Jindrichuv Hradec – Trebon – Ceske Budejovice – Cesky Krumlov – Rabi – Velhartice – Kladruby – Frantiskovy Lazne – Cheb

Reisezeit: September 2014

Wie schon auf der Hinreise gönnen wir uns einige erholsame Tage am Neusiedlersee, bevor wir die letzte Etappe auf dem Weg Richtung Heimat angehen. Sie führt uns durch den südlichen Teil von Tschechien, den wir auf dem Hinweg ausgelassen haben. Da wir keine Mautbox gekauft haben müssen wir die mautpflichtigen Straßen vermeiden, was uns auch problemlos gelingt.

Unser erstes Ziel ist Vranov nad Dyji. Hier besuchen wir das Barockschloß, das auf einem Felsen hoch über dem kleinen Ort liegt. Wir schließen uns einer Führung an und bewundern die schönen Räume im Inneren. Die Führung ist nur in tschechischer Sprache, daher bekommen wir einen Erläuterungstext in deutsch. Eigentlich wollten wir auf dem Campingplatz am nahe gelegenen Vranov-See übernachten, doch darauf haben wir schließlich verzichtet, weil an diesem Tag 400 Jugendliche erwartet werden. Das war uns zu viel Trubel und so freuen wir uns, auf dem Parkplatz des Schlosses bleiben können.

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Vranov nad Dyji

2014-08-28-nr12-CZ-Vranov Nad Dyji-Schloss-Eingang

Vranov nad Dyji – Schloss

2014-08-28-nr33-CZ-Vranov Nad Dyji-Schloss-Gesellschaftszimmer

Vranov nad Dyji – Schloss

2014-08-28-nr56-CZ-Vranov Nad Dyji-Übernachtung auf Parkplatz

Vranov nad Dyji – Parkplatz (N48 53 51.9 E15 48 30.6)

In Jaromerice nad Rokytnou besuchen wir ein weiteres Barockschloss. Da es uns zu viel ist, jedes Schloss von innen anzuschauen, verzichten wir auf eine Besichtigung des Inneren und schauen uns stattdessen den Barockgarten an. Doch er gefällt uns nicht besonders und so halten wir uns nicht lange auf. Für unseren Geschmack gibt es zu wenige Blumen und zu viel Grün.

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Eingang ins Schloss von Jaromerice nad Rokytnou

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Gartenseite von Schloß Jaromerice nad Rokytnou

2014-08-29-nr15-CZ-Jaromerice nad Rokytnou-Schloss-Barockgarten

Jaromerice nad Rokytnou – Schloßgarten

Wir fahren weiter nach Trebic. Auf dem Weg ins Ortszentrum führt uns das Navi erst einmal in eine Falle, denn wir stehen plötzlich vor einer niedrigen Bahnunterführung, unter der wir nicht durchpassen. So müssen wir trotz Stau auf der Gegenfahrbahn wenden und uns einen anderen Weg suchen. Wir finden eine Straße, die die Bahn ebenerdig überquert und gelangen zu einem Parkplatz, wo wir unser Auto abstellen können. Von hier sind es nur ein paar Schritte bis zu den Sehenswürdigkeiten von Trebic, der Basilika und dem Jüdischen Viertel. Beide gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Die Basilika kann man nur mit einer Führung besichtigen, auf die wir aber nicht warten wollen. So laufen wir ins jüdische Viertel. Es ist recht klein und übersichtlich. Besonders gefallen hat mir das Innere der alten Synagoge, die sehr schön bemalt ist.

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Trebic – Basilika St. Prokop

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Trebic – Jüdisches Viertel

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Trebic – Jüdisches Viertel

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Trebic – Hintere Synagoge im Jüdischen Viertel

2014-08-29-nr45-CZ-Trebic-jüdisches Viertel-Hintere Synagoge-innen

Trebic – Hintere Synagoge

Wir fahren weiter in den Ort Telc. Das historische Stadtzentrum ist ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe. Um einen malerischen Marktplatz herum gruppieren sich wunderschön anzusehende alte Häuser. Hier gefällt es uns sehr gut und wir lassen uns viel Zeit in diesem tollen Ort. Auch das nahe dem Marktplatz gelegene Renaissance-Schloss steht auf der UNESCO-Welterbeliste. Wieder lassen wir die Besichtigung der Räume ausfallen und schauen uns nur die Innenhöfe an. Für uns ist Telc der Höhepunkt unserer Reise durch den Süden Tschechiens. Ein Besuch ist wirklich empfehlenswert.

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Telc – Marktplatz

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Telc – Marktplatz

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Telc – Blick über den Marktplatz Richtung Schloß

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Telc – Innenhof im Schloß

2014-08-29-nr100-CZ-Telc-Übernachten auf Parkplatz-Blick aus unserem Fenster

Telc – Parkplatz (N49 11 14 E15 26 54)

Danach geht die Reise weiter nach Jindrichuv Hradec, wo uns das drittgrößte Burg- und Schloßareal Tschechiens und eine nette kleine Altstadt erwarten. In unserem Reiseführer ist ein schönes Foto des Schlosses, das offensichtlich geschickt fotografiert wurde, denn in der Realität ist das Schloss ringsum von Häusern umgeben und die schöne Perspektive des Fotos haben wir nicht gefunden. Wieder schauen wir uns nur die Innenhöfe des Schlosses an. Anschließend laufen wir noch durch die kleine Altstadt, die ganz nett ist.

2014-08-30-nr05-CZ-Jindrichuv Hradec-Platz Namesti Miru und Mariensäule

Jindrichuv Hradec – Platz Namesti Miru mit Mariensäule

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Jindrichuv Hradec – Schloß

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Jindrichuv Hradec – Schloß – Innenhof

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Jindrichuv Hradec – Innenhof

Unser nächstes Ziel ist der Ort Trebon mit seinem mittelalterlichen Zentrum. Der altstadtnahe Parkplatz ist ziemlich voll, aber wir haben Glück und bekommen noch ein Plätzchen. Sogar übernachten dürfen wir hier. Der Marktplatz von Trebon ist fast ebenso schön wie der von Telc, aber deutlich kleiner. Auch hier gibt es wieder ein Renaissance-Schloss mit einem schönen Innenhof und einem großen Schlosspark. Wir machen einen ausgedehnten Spaziergang durch den Ort und die Umgebung. Trebon liegt inmitten einer Landschaft mit Teichen, die zur Fischzucht genutzt werden. Einer der Teiche reicht bis an die Stadt heran. An seinem Ufer ist ein schöner Spazierweg angelegt.

2014-08-30-nr26-CZ-Trebon-Platz Masaryk, ehemaliges Rathaus und Mariensäule

Trebon – Platz Masaryk

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Trebon – Platz Masaryk mit Rathaus

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Trebon- Schloß

2014-08-30-nr45-CZ-Trebon-Teichlandschaft

Trebon – Teichlandschaft

2014-08-30-nr54-CZ-Trebon-Parkplatz zum Übernachten

Trebon – Parkplatz (N49 00 13.0 E14 46 25.8)

Nach einer ruhigen und ungestörten Nacht fahren wir weiter nach Ceske Budejovice (Budweis), dessen Namen durch sein Bier weltbekannt ist. Auf einem schönen, ziemlich modernen Campingplatz verbringen wir die nächsten Tage. Den schönen Swimming Pool können wir bedauerlicherweise nicht nutzen, denn das Wetter ist ziemlich bescheiden und es regnet sehr viel. Der Platz hat sich in eine Seenlandschaft verwandelt. Das bekommt auch ein Camper mit einem alten Ducato-Wohnmobil zu spüren, der sich in der aufgeweichten Wiese festfährt und nicht mehr rauskommt. Seine Versuche, sich mit durchdrehenden Reifen zu befreien, machen alles nur noch schlimmer. So holt Bernhard unsere beiden kurzen Sandbleche, die damit zum ersten Mal zum Einsatz kommen. Da das Loch schon recht tief ist müssen noch ein paar Männer mit anschieben, bis die Reifen auf dem Sandblech greifen und das Wohnmobil von der Wiese kommt.

Irgendwann nutzen wir eine der kurzen Regenpausen um uns die Altstadt von Budweis anzuschauen. Der große Marktplatz und die Altstadtgassen sind ganz nett, können uns jedoch nicht allzu sehr begeistern. Das mag auch an dem dunklen Himmel liegen, denn bei Sonnenschein wäre es sicherlich schöner.

2014-09-02-nr03-CZ-Ceske Budejovice-Hauptplatz mit Schwarzem Turm und St Nikolaus Kathedrale

Budweis – Marktplatz

2014-09-02-nr05-CZ-Ceske Budejovice-Hauptplatz mit Rathaus und Samson Brunnen

Budweis – Marktplatz

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Altstadtgasse in Budweis

2014-09-02-nr38-CZ-Ceske Budejovice-Camping Motel Dlouha louka

Budweis – Camping Motel Dlouha louka (N48 57 58 E14 27 36)

Nach einigen Tagen verlassen wir Budweis und fahren weiter nach Cesky Krumlov. Das kleine Städtchen ist ebenfalls ein UNESCO-Welterbe und ein touristisches Schwergewicht. Das merken wir schon bei den Parkplatzpreisen. So beschließen wir, uns den Ort nur kurz anzuschauen und dann weiter zu fahren. In den Gassen der malerischen Altstadt sind viele Menschen unterwegs. Der Reiseführer hat nicht übertrieben mit seinem Hinweis, dass der Ort völlig überlaufen sei. Wir spazieren durch die kleine Altstadt am Ufer der Moldau und gehen zum Schloss, dem zweitgrößten in Tschechien. Hier gibt es ein komplett erhaltenes barockes Theater, das ich gerne gesehen hätte. Doch daraus wird nichts, da mir der Eintritt zu teuer ist.

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Cesky Krumlov – Mantelbrücke

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Cesky Krumlov – Schloß

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Cesky Krumlov – Schloß – Innenhof

2014-09-04-nr45-CZ-Cesky Krumlov- Altstadt-Platz der Eintracht mit Mariensäule

Cesky Krumlov – Altstadtplatz

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Cesky Krumlov – Altstadt

2014-09-04-nr64-CZ-Cesky Krumlov- Blick vom Schloss auf Ort

Cesky Krumlov

Wir fahren weiter zur Burgruine von Rabi, den Resten einer gotischen Burg aus dem 14. Jhdt. Die Burg ist recht groß und sehr schön anzuschauen. Obwohl sie eine der meistbesuchten Burgen Tschechiens sein soll ist nicht viel los. Wir haben Glück und müssen nicht lange auf die nächste Führung warten. Auch das Burginnere ist sehr schön und wir sind froh, dass wir hierhin gekommen sind.

2014-09-05-nr03-CZ-Cerna v Posumavi-Camping Villa Bohemia-Lipno Stausee

Abendstimmung am Lipno-Stausee

2014-09-06-nr02-CZ-Burg Rabi

Burg Rabi

2014-09-06-nr56-CZ-Burg Rabi-außen

Burg Rabi

2014-09-06-nr08-CZ-Burg Rabi-erster Hof

Burg Rabi – Burghof

2014-09-06-nr23-CZ-Burg Rabi-zweiter Hof-Blick zum ersten Hof

Burg Rabi – Innenhof

2014-09-06-nr37-CZ-Burg Rabi-Blick vom Wohnturm

Burg Rabi – Blick vom Turm

2014-09-06-nr62-CZ-Burg Rabi-Übernachtung auf Dorfplatz

Parkplatz im Dorf Rabi (N49 16 51 E13 37 11)

Da wir noch nicht genug Burgen gesehen haben fahren wir auch noch zur Burg Velhartice, die ebenfalls aus dem 14. Jhdt. stammt. Wir sind so früh am Morgen hier, das das Burgtor noch geschlossen ist. Wir müssen ein wenig warten, bis es öffnet. Da wir nicht auf die erste Führung warten wollen verzichten wir auf eine Besichtigung des Inneren und laufen nur durch den Burghof. Doch auch der ist sehr schön und die Burg ist wirklich sehenswert.

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Burg Velhartice

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Burg Velhartice – Eingang

2014-09-07-nr09-CZ-Burg Velhartice

Burg Velhartice

Unser letztes Ziel in Tschechien ist der kleine böhmische Badeort Frantiskovy Lazne (Franzensbad). Auf dem Weg dorthin passieren wir Kladruby, wo es ein Kloster mit einer großen Kirche gibt. Wir sind total überrascht, als wir davor stehen. Waren bisher alle besichtigten Anlagen in einem schönen Zustand so ist dieses Mal alles anders: Kloster und Kirche scheinen leer zu stehen und benötigen dringend eine gründliche Renovierung – ein trauriger Anblick.

2014-09-07-nr21-CZ-Kloster Kladruby

Kloster Kladruby

In Franzensbad finden wir einen schönen Campingplatz am See Amerika, wo wir einige Tage bleiben. Im Vergleich zu den benachbarten Badeorten Karlsbad und Marienbad gefällt uns Franzensbad am besten. Der Ort ist klein und ruhig, hat aber ein schönes großes Thermalbad und ausgedehnte gepflegte Grünanlagen.

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Franzensbad – Kurzentrum

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Franzensbad – Kurzentrum

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Franzensbad – Camping Amerika (N50 06 38 E12 20 08)

Von Franzensbad machen wir einen Ausflug mit ÖPNV ins benachbarte Cheb, das nur wenige Minuten entfernt liegt. Der Ort nahe der deutschen Grenze ist eher bekannt für seinen Asiamarkt als für seine Altstadt. Doch die Altstadt ist sehenswert, denn der Marktplatz mit seinen bunten Häusern und die mächtige Burg sind sehr schön und gefallen uns. Wir haben Glück und die Sonne kommt raus, so dass die Farben noch besser zur Geltung kommen. Am Fuß der Burg entdecken wir eine kleine ansprechende Gartenausstellung. Die mächtigen Burgmauern bilden einen imposanten Hintergrund dazu.

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Cheb – Marktplatz

2014-09-09-nr103-CZ-Cheb-Marktplatz mit Stöckl (li) und Gablerhaus (re)

Cheb – Marktplatz

2014-09-09-nr06-CZ-Cheb-Marktplatz mit Stöckl (mi)

Cheb – Marktplatz

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Cheb – Altstadt

2014-09-09-nr36-CZ-Cheb-Gartenausstellung und Burg

Cheb – Garten am Fuß der Burgmauer

2014-09-09-nr63-CZ-Cheb-Burg-Burghof und Schwarzer Turm

Cheb – Burghof

Hier in Franzensbad endet unser Reisejahr 2014, denn nun ist es nicht mehr weit bis nach Hause. Unser MAN hat uns so viele Monate problemlos überall hingefahren, dass er sich die Pause in den nächsten Monaten verdient hat. Ich bedanke mich bei allen, die unseren Blog bisher verfolgt haben und verabschiede mich bis zum nächsten Jahr.

Das war unsere Reiseroute durch den Süden Tschechiens:

Karte Tschechien 2014
Insgesamt sind wir ca. 630 km gefahren

Kategorien: Reiseberichte | 2 Kommentare

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