Russland – Teil 4

Olchon – Krasnojarsk – Altai

Juni 2015

Vor uns liegt mal wieder die Überquerung einer Grenze, denn wir wollen von der Mongolei zurück nach Russland. Da die Grenze erst am Morgen öffnet stehen wir schon früh um 08:30 mongolischer Zeit vor dem Grenztor. Wir fahren an der Schlange von LKWs vorbei und reihen uns als zweites Fahrzeug hinter einem Bus ein. Wir sind überrascht als sich schon nach wenigen Minuten das Tor öffnet und wir in die Abfertigung einfahren dürfen. Doch vorher werden wir noch einmal zur Kasse gebeten und müssen 10.000 Turik (etwa 8,30 Euro) bezahlen. Wir bekommen sogar eine Quittung, wundern uns aber doch sehr über diese Gebühr. Hinter dem Tor müssen wir mit den Pässen zu einem Schalter, wo wir eine Zolldeklaration ausfüllen müssen, die aber hinterher niemanden interessiert. Zusätzlich bekommen wir einen Laufzettel. Nun geht es weiter in den Zollhof, wo wir dieselben Stationen durchlaufen müssen wie bei der Einreise: Ausweiskontrolle, Fahrzeugkontrolle inkl. Einbehalten des Zollpapiers für das Fahrzeug, und dann noch einen Stempel beim Kollegen am nächsten Schalter. Zurück am Auto erfolgt eine oberflächliche Kontrolle, wo wir den letzten Stempel auf unseren Laufzettel bekommen. Dann müssen wir nur noch den Laufzettel abgeben und sind aus der Mongolei ausgereist. Alles war wieder sehr freundlich und korrekt.

Nun kommen wir zur russischen Seite. Wir stellen uns in der PKW-Schlange an. Zuerst müssen wir wieder die kleinen weißen Zettelchen ausfüllen. Dann gehen wir mit den Zetteln und den Pässen zum ersten Schalter. Wie schon bei der Einreise drängeln sich von rechts und links die Mongolen an uns vorbei. Bernhard schimpft ein paarmal, aber gegen deren Kampfgewicht kommt er nicht an. Der russische Zöllner sorgt dann für Ordnung und leitet uns zu einem zweiten Schalter, wo wir sofort bedient werden. Derselbe freundliche Beamte gibt mir anschließend zwei neue Formulare für die Zollerklärung fürs Fahrzeug, die ich dann in seinem Büro ausfüllen darf. Nur gut, dass ich die alte Version dabei habe von der ich abschreiben kann, denn das neue Formular ist nur auf russisch. Mit den fertig ausgefüllten Papieren müssen wir so lange warten, bis sich die Fahrzeug-Schlange nach vorne bewegt hat und wir an der Reihe sind. Nun kommen die Beamten zum Kontrollieren des Fahrzeugs. Vor Betreten des Koffers ziehe ich meine Schuhe aus, so dass sich die Beamten nicht reintrauen. Von der Leiter aus schauen sie zu und ich muß alle Türen öffnen, um zu zeigen, was dahinter ist. Viel gesehen können sie nicht haben.

Wir fahren weiter. Es geht dieselbe Strecke zurück, die wir gekommen sind. Nur diesesmal umfahren wir die Orte Kjachta und Ulan-Ude. Mittlerweile ist es sehr warm geworden. Das Thermometer zeigt mehr als 30 Grad. Am Baikalsee angekommen stellen wir fest, dass es einen regelrechten Temperatursturz gegeben hat. Nun sind es nur noch um die zwanzig Grad. Ganz offensichtlich kühlen die Wassermassen des Baikals die Luft hier ab. Uns ist es recht. Unser Übernachtungsziel heute ist der Parkplatz von Nationalpark in Tankoy, den wir schon von der Hinfahrt kennen.

Am nächsten Tag fahren wir die uns bereits bekannte Strasse nach Irkutsk. Da, wo auf der Hinfahrt Baustellen eingerichtet wurden ist entweder bereits neu asphaltiert oder es wird dran gearbeitet. Wir sind erstaunt, wie fleißig und schnell die Strassenarbeiten voran geschritten sind. Auch die Natur hat einen grossen Satz gemacht. Überall ist es grün und der Löwenzahn blüht. Außerdem scheint die Sonne, was die Landschaft auch freundlicher aussehen läßt. Nur über dem See ist es diesig.

am Südufer des Baikal

am Südufer des Baikal

Da wir auf der Hinfahrt die Insel Olchon im Baikalsee ausgelassen haben, wollen wir dies nun nachholen. Die Strasse Richtung Olchon ist überwiegend in einem guten bis sehr gutem Zustand, ausgenommen ein elf Kilometer langes Teilstück kurz vor dem Fähranleger nach Olchon. Hier müssen wir uns über eine Schotterpiste quälen. Irgendwann stehen wir dann am Hafen nach Olchon. Vor uns warten noch andere Fahrzeuge auf das nächste Schiff. In der Ferne sehen wir, wie das kleine Fährschiff von der Gegenseite auf uns zukommt. Die Überfahrt dauert nicht lange und ich schaue beim Anlegen zu. Die Autos auf dem Schiff müssen rückwärts rausfahren. Das ist nicht immer einfach, da die Rampe einen steilen Knick hat.

Baikalsee – Fähre zur Insel Olchon

Wir haben Glück und die Fähre nimmt uns gleich mit, so dass wir nicht lange warten mußten. Die Überfahrt dauert nur 15 Minuten. Auf der anderen Seite angekommen müssen wieder alle Autos rückwärts raus. Dann stehen wir auf der Hauptstrasse von Olchon.

Baikalsee – Auffahrt auf die Fähre

Baikalsee – auf der Fähre zur Insel Olchon

Baikalsee – Fähranleger auf Olchon

Auf Olchon gibt es keine asphaltierten Strassen. Es sind Schotter- oder Sandpisten, die Hauptpiste ist meist übles Wellblech. So ist die Fahrt in den Hauptort Chuzir teilweise unangenehm, wenn man auf der Hauptpiste mit dem Wellblech bleibt.

Am Ortseingang von Chuzir winken uns junge Leute zu, die Hilfe brauchen. Sie haben ihren PKW neben der Piste total im Sand festgefahren. Bernhard holt Spaten und Schaufel raus und hilft beim Ausbuddeln. Nach einiger Zeit kommt noch ein Geländewagen und mit vereinten Kräften kommt der PKW wieder frei. Es war aber auch nicht sehr clever mit einem so tief liegendem Auto in den Tiefsand zu fahren.

Der Hauptort Chuzir selbst ist nicht interessant, denn er ist eine Ansammlung von kleinen Holzhütten. Doch hier befindet sich der berühmte Schamanenfelsen, eine der Sehenswürdigkeiten von Olchon. Wir übernachten oberhalb des Schamanenfelsens mit schönem Blick auf den Felsen und den See.

Baikalsee – Insel Olchon

Insel Olchon – Chuzir

Insel Olchon – Hauptstrasse in Chuzir

Schamanenfelsen auf der Insel Olchon

Schamanenfelsen auf der Insel Olchon

am Schamanenfelsen auf der Insel Olchon

Sonnenuntergang am Schamanenfelsen auf der Insel Olchon

2015-06-18-nr81-RUS-Baikalsee-Insel Olchon-Schamanenfelsen-unser Stellplatz

Baikalsee – Insel Olchon – unser Stellplatz oberhalb des Schamanenfelsens (N53 12 03.5 E107 20 37.5)

Am nächsten Tag fahren wir noch ein paar Kilometer die Küste entlang, bis wir einen schönen Stellplatz finden, wo wir ein bischen bleiben. Wir genießen die Ruhe und die Aussicht auf den Baikal-See.

Insel Olchon – unser Panoramaplatz (N53 13 27.7 E107 24 13.3)

Insel Olchon – Blick auf den Baikalsee

Insel Olchon – Blick auf den Baikalsee

Insel Olchon – Blick auf den Baikalsee

Irgendwann wird es Zeit, Olchon zu verlassen und wir fahren zurück zur Fähre. Diesmal bemüht sich Bernhard abseits der Wellblechpiste auf den Erdpisten zu fahren. Das klappt besser.

Insel Olchon – Sandpiste zwischen unserem Panoramaplatz und Chuzir

Hauptstrasse auf Olchon

Unsere Wartezeit vor der Fähre ist noch kürzer als bei der Hinfahrt, denn das Schiff wird gerade beladen und wir können praktisch ohne Anzuhalten drauffahren. Auf der anderen Seite abgekommen fahren wir wieder dieselbe Strecke zurück bis kurz vor Irkutsk. Unterwegs müssen wir leider wieder Rauchsäulen von Waldbränden sehen – sehr betrüblich. Vor Irkutsk biegen wir ab Richtung Westen. Es wird immer später und gleichzeitig wird der Himmel immer dunkler, da dicke schwarze Regenwolken aufziehen. So müssen wir irgendwann die Scheinwerfer einschalten. Da beginnt unser Auto sich plötzlich komisch zu verhalten: die Lampe vom Flammstart-Modul flackert und die Zeiger im Instrumentenbrett spielen verrückt – sie tanzen auf und ab. Weder das Ausschalten der Scheinwerfer noch ein Neustart des Motors können das Problem dauerhaft beheben. Die flackernden Anzeigen sind schon sehr irritierend.

ein letzter Blick auf den Baikalsee

Denkmal

Waldbrand

unser Übernachtungsplatz bei Tulyushka (N54 27 06.2 E101 10 59.7)

Leider hat sich das Problem am nächsten Tag nicht von alleine behoben, so dass Bernhard am Vormittag das Flammstart-Modul ausbaut. Nun flackert wenigstens die gelbe Leuchte nicht immer auf und das Relais hört auf zu flattern, doch die Zeiger tanzen weiter. Nach ein bisschen Beobachten und Nachdenken kam Bernhard zu dem Schluss, dass es mit dem Advanced Lichtmaschinen-Regler zu tun haben könnte, der den Orginal-Lichtmaschinen-Regler manipuliert und damit zu Spannungsschwankungen im Bordnetz führt. Immerhin ist das erstmal eine Erklärung und das Auto ist ja auch weiter fahrbereit. Nur auf die Anzeigen von Motortemperatur, Öldruck und Tankanzeige ist zeitweilig halt kein Verlass. Natürlich haben wir keinen A2B-Wandler als Ersatzteil dabei. Mal schauen, wie lange er durchhält, aber laut Handbuch soll er im Totalausfall immer noch als Trenndiode funktionieren.

Irgendwann erreichen wir Krasnojarsk. Wir lassen die Stadt rechts liegen und fahren zu dem Freizeit-Zentrum am Stolby-Nationalpark. Dieses Mal haben wir mehr Glück, denn die Seilbahn fährt und das Schwimmbad hat geöffnet. Wir nutzen das schöne Wetter und fahren mit der Seilbahn hinauf auf den Aussichtsberg. Hier können wir sowohl auf Krasnojarsk schauen als auch in den Nationalpark Stolby. Wir sehen einige der Granittürme, für die der Park bekannt ist. Von hier oben könnte man sicherlich noch weiter in den Park wandern, doch wir entscheiden uns dagegen. Stattdessen erfreuen wir uns an der wunderschönen Blumenpracht. Besonders die wilden Lilien haben es mir angetan. So etwas habe ich bisher noch nicht gesehen.

auf dem Weg nach Krasnojarsk

auf dem Weg nach Krasnojarsk

Nationalpark Stolby – Seilbahn zum Aussichtsgipfel

Blick auf Krasnojarsk

Nationalpark Stolby – der Gipfel Tokmak

Nationalpark Stolby

Nationalpark Stolby

Nationalpark Stolby – wilde Lilien

Nationalpark Stolby – Lilien

Nationalpark Stolby – rote Lilie

Nationalpark Stolby – noch mehr Lilien

Nationalpark Stolby – Schmetterling

Am Nachmittag gehen wir ins Schwimmbad. Das Wasser ist angenehm und es ist überraschend leer. So habe ich viel Platz, um meine Runden zu drehen. Leider dürfen wir auf dem Parkplatz des Freizeitzentrums nicht übernachten, so dass wir am Abend umziehen müssen zum Zentralstadion in Krasnojarsk.

Schwimmbad im Freizeit-Zentrum am Stolby-Nationalpark

Krasnojarsk – unser Stellplatz am Zentralstadion (N55 59 59.0 E92 53 05.5)

Am nächsten Morgen verlassen wir Krasnojarsk und fahren weiter Richtung Westen. Hinter Mariinsk suchen wir einen Übernachtungsplatz  und landen auf einem unbefestigten Platz neben einem Café. Der Platz ist ein bischen zurückgesetzt von der Strasse. Wir gehen im Café essen und sind wieder einmal positiv überrascht. Das Essen ist reichlich, lecker und günstig. Am frühen Abend kommt plötzlich eine größere Gruppe mit Geländefahrzeugen und einem Unimog auf den Platz. Es ist eine deutsche Gruppe, die auf dem Weg in die Mongolei ist. Bernhard kennt ein Mitglied der Gruppe aus dem Allrad-Forum. Die Gruppe ist sehr schnell unterwegs, da sie für die ganze Tour nur 2 ½ Monate Zeit hat. Am Abend wird es plötzlich schwarz und dunkel wie in der Nacht. Genau über uns ist ein Gewitter und es kracht gewaltig. Dann regnet es sehr heftig. Doch der ganze Spuk dauert nicht lange. Dann wird es wieder hell. Nur der Platz ist jetzt eine Schlammwüste.

unser Übernachtungsplatz bei Nikolaevka (N55 53 28.3 E87 15 41.6)

Wir fahren weiter. Vor Kemerovo biegen wir von der M53 ab. Zuerst geht es über eine wunderbare, vierspurige Autobahn, sogar mit Mittelleitplanken. Selbst die Landschaft entlang der Autobahn sieht aus wie zuhause. Am Ende der Autobahn geht es weiter über eine breite Landstrasse, bis wir schließlich den vielen Verkehr hinter uns lassen und auf den Altai-Kuzbass-Highway abbiegen. Auch er ist zweispurig und asphaltiert, aber mit Bodenwellen. Trotzdem kommen wir zügig voran. Unterwegs werden wir irgendwo wieder von einem Polizeiposten angehalten. Wir wissen nicht warum. Bernhard muß die Papiere vorzeigen, dann dürfen wir weiterfahren. Die ganze Angelegenheit hat nur Minuten gedauert.

am Altai Kuzbass Highway

An einem Cafe halten wir an, um lecker essen zu gehen und hoffentlich ruhig zu übernachten. Doch je später es wird, desto mehr Gäste kommen. In der Nacht herrscht ein ständiges Kommen und gehen und es vergehen keine zehn Minuten, ohne dass nicht irgendwo ein Motor läuft. So bekommen wir nicht allzu viel Schlaf ab.

am Altai Kuzbass Highway – unser Übernachtungsplatz bei Kotskurovka (N54 21 22.2 E85 37 17.2)

Am nächsten Morgen sind wir schon früh unterwegs. Vom Altai-Kuzbass-Highway biegen wir ab in Richtung Altai-Gebirge. Das Altai-Gebirge liegt zwischen der sibirischen Tiefebene und dem zentralasiatischen Hochland. Es ist landschaftlich sehr vielseitig und umfasst Mittelgebirgs- und Hochgebirgszonen. Wir wollen dem Cujsker Trakt folgen, der in nord-südlicher Richtung bis zur Westgrenze der Mongolei führt. Unser Ziel ist der Ort Kosh-Agach.

Vor Barnaul kommen wir auf die M52, die gut ausgebaut und teilweise ganz neu asphaltiert ist. Eines der Asphalt-Steinchen fliegt uns auf die Windschutzscheibe und hinterläßt ein häßliches Loch, von dem sich ein Riss weiter die Scheibe hocharbeitet – Pech gehabt, aber ohne Blessuren geht so eine Tour ja nie ab. Wenn nichts schlimmeres passiert wollen wir uns nicht beklagen.

am Altai Kuzbass Highway

Dorf

Hinter Biysk beginnt der Cujsker Trakt. Die Strasse führt ein Stück parallel zum Fluß Katun, wo wir uns einen Platz am Ufer suchen. Da der Weg runter ans Ufer zu ausgewaschen ist für unser schweres Auto bleiben wir auf einer erhöhten Stelle mit weitem Blick über den Fluß stehen. Wir entdecken, dass der Fluß Katun sehr viele Sedimente mitführt, so das das Wasser schlammig ist. Alle Hoffnungen auf frisches Wasser oder ein Bad im Fluß werden damit zunichte gemacht. Aber dafür gibt es mal wieder Internet.

unser Platz am Fluß Katun (N52 25 30.6 E85 38 59.7)

der Fluß Katun

Wir fahren weiter. Es dauert noch eine Weile, ehe die ersten Berge zu sehen sind. Die Strasse ist extrem gut ausgebaut, teilweise 4-spurig. Es kommt mir vor wie eine Autobahn in die Berge. Bevor es richtig in die Berge geht werden wir heute schon wieder an einem Kontrollposten von der Polizei angehalten. Es werden alle Papiere kontrolliert, dann dürfen wir weiterfahren. Der junge Beamte wollte sich wohl auch nur etwas zerstreuen.

Fluß Katun

Wir kommen in eine schöne Mittelgebirgslandschaft. Die Berge sind bewaldet und auch nicht allzu hoch. Wir passieren ein Dorf, wo wir an einem kleinen Miniwasserfall unseren Wasservorrat auffüllen können. Die höchste Stelle heute ist der ca. 1.700 m hohe Seminskij- Pass. Nicht weit davon entfernt passieren wir einen zweiten Pass, der mit 1.297 m niedriger ist. Hier gibt es einen Aussichtspunkt, von dem wir uns die Umgebung anschauen.

im Altai

her gibt es frisches Wasser (N51 07 01.4 E85 35 51.2)

im Altai

im Altai

Blick vom Pass Tsike Taman (1295 m)

Blick vom Pass Tsike Taman (1295 m)

Hinter dem zweiten Pass verändert sich die Landschaft. Die Strasse führt durch ein breites Tal, in das sich der Fluß Katun tief eingeschnitten hat. Hier ist es total karg, fast wüstenähnlich. Doch irgendwann kommt wieder ein kleines Wäldchen. Wir entdecken einen Picknickpatz an einem Zufluß zum Katun. Es ist sehr schön hier. Das Wasser des niedrigen Baches ist klar und nicht sehr kalt. So kommen wir endlich zu unserem erfrischenden Bad. Wir sitzen noch lange draußen in der Sonne, denn hier läßt es sich aushalten – es gibt keine Mücken! Am Abend kommt die Besitzerin, um für die Benutzung des Platzes zu kassieren – teure 500 Rubel. Das war wohl ein Ausländertarif. Am Abend wurden wir noch von unseren Nachbarn Vasili, Dimitri und Marina zum Abendessen eingeladen. Es gab aus dem Fluss geangelten Fisch mit Käse, Wurst und Brot.

im Altai

Altai – Fluß Katun

Altai – Fluß Katun

unser Stellplatz am Fluß Yaloman (N50 31 15.7 E86 33 45.7)

Altai – Fluß Yaloman

unser Nachbar

Dann fahren wir weiter, denn wir wollen bis Kosh-Agach. Auf dem Weg hierhin wechselt die Landschaft ein paar Mal. Es ist karg, dann wieder bewaldet. Kurz vor unserem Ziel tauchen dann noch die ersehnten Schneeberge rechts der Strasse auf. Es sind die höchsten Gipfel des Altai, aber um dorthin zu kommen müsste man eine mehrtägige Wanderung unternehmen. Kurz vor Kosh Agach zieht sich der Himmel zu und die Berge verschwinden in den Wolken. Es dauert nicht mehr lange, dann regnet es.

Altai – Fluß Katun

Altai – Fluß Katun

Altai

Altai – Fluß Katun

ein Denkmal

es ist immer eine Freude die freilebenden Tiere zu sehen

endlich sehen wir die höchsten Gipfel des Altai

Altai

Altai

Kosh Agach

unser Stellplatz am Krankenhaus von Kosh Agach (N50 00 57.8 E88 40 09.9)

Am nächsten Morgen scheint wieder die Sonne. Für uns ist Kosh Agach der Wendepunkt unserer Reise durch das Altai-Gebirge. Nun fahren wir dieselbe Strecke wieder zurück. Unterwegs haben wir noch sehr schöne Blicke auf die Berge. Wir stoppen wieder an dem Bach, wo es uns so gut gefallen hat. Doch dieses mal sind wir schlauer und stellen uns nur wenige Meter weiter weg, dorthin, wo der Stellplatz am Fluß kostenlos ist. Hier verbringen wir zwei Tage und können bei schönem Wetter endlich einmal die Wäsche waschen. Auch gönnen wir uns mal wieder ein Vollbad im etwas frischen Gebirgsbach.

Altai – zwischen Kosh Agach und Chibit

Altai – zwischen Kosh Agach und Chibit

Altai – zwischen Kosh Agach und Chibit

Altai – zwischen Kosh Agach und Chibit, Fluß Katun

Altai – zwischen Kosh Agach und Chibit

Altai – zwischen Kosh Agach und Chibit

Altai – zwischen Kosh Agach und Chibit

Altai – zwischen Kosh Agach und Chibit

Altai – zwischen Kosh Agach und Chibit

Altai – zwischen Chibit und Fluß Yaloman

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unser neuer Platz am Fluß Yaloman (N50 31 15.5 E86 33 49.4)

nur ein paar Meter weiter mündet der Yaloman in den Katun

deutlich ist der Farbunterschied im Wasser zu sehen

unser Nachbar ist auch noch da

ausgiebige Körperpflege

offensichtlich hat der Yaloman Trinkwasserqualität

Dann fahren wir weiter. Zuerst geht es wieder über die beiden Pässe, die wir schon von der Hinfahrt kennen. An dem Rastplatz mit der Wasserquelle legen wir eine Pause ein. Der Ort gefällt auch den Schmetterlingen, denn hier tummeln sich sehr viele der wunderschönen Flieger. Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hinschauen soll. Doch irgendwann müssen wir weiter. Unser Weg führt uns zum See Manzherok, der in einem Buch als ganz nett beschrieben wurde. Doch uns gefällt es hier nicht. Der See liegt hinter Bäumen verborgen. Zusätzlich ist hier sehr viel Trubel, denn an seinem Ufer steht Zelt an Zelt. Offensichtlich ist er bei den Urlaubern hier sehr beliebt. So fahren wir weiter, bis wir einen halbwegs akzeptablen Platz am Flußufer finden.

Altai – Fluß Katun

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Altai – zwischen den Pässen Tsike Taman und Seminskij

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Altai – zwischen Seminskij-Pass und Manzherok

Altai – die vielen Schmetterlinge sind eine Pracht

2015-07-01-nr80-RUS-Altai-M52-zwischen Seminsky Pass und Manzherok-Schmetterlinge

2015-07-01-nr93-RUS-Altai-M52-zwischen Seminsky Pass und Manzherok-Schmetterlinge

2015-07-01-nr100-RUS-Altai-M52-zwischen Seminsky Pass und Manzherok-Schmetterlinge-neu

unser Übernachtungsplatz am Katun bei Manzherok (N51 51 09.2 E85 44 27.4)

Da wir noch Zeit haben, bis unser Visum die Einreise nach Kasachstan erlaubt, fahren wir weiter zu der bereits bekannten Wiese am Katun, wo wir erholsame Tage verbringen. Leider spielt das Wetter nicht so ganz mit, denn nach einigen heißen Tagen mit über 30 Grad kommen nun zunehmend Gewitter, so dass es immer wieder regnet. Wir erleben sogar einen kurzen aber sehr heftigen Hagelschauer. Trotzdem läßt sich auch immer wieder die Sonne sehen. Über uns kreisen zeitweise zwei Raubvögel. Es macht viel Freude, den eleganten Fliegern zuzuschauen.

Altai – unser Stellplatz am Fluß Katun (N52 25 29 E85 39 02.4)

auch ein Vogel braucht eine Pause

eleganter Flieger

Irgendwann wird es Zeit weiter zu fahren. Unsere Route führt uns zurück bis Biysk. Dann biegen wir ab Richtung Süden. Wir wollen sozusagen querfeldein nach Kurja, um von dort weiter Richtung Grenze zu fahren. In der Karte sind es kleine Sträßchen, von denen wir nicht wissen, wie die Straßenverhältnisse sind. Überraschenderweise ist die Strecke über Smolenskoe bis Petropavlovskoe asphaltiert und in gutem Zustand. Der weitere Streckenverlauf bis kurz vor Kurja ist eine Mischung aus Schotterpiste, total zerbröseltem Asphalt und guten asphaltierten Abschnitten. Die Schotterpisten sind gut zu fahren. Sie sind breit und relativ glatt, ohne Löcher oder Wellblech. Doch durch den Regen von gestern und heute ist alles sehr matschig. In Kurja angekommen ist die Farbe unseres Autos unter der dicken Matschschicht kaum noch zu erkennen.

der Fluß Katun bei Biysk

Piste zwischen zwischen Petropavlovskoe und Kurja

Piste zwischen zwischen Petropavlovskoe und Kurja

Wir haben Glück und finden am Ortsrand von Kurja zwischen einem Bauernhof und einem Bach ein Stück Wiese, wo wir stehen dürfen. Das Wasser des Baches ist nicht besonders sauber, aber uns reicht es, um das Auto zu waschen. Dabei bekommen wir immer wieder Besuch von den Bewohnern des Bauernhofes. Zuerst kommt der Bauer, dem wir erzählen von wo wir kommen und wo wir hinwollen. Er ist sehr freundlich und wir glauben, er will uns nach getaner Arbeit zum Tee einladen. Kurze Zeit später kommen zwei ältere Damen und bringen uns Honig und wollen uns noch Gemüse, Obst und Milch anbieten. Doch wir waren heute morgen einkaufen, so dass wir nichts benötigen. Sie schauen sich das Auto von innen an und sind begeistert. Wir erfahren noch, dass eine der beiden irgendwann einmal ein bischen deutsch gelernt hat. Einige Wörte kann sie noch. Später kommen noch zwei junge Mädchen, die wohl auch zur Familie gehören. Sie lernen wohl auch deutsch, trauen sich aber nicht zu sprechen.

unser Stellplatz in Kurja

Autowaschen lohnt sich

Von hier aus ist es nicht mehr weit bis zur Grenze nach Kasachstan. Wir sind gespannt, was uns dort erwartet.

Das war unsere Reiseroute Russland Teil 4:

Karte Russland 2015 Teil 4 - Altei

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Kategorien: Reiseberichte | Ein Kommentar

Mongolei

Ulan Bataar – Mogol Els – Kharkorin – Arvaikheer – Kloster Manzushin

Juni 2015

Nun wollen wir die Mongolei erkunden, ein unbekanntes Land weit im Osten. Obwohl mehr als viermal so groß wie Deutschland leben hier nur ca. 4 Mio Einwohner, die meisten von ihnen in der Hauptstadt Ulan Bataar.

Unser Abenteuer Mongolei beginnt am Grenzübergang im russischen Kjachta. Die Grenze ist nur tagsüber geöffnet und so stehen wir am Morgen vor dem Tor. Pünktlich um 9 Uhr öffnet die russische Abfertigung und wir fahren in den Zollhof. Nach der üblichen Verwirrung wegen der Größe unseres Autos kommt eine Beamtin, die sich das Fahrzeug anschaut und mich dann in ein Zollgebäude begleitet, wo ich mich an einem Schalter anstellen muß, um den Ausreisestempel für das Fahrzeug auf das Zollpapier zu bekommen. Dann fahren wir weiter zur Ausweiskontrolle. Wir müssen das Auto abstellen und zum Schalter laufen. Hier erleben wir zum ersten Mal die mongolische Mentalität, denn es wird ohne Ende gedrängelt. Die Mongolen drängeln mit ihren Autos mit aller Gewalt an unserem vorbei nach vorne, um dann auch am Schalter frech zu behaupten sie wären vor uns dran. Wenn ihnen die Schlange zu lang ist stellen sie sich einfach von einer anderen Richtung aus an und behaupten, das ist die Reihenfolge. Nicht einfach zu akzeptieren für uns. Nachdem wir das Spiel begriffen haben, machen wir ihm ein Ende und sind dann auch dran. Das schöne an den Mongolen ist aber, wenn man selber energisch und lauter wird, geben sie nach und sind auch nicht nachtragend. Es ist alles eine Frage des entschlossenen Auftretens statt der vornehmen Zurückhaltung. Wir geben den kleinen weißen Zettel ab, den wir bei der Einreise bekommen haben.

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Nun geht es weiter auf die mongolische Seite. Hier müssen wir zuerst durch ein Desinfektionsbad, für das wir 60 Rubel bezahlen müssen. Im Nachbargebäude holen wir uns einen Laufzettel. Mit dem gehen wir zur Zollbehörde. Hier werden die Pässe kontrolliert und wir müssen eine Zollerklärng ausfüllen. Dann gehen wir zum nächsten Schalter, wo wir die Zollerklärung fürs Auto machen müssen. An einem weiteren Schalter findet der „Quarantänecheck“ statt, der nur ein weiterer Stempel auf dem Laufzettel ist. Zurück im Zollhof wird das Auto wird kurz kontrolliert und wir bekommen den letzten Stempel auf den Laufzettel, den wir an der nächsten Schranke abgeben müssen. Wir dürfen weiterfahren, kommen jedoch nicht weit, denn nun werden 300 Rubel Straßengebühren kassiert. Ein paar Meter weiter werden wir nochmals angehalten, um eine Versicherung abschließen, die uns 1821 Rubel kostet. Nachdem wir alles überstanden haben sind wir in die Mongolei eingereist.

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Insgesamt hat die Ausreise aus Russland 1 ½ Stunden gedauert und die Einreise in die Mongolei eine Stunde. Alles wurde korrekt abgewickelt und die Beamten waren hilfsbereit und freundlich.
Kurz hinter der Grenze finden wir einen ATM-Schalter und versorgen uns mit mongolischem Geld. Der Mobilfunkladen nebenan hat leider geschlossen.

zwischen Kjachta und Darkhan

zwischen Kjachta und Darkhan

Wir erreichen Darkhan, die mit ca. 100.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt der Mongolei. Sie wurde erst 1961 gegründet und ist entsprechend architektonisch wenig ansprechend. Wir schauen uns zuerst die Buddha-Statue am Stadtrand an, sind aber etwas enttäuscht, denn wir haben sie uns um einiges größer vorgestellt. Bilder, die wir davon gesehen hatten, waren wohl geschickt fotografiert.

Buddha-Statue in Darkhan

Darkhan

Dann fahren wir ins Zentrum und gehen in den Mobicom-Laden, um uns eine SIM-Karte fürs Internet zu kaufen. Er befindet sich im Erdgeschoß eines modernen Neubaus und sieht genau so nobel aus wie bei uns. Leider spricht die Dame am Schalter weder englisch noch russisch. Glücklicherweise kann eine Kollegin mit ein wenig englisch weiterhelfen und ich kann erklären, dass ich eine Daten-SIM mit 5 GB Volumen möchte. Doch das ist nicht so einfach, denn zuerst muß ich eine SIM-Karte kaufen mit 1 GB Volumen. Dann müssen wir 30 Minuten warten, bis die SIM-Karte freigeschaltet ist. Erst dann können wir das Upgrade für weitere 5 GB erwerben. Insgesamt haben wir für alles zusammen 35.000 Tugrik bezahlt (etwa 16,67 Euro) und eine Stunde gebraucht.

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Unser Tagesziel für heute ist das Mongolian Secret Histroy Tourist Camp. Der Weg dahin gestaltet sich schwierig. War der Asphalt bis Darkhan noch in akzeptablen Zustand, so verwandelt sich die Straße jetzt in eine Schlaglochpiste. Nachdem wir eine Weile den Schlaglöchern ausgewichen sind und von den Bodenwellen durchgeschaukelt wurden müssen wir noch zweimal die Strasse verlassen, da sie gesperrt ist. Die Umleitungen führen als Fahrspuren querfeldein durchs Gelände. So eine üble Piste haben wir hier noch nicht erwartet. Plötzlich müssen wir eine doppelte Querrille durchfahren. Hier hat das Auto Probleme und die Räder drehen durch. Es poltert mächtig, denn durch die Verwindung hat sich wohl der Koffer hochgehoben. Doch irgendwann ist auch das geschafft und wir erreichen unser Ziel. Von der Grenze bis hierhin wurden wir dreimal für Strassenmaut zur Kasse gebeten (insgesamt ca. 3,30 €).

Wir sind überrascht, dass das Personal im Camp nur sehr wenig englisch spricht, so dass die Verständigung mühsam ist. Das haben wir uns in einem Touristencamp etwas leichter vorgestellt.

unser Stellplatz am Mongolian Secret History Tourist Camp (N48 31 16.9 E106 03 49.1)

ein fleißiger Mitarbeiter des Mongolian Secret History Tourist Camp

Nach einem Erholungstag fahren wir weiter in die Hauptstadt Ulan Bataar, deren Anfänge bis ins 17. Jhdt. zurück reicht. Die Stadt gilt als kälteste Hauptstadt der Welt. Im Januar liegt die Durchschnittstemperatur bei -27 Grad. Jetzt ist es Juni und auch wärmer. Ulan Bataar ist das Zentrum der Mongolei, denn hier lebt jeder zweite Mongole.

auf dem Weg nach Ulan Bataar

auf dem Weg nach Ulan Bataar

Der Weg vom Camp bis hierhin war in Ordnung und ohne weitere Baustellen. Am Stadtrand von Ulan Bataar sehen wir große Gewächshäuser aus Plastikplanen. Hier scheint langsam der Obst- und Gemüseanbau einzusetzen, so dass die Aussagen aus dem Reiseführer – es gäbe kein Obst und Gemüse in der Mongolei – nicht mehr so ganz stimmen.

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Unser Ziel ist das Oasis Guesthouse, der bekannte Treffpunkt für Selbstfahrer. Um dorthin zu kommen müssen wir quer durch die Stadt. Der Verkehr ist heftig, aber nicht ganz so schlimm wie befürchtet. Im Oasis Guesthouse sind wir nicht alleine. Da der Hof sehr eng ist und nur wenig Stellfläche hat müssen erst einige Motorräder umgeparkt werden, damit wir Platz finden. Wir genießen den Luxus Duschen zu können und unser Wäsche zum Waschen abgeben zu können. Hier treffen wir zum erstenmal seit langer Zeit wieder Deutsche und Engländer. Es sind drei Motorradfahrer, die die Nordroute in den Altai fahren wollen, sowie ein junges deutsches Pärchen, das mit einem L300 wohl auf dem langen Weg nach Südostasien ist. Es ergeben sich nette Gespräche.

Ulan Bataar

Ulan Bataar – Oasis Guesthouse (N47 54 41.57 E106 58 52.30)

Mit dem Bus fahren wir ins Zentrum von Ulan Bataar, um uns die Stadt anzuschauen, in der es nur wenige Sehenswürdigkeiten gibt. Vom großen Hauptplatz aus laufen wir zum Kloster des Choijin Lama, das versteckt zwischen einigen höheren Häusern liegt. Am Eingang erwartet uns dann die große Überraschung – zu dem Eintritt von 8.000 Tugrik soll noch eine Fotogebühr von 50.000 Tugrik gezahlt werden. Das entspricht ungefähr 25 Euro. So ein unglaublicher Wucher ist uns bisher noch in keinem anderen Land begegnet. Er ist besonders krass, wenn man bedenkt, dass das Preisniveau in diesem Land sehr niedrig ist. Ein Busticket kostet z.B. nur 500 Tugrik (ca. 0,24 €). Das Kloster ist sehr schön mit vielen kleinen Tempeln. Doch es ist gut bewacht und heimliche Fotos sind nicht möglich.

Ulan Bataar – Parlamentsgebäude

Ulan Bataar – Statue des Dschingis Khan am Parlamentsgebäude

Ulan Bataar – Platz vor dem Parlamentsgebäude

Ulan Bataar – Kulturpalast (li) und Opernhaus (re)

Ulan Bataar – Kloster des Choijin Lama

Ulan Bataar – Kloster des Choijin Lama

Auf dem Weg zum Winterpalast des Bogd Khan schauen wir uns das Freigelände des Eisenbahn-Museums an, wo einige Loks ausgestellt sind. Im Winterpalast werden neben den Eintrittsgebühren schon wieder 50.000 Turik fürs Fotographieren verlangt. Ich bin ziemlich sauer, denn so viel Geld sind mir Fotos nicht wert. Es ist eigenartig, dass die Mongolen bei manchen Sachen kein Gespür für leistungsgerechte Preisgestaltung haben.

Ulan Bataar – Eisenbahnmuseum

Ulan Bataar – Eisenbahnmuseum

Ulan Bataar – Bogd Khan Museum

Da ich dasselbe Erlebnis nicht noch ein drittes Mal brauche verzichten wir darauf, zum Kloster Gandan zu laufen. Stattdessen wollen wir uns die Dinosaurierfunde im Museum für Naturgeschichte anschauen. Wir finden das Museum, aber es ist geschlossen und es sieht eher aus wie eine Ruine als wie ein Museum. Wir fragen im benachbarten Kunstmuseum und erfahren, dass das Naturmuseum schon seit zwei Jahren geschlossen ist. Nun ärgere ich mich zusätzlich über meinen Reiseführer, der im Mai 2015 neu herausgekommen ist und auch davon nichts weiß. Wir haben genug und fahren zurück zum Guesthouse. Insgesamt bin ich doch sehr enttäuscht von Ulan Bataar.

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Am Abend müssen wir dann feststellen, dass unsere SIM-Karte nicht mehr funktioniert. Offensichtlich sind die zusätzlichen 5 GB Datenvolumen nicht gebucht worden. Wir bitten eine der freundlichen Damen vom Guesthouse, für uns bei Mobicom anzurufen. Wir erfahren, dass diese Reklamation erst in dem Laden, wo wir die Karte gekauft haben, nachgeprüft werden muß. Es kann bis zu 72 Stunden dauern, bis wir eine Antwort bekommen. Telekommunikationsdienstleistungen sind offensichtlich überall gleich kompliziert wenn Probleme auftauchen (ausser vielleicht in Russland und der Türkei soweit wir das beurteilen können).

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Von einem anderen Gast im Oasis bekommen wir den Tipp, dass es eine gute mongolische Strassenkarte im Department Store in der Stadt zu kaufen gibt, auf der man Straßenzustände erkennen kann. So fahre ich nochmals mit dem Bus in die Stadt und besorge die Karte, mit der wir recht zufrieden sind. Wir haben noch die Karte von Reise-Know-How sowie die Gizi-Map. Die Reise-Know-How-Karte ist ganz ok, die Gizi-Map gefällt uns überhaupt nicht.

Wir fahren weiter und schauen uns die große Dschingis Khan-Statue westlich von Ulan Bataar an. Die Straße dorthin ist in der ersten Hälfte mit Betonplatten belegt und in der zweiten Hälfte asphaltiert und in akzeptablen Zustand. Nur ein paar mal müssen wir auf Bodenwellen und Straßenschäden aufpassen.

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Die Statue des Dschingis Khan ist eine metallene Monströsität und gefällt mir nicht so gut. Auch die Aussicht vom Pferdekopf ist nicht besonders beeindruckend, weil hier relativ viele Häuser in der Landschaft stehen. Wir schauen uns noch das kleine Museum über die bronzezeitlichen Mongolen an. Das gefällt mir gut, denn hier lerne ich etwas neues: U.a. gibt es hier ein christliches Kreuz aus dem 12. Jhdt. Der Beschreibungstext erläutert, dass einige der mongolischen Stämme Nestorianer waren, also Christen. Außerdem enthält das Museum eine kleine Sammlung der allerersten Schießgeräte, Kanonen und Bomben aus dem 12. Jhdt. Es hat demnach ein paar Hundert Jahre gedauert, bis diese „Errungenschaft“ in Europa angekommen ist. Nur schade, dass man im Museum nicht fotografieren durfte.

Statue Dschingis Khan

Statue Dschingis Khan

Statue Dschingis Khan

mongolischer Stiefel im Gebäude unter der Statue

Um weiter Richtung Westen zu fahren, müssen wir nochmals Ulan Bataar durchqueren. Der Verkehr ist schlimm und es dauert eine Weile bis wir durch sind. Am Stadtrand halten wir kurz an einem Supermarkt an. Wie ich später sehe steht auf der Brottüte in deutsch geschrieben: “Deutsche Bäckerei”. Wer hätte das gedacht! Geschmeckt hat es übrigens auch.

Stadtgrenze von Ulan Bataar

Wir fahren weiter, bis wir einen Übernachtungsplatz an einer noch in Bau befindlichen Tankstelle finden, wo wir eine ruhige und ungestörte Nacht verbringen. Gleichzeitig hat Bernhard auch noch einen komfortablen Untergrund zum Abschmieren des Autos.

unfertige Tankstelle bei Agarlant (N47 52 41.7 E105 48 44.7)

Wir fahren weiter Richtung Westen. Unterwegs kommt uns ein grüner Kastenwagen mit Aachener Kennzeichen entgegen. Es sind Christiane und Alex mit ihrer “Grünen Minna”. Wir unterhalten uns eine Weile und tauschen Erlebnisse aus. Dann fahren wir weiter.

Lyn

Zwischen Lyn und Erdenesant

zwischen Lyn und Erdenesant

zwischen Lyn und Erdenesant

zwischen Erdenesant und Rashaant

Rashaant

Von der Strasse aus sehen wir die große Düne Mogol Els. Auf dem Parkplatz vor der Düne ist uns zu viel Trubel und so halten wir uns nicht lange auf.

zwischen Rashaant und Düne Mogol Els

zwischen Rashaant und Düne Mogol Els

Düne Mogol Els

Düne Mogol Els

Düne Mogol Els

heiliger Ort

Opfergaben

Stupas

Wir fahren weiter. Ungefähr 50 Kilometer vor Kharkorin wird die Strasse plötzlich furchtbar: der Asphalt ist – wenn vorhanden – voller tiefer Schlaglöcher, streckenweise fehlt er ganz und es ist Wellblechpiste. Dieses miserable Stück zieht sich ungefähr 30 Kilometer hin. Erst kurz vor Kharkorin ist die Strasse neu asphaltiert und wir kommen gut vorwärts. Besonders ärgerlich nach solch einer Holperpiste ist dann das Mauthäuschen, an dem wir Strassengebühren zahlen müsen. Ein bischen sind wir auch selber schuld, denn die Mongolen fahren nicht auf dieser zerstörten Strasse sondern suchen sich einen Weg durchs Gelände. Aber so abgebrüht sind wir da noch nicht.

Strasse vor Kharkorin

Strasse vor Kharkorin

Wir erreichen Kharkorin und fahren zum Parkplatz am Eingang zum Kloster Erdene Zuu. Hier treffen wir Thomas und Sarah, die wir schon im Oasis Guesthouse getroffen haben.

unser Stellplatz neben dem Kloster Erdene Zuu (N47 11 59 E102 50 46.3)

Die Gegend um Kharkorin wurde schon seit dem 8. Jhdt besiedelt. Im 13. Jhdt. bauten Dschingis Khan und seine Erben hier ihre Hauptstadt Karakorum, von der aus sie ihr mongolisches Weltreich regierten. Im 14. Jhdt wurde Karakorum von Chinesen zerstört. Übrig geblieben sind nur wenige Schildkröten aus Granit. Im 16. Jhdt. entstand nicht weit vom ehemaligen Karakorum das buddhistische Kloster Erdene Zuu, in dem bis zu 10.000 Mönche lebten. 1937 wurde das Kloster zerstört, so dass nur wenig erhalten ist.

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Da der Himmel voller dunkler Wolken hängt schauen wir uns heute nur kurz um und verschieben die gründliche Besichtung auf den nächsten Tag. Am Abend stellen wir fest, dass es doch noch Wunder gibt – denn unsere SIM-Karte funktioniert wieder.

Regenwolken über der Goldenen Stupa von Erdene Zuu

Regenbogen über Kharkorin

Wir besichtigen das Kloster und laufen zu einer der Schildkröten. Danach schaue ich mir noch das nahe gelegene Museum an. Auch hier ist das Fotografieren so unverschämt teuer, so dass ich darauf verzichte. Im Museum gibt zwei Ausstellungen: eine zeigt Funde aus Karakorum. Eine zweite Ausstellung zeigt die Grabfunde aus einem großen Fürstengrab aus dem 7. Jhdt aus dem nahe liegenden Orkhon-Tal. Da die Mongolen Nomaden waren halten sich die Funde in Grenzen. Es gibt einige metallene Fundstücke sowie einige kleine Keramikstücke. Im Eingang des Museums gibt es ein schönes und großes Modell der alten Hauptstadt Karakorum mit den verschiedenen Stadtvierteln. Im alten Karakorum gab es neben einem großen buddhistischen Tempel auch eine Moschee und eine christliche nestorianische Kirche.

Erdene Zuu – die insgesamt 1.600 m lange Klostermauer hat 102 Stupas

Kloster Erdene Zuu – Eingang

Tempelbezirk im Kloster Erdene Zuu

Kloster Erdene Zuu – Tempel des Dalai Lama

Kloster Erdene Zuu – Tempel

Kloster Erdene Zuu – Tempel

Kloster Erdene Zuu – wir bekommen Tipps für die weitere Route

Kloster Erdene Zuu – Tempel Lavrin

Kloster Erdene Zuu – Tempel Lavrin

Kloster Erdene Zuu – Goldene Stupa bei Sonnenschein

2015-06-07-nr85-MGL-Kharkorin-Schildkröte

Schildkröte – das letzte Überbeibsel der alten Hauptstadt Karakorum

Wir verlassen Kharkorin und wollen weiter über die Südroute Richtung Westen fahren. Um uns einen großen Umweg zu ersparen, der sowieso nur über eine schlechte Strasse geführt hätte, neben wir die Strecke über Khujirt.

zwischen Kharkorin und Khujirt

Khujirt

Die Informationen aus unseren Karten sind korrekt, denn bis Khujirt ist die Strasse asphaltiert. Dahinter beginnt die Piste und damit die erste große Herausforderung für uns. Wir bemühen uns auf dem Hauptpfad zu bleiben. Der Weg ist fest, sandig bis steinig und mit gelegentlichen Wellen. Bald kommt die erste große Herausforderung, denn der Weg führt steil bergab in eine enge Senke und auf der anderen Seite steil wieder bergauf. Da wir nicht in der Senke im Schlamm festsitzen wollen, umfahren wir die Senke oben auf der Höhe.

Piste zwischen Khujirt und Arvaikheer

Piste zwischen Khujirt und Arvaikheer

Piste zwischen Khujirt und Arvaikheer

Nach einiger Weile stehen wir vor einer Bachdurchfahrt. Der Wasserstand ist nur wenige Zentimeter tief, aber die Ab- und Auffahrt sind matschig und ein wenig steil. Ein Einheimischer kommt mit seinem Motorrad vorbei und zeigt uns, dass wir schräg fahren sollen. Bernhard fasst sich ein Herz und alles klappt gut und wir kommen heil auf die andere Seite. Es ist schon komisch, wenn selbst in scheinbar abgelegenen menschenleeren Gegenden auf einmal von irgendwoher ein Mongole kommt, den man vorher nicht gesehen hat.

Piste zwischen Khujirt und Arvaikheer – Bachdurchfahrt

Der Weg führt über einige bis zu 2.200 m hoch Berge. Teilweise haben wir ziemliche Schräglage und es ist ein wenig unheimlich. Aber das Auto meistert die Passagen gut. In einer Talsenke müssen wir wieder etwas abweichen, um nicht in den Matsch zu kommen. Dafür sehen wir unsere ersten Yaks, oder eine Kreuzung von Yak und normalen Rind. So genau kennen wir uns nicht aus. Schließlich erreichen wir die Asphaltstrasse nach Arvaikheer. Insgesamt haben wir für die 30 Kilometer Asphalt bis Khujirt und die 70 Kilometer Piste vier Stunden benötigt. Wir sind zufrieden, dass es ganz gut geklappt hat.

Piste zwischen Khujirt und Arvaikheer

Piste zwischen Khujirt und Arvaikheer

In Arvaikheer angekommen sehen wir am Straßenrand drei Motorräder stehen. Es sind die beiden Deutschen und ein Engländer (Dave aus London) der sich ihnen angeschlossen hat. Wir haben sie schon im Oasis Guesthouse getroffen. Wir halten an und begrüßen sie. Sie wollten die Nordroute fahren, aber das war nicht möglich, da es in den Bergen geschneit hat und die Strasse voller Schnee und Eis war. So sind sie umgedreht und haben die Südroute versucht. An der Wasserdurchfahrt bei Bayankhongor haben sie aufgegeben. Die Strassen- und Wetterverhältnisse waren zu schwierig. Sie waren wohl ziemlich frustriert, da sie schon bei der langen Anreise durch Russland nur schlechtes Wetter hatten – und das auf dem Motorrad.

Arvaikheer

Arvaikheer – Statue Dsanabadsar

Wir verabschieden uns und fahren noch ein kurzes Stück bis zu einem Pferdetempel, wo wir übernachten wollen.

unser Stellplatz am Pferdetempel (N46 09 52 E102 39 32.5)

Pferdetempel

Pferdetempel

Pferdetempel

In den vergangenen Tagen war es vormittags immer recht freundlich und am Nachmittag hat es geregnet. Das erhoffen wir uns auch für den kommenden Tag, werden aber enttäuscht. Am Morgen liegt rund um uns herum Schneematsch und es regnet immer noch. Es ist mit 5 Grad sehr kalt und so ist es kaum verwunderlich, dass die umliegenden Berge weiß von Schnee sind. Bei so einem Wetter wollen wir nicht weiterfahren und bleiben am Tempel. Erst am Abend hört der Regen auf.

Tristesse

es wird langsam heller

Eine interessante Begegnung gab es am Pferdetempel mit einer Gruppe von etwa acht gepflegten Männern, die mit zwei teuren Toyota Landcruisern V8 anreisten. Natürlich mussten auch sie unser Auto untersuchen, wie schon andere vor ihnen. In solchen Fällen geht Bernhard immer raus um das zu kontrollieren. Einer der Herren, der von den anderen mit besonderem Respekt behandelt wurde, konnte Englisch und unterhielt sich mit Bernhard. Er wollte unbedingt unser Auto kaufen und drängte auf einen Kaufpreis. Nachdem Bernhard sagte, wir müssen mit dem Auto wieder nach Hause fahren, musste er ihm versprechen nächstes Jahr in sein Zuhause zu kommen um ihm dort das Auto zu verkaufen. Er sei Jäger und dieses Auto passe genau zu seinen Vorstellungen. Bernhard‘s Einwand, daß es in der Mongolei doch grössere und modernere Fahrzeuge auf Mercedes Zetros Basis gäbe wurde von ihm nur mit zu gross und zu schwer quittiert. Er gab uns extra seine Visitenkarte auf der sowas wie Executive Director in englisch und mongolisch stand. Wir glauben, ihm war es ernst.

Mit dem Bewußtsein, dass uns weiter im Westen einige Flußdurchfahrten erwarten, die nach den vielen Regenfällen sicherlich noch angestiegen sind, sowie einige Hundert Kilometer schwieriger Piste, beschließen wir hier, umzudrehen. Die Schilderungen mehrerer Mopedfahrer, die wir getroffen haben, haben uns doch sehr verunsichert. Erleichtert wurde die Entscheidung von mehreren Berichten, dass die Strecke bis zum Altai auch landschaftlich nicht sehr schön sein soll. Mal sehen wie unsere Reisebekanntschaften durchkommen. In einer Gruppe zu fahren ist sicher einfacher. Wir wären allein unterwegs gewesen.

So fahren wir zurück und nehmen die Strecke, die wir auf dem Hinweg über die Piste abgekürzt haben. Zu Beginn ist sie sehr holprig, dann werden wir von der Teerstrasse weggezwungen auf eine Piste neben der Strasse. Durch den Dauerregen ist alles nass und matschig. Wir tun uns schwer, die richtige Spur ausfindig zu machen. Ein paar Mal beobachten wir andere Autos, zweimal muss ich aussteigen, um den Weg zu erkunden. Die Matschstrecke erstreckt sich über ca 10 Kilometer. Doch irgendwie schaffen wir es uns durchzukämpfen. Wir sind froh, als wir endlich wieder auf der Teerstrasse sind. Ich bin überglücklich, dass wir nicht am Tag zuvor im Dauerregen versucht haben die Strecke zu fahren. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie das gewesen wäre.

zwischen Arvaikheer und Mogol Els – Umleitung auf die Piste

Umleitung

Umleitung

zwischen Arvaikheer und Mogol Els

zwischen Mogol Els und Agarlant

Wir übernachten wieder an der unfertigen Tankstelle. Als ich irgendwann zufällig aus dem Fenster schaue sehe ich einen Sandsturm auf uns zukommen. Es sieht gespenstig aus. Der Sturm zerrt an unserem Auto. Der ganze Spuk dauert nicht sehr lange, war aber ziemlich beeindruckend.

Sandsturm

Am nächsten Morgen fahren wir weiter und treffen auf  Wolfgang und Gisela. Sie kommen aus Ulan Bataar und sind auf dem Weg zur Südroute. Nach einiger Zeit verabschieden wir uns und fahren weiter. Hoffentlich haben sie mehr Glück. Der Wetterbericht scheint positiv zu sein, so dass sie hoffentlich von Regen und Kälte verschont bleiben. Unser Ziel ist das Kloster Manzushir südlich von Ulan Bataar. Der Weg dorthin wird uns nicht leicht gemacht, denn wir müssen uns bei Ulan Bataar durch eine fünf Kilometer lange Baustelle quälen. Die Autos fahren Stoßstange an Stoßstange und alles ist in dichten weißen Staub eingehüllt. Doch schließlich erreichen wir unser Ziel.

Das Kloster Manzushir entstand im 18. Jhdt. Es war ein wichtiges Kloster, in dem bis zu 500 Mönche lebten. In der Kulturrevolution in den 1930er Jahren wurde es fast völlständig zerstört. Das Kloster liegt schön in einem Talkessel. Die Landschaft erinnert ein wenig an die Alpen. Hier gefällt es uns gut.

Kloster Manzushir

Kloster Manzushir

Kloster Manzushir

Kloster Manzushir

Kloster Manzushir

Wir fahren weiter und wollen Richtung Süden zur Wüste Gobi, da uns jemand erzählt hat die 600 Kilometer dorthin seien asphaltiert. Doch schon nach wenigen Kilometern müssen wir feststellen, dass die Information zumindest nicht ganz richtig war, denn schon wieder ist die Strasse gesperrt und es geht durchs Gelände. Nun ist endgültig der Zeitpunkt erreicht, wo wir genug von den Strassen in der Mongolei haben. Wir drehen um und fahren Richtung Norden zurück zur russischen Grenze.

Insgesamt haben wir die Mongolei als schwieriges Reiseland kennengelernt. Das Wetter war kühler und feuchter als wir erwartet haben. Die Strassenverhältnisse sind schwierig und die Sehenswürdigkeiten halten sich in Grenzen. Die Mongolen können manchmal recht nervig sein, wenn sie ums Auto laufen, unter das Auto kriechen, drauf herumklettern und meinen alles anfassen zu müssen – auch wenn sie immer nett und freundlich sind. Auch die Verständigung ist uns schwer gefallen, denn Fremdsprachenkenntnisse sind nicht weit verbreitet. Ausserdem findet man interessanterweise in der Mongolei mehr leere Wodkaflaschen am Strassenrand als in Russland, und man sieht hier auch so gut wie keine Polizei. Auch wenn Russlands Landmasse zum grossen Teil in Asien liegt ist es doch kulturell ein europäisches Land und leichter zu bereisen.

So müssen wir erkennen, dass die Mongolei nicht zu unseren bevorzugten Reisezielen gehört. Natürlich gibt es in diesem Land auch positives: unglaublich weite Horizonte, Berge, Dünen, Wälder und riesige Tierherden. Besonders gut haben uns die vielen großen und kleinen Raubvögel gefallen, die man sehr häufig sieht.

Iris

Das war unsere Reiseroute durch die Mongolei:

Karte Mongolei

Insgesamt sind wir ca. 1.850 km in der Mongolei gefahren

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Russland – Teil 3

Novosibirsk – Akademgorodok – Krasnojarsk – Irkutsk – Listvjanka –Baikalsee -Tankoy – Ulan Ude

Mai 2015

Nachdem wir uns in der Stadt Novosibirsk umgeschaut haben, wollen wir auch noch den Zoo besuchen. Die Beschreibung im Reiseführer klingt vielversprechend und wir werden nicht enttäuscht. Der Zoo liegt in einem großen Park. Die meisten Tiere haben große und schön gestaltete Gehege. Ein Schwerpunkt sind die verschiedenen Katzen, von ganz groß bis ganz klein. Besonders beeindruckt bin ich, dass es hier eine Fischkatze gibt. Sie ist sehr selten und ich habe sie bisher nur einmal gesehen – im Nachtzoo von Singapur. Neben den Katzen gibt es auch viele große Raubvögel und andere Tiere. Nur den Bären geht es nicht gut, denn sie haben enge Käfige ohne Einrichtung. Den armen Bären würde ich ebenso schöne Anlagen wünschen wie den Katzen. Eigenartig, obwohl die Russen stolz auf ihre Bärenpopulation sind, werden sie in Tiergehegen schlecht gehalten – wie wir später leider auch noch in Ulan-Ude gesehen haben.

Novosibirsk – Eingang zum Zoo

Novosibirsk – Zoo

Dinosaurier im Zoo von Novosibirsk

Novosibirsk – Zoo – Löwe

Novosibirsk – Zoo – Schneeleopard

Novosibirsk – Zoo – weißer Tiger

Novosibirsk – Zoo – weißer Tiger

Novosibirsk – Zoo – Gepard

Novosibirsk – Zoo – Katze

Novosibirsk – Zoo – Fischkatze

Novosibirsk – Zoo

Novosibirsk – Zoo

Novosibirsk – Zoo – Eisbär

Novosibirsk – Zoo – Geier

Novosibirsk – Zoo – Greifvogel

Novosibirsk – Zoo – Moschus

Novosibirsk – Zoo – Wüstenfuchs

Wir verlassen Novosibirsk und quälen uns durch den Stau nach Akademgorodok, einem Akademikerstädtchen mit bedeutenden wissenschaftlichen Akademien und Softwarefirmen. Unser Reiseführer vergleicht die Stadt mit dem amerikanischen Silicon-Valley. Doch uns interessiert nicht die Wissenschaft, sondern das größte Eisenbahn-Museum Sibiriens, das eine beeindruckende Sammlung russischer Loks und Waggons zu bieten hat. Hier gibt es die unglaublichsten Gebilde. Bei einigen kann ich mir gar nicht vorstellen, wozu sie dienen sollen. Bedauerlicherweise sind die Erklärungstafeln nur in russisch, so dass wir sie nicht lesen können.

Akademgorodok – Eisenbahnmuseum

Akademgorodok – Eisenbahnmuseum

Akademgorodok – Eisenbahnmuseum

Akademgorodok – Eisenbahnmuseum

Akademgorodok – Eisenbahnmuseum

Akademgorodok – Eisenbahnmuseum

Akademgorodok – Eisenbahnmuseum

Akademgorodok – Eisenbahnmuseum

Akademgorodok – Eisenbahnmuseum

Akademgorodok – Eisenbahnmuseum

Wir fahren weiter. Leider müssen wir wieder zurück durch Novosibirsk – also nochmals durch das Gewühle. Doch dann ist es irgendwann geschafft und wir sind wieder auf der Magistralen. Wir fahren solange weiter bis wir einen halbwegs passablen Rastplatz zum Übernachten finden. Am Abend klopft es an unsere Türe und ein Sergej steht davor. Er versucht sich mit uns zu unterhalten. Offensichtlich war sein Großvater im Krieg als Soldat in Deutschland. Leider ist eine wirkliche Verständigung nicht möglich. Er spricht genau drei Worte deutsch und sein russisch verstehe ich nicht. Wir schenken ihm eine Kappe aus Deutschland. Wenig später klopft er nochmals und er bringt uns ein nettes Geschenk. In der Nacht wird der Rasthof noch voll, denn dauernd kommen neue LKWs. Wegen der vielen Abgase müssen wir die Fenster zumachen.

Rastplatz bei Elfimovo (N55 39 38.4 E84 42 06.0)

Sibirien ist groß und so brauchen wir zwei Fahrtage, bis wir unser nächstes Ziel erreichen – Krasnojarsk. Unterwegs stoppen wir in Mariinsk, einem Provinzstädtchen. Die meisten Häuser sind kleine Holzhütten. Wir stellen uns auf einen Parkplatz am Kriegerdenkmal neben dem Stadtpark. Im Stadtpark ist ein kleiner und wohl noch aus Sowjet-Zeit stammender Vergnügungspark mit einigen uralten Fahrgeschäften. Hier sieht es so aus, als wäre die Zeit stehen geblieben.

Sibirien

Sibirien

M53 zwischen Kemarov und Mariinsk

Mariinsk – Stellplatz am Kriegerdenkmal (N56 12 20.3 E87 44 34.4)

im Stadtpark von Mariinsk

sibirisches Dorf

Sibirien

Bergbau vor Krasnojarsk

Krasnojarsk ist eine große Industriestadt. Zur Sowjetzeit war sie als ein Zentrum sowjetischer Militärforschung und –produktion eine „geschlossene Stadt“ und für Ausländer verboten. Doch das ist vorbei und so stehen wir irgendwann am Flußufer und schauen auf einen weiteren großen Strom Sibiriens – den Jenissei. Wir schauen uns im Stadtzentrum um, können aber keine besonderen Sehenswürdigkeiten entdecken. Die Stadt gefällt uns nicht so gut. Das mag auch am Wetter liegen, denn wir erleben Krasnojarsk im Regen. Am Abend wird es auf der Fläche am Flußufer sehr voll. Hier scheinen sich alle Einwohner zum Flanieren zu versammeln. Irgendwann wird uns der Trubel zu viel und wir ziehen um zum Stadion, wo wir uns auf einem großen Platz nach ganz hinten verkrümeln. Hier ist es ruhig und wir verbringen eine ungestörte Nacht.

Krasnojarsk – Parkplatz am Jenissei

Krasnojarsk – Opernplatz mit Denkmal für Anton Cechov

Krasnojarsk – Operntheater und Apollo-Statue

Krasnojarsk

Krasnojarsk – Platz Mira

Krasnojarsk – am Jenissei

Krasnojarsk – Jenissei

Krasnojarsk – Stellplatz am Stadion (N55 59 59.0 E92 53 05.5)

Krasnojarsk

Am nächsten Tag wollen wir in den Nationalpark Stolby am Stadtrand von Krasnojarsk. Wir steuern ein neues Freizeit-Zentrum an, von wo aus eine Seilbahn hinauf zu den Granitfelsen fahren soll. Doch wir kommen zur falschen Zeit, denn hier ist alles geschlossen. Das sommerliche Leben beginnt erst am 1. Juni. So fallen die Granittürme aus und wir fahren weiter.

Unsere Reiseroute führt uns immer noch Richtung Osten. Zwischen Jekaterinburg und Krasnojarsk haben wir die westsibirische Tiefebene durchfahren. Mit der Überquerung des Jenissei kommen wir nun nach Ostsibirien, wo das Land zunehmend bergiger wird. Ich stelle fest, dass der Verkehr immer mehr abnimmt und wir werden nicht mehr so oft von LKWs überholt werden. Die Landschaft ist immer dünner besiedelt und zwischen den Orten liegen sehr viele Kilometer Natur.

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Die nächsten drei Tage sind reine Fahrtage, denn bis zu unserem nächsten Ziel – Irkutsk – liegen fast 1.100 km vor uns. Auch die Rastplätze werden seltener und der Standard nimmt immer mehr ab. Die erste Nacht verbringen wir an einem Hotel bei Tinskij Sel’sovet, wo wir wieder einmal duschen können. Die Dusche ist eine echte Überraschung, denn es ist eine moderne Regendusche – und das mitten in einem sibirischen Dorf.

an der M53 zwischen Krasnojarsk und Kansk

an der M53 zwischen Krasnojarsk und Kansk

an der M53 zwischen Krasnojarsk und Kansk

Dorf an der M53

Übernachtung bei Tinskij Sel’sovet (N56 07 11.4 E96 54 42.9)

Am nächsten Tag passieren wir wieder eine Zeitzone und müssen die Uhr nochmals eine Stunde vorstellen. Jetzt sind wir 6 Stunden vor der deutschen Zeit. Bald müssen wir tanken und halten an einer kleinen Tankstelle. Hier gibt es eine unglaublich altmodische Zapfsäule, bei der ein Zeiger wie bei einer Uhr von 1 bis 100 läuft. Bei mehr als 100 Litern dreht der Zeiger eine zweite Runde. Zum Abschluß des Tankvorgangs wird ein Knopf gedrückt, damit die Nadel wieder auf 0 springt. Wir fahren durch eine hügelige, waldreiche Landschaft und erreichen eine Höhe von etwa 500 Metern. Das ist viel, gemessen daran, dass Westsibirien so flach war.

an der M53 zwischen Tinskij Sel’sovet und Tyiret 2-ya

Tankstelle

an der M53 zwischen Tinskij Sel’sovet und Tyiret 2-ya

M53 zwischen Tinskij Sel’sovet und Tyiret 2-ya

Die Magistrale M53 läuft ziemlich parallel mit der Strecke der Transsibirischen Eisenbahn. Ein paar mal kreuzen sich die beiden Trassen sogar. Wir sehen sehr viele lange Güterzüge, aber keinen einzigen Personenzug. Leider müssen wir unterwegs auch wieder abgebrannte Waldstücke sehen. Zwei oder drei Feuer sind noch so heftig, dass dicke Rauchschwaden in der Luft hängen.

Eisenbahn

an der M53 zwischen Tinskij Sel’sovet und Tyiret 2-ya

Waldbrand

Irgendwann ist es so spät, dass wir an einer kleinen Tankstelle bei Tyiret 2-ya halten. Als die Betreiber unsere Usbekistan-Fahne sehen sind sie begeistert. Es stellt sich heraus, dass sie aus Samarkand stammen. Es sind echte Orientalen, denn sie wollen zuerst 250 Rubel haben, doch wir einigen uns auf 150 Rubel, was ungefähr den Durchschnittspreis einer Übernachtung auf einem LKW-Rastplatz ausmacht. Außer dem Möglichkeit hier zu stehen und das Plumpsklo zu benutzen bietet der Platz nichts.

unser Übernachtungsplatz an einer Tankstelle in Tyiret 2-ya (N53 43 14.0 E102 18 49.1)

Am folgenden Tag erreichen wir Irkutsk. Nach der Stadtgründung im 17. Jhdt. entwickelte sich die Stadt zu einem bedeutenden Handelsplatz und zum Ausgangspunkt der Eroberung des Fernen Ostens. Bevor wir die Stadt besichtigen, suchen wir einen Stellplatz. Wir steuern zuerst das Hotel Irkutsk an, das in verschiedenen Reiseberichten als Stellplatz genannt wurde. Doch hier werden wir sehr enttäuscht, denn der Parkplatz vor dem Hotel ist sehr klein, voll und super eng. Wir könnten dort noch in der Durchfahrt stehen, eingeklemmt zwischen Betonmauer und Autos. Doch das ist nichts und so fahren wir weiter. Nach langem Suchen entdecken wir einen Parkplatz an einem Eisenbahnmuseum in einer Grünlage, mitten im Fluß Angara auf einer Insel gelegen. Hier ist es angenehm ruhig und so bleiben wir.

auf dem Weg nach Irkutsk

auf dem Weg nach Irkutsk

Irkutsk – unser Platz am Eisenbahnmuseum (N52 16 10.8 E104 16 49.9)

Wir besichtigen die Stadt Irkutsk und sind angenehm überrascht. Irkutsk ist sehr schön und gefällt uns gut. Es gibt noch einige alte Häuser und ein paar schöne Kirchen. Am Abend überraschen uns Wolfgang und Gisela, die plötzlich neben uns stehen.
Wir bleiben noch einen weiteren Tag in Irkutsk und entdecken noch schöne Holzhäuser und einen farbenfrohen Markt. Dann verabschieden wir uns von den beiden und fahren weiter.

Irkutsk – Denkmal für Zar Alexander III

Irkutsk

Irkutsk – Theater

Irkutsk – Karl Marx Strasse

Irkutsk – Fußgängerzone

Irkutsk -Platz Kirov

Irkutsk – Gotteserscheinungskirche

Irkutsk – Bahnhof

Irkutsk – Zentralmarkt

Irkutsk – Zentralmarkt

da kommt der Nachschub

Baikal-Robbe

Unser nächstes Ziel ist Listvjanka am Baikalsee. Auf dem Weg dorthin besuchen wir das Freilichtmuseum von Talzy, in dem alte Holzhäuser aus der Region zusammengetragen wurden. Das Museum ist ziemlich groß und die Häuser sind sehr schön. Hier gefällt es uns und der Besuch hat sich gelohnt.

Museum Talzy – Zarubins Farm

Museum Talzy

Museum Talzy

Museum Talzy – Kirche

Museum Talzy – Erlöserturm von Ilimsk

Museum Talzy – Schule

Museum Talzy – Schule

Museum Talzy

Museum Talzy – Seryshevs Farm

In Listvjanka angekommen steuern wir das Hotel Baikal an, das Wohnmobilstellplätze haben soll und auf seiner Webseite dafür sogar einen Preis nennt. Doch wir werden sehr enttäuscht, denn das Hotel liegt an einem steilen Berghang, natürlich auf der see-abgewandten Seite. Es gibt keine Stellplätze. Ein Hotelmitarbeiter hat uns einen Platz angeboten am Rande der Zufahrt, halb auf der Straße und in einem wenig ansprechenden Loch gelegen. Nachdem sie auch noch komisch reagiert haben, als ich nach Dusche und Waschmaschine gefragt habe, sind wir auf der Stelle weitergefahren.

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Listvjanka selber ist auch nicht wirklich schön. Es ist ein langgestrecktes Dorf, eingekeilt zwischen Baikalsee und Bergen. Auf die erste Enttäuschung folgt schnell die nächste, denn der bewachte Parkplatz am Ende des Ortes existiert nicht mehr und es ist alles mit einem Bauzaun abgesperrt. Da sehr viele Besucher im Ort sind ist alles zugeparkt und wir hatten Mühe einen Platz zu finden.
Der erhoffte Blick auf den Baikalsee war auch nicht wirklich grandios, denn das Wetter spielte nicht mit und der See blieb im Dunst verborgen.

Listvjanka am Baikalsee

Listvjanka – unser Übernachtungsplatz (N51 50 54.2 E104 52 15.6)

So verlassen wir am nächsten Morgen diesen wenig schönen Ort. Wir wollen zum Südufer des Baikalsees. Dazu müssen wir wieder durch Irkutsk. Wir nutzen die Gelegenheit und fahren zu einem neuen Einkaufszentrum (N52 16 01.7 E104 17 19.3), das wir bei unserem ersten Besuch der Stadt entdeckt haben. Hier gibt es reichlich Parkfläche, einen großen Lebensmittelladen und einen modernen Sanitärbereich mit einem sehr praktischen Wasserhahn, der wie gemacht ist für unsere Gießkanne. Es ist die ideale Gelegenheit unseren Wassertank wieder aufzufüllen und so laufen wir mehrmals mit unserer Gießkanne zwischen Auto und Wasserhahn hin und her – es hat sich keiner dran gestört.

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Dann verlassen wir Irkutsk. Wieder erleben wir dicke Rauchschwaden, die den Himmel verdunkeln. Wieder brennt der Wald und es scheint keinen zu stören. Wir passieren ein brennendes Waldstück und sehen, dass sich das Feuer auf dem Boden ausbreitet. Es ist ein trauriges Bild.

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Der Weg zum Südufer des Baikalsees ist beschwerlich, denn wir müssen einige Berge überwinden – immer steil bergauf und steil bergab. Am höchsten Berg zeigt das Navi fast 1.000 Höhenmeter an.

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Oberhalb des Ortes Kultuk sehen wir dann den Baikalsee. Leider ist es immer noch sehr dunstig, so dass die Sicht stark eingeschränkt ist. Da wir mal wieder duschen und Wäsche waschen wollen fahren wir zu einem abseits der Strasse gelegenen Hotel mit einem großen Innenhof. Der Hof hat das Ambiente eines Schrottplatzes, aber Dusche und Waschmaschine waren ok. Bernhard nutzt die Gelegenheit und klappt das Fahrerhaus, um u.a. das Gestänge der Schaltung zu schmieren, da es hin und wieder beim Schalten quietscht. Von unserem häßlichen, aber praktischen Stellplatz aus sehen wir die vorbeifahrenden Züge der Transsib. Die Güterzüge sind beeindruckend lang. Heute haben wir zum ersten Mal einen Personenzug gesehen.

Blick auf Kultuk und den Baikalsee

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Kultuk – Übernachtung bei Hotel (N51 43 09.4 E103 41 11.7)

Wir haben die Hoffnung, auf einen schönen Stellplatz am Baikalsee noch nicht aufgegeben und fahren weiter am Südufer entlang. Doch es ist schwierig, da das Ufer sehr steil ist und nur wenig Möglichkeiten bietet. Im Ort Utulik soll es einen Campingplatz geben. Wir finden ein noch geschlossenes Ferienlager mitten im Wald ohne Seeblick. So fahren wir weiter und nach einigen erfolglosen Versuchen entdecken wir im Ort Baikalsk einen breiten geteerten Weg zum Seeufer, an dessen Ende sich eine gekieste Fläche mit einigen Bänken befindet. Hier gefällt es uns, und wir beschließen zu bleiben. Wir erleben einen schönen sonnigen Nachmittag mit perfektem Seeblick.

Baikal

Baikalsee – am Ufer im Ort Baikalsk

Baikalsee – am Ufer im Ort Baikalsk

unser Platz in Baikalsk (N51 31 43.0 E104 09 00.3)

Am Morgen ist der Himmel immer noch blau und die Sonne scheint. Wir fahren weiter den Baikalsee entlang nach Tankoy, weil es dort einen schönen Lehrpfad in einem Naturschutzgebiet geben soll. Leider sieht man unterwegs von der Straße aus nur selten den See. In Tankoy angekommen stellen wir uns auf den großen Parkplatz am Gebäude der Parkverwaltung – schön ruhig und abgeschieden.

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Wir bekommen die Erlaubnis, auf dem Parkplatz übernachten zu dürfen. Ein junger Parkmitarbeiter zeigt uns den Weg zum Naturpfad, nicht ohne uns zu bitten, anschließend Souvenirs kaufen zu kommen. Der Pfad beginnt rechts neben dem Gebäude und ist nicht zu verfehlen, denn er ist sehr schön als Bohlenweg angelegt. So kommen wir bequem und trockenen Fußes durch das sumpfige Gelände. Der Spaziergang durch den Wald gefällt uns sehr gut. Es ist wunderbar ruhig hier und die Vögel zwitschern. Wir freuen uns riesig, als wir unterwegs einige Streifenhörnchen sehen. Im Wald gibt es Birken (wie überall hier in Sibirien) und die sibirische Zeder – ein schöner Mischwald.

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Anschließend laufen wir noch in den kleinen Ort mit einer großen Bahnstation und klettern über die Gleise der alten Transsib-Strecke bis zum Seeufer. Immer wieder kommen Güterzüge vorbei. Personenzüge sind eher selten, doch wir haben das Glück und sehen den Zug von Moskau nach Chita, immerhin ca. 6000 km Entfernung. Er ist sicherlich lange unterwegs wenn er an jedem kleinen Bahnhof anhält, so wie hier in Tankoy.

zwischen Baikalsk und Tankoy

Lehrpfad im Tankoy-Nationalpark

Lehrpfad im Tankoy-Nationalpark

Tankoy-Nationalpark – Streifenhörnchen

im Tankoy-Nationalpark

Lehrpfad im Tankoy-Nationalpark

2015-05-26-nr151-RUS-Tankoy--neu

Tankoy-Nationalpark – unser Stellplatz an der Parkverwaltung (N51 32 48.1 E105 07 06.7)

Nach einem angenehmen sonnigen Ruhetag im Naturpark fahren wir weiter Richtung Osten. Unser nächstes Ziel ist gleichzeitig der östlichste Punkt unserer Reise: Ulan-Ude, Hauptstadt der Republik Burjatien. Die Fahrt hierhin ist etwas mühsam, da in diesem Streckenabschnitt die Straße sehr viele Dellen und Bodenwellen aufweist. Doch schließlich erreichen wir unser Ziel. Wir entscheiden uns für den Parkplatz vor dem Ethnographischen Museum, wo wir übernachten und auf besseres Wetter für die Stadtbesichtigung warten.

Ulan-Ude – unser Stellplatz am Ethnographischen Museum (N51 53 00.3 E107 39 05.1)

Das Ethnographische Museum ist kleiner als das Freilichtmuseum von Talzy. Hier hat man Häuser der Region Ulan-Ude gesammelt. Wir lernen, dass eine Jurte nicht unbedingt ein zeltähnliches Gebilde sein muß, denn hier gibt es Jurten aus Holz. Die Inneneinrichtung der Häuser unterscheidet sich deutlich von denen der russischen Häuser und erinnert mehr an ein Zelt.

Ulan-Ude – Ethnographisches Museum

Ulan-Ude – Ethnographisches Museum

Ulan-Ude – Ethnographisches Museum – Jurte

Ulan-Ude – Ethnographisches Museum – Jurte

Ulan-Ude – Ethnographisches Museum

Das Stadtzentrum von Ulan-Ude ist eher überschaubar. Wir besuchen den großen Lenin-Kopf (ca. 5 m hoch) und bewundern die Burjatische Nationaloper. Auch die Fußgängerzone ist nicht sehr lang. In den Seitenstrassen entdecken wir noch viele alte Holzhäuser. Waren die Gesichter der Menschen bisher eher europäisch geprägt, so hat sich das hier in Ulan-Ude geändert und wir sehen hier viele asiatisch geprägte Gesichter. Auch wird scheinbar nicht mehr nur Russisch gesprochen.

Ulan-Ude – Lenin-Kopf am Sowjetischen Platz

Ulan-Ude – Burjatische Nationaloper

Ulan-Ude – Leninstrasse mit Zarentor

Ulan-Ude – Leninstrasse

Ulan-Ude – Holzhäuser

Wir verlassen die Stadt und fahren zum Kloster Ivolginsk. Es ist das größte buddhistische Kloster Russlands und gleichzeitig Sitz des Oberhaupts der russischen Buddhisten. Das Gelände ist sehr weitläufig und es gibt verschiedene Tempel. Einige scheinen noch relativ neu zu sein. Mir fällt auf, dass in keinem der Tempel Butterlämpchen brennen, so wie wir es aus Tibet kennen.

Kloster Ivolginsk

Kloster Ivolginsk

Kloster Ivolginsk

unser Platz am Kloster Ivolginsk (N51 45 33 E107 12 04)

Nun ist es nicht mehr weit bis zur Grenze zur Mongolei, nur noch ein Fahrtag. Wir sind schon gespannt, was uns dort erwartet.

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Das war unsere Reiseroute Russland Teil 3:

Karte Russland 2015 - Teil 3 - Novisibirsk bis Ulan Ude

Insgesamt sind wir in Russland bisher etwa 7.700 km gefahren

Kategorien: Reiseberichte | Ein Kommentar

Russland – Teil 2

Goldener Ring – Gorochowez – Nishni Nowgorod – Kasan – Kungur – Jekaterinburg – Omsk – Novosibirsk

Mai 2015

Auf unserer weiteren Fahrt Richtung Osten wollen wir uns auch Wladimir, die letzte Stadt des Goldenen Rings, nicht entgehen lassen. In Wladimir angekommen steuern wir als erstes den schon von anderen Reisenden beschriebenen riesigen Supermarkt „Globus“ an. Wir stellen fest, dass deren Schilderungen nicht übertrieben waren. Besonders fasziniert hat mich die Kuchentheke: eine ganze Wand lang reiht sich in hohen Kühlschränken ein Kuchen an den anderen. Sie sind in durchsichtigen Plastikboxen verpackt, so dass ich sie in ihrer ganzen Schönheit bewundern kann. Ich könnte mich gar nicht entscheiden, welches der Prachtstücke ich nehmen sollte. Nur gut, dass in unserem Kühlschrank gerade kein Platz ist für Kuchen. In diesem Supermarktparadies könnte ich noch Stunden nur mit Anschauen zubringen. Doch daraus wird nichts und ich muß bald wieder zurück zum Auto.

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Das im 12. Jhdt gegründete Wladimir gehörte mit zu den wichtigen Städten des Landes. Heute stehen die alten Bauten auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Wir spazieren vom Goldenen Tor, dem einzigen Stadttor des mittelalterlichen Wladimir, die Hauptstrasse entlang zur großen Mariä Himmelfahrts-Kathedrale, deren Kuppeln in der Sonne glänzen. Leider hält des schöne Wetter nicht an, denn als wir weiterfahren beginnt es zu regnen, so dass wir die Besichtigung des Klosters von Bogoljubowo nahe Wladimir ausfallen lassen.

Wladimir – Goldenes Tor

Wladirmir – altes Stadtzentrum

Wladimir – Mariä-Himmelfahrts-Kathedrale

Wladimir – Kloster Geburt der Gottesmutter

Unsere nächste Station ist Gorochowez, wo wir uns das Nikolaus-Kloster anschauen. Es ist eine kleine und bescheidene Anlage hoch über dem Fluß Kljasma. Leider hängen über uns drohend schwarze Wolken, so dass wir uns etwas beeilen müssen. Auch der im Reiseführer gelobte Blick auf den Ort mit seinen Kuppeln leidet unter dem düsteren Wetter. Da der Parkplatz des Klosters sich nicht zum Übernachten eignet, fahren wir weiter die Magistrale entlang Richtung Osten, bis wir einen Platz finden.

Gorochowez – Nikolaus-Kloster

Gorochowez – Nikolaus-Kloster

Blick vom Nikolaus-Kloster auf Gorochowez

Rastplatz an der M7 bei Пыра (N56 17 30.2 E43 20 24.4)

Am nächsten Morgen fahren wir zeitig los, denn wir wollen uns die Stadt Nishnij Nowgorod anschauen. An den meisten grossen Städten in Russland gibt es an den Einfallstrassen feste Polizeiwachen, die meistens den Güterverkehr kontrollieren. So auch hier: im strömenden Regen und bei schlechter Fahrbahn musste ich (Bernhard) hinter einem Kleinlaster bremsen. Da unser Auto die Eigenart hat, kurz nach dem Losfahren abhängig von der Wetterlage etwas nach rechts zu ziehen, ist bei diesem Bremsvorgang das Fahrzeug ein wenig nach rechts ausgebrochen. 100 m später mussten wir am Kontrollpunkt anhalten. Nach Führerscheinkontrolle und einem tiefen Blick in die Augen musste ich mit in das Wachgebäude. Da wurde mir dann klar was los war – Alkoholkontrolle. Offensichtlich war dem Polizisten das Bremsmanöver aufgefallen und er hat sich so seine Gedanken gemacht. Interessanterweise zeigte das Messgerät tatsächlich einen Ausschlag, nur mein nicht vorhandenes Russisch verhinderte, das ich den Beamten aufforderte selber in das Teil zu blasen um zu zeigen das es eine Macke hat. Vielleicht war das besser so. Aus voller Überzeugung und im Wissen im Recht zu sein leugnete ich vehement Bier getrunken zu haben und bot sogar eine Blutprobe an. Danach verlegte ich mich auf die Erläuterung des technischen Sachverhaltes: nasses Wetter, schlechte Strasse, bolschoi maschina …….. Das hat funktioniert, die Miene wurde freundlich und ich wurde mit einem freundlichen Doswidanje entlassen.

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Nishnij Nowgorod liegt an der Mündung des Flusses Oka in die Wolga. Als Station auf der Handelsroute von Europa nach Asien entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Handelszentrum. Wichtigste Sehenswürdigkeit ist der um 1500 n. Chr. erbaute Kreml, der hoch oben über der Wolgau thront. Da wir früh am Morgen dort ankommen bekommen wir einen Parkplatz am Flußufer direkt an der Treppe zum Kreml.
Wir mühen uns die vielen Stufen hoch zum Kreml-Eingang. Die Kreml-Mauer ist nett anzuschauen, aber das Innere ist nicht allzu sehenswert. Die Gartenanlage ist schön gepflegt und an einer Stelle an der Mauer ist altes Kriegsgerät ausgestellt. Nishni Novgorod, das ehemalige Gorki, war die Heimat der russischen T-34 Panzer, die hier geradezu verehrt werden. Von einem Aussichtspunkt könnte man schön auf die Wolga schauen – nur schade, dass das Wetter so schlecht ist.

Nischnij Nowgorod – Treppe zum Kreml

Nischnij Nowgorod – Eingang zum Kreml

Nischnij Nowgorod – Kreml

Nischnij Nowgorod – Kreml

Nischnij Nowgorod – Kreml – T-34 Panzer

Nishnij Nowgorod – Kreml

Nischnij Nowgorod -Blick auf die Wolgau

Anschließend laufen wir noch ein Stück durch die Fußgängerzone. Sie ist hübsch geschmückt mit vielen Fahnen für den 9. Mai, den Gedenktag an das Ende des 2. Weltkrieges. In der Fußgängerzone sind noch einige alte Häuser erhalten. Als wir am Ende ankommen, kommt endlich die Sonne hervor.

Nischnij Nowgorod – Fußgängerzone

Wir fahren weiter auf der M7 in Richtung Kasan. Es ist sehr viel Verkehr und die LKWs und PKWs nehmen kein Ende.

auf der M7 hinter Nischnij Nowgorod

auf der M7 hinter Nischnij Nowgorod

Übernachtung an einer Tankstelle an der M7 hinter Nischnij Nowgorod (N56 02 04.7 E46 40 52.2)

Wir erreichen die Stadt Kasan. Unser erstes Ziel ist das Hotel Safar, dass angeblich Camping anbietet. Aber unsere Nachfrage dort wurde mit dem Kommentar abgelehnt, sie hätten keinen Platz. Wenn wir ein Zimmer für 2000 Rubel nehmen, dann ist Parken kostenlos dabei. Wir verzichten und fahren weiter Richtung Innenstadt. Genau gegenüber dem Kreml sehen wir eine große Parkfläche vor dem Stadion, wo wir kurzentschlossen das Auto abstellen.

Strasse nach Kasan

Polizeiposten am Stadtrand von Kasan

auf der Brücke über die Wolgau

exklusiver Parkplatz mit Blick auf den Kreml von Kasan

Kasan ist Hauptstadt der Republik Tatarstan und Zentrum des Islams in Russland. Mit ihren Zwiebeltürmen und Moscheen gilt sie als eine der schönsten Städte Russlands. Wichtigste Sehenswürdigkeit und gleichzeitig UNESCO-Weltkulturerbe ist der Kreml von Kasan, in dem es sowohl eine Moschee als auch eine orthodoxe Kathedrale gibt. Wir erleben Kasan bei strahlendem Sonnenschein und so kommen die Minarette und die goldenen Kuppeln voll zur Geltung. Nach der Besichtigung des Kremls laufen wir durch die Fußgängerzone ins alte tatarische Viertel mit seiner Moschee und den schön restaurierten Holzhäusern. Am Abend haben wir einen Panoramablick auf den beleuchteten Kreml. Wir verbringen eine ungestörte Nacht vor dem Stadion. Nur der Straßenlärm der vorbeiführenden großen Straße war recht laut.

Kasan – Kreml

Kasan – Eingang in den Kreml

Kasan – Moschee Kul Scharif im Kreml

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Kasan – Moschee Kul Scharif

Kasan – Kreml – Palast des Präsidenten der Republik Tatarstan

Kasan – Mariä-Verkündiguns-Kathedrale im Kreml

Kasan – Denkmal für die Baumeister von Kirche und Moschee

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Kasan – Blick vom Kreml auf den Fluß Kasanka und das moderne Kasan

Kasan – Fußgängerzone

Kasan – Kathedrale Peter und Paul

Kasan – Blick über den Unteren Kaban See auf das Tatarenviertel mit der Mardschani Moschee

Kasan – Mardschani-Moschee

Kasan – alte tatarische Häuser

Kasan – unser Übernachtungsplatz am Stadion (N55 47 49.5 E49 06 00.2)

Kasan – Kreml bei Nacht

Wir fahren weiter und verlassen irgendwann die M7. Uns fällt auf, dass an der Nebenstrecke nicht mehr so viele und schöne Rastplätze vorhanden sind.

Wir erreichen Izhevsk, doch hier gefällt es uns gar nicht. Die Stadt ist groß, der Verkehr schrecklich, die Strassen miserabel, alles ist bucklig (muss das San Franzisco Russlands sein) und es gibt keinen gescheiten Parkplatz. So schauen wir uns nur schnell die große Erzengel-Michael-Kirche an, bevor wir die Stadt wieder verlassen. Wir sind froh, als wir wieder auf der Landstrasse sind, wo wir uns nach einer Übernachtungsmöglichkeit umsehen. Irgendwann finden wir eine Raststätte, die akzeptabel aussieht. Es ist ein riesiger, aber leider sehr staubiger Platz. Da der Wind mächtig aufgedreht hat wehen die Staubfahnen über den Platz, so dass wir heute kein Fenster aufmachen können. Dafür gibt es hier Trinkwasser, saubere Duschen und sogar einen Wäsche-Service, bei dem wir unsere Wäsche abgeben. Wir bekommen sie am Morgen frisch gewaschen wieder ausgehändigt – da freut sich die Hausfrau! Mittlerweile haben wir zum ersten Mal eine Zeitzone überschritten und müssen die Uhr um eine Stunde vorstellen.

zwischen Kasan und Izhevsk

Dorf zwischen Kasan und Izhevsk

Izhevsk – Erzengel Michael Kirche

Übernachtung am Rastplatz госатиничный комплекс У моста (N56 59 57.9 E53 50 09.9)

Am Morgen scheint die Sonne, aber es ist kalt und in unserem Auto sind es gerade mal 11 Grad. Wir fahren weiter an Perm vorbei zur Kungur-Eishöhle. Der Weg dorthin führt durch den wenig attraktiven Ort Kungur und an einer Mülldeponie vorbei, die wir noch auf dem Parkplatz vor der Höhle riechen.

Fluß Kama bei Perm

Vor dem Höhleneingang stellen wir fest, dass wir schon die zweite Zeitzone passiert haben und es ist wieder eine Stunde später. In wenigen Minuten startet eine kurze Führung durch die Höhle, der ich mich anschließe. Wir sind nur zu dritt und der Führer rattert seinen Text in russisch runter, so dass ich kein Wort verstehe. Ruckzuck geht es von einer Station zur nächsten, und schon nach einer knappen Stunde stehen wir wieder am Ausgang, obwohl die Führung eigentlich 80 Minuten dauern sollte. Trotzdem hat mir die Höhle gefallen und ich habe die Besichtigung nicht bereut.

Eingang zur Kungur-Eishöhle

Kungur-Eishöhle

Kungur-Eishöhle

Kungur-Eishöhle

Kungur-Eishöhle

Kungur-Eishöhle

Bernhard ist beim Auto geblieben und freut sich, dass ich so schnell wieder da bin. Denn zwischenzeitlich war eine Gruppe betrunkener Jugendlicher am Auto, die ziemlich aggressiv gebettelt haben und sehr aufdringlich geworden sind. So verzichten wir auf die geplante Übernachtung vor der Eishöhle und fahren kurzentschlossen weiter.

Schneereste an der Strasse hinter Kungur

Übernachtung an einem Rastplatz hinter Kungur (N56 57 18.0 E57 31 35.6)

Unsere Route führt uns weiter Richtung Jekaterinburg. Die Strasse ist meist 2-spurig und in akzeptablen Zustand. Die Straßenränder sind voller Müll, aber immer wieder sehen wir Trupps von Leuten, die den Müll in Säcke sammeln. Die Säcke werden dann später eingesammelt. Ein anderer Trupp ist mit einem Schaufellader dabei, die vielen defekten Reifen vom Straßenrand einzusammeln. Damit alles schön wird, werden die Leitplanken und die Pfosten der Verkehrszeichen neu gestrichen – ohne Vorbehandlung auf die alte Farbe.

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Wir befinden uns im Ural, dem „Gebirge“, das Europa und Asien trennt. Doch wir merken nicht viel von Gebirge, denn die Berge sind nur um die 300 Meter hoch, also eher Hügelchen.

im Ural

im Ural – Honigverkäufer

Irgendwie verpassen wir das Denkmal, dass die Grenze zwischen Europa und Asien anzeigt. Wir erreichen den Stadtrand von Jekaterinburg und fahren zuerst zum Kloster Ganina Jama. Es entstand auf dem Gelände einer Eisenerzgrube, in der die Leichen des letzten Zaren und seiner Familie verscharrt wurden. Heute befindet sich an dieser Stelle ein Kloster mit sieben Holzkirchen – für jedes Familienmitgleid eine. Das Kloster liegt abseits in einem Birkenwald. Die Zufahrtsstrasse dorthin ist extrem schmal. Zum Glück weichen uns die entgegen kommenden PKW aus. Dann taucht vor uns eine Unterführung auf, die mit 2 m Höhe angegeben ist. In Wirklichkeit ist sie viel höher und wir passen prima unten durch. Vor dem Eingang zum Kloster ist ein riesiger ebener Parkplatz, der ideale Platz zum Übernachten. Hier gefällt es uns und wir beschließen zu bleiben. Das Kloster mit den Holzkirchen ist sehr gepflegt und sieht sehr schön aus, mit golden glänzenden Kuppeln. Es herrscht eine friedliche und ruhige Atmosphäre und ich bin froh, dass wir hierhin gekommen sind. Ausserdem gibt es hier leckeres Gebäck und Kaffee aus der Klosterküche.

Kloster Ganina Jama – Denkmal für Zar Nikolaus II

Kloster Ganina Jama

Kloster Ganina Jama

Kloster Ganina Jama – Denkmal für die Kinder des Zaren

Kloster Ganina Jama – unser Übernachtungsplatz (N56 56 38.6 E60 28 23.2)

Am nächsten Morgen fahren wir ins Zentrum von Jekaterinburg, der viertgrößten Stadt Russlands. Sie entstand im 18. Jhdt. rund um die damals größte Eisenhütte Russlands. Die Stadt ist bekannt geworden, weil hier im Jahr 1918 der letzte russische Zar und seine Familie erschossen wurde. Seit dem Jahr 2003 steht an der Stelle, wo die Tat geschah, die Erlöserkathedrale. Sie ist heute die größte Sehenswürdigkeit der Stadt.
Obwohl es sonst keine bedeutenden Sehenswürdigkeiten in Jekaterinburg gibt, finde ich die Stadt ganz nett. Wie in vielen russischen Städten ist hier Platz ohne Ende, mit breiten Straßen und großen Plätzen. Auf dem Lenin-Platz vor der Stadtverwaltung sind riesige Tribünen aufgebaut für die morgige Feier zum Ende des 2. Weltkrieges. Es ist schon erstaunlich, dass auch in den kleinsten Dörfern der Tag der Deutschen Kapitulation gefeiert wird. Überall sieht man Banner und Plakate und die Vorbereitungen für die lokale Festrede. Dieses Ereignis hat bis auf den heutigen Tag in allen Generationen wohl tiefen Eindruck hinterlassen.

Jekaterinburg – Erlöserkathedrale auf dem Blut

Jekaterinburg – Erlöserkathedrale auf dem Blut

Jekaterinburg – Stadtteich

Jekaterinburg – Historischer Platz

Jekaterinburg – Schmuckmuseum

Jekaterinburg -Platz Des Jahres 1905

Jekaterinburg – Fußgängerzone

Jekaterinburg – Katharinenkapelle

Wir fahren weiter und finden wieder einen schönen Rastplatz, wo wir übernachten.

Rastplatz hinter Jekaterinburg (N56 43 57.0 E61 03 22.1)

Vor uns liegt Sibirien, ein unendlich großes Gebiet mit einer West-Ost-Ausdehnung von 7.000 km. Die Landschaft ist flach und unendlich weit. Wir passieren Felder von unvorstellbarer Größe. Dazwischen sind immer wieder Birkenwälder. Der Boden ist feucht und überall stehen Pfützen.

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Wir erleben einen total verregneten und kühlen Tag. Unterwegs werden wir zum zweiten Mal von der Polizei angehalten und kontrolliert. Dieses Mal will der junge Mann offensichtlich nur etwas unterhalten werden, wenn er denn schon im strömenden Regen Autos kontrollieren muß. Bernhard muß die Papiere vorzeigen,. Dann wird er nach der “green card”, der grünen Versicherungskarte gefragt – erstaunlich, das ein junger Polizist in Sibirien dieses Dokument kennt. Das ist das erste Mal, das dieses kontrolliert wird. Er ist zufrieden und wünscht uns auf Deutsch: Auf Wiedersehen.

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Bei dem schlechten Wetter haben wir keine Lust uns Tjumen anzuschauen und so fahren wir an der Stadt vorbei. Es ist viel Verkehr und immer wieder werden wir von Lastern überholt. Hinter Jekaterinburg gibt es kaum noch Rastplätze. Einige sind geschlossen und andere sehen aus wie Schlammgruben. So fahren wir heute ungewöhnlich weit, bis wir zum Stehen kommen. Wir erwischen einen großen asphaltierten Platz, doch hier ist das Sanitär ziemlich mies. Wir gehen in der nahen Kantine essen und sehen nebenher im Fernsehen den Bericht von den Feiern in Moskau zum 70-jährigen Kriegsende. Man sah viele Leute, die Bilder ihrer Angehörigen, die entweder im Krieg gefallen oder mittlerweile verstorben sind, auf dem Roten Platz vor sich hertrugen. Es wahr wohl eine ganztägige Übertragung des Russischen Fernsehens.

Rastplatz гостиница Вега (N56 30 31.3 E67 30 58.2)

Auch am nächsten Tag wird das Wetter nicht besser. Hatte ich mich gestern noch über die schönen Straßen gefreut, so ist die Freude heute schnell vorbei. Denn kurz nachdem wir losgefahren sind beginnt eine schlimme Holperstrecke. Sie erstreckt sich über 200 km lang. Erst an der Grenze zum Oblast Omsk wird die Strasse plötzlich wieder gut. In dem schlimmen Abschnitt fahren wir teilweise nur mit 25 km/h – immer schön langsam hinter einem LKW her, denn an ihm kann man gut erkennen, wo man am besten lang fährt. Mittlerweile haben wir wieder eine neue Zeitzone errecht und müssen die Uhr nochmals eine Stunde vorstellen.

zwischen Tjumen und Omsk

zwischen Tjumen und Omsk – Holperpiste

zwischen Tjumen und Omsk

zwischen Tjumen und Omsk

Irgendwann erreichen wir Omsk, die zweitgrößte Stadt Sibiriens. Am Stadtrand ist ein riesiges Einkaufszentrum mit Mediamarkt, Ikea etc. Wir gönnen uns einen angenehmen Vormittag im Shopping-Paradies, indem wir durch die Passage schlendern, lecker essen gehen und fast nichts einkaufen.
Dann fahren wir ins Stadtzentrum und finden einen schönen Parkstreifen am Flußufer nahe dem Flußhafen, wo wir auch übernachten. Am nächsten Tag erkunden wir die Stadt. Auch Omsk ist keine sehr alte Stadt und hat nicht viele Sehenswürdigkeiten.

Omsk – Flußhafen

Omsk – unser Platz am Fluß (N54 58 53.0 E73 22 19.7)

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Omsk – Maria-Himmelfahrts-Kathedrale

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Omsk – Maria-Himmelfahrts-Kathedrale

Omsk – die ehemalige Prachtstrasse

Omsk – Akademie-Theater

Omsk – Feuerwehrturm

Omsk

Omsk – Installateur Stepanic ist schon weit herumgekommen

Wir wollen es heute ruhig angehen lassen und fahren nur wenig weiter zu einem schönen Rastplatz, wo wir wieder einmal duschen und unser Brauchwasser auffüllen können.

Die Sonne scheint und es ist warm, und so machen wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit den sibirischen Mücken. Sie sind größer als bei uns und unglaublich zahlreich, so dass wir uns keine Minute länger im Freien aufhalten als nötig. Plötzlich lerne ich, das kalte und nasse und mückenfreie Wetter im Nachhinein zu schätzen.
In der Nacht machen wir zum ersten Mal schlechte Erfahrungen auf einem Rastplatz, denn plötzlich sind wir von Kühllastern umgeben, deren Kühlaggregate die ganze Nacht laufen und einen furchtbaren Lärm machen. So haben wir kaum schlafen können.

M51 hinter Omsk

Rastplatz hinter Omsk (N55 00 02.9 E74 36 26.0)

Wir fahren weiter. Unterwegs sehen wir ein paar mal brennende Felder, die von den Bauern angezündet wurden. Das erinnert mich an einen Zeitungsartikel kurz vor unserer Abreise, dass in Sibirien die Wälder brennen sollen.

brennende Felder

brennende Felder

langsam wird es grün in Sibirien

Sibirien – ein Paradies für Mücken

Rastplatz auf dem Weg nach Novosibirsk (N55 05 46.4 E81 33 52.5)

Nach einem weiteren Stop erreichen wir die Stadt Novosibirsk, das Herz Sibiriens. Die Stadt entstand 1893 als Station der neu erbauten Transsibirischen Eisenbahn. So ist die größte Sehenswürdigkeit der Stadt der große Bahnhof, an dem u.a. die Transsib-Eisenbahn hält. Wir sind sprachlos, als wir diesen schönen Bahnhof sehen. Alles ist in supergutem Zustand – sauber, aufgeräumt und geordnet. In den Gleisanlagen und an den Bahnsteigen liegt nicht der kleinste Dreck, und nirgendwo ist Graffitti. Die große Bahnhofshalle sieht innen aus wie das Foyer eines großen Luxushotels und alle Reisenden benehmen sich auch so. Wenn ich da an den Kölner Hauptbahnhof denke ….. im Vergleich dazu ist er ein unglaubliches Dreckloch. Auf den Anzeigetafeln findet man so interessante Züge wie Moskau – Wladivostok, Novosibirsk – Alma Ata – Taschkent – Frunse. Es ist lustig, noch die sowjetischen Namen für Almaty und Bishkek zu sehen. Wir laufen noch ein wenig durch die Stadt und kehren dann zum Deutschen Haus zurück, wo wir unser Auto stehen haben. Wir dürfen hier auf dem Gelände gegen Gebühr übernachten. Die Leute hier sind unglaublich freundlich und um uns besorgt und wir fühlen uns hier wohl.

Fahrt über den Ob bei Novosibirsk

Novosibirsk – Leninplatz

Novosibirsk – Theater für Oper und Ballett

Novosibirsk – Alexander Newski Kathedrale

Novosibirsk – Alexander Newski Kathedrale

Novosibirsk – Kapelle

Novosibirsk – Eisenbahn

Novosibirsk – Bahnhof

Novosibirsk – Bahnhof

Novosibirsk – Wartehalle im Bahnhof

Novosibirsk – Bahnhof

Novosibirsk – Bahnhof

Novosibirsk – Wurststand auf dem Markt vor dem Bahnhof

Novosibirsk – unser Stellplatz am Deutschen Haus (N55 02 01.9 E82 56 01.1)

Insgesamt sind wir bisher positiv überrascht von den guten bis akzeptablen Straßen. Ab und zu gab es mal kurze Abschnitte, die etwas holpriger waren, aber insgesamt können wir nichts schlechtes berichten. Einzige Ausnahme sind die ca. 200 km zwischen Tjumen und der Grenze zum Oblast Novosibirsk, die wirklich furchtbar waren. Wir freuen uns über die günstigen Dieselpreise, besonders wegen der langen Strecken, die wir hier fahren. Wir haben einmal für 200 l Diesel umgerechnet 100 Euro bezahlt. In Sibirien scheint es wieder etwas teurer zu sein, so um die 0,62 Euro/l. Aber das ist für uns immer noch günstig.

Das war unsere Route Russland Teil 2:

Karte Russland 2015 Teil 2 - Susdal-Nowosibirsk

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Russland – Teil 1

St.Petersburg – Moskau – Goldener Ring
April 2015

Nun sind wir wieder unterwegs. Wie geplant bringt uns die Fähre von Travemünde nach Helsinki. Da wir Helsinki schon kennen, verzichten wir dieses Mal auf eine Fahrt ins Stadtzentrum, denn es sind nur ca. vier Grad und es ist ziemlich ungemütlich. Von hier fahren wir weiter nach Lappeenranta. Es ist noch früh im Jahr und auf dem Saima-See schwimmen noch einige Eisschollen. Da noch keine Saison ist können wir wunderbar am Hafen stehen und den Blick aufs Wasser genießen. Im Sommer wäre dies unmöglich, weil es dann hier sehr voll ist.

auf der Fähre

Einfahrt nach Helsinki

Helsinki – Campingplatz Rastilla (N60 12 24 E25 07 16)

Lappeenranta – Blick vom Hafen auf den Saima-See