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Spanien Teil 2 – 2016

Sevilla – Carmona – Ecija – Cordoba – Antequera – Malaga – Granada – Guadix – La Calahorra – Almeria – Cabo de Gata – Cartagena

September-Oktober 2016

Mitte September starten wir unsere letzte Reiseetappe für das Jahr 2016. Los geht es mit Sevilla, der Hauptstadt der Provinz Andalusien. Wir finden einen netten Stellplatz etwas außerhalb der Stadt und fahren mit dem Bus ins Zentrum. Sevilla war schon in der Antike ein wichtiges Handelszentrum. Zur Zeit der Mauren war die Stadt eine der wichtigsten Städte in Al-Andaluz. Im 16. Jhdt. war sie Zentrum des Handels mit der Neuen Welt. Heute finden sich noch zahlreiche Spuren der vergangenen Epochen. Wichtigste Sehenswürdigkeiten sind die Kathedrale und der Alcazar, die beide zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Leider können wir beide nur von außen besichtigen, denn die Warteschlangen vor den Kassenhäuschen sind uns zu lang. Wir laufen durch die engen Altstadtgassen, die so verwinkelt sind, dass uns die Orientierung schwerfällt und wir uns auf der Suche nach dem Stadtpalast Casa de Pilatos erst einmal verlaufen. Die Casa de Pilatos ist ein Stadtpalast aus dem 16. Jhdt und gilt als Prototyp eines andalusischen Adelspalastes. Ich gönne mir den mit 10 € recht teuren Eintritt und bin ein wenig enttäuscht über den Erhaltungszustand, denn das Erdgeschoß und die Gartenanlagen hätten eine Renovierung nötig. Schließlich besuchen wir noch den Plaza de Espana. Hier gefallen uns besonders die schönen bunten Kachelbilder der spanischen Provinzen.

Sevilla – Kathedrale

Sevilla – Alcazar

Sevilla – Casa de Pilatos – Innenhof

Sevilla – Casa de Pilatos – Garten

Sevilla – Goldturm

Sevilla – Altstadt

Sevilla – Parlament von Andalusien

Sevilla – Plaza de Espana

Sevilla – Plaza de Espana – Kachelbild Almeria

Sevilla – Plaza de Espana – Kachelbild Barcelona

Sevilla – Plaza de Espana – Kachelbild Pamplona

Unser nächstes Ziel ist die kleine Stadt Carmona, einer der ältesten Orte in Andalusien. Wir parken am Altstadtrand neben einem schönen Stadttor und spazieren durch den Ort. Wir steigen hinauf auf ein weiteres Stadttor und haben von dort einen schönen Überblick über die Stadt und ihre Umgebung. Wir besuchen die Reste einer römischen Nekropole aus dem ersten und zweiten Jhdt. n. Chr. In den Grabkammern sieht man noch die Nischen für die Urnen. Die Anlage ist sehr schön mit vielen Pflanzen angelegt. Nach den überrannten Touristenhighlights ist diese Stadt in der spanischen Provinz mit ihrer Ruhe und dem noch erhaltenen spanischen städtischen Leben eine Wohltat.

Carmona – Cordoba-Tor

Carmona – Altstadtgasse

Carmona – Sevilla-Tor

Blick vom Sevilla-Tor auf Carmona

Carmona – Römische Nekropole

Carmona – Römische Nekropole

Wir fahren weiter nach Ecija. Der Ort wird wegen seiner vielen Kirchen auch Stadt der Türme genannt. Im Sommer werden hier landesweit die höchsten Temperaturen gemessen, so dass er auch die Bratpfanne Spaniens genannt wird. Hier kann es über 40 Grad warm werden. Zum Glück ist es bei unserem Besuch nicht so heiß. Doch wir haben trotzdem Pech, weil heute alle Sehenswürdigkeiten geschlossen sind und der Ort ein bischen ausgestorben wirkt. Die Bevölkerung bereitet sich auf eine Feria – ein Volksfest – vor, das bald beginnen wird. So bleibt uns nur ein kurzer Stadtbummel bevor wir weiterfahren.

Ecija -Plaza de Espana

Ecija – Kirchturm

Unser nächstes Ziel ist wieder ein kulturelles Schwergewicht – Cordoba. Zur Zeit des Kalifats von Córdoba im 10.Jhdt. war Cordoba mit einer halben Million Einwohnern eine der größten Städte der Alten Welt.

In dieser Zeit entstand auch die Palaststadt Medina Azahara, die etwas außerhalb des Zentrums an einem Berghang liegt. 10.000 Arbeiter schufen in 25 Jahren Paläste, Wohnhäuser, Gärten und eine Moschee. Alte Chroniken berichten von der außergewöhnlichen Pracht der gewaltigen Anlage. Die Blüte dieser Stadt währte nur kurz, denn schon 74 Jahre später wurde die Palaststadt eingenommen und geplündert.

Im Besucherzentrum schauen wir uns ein kleines Museum sowie einen schön gemachten Film über Medina Azahara an. Computeranimationen lassen die vergangenen Zeiten wieder lebendg werden. Anschließend bringt uns der Museumsbus hinauf zu den Resten der Palaststadt. Vor uns liegt ein riesiges Areal. Von den meisten Gebäuden stehen nur noch die Grundmauern, doch einige rekonstruierte Teile lassen ein wenig von der alten Pracht erahnen. Leider ist der große Saal, in dem es am meisten zu sehen gibt, wegen Renovierung geschlossen. Trotzdem gefällt es uns hier sehr gut und wir lassen uns Zeit, um alles in Ruhe anzuschauen.

Medina Azahara

Medina Azahara

Medina Azahara

Wichtigste Sehenswürdigkeit im Stadtzentrum von Cordoba ist die Mezquita-Catedral. Die ehemalige Moschee wurde nach der Rückeroberung des Landes durch die Christen zu einer Kathedrale umfunktioniert. Im Innern des riesigen Bauwerks gibt es mehr als 800 Säulen. Anders als in Sevilla ist hier keine Warteschlange vor dem Kassenhäuschen, so dass wir uns dieses beeindruckende Bauwerk ohne Stress von innen anschauen können. Der Säulenwald ist imponierend.

Cordoba – Fassade der Mezquita-Catedral

Cordoba – Orangenhof und Glockenturm der Mezquita-Catedral

Cordoba – Säulenwald der Mezquita-Catedral

Cordoba hat noch viel mehr zu bieten und so laufen wir durch die schöne Stadt. Etwas außerhalb des Zentrums finden wir einen netten Platz, wo wir uns ein leckeres Mittagessen schmecken lassen. Es gab fritierte Auberginenstreifen mit einer brauen Sauce – sehr lecker.  Zum Schluß unseres Besuchs gönnen wir uns den Eintritt in den Alcázar de los Reyes Cristianos („Palast der Christlichen Könige“) aus dem 14. Jhdt. Hier gefallen uns besonders die Gartenanlagen mit den schönen Blumen. Im Schatten beim Springbrunnen sitzend genießen wir die Atmosphäre des Ortes.

Cordoba – Römische Brücke und Turm Calahorra

Cordoba – Altstadtgasse

Cordoba – Plaza de la Corredera

Cordoba – Eingang zum Palast der Christlichen Könige

Cordoba – Garten im Palast der Christlichen Könige

Cordoba – Blume im Garten des Palastes der Christlichen Könige

Nun wollen wir wieder an die Küste und steuern südwärts. Wir durchfahren eine Landschaft, in der die Olivenbäume streng in Reih und Glied stehen – alles sehr aufgeräumt und wohl ein Zentrum der spanischen Agrarindustrie. Wir besuchen Antequera, eine kleine Stadt mit einem historischen Kern. Am Stadtrand liegen die Dolmen de Menga und die Dolmen de Viera aus der Zeit um 3800 v. Chr.. Sie gehören zu den größten Megalithanlagen Europas. Auch die Römer waren schon in Antequera und haben ihre Spuren hinterlassen.

Olivenhaine zwischen Cordoba und Antequera

Antequera

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Antequera – Innenhof eines ehemaligen Klosters (heute Rathaus)

Antequera – Denkmal zur Erinnerung an die Zeit der Mauren

Blick auf Antequera

Antequera – Dolme Menga

Nach einem kurzen Spaziergang durch den Ort fahren wir auf einem netten Stellplatz bei Rincon de la Victoria, wo wir uns einige Tage von den vielen Besichtigungen erholen.

Trotzdem sind wir nicht ganz faul, denn wir machen einen Ausflug mit dem Linienbus nach Malaga. Wir spazieren an der Kathedrale entlang zur Alcazaba, einer maurischen Festung, an deren Fuß  die Reste eines römischen Theaters liegen. Die Alcazaba ist eine positive Überraschung für uns: die Anlage ist wunderschön und überraschend groß (und gar nicht teuer für das Gebotene). Sie erinnert uns an die Alhambra in Granada. So eine tolle Festung haben wir nicht erwartet und der Besuch hat sich wirklich gelohnt. Danach bummeln wir noch ein wenig durch die Stadt und erfreuen uns an den vielen Palmen entlang der Strasse.

Malaga – Kathedrale

Malaga – Blick auf Alcazaba

Malaga – Alcazaba

Malaga – Alcazaba

Malaga – Alcazaba

Malaga – Alcazaba

Malaga – Rathaus

Malaga – Fußgängerzone

Unser nächstes Ziel führt uns wieder ins Landesinnere, denn wir wollen uns Granada anschauen. Die Alhambra kennen wir schon von einem früheren Besuch, so dass wir uns dieses Mal auf die Stadt beschränken. Wir machen einen ausgedehnten Stadtbummel. In einigen Souvenir-Läden entdecken wir die farbenfrohen türkischen Lämpchen, die uns schon in Istanbul gut gefallen haben. Nur schwer können wir der Versuchung widerstehen einige der Lampen zu erwerben. Nach einer Recherche im Internet haben wir festgestellt das sie gar nicht so teuer waren. Vielleicht müssen wir noch einmal nach Istanbul um welche zu besorgen (oder vielleicht kann die Weidengasse in Köln helfen?).

Granada -Blick auf die Alhambra

Granada – Altstadt

Granada – Plaza de la Romanilla

Granada – Altstadtgasse

Granada – Lampenparadies

Von Granada aus führt uns unser Weg am Nordrand der Sierra Nevada entlang Richtung Osten. Auf kurzer Strecke mit grosser Steigung muß unser Auto mühsam auf 1.380 m hinaufklettern, bevor es langsam wieder bergab geht. Wir machen einen kurzen Zwischenstop in Guadix und fahren dann zur Burg La Calahorra, die oberhalb eines kleinen Dorfes malerisch auf einem Berg steht. Sie ist sehr schön anzusehen, kann aber nicht von innen besichtigt werden. Wir steigen den Hügel hinauf und umrunden die Burg, deren Außenmauer nur noch teilweise erhalten ist. Das Postkartenfoto „Burg vor den Bergen der Sierra Nevada“ ist uns trotzdem nicht gelungen da die Fernsicht durch Dunst etwas eingeschränkt war.

Sierra Nevada zwischen Granada und Guadix

Sierra Nevada zwischen Granada und Guadix

Blick auf Guadix

Guadix – Blick über Plaza de la Constitucion auf Kathedrale

Burg La Calahorra

Nun biegen wir wieder Richtung Süden zur Küste ab. Die Landschaft ändert sich wieder und wir durchqueren die Wüste Tabernas. Hier sieht es aus wie im Wilden Westen. Kein Wunder, dass in dieser Landschaft so mancher Film gedreht wurde. Wir verzichten auf den Besuch der Filmstädtchen und steuern unser nächstes Ziel an, die Alcazaba in Almeria. Sie ist nach der Alhambra die zweitgrößte maurische Festung in Spanien. Wir lassen das Auto am Stadtrand stehen und laufen zur Burg hinauf. Von hier oben haben wir einen schönen Blick auf den Hafen. In der Festung ist teilweise ein netter Garten angelegt, andere Teile werden noch von Archäologen untersucht. Insgesamt war es eine lohnende Besichtigung und das bei kostenlosem Eintritt.

Wüste Tabernas

Wüste Tabernas

Almeria – Blick auf Alcazaba und Stadt

Almeria – Alcazaba – Eingang

Almeria – Alcazaba

Almeria – Alcazaba – Blick auf Zweiten und Dritten Burgbezirk

Almeria – Alcazaba – Garten im Zweiten Burgbezirk

Almeria – Alcazaba – Turm Homenaje im Dritten Burgbezirk

Almeria – Alazaba

Nach dem Kulturprogramm steht uns wieder der Sinn nach Natur, so dass wir zum Naturschutzgebiet Cabo de Gata fahren. Hier gibt es eine schöne Felsküste, die nett anzuschauen ist. In einer Lagune entdecke ich einige Flamingos.

Cabo de Gata

Cabo de Gata

Flamingos

Cabo de Gata bei Isleta de Moros

Dorf Isleta de Moros im Naturpark Cabo de Gata

Unser letzter Besichtigungspunkt in Südspanien ist die Stadt Cartagena. Schon seit dem Altertum ist die Stadt ein wichtiger Seehafen. Heutzutage nutzt die spanische Marine den günstig gelegenen Hafen. Wir schauen uns das römische Theater an und steigen hinauf zur Burg, von wo wir einen schönen Blick haben. Anschließend bummeln wir durch die Stadt und durch den Hafen. Hier entdecken wir dann das Becks-Schiff Alexander von Humboldt 2, das wir aus der Reklame kennen. Irgendwie bin ich ein bischen enttäuscht, denn ich hatte mir Cartagena schöner vorgestellt. Die Stadt ist nicht schlecht, aber Malaga hat mir irgendwie besser gefallen.

Cartagena – General Astrubal aus Karthago gründete die Stadt 227 v. Chr.

Cartagena – Stadtmauer

Cartagena – Römisches Theater

Cartagena – Arabischer Leuchtturm

Cartagena – Blick von der Burg auf den Hafen

Cartagena – alte Hafenbehörde

Cartagena – Alexander von Humboldt 2

Cartagena – Altstadt

Cartagena – Altstadt

Damit endet unsere Reise durch Südspanien. Wir wollen dem deutschen Winter entkommen und bleiben bis zum nächsten Frühjahr hier im sonnigen Süden. So haben wir noch viel Zeit um neue Pläne zu machen für das Reisejahr 2017.

Das war unsere Reiseroute durch Südspanien:

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Portugal

Viana do Castelo – Braga – Guimaraes – Aveiro – Coimbra – Coimbriga – Tomar – Almourol – Fatima – Batalha – Alcobaca – Obidos – Lissabon – Evora – Beja – Porto Covo – Cabo Sardao – Cabo Sao Vicente – Sagres – Lagos – Silves – Armacao de Pera

August 2016

Gut ausgeruht nach angenehmen Tagen auf einem netten Campingplatz in Spanien starten wir unsere Route durch Portugal. Ganz unspektakulär passieren wir die Grenze. Wir möchten Portugal mautfrei befahren und hoffen darauf, dass unser Navi alles richtig macht und alle Mautstrecken vermeidet. Das Mautsystem ist selbst für Portugiesen kaum zu durchschauen, wie uns ein Einheimischer später erzählt. Den Stress wollen wir uns ersparen.

Unser erstes Ziel ist Viana do Castelo, eine über viele Jahrhunderte wohlhabende Hafenstadt. Viele der prächtigen Gebäude sind bis heute erhalten, so dass der Ort zu den schönsten Städtchen Portugals zählt.

Bevor wir unsere Stadtbesichtigung beginnen holen wir uns bei MEO eine Internet-SIM-Karte. Wir bekommen 30 GB für 30 Tage für ca. 35 €. Na, das sollte ausreichen. Dann laufen wir durch die Strassen der Altstadt und genießen das Flair. Leider ist der Himmel nicht grenzenlos blau, sondern teilweise undurchsichtig braun-grau-gelb. Es sind Rauchschwaden von Waldbränden, die uns leider in den nächsten Tagen begleiten werden. Wir übernachten in Viana do Castelo nahe der Eiffel-Brücke. Hier riecht es permanent nach Rauch und der Wind bringt Aschepartikel mit sich. Am nächsten Morgen ist das Wohnmobil innen mit einer dünnen Ascheschicht bedeckt, so dass erst einmal Reinemachen angesagt ist.

Viana do Castelo

Viana do Castelo – Praca da Republica

Viana do Castelo

Viana do Castelo – Altstadtgasse

Viana do Castelo

Viana do Castelo – Eiffelbrücke unter Rauchwolken

Unser nächstes Ziel ist die Stadt Braga. Die mehr als 2000 Jahre alte Stadt ist nicht nur ein Wirtschaftszentrum, sondern auch ein religiöses Zentrum. Daher trägt sie den Beinamen „Rom Portugals“. Wir gönnen uns die Besichtigung der großen Kathedrale und sind beeindruckt von der riesigen geschmückten Orgel aus dem 18. Jhdt. Sie sieht toll aus. Natürlich steht auch die berühmte Wallfahrtskirche Bom Jesus do Monte auf unserem Programm. Es ist warm und wir sind faul und fahren mit dem Schrägaufzug nach oben. Nach unserer Besichtigungsrunde laufen wir die große Freitreppe wieder nach unten. Wir übernachten am Fuß des Berges. Am Morgen liegt schon wieder eine Ascheschicht in unserem Auto. Es scheint so, als ob die Waldbrände kein Ende nehmen.

Braga – Kathedrale

Braga – Kathedrale – Seitenaltar

Braga – Kathedrale – Orgel

Braga – Kirche Hospital de San Marcos

Braga – Palast Raio

Braga – Rathaus

Braga – Wallfahrtskirche Bom Jesus do Monte

Braga – Wallfahrtskirche Bom Jesus do Monte

Braga – Bom Jesus do Monte

Wir fahren weiter nach Guimaraes, einer kleinen Stadt mit einer hübschen Altstadt. 1139 n. Chr. war Guimaraes die erste Hauptstadt des neu entstandenen Portugal. Deswegen steht an der Stadtmauer „Aqui nasceu Portugal – Hier wurde Portugal geboren“. Bevor wir unsere Besichtigung beginnen starten wir mit einem Frühstück. Wir bestellen Tostas – eine dicke Scheibe Brot mit Olivenöl getränkt. Es schmeckt lecker und macht richtig satt.

Die kleine Altstadt von Guimaraes ist nett anzusehen, aber leider auch ziemlich überlaufen. Vor dem Eingang zum Palast der Herzöge von Braganca, der zum UNESCO-Welterbe gehört, drängeln sich die Besucher, so dass wir keine Lust mehr auf dessen Besichtigung haben. Bei den Temperaturen und der Sonneneinstrahlung in einer Warteschlange zu stehen ist uns zu anstrengend. So fahren wir weiter Richtung Süden. Unser Ziel ist die Stadt Porto.

Guimaraes

Guimaraes – Hier wurde Portugal geboren

Guimaraes – Platz Largo da Oliveira

Guimaraes – Kirche Nossa Senhora da Oliveira

Guimaraes – Kirche Nossa Senhora da Oliveira

Guimaraes – Kirche Nossa Senhora da Oliveira – Kreuzgang

Guimaraes – Platz Praca de S Triago

Guimaraes – Burg

Guimaraes – Ritter vor dem Palast der Herzöge von Braganca

Die Rauchschwaden der Waldbrände liegen immer noch in der Luft. Wir hoffen darauf, dass es im Süden besser wird. Doch genau das Gegenteil tritt ein: rund um Porto wird die Luft immer schlechter und die  grau-gelben Rauchschwaden immer dichter, so dass man nicht mehr viel sieht. Die Lungen merken es auch und das Atmen fällt immer schwerer. Da auch der geplante Stellplatz im Botanischen Garten belegt ist und die Ascheluft extrem unangenehm ist, verzichten auf die Besichtigung von Porto. Wir fahren noch fast 80 Kilometer, bis wir nach Aveiro kommen, einer kleinen Stadt an der Küste.

Es ist schon spät, so dass wir heute nicht mehr weiter wollen. Hier an der Küste haben sich die Rauchschwaden etwas verteilt, so das man stellenweise schon wieder blauen Himmel erahnen kann. Es drängt sich der Eindruck auf, dass in halb Portugal die Wälder brennen. Das ist für das Land sicher eine ökologische Katastrophe.

Bis ins 16. Jhdt. war Aveiro ein bedeutender Fischereihafen, doch dann verlandete der Zugang zum Meer. Aveiro gilt als das Venedig Portugals, weil der Ort von drei Kanälen durchzogen wird. Der Vergleich mit Venedig erscheint uns doch sehr übertrieben, denn so schön ist der Ort nicht. Nur die Touristenmassen, die sich auf bunten Booten über die Kanäle schippern lassen, haben mich an den Rummel in Venedig erinnert.

Aveiro – Canal de S Roque

Aveiro – Platz Melo Freitas

Aveiro – Canal do Cojo

Aveiro – Cais dos Botiroes

Unser nächstes Ziel ist wieder ein kulturelles Schwergewicht – die alte Universitätsstadt Coimbra. Hoch oben auf der Bergspitze thront die Alte Universität über der Altstadt. Wir gönnen uns die Besichtigung der Alten Universität mit ihrer großen Bibliothek. Die Warteschlange vor der Kasse ist nicht allzu lang, aber es dauert eine schiere Ewigkeit bis wir unsere Tickets in der Hand haben. Für die Besichtigung der Bibliothek bekommen wir einen Zeitpunkt zugeordnet, an dem wir pünktlich vor der Tür stehen müssen. Nur schade, dass im Inneren der Bibliothek das Fotografieren nicht erlaubt war. Im Eintrittspreis eingeschlossen ist auch der Besuch des Wissenschaftsmuseums. Es hat einen wunderschönen naturwissenschaftlichen Teil mit sehr vielen ausgestopften Tieren und Skletten. Das Museum gefällt mir sehr gut und ich könnte noch viel länger hier bleiben. Im  technischen und chemischen Bereich sind diverse Gerätschaften u.a. zur Mechanik, Optik und Elektrotechnik  ausgestellt, die Bernhard mehr zusagen. Schließlich gehen wir noch in den Botanischen Garten, der uns aber enttäuscht. Es gibt nur sehr wenig Blühendes und einige Teile der Gartenanlage sind nicht zugänglich, weil sie offensichtlich nicht mehr gepflegt werden und verfallen. Hier in Coimbra erleben wir endlich den ersten Tag ohne Rauchwolken in Portugal.

Coimbra

Coimbra – Altstadt

Coimbra – Innenhof der Alten Universität

Coimbra – Innenhof der Alten Universität mit Bibliothek (li)

Coimbra – Alte Universität – Saal der Doktorhüte

Coimbra – Blick von der Alten Universität auf die Stadt

Coimbra – Wissenschaftsmuseum – Naturwissenschaft

Coimbra – Wissenschaftsmuseum – Naturwissenschaft

Coimbra – Wissenschaftsmuseum – Elektrotechnik

Coimbra – Wissenschaftsmuseum – Hörsaal

Coimbra – Botanischer Garten

Unser nächstes Ziel ist Conimbriga. Hier befinden sich die Ruinen der größten Römersiedlung, die bisher in Portugal ausgegraben wurde. Sie stammt aus dem 3. Jhdt. n. Chr. In der weitläufigen Ausgrabung sind die Grundmauern einiger Villen zu sehen, in denen sich teilweise schöne Mosaike erhalten haben, die mir gut gefallen. Im Haus der Brunnen kann man in einen Automaten 50 Cent stecken, um die Fontainen in Betrieb zu setzen. Ich spendiere das Geld, aber die Fontänen sind etwas mager und schnell wieder zuende –  die alten Römer waren doch wohl sehr bescheiden. Leider sind das Forum und eine Thermenanlage sehr häßlich mit Beton rekonstruiert. Die Betonflächen passen so gar nicht zu der ansonsten schön präsentierten Anlage. Hier hätte man besser die Grundmauern gelassen. In dem angeschlossenen kleinen Museum sind einige Fundstücke aus der Stadt ausgestellt. Mir gefällt besonders das Modell des Forums. Der Vergleich mit der Betonfläche ist umso trauriger.

Conimbriga – Haus des Swastika

Conimbriga – Mosaik

Conimbriga – Mosaik

Conimbriga – Mosaik

Conimbriga – Haus der Brunnen

Conimbriga – Haus des Cantaber

Wir fahren weiter nach Tomar. Die Stadt war jahrhundertelang der Sitz zweier Ritterorden. Im 12. Jhdt. residierte hier der Orden der Templerritter. 150 Jahre später fiel er beim Papst in Ungnade und wurde aufgelöst. Der anschließend neu gegründete Christusritter-Orden übernahm den Besitz der Templer. Der Konvent der Christusritter in Tomar zählt zu den größten Sehenswürdigkeiten in Portugal. Früh am Morgen steigen wir den Berg hinauf, um den Konvent zu besichtigen. An der Kasse ist noch keine Schlange und wir können uns in Ruhe die große Anlage anschauen. Zurück im Ort stärken wir uns mit einem leckeren Sahnetörtchen mit frischen Früchten – genau das richtige, um uns von der Besichtigung zu erholen.

Tomar

Tomar – Konvent der Christusritter

Tomar – Konvent der Christusritter – Portal

Tomar – Konvent der Christusritter – Kreuzgang der Waschungen

Tomar – Konvent der Christusritter – Rotunde

Tomar – Konvent der Christusritter – Rotunde

Tomar – Blick auf den Ort

Tomar – Altstadtgasse

Nicht weit von Tomar liegt auf einer kleinen Insel im Rio Tejo die Ruine der Burg von Almourol. Ein kleines Boot fährt uns halb um die Insel zur Burg, von dessen Burgmauer man einen schönen Blick ins Tal hat.

Almourol

Rio Tejo

Wir fahren weiter nach Fatima, einem berühmten Marien-Wallfahrtsort. Jährlich kommen Millionen Pilger hierher. Rund um das Heiligtum gibt es gigantische Parkplätze, über die die Staubfahnen wehen. Wir passieren zuerst den riesigen Versammlungssaal aus weißem Beton. Dann stehen wir auf einer großen Freifläche, an deren Ende sich eine relativ kleine Kirche befindet. In dieser Kirche sind auch die drei Bauernkinder bestattet denen die Muttergottes erschienen sein soll. Neben der Kirche stehen die Menschen Schlange um Kerzen zu opfern. Die Flammen vor ihnen schlagen so hoch wie bei einem Lagerfeuer. Ich finde, der Ort hat irgendwie keine Atmosphäre und er wirkt auf mich auf Massenabfertigung ausgelegt.

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Fatima

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Fatima – Wallfahrtskirche

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Fatima – Marienstatuen in allen Variationen

Da gefällt mir unser nächstes Ziel doch viel besser – das Kloster von Batalha. Es zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das Kloster mit der riesigen Kirche wurde im 14. Jhdt. erbaut als Dank für den Sieg der Portugiesen über eine zahlenmäßig überlegene spanische Armee. Die riesige Kirche liegt mitten in einem recht modernen Ortszentrum und beeindruckt allein schon durch ihre Größe. Ich gönne mir noch den Eintritt in das Kloster. Hier befindet sich das Grab von Heinrich dem Seefahrer. Mit ihm begann ab 1405 n. Chr. die Zeit der portugiesichen Entdeckungen. Schließlich bestaune ich noch das Schmuckportal in der Unvollendeten Kapelle. Dieser Torbogen ist wirklich eine Pracht.

Batalha – Kloster

Batalha – Kloster

Batalha – Grab von Heinrich dem Seefahrer

Batalha – Kreuzgang

Batalha – Kreuzgang

Batalha – Portal der Unvollendeten Kapelle

Die nächste UNESCO-Kirche ist nicht weit und so fahren wir nach Alcobaca. Das Kloster wurde im 12. Jhdt. als Dank für den Sieg über ein maurisches Heer gegründet. Es beeindruckt durch eine unglaublich lange Fassadenfront. Das Innere der Kirche ist eher schlicht. Dieses Mal spare ich den Eintritt ins Kloster und wir gönnen uns statt dessen einen der leckeren Toasts – schön im Schatten unter Bäumen sitzend.

Alcobaca – Kloster Santa Maria

Nach so viel Kultur brauchen wir eine Pause. Wir finden einen wunderschönen ruhigen kleinen Stellplatz bei Tras de Outeiro, wo wir uns wohl fühlen. Er liegt inmitten von Obstplantagen und wir sehen, dass im Moment Nektarinen geerntet werden. Wir ernten auch, allerdings wild wachsende Brombeeren. Sie waren richtig süß und lecker. Vom Stellplatz aus laufen wir zu Fuß nach Obidos, einem der angeblich schönsten Orte Portugals. Das Dorf ist vollständig von einer Stadtmauer eingeschlossen. Von der Stadtmauer aus kann man in die Gassen schauen. Dort unten lang zu laufen macht keinen Spaß, denn der Ort wird von Touristen überrannt und es herrscht ein furchtbares Gedränge.

Obidos

Obidos

Obidos

Von Obidos aus fahren wir mit einem Schnellbus nach Lissabon, um uns die Hauptstadt Portugals anzuschauen. Ganz entspannt bringt uns der Bus in einer Stunde nach Lissabon. Mit einer Tageskarte ausgestattet geht es mit der Metro weiter ins Zentrum. Hier wollen wir zuerst mit einer der berühmten alten Strassenbahnen fahren. Wir finden die Haltestelle, aber die Schlange der Wartenden ist so lang, dass uns die Lust vergeht. Wir laufen weiter und sehen unterwegs eine der alten Straßenbahnen an uns vorbei fahren. In ihr stehen die Fahrgäste wie die Sardinen in der Dose. Lissabon ist auf sieben Hügels erbaut und es geht ständig bergauf oder bergab. So laufen wir erst einmal bergauf zur Burg und enden wiederum an einer langen Warteschlange vor dem Kassenhäuschen. So drehen wir um und wollen runter ans Wasser, um von dort aus nach Belem zu fahren. Die Menschenmassen an der Haltestelle sind ein Graus und wir sind schon ziemlich genervt, als wir in Belem ankommen. Die Besichtigung des Hieronymus-Klosters fällt aus – wegen der Warteschlangen. Das Entdeckerdenkmal ist eingerüstet und der Turm von Belem umlagert. So kämpfen wir uns wieder zurück zum Ausgangspunkt. Wir laufen noch ein wenig durch die Strassen und finden nichts, was uns gefällt.  Lissabon ist nur nervig und wir haben keine Lust mehr. Die Gassen der Stadt sind wenig ansehnlich und die Menschenmengen kaum zu ertragen. So fahren wir schon am frühen Nachmittag weder zurück mit dem Bus aufs Land. Lissabon im August ist wirklich nicht zu empfehlen, die Stadt ist mit dem Ansturm der Touristenmassen völlig überfordert. Wenn man wirklich ein paar Sehenswürdigkeiten von innen sehen möchte muss man mit ein paar Stunden Wartezeit rechnen.

Lissabon – alte Straßenbahn

Lissabon – Platz Praca do Comercio

Lissabon – Hieronymus-Kloster

Lissabon – Turm von Belem

Lissabon – Aufzug Santa Justa in die Oberstadt

Lissabon

Irgendwann verlassen wir unser ländliches Paradies, denn es gibt noch mehr zu besichtigen. Unser nächstes Ziel ist die Stadt Evora mit einem historischen Stadtkern, der von einer großen Kathedrale überragt wird. Schon zur Zeiten der Römer gab es hier eine Siedlung, von der noch Reste eines Tempels erhalten sind. Wir spazieren durch die Gassen und lassen den Ort auf uns wirken.

Evora – Platz Giraldo

Evora – römischer Tempel

Evora – Tor Porta de Moura mit Kathedrale im Hintergrund

Evora

Dann geht es weiter nach Beja, einem kleinen Ort mit einer Burgruine. Erwähnenswert ist der hübsche Turm der Burg.

Korkeichen zwischen Evora und Beja

Beja – Burg

Beja – im Burgturm

Blick von der Burg auf Beja

Dann wollen wir zur Westküste. Über Porto Covo geht es zum Leuchtturm am Cabo Sao Sardao. Hier gefällt es uns gut und wir machen einen kleinen Spaziergang am Rand der Steilküste. Auch die Nacht direkt unter dem Leuchturm war schön.

Westküste bei Ilho do Pessegueiro

Westküste bei Ilho do Pessegueiro

Küste bei Porto Covo

Küste bei Porto Covo – Möwe

Cabo Sardao

Cabo Sardao

Nun ist es nicht mehr weit und wir erreichen das Cabo de Sao Vicente, den südwestlichsten Punkt Europas. Der Wind pfeift und wir müssen aufpassen, dass uns nicht die Autotür aus der Hand gerissen wird. Leider sind wir nicht alleine, denn auch hier knubbeln sich die Menschenmassen. Rund um das Cabo sieht es aus wie auf einer Müllkippe, denn überall fliegt der Dreck in Massen herum. Ich finde es furchtbar und es gefällt mir überhaupt nicht.

Cabo Sao Vicente

Cabo Sao Vicente

So fahren wir schnell weiter nach Sagres, um die Festung zu besichtigen. Wir sind vor sehr vielen Jahren schon einmal hier gewesen und ich muß feststellen, das sich der Ort zu seinem Nachteil verändert hat. Im Innern der Festung steht mittlerweile ein moderner, leer stehender Betonklotz. Ein Spazierweg führt am Rand der Steilküste entlang. Neben dem Weg sehe ich sehr schöne Blumen, die mir gut gefallen. Es sind Sandlilien, die ich noch nie gesehen habe – für mich das einzig Sehenswerte an Sagres.

Sagres – Festung

Sagres – Festung

Sandlilien

Unsere letzte Etappe durch Portugal führt uns an der Algarve entlang. Bei Lagos fahren wir zum Aussichtspunkt Ponta da Piedade. Von hier oben haben wir einen schönen Blick auf die Felsküste der Algarve. Am Fuß der Felsen fahren kleine Boote zu den Grotten, die das Wasser ins Gestein gewaschen hat. Doch für die kurze Fahrt sind uns die 15 € zu teuer.

Ponta da Piedade

Ponta da Piedade

Ponta da Piedade

Ponta da Piedade

Ponta da Piedade

Ponta da Piedade

Statt dessen fahren wir nach Lagos, wo wir hinter dem Yachthafen parken. Eine Fußgängerbrücke bringt uns ins Zentrum, wo wir die kleine Festung anschauen und ein wenig durch den Ort bummeln.

Lagos

Lagos – Festung Ponta da Bandeira

Lagos – Stadtmauer

Lagos

Wir fahren weiter die Küste entlang und finden einen Aussichtspunkt mit Blick auf Portimao, bevor wir ins Landesinnere abbiegen, um uns den Ort Silves anzuschauen.

Blick auf Portimao

Silves war jahrhundertelang ein Zentrum der Mauren an der Algarve. Ein Erdbeben zerstörte die Stadt im 18. Jhdt. und so ist aus der maurischen Zeit nur eine Festungsruine erhalten. Durch ein altes Stadttor laufen wir bergauf zur Festung. Im Innern der Festungsmauer sind die Grundmauern der Paläste zu sehen. Außerdem wurde ein hübscher kleiner Park angelegt. Am Abend sehen wir, dass Silves auch ein Hauptquartier der Störche sein muss, denn auf einem Sendemast sitzen alleine vier der großen Vögel. Lange ist das Klappern der Störche noch zu hören.

Silves

Silves – Eingang zur Festung

Silves – Festung

Silves – Festung

Blick von der Festung auf Silves

Silves – Altstadtgasse

Von Silves fahren wir zurück zur Küste nach Armacao de Pera. Vom Campingplatz aus wandern wir durch den Ferienort hinauf auf die Steilküste. Von oben ist gut zu erkennen, dass das Wasser recht trübe ist. In der nächsten Bucht erkennen wir die Ursache, denn hier münden dicke Abflußrohre ins Meer. Ich kann es kaum glauben, als ich sehe, dass die Badegäste gleich neben den Rohren munter im Wasser planschen. Geschmäcker sind offensichtlich verschieden. Wir wandern bis zum Aussichtspunkt bei der Kapelle Nossa Senhora da Rocha bevor wir umdrehen.

Armacao de Pera

Algarveküste bei Armacao de Pera

Algarveküste am Aussichtspunkt Nossa Senhora da Rocha

Von hier ist es nicht mehr weit bis zur spanischen Grenze. Wir hoffen, dass im nächsten Monat weniger Besucher unterwegs sind und wir uns die Sehenswürdigkeiten in Südspanien in Ruhe anschauen können.

Insgesamt hat uns der Norden Portugals besser gefallen als die überlaufene Algarve, wenn nur die furchtbaren Waldbrände nicht gewesen wären. Unser Navi hat uns immer mautfrei durchs Land geleitet. Die moderaten Eintrittspreise haben uns manche Besichtigung möglich gemacht. Insgesamt ist das Preisniveau in Portugal etwas niedriger als in Spanien. Doch es gibt eine Ausnahme: Diesel ist teurer.

Das war unsere Reiseroute durch Portugal:

Karte Portugal 2016

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Spanien 1. Teil

Pamplona – Lumbier – Javier – Olite – Bardenas Reales – Soria – Segovia – Toledo – Aranjuez – Madrid – Avila – Coca – Medina del Campo – Tordesillas –  Valencia de Don Juan – Leon – Cuevas Valporquero – Luarca – A Coruna – Santiago de Compostela

Juli 2016

Bevor wir unsere Reise nach Spanien fortsetzen müssen wir in Irun erst einmal in die MAN-Werkstatt, um einen undichten Wellendichtring am Verteilergetriebe tauschen zu lassen. Als unser Auto wieder fit ist machen wir uns auf nach Pamplona.

Pamplona ist eine alte Stadt. Vom 10. – 15. Jhdt. war sie Hauptstadt des Königreichs Navarra. Heute ist Pamplona bekannt für die Fiesta de San Fermin, bei der jeden Morgen die Stiere durch die Straßen zur Stierkampfarena getrieben werden, wo am Nachmittag die Stierkämpfe stattfinden. Zur Zeit von San Fermin herrscht Ausnahmezustand in der Stadt. Da der Trubel nichts für uns ist sind wir froh die Stadt noch vor der großen Fiesta besuchen zu können.

Vom Campingplatz fahren wir mit dem Bus ins Stadtzentrum.  Zu unserer Freude ist an der Haltestelle im Zentrum ein Vodafone-Laden, in dem wir SIM-Karten fürs Internet kaufen. Es gibt wieder aufladbare Karten mit 2 GB für 20 €, sowie eine nicht wieder aufladbare Touristenkarte mit 1,5 GB für 3 Monate (15 €).

Gut versorgt starten wir unsere Stadtbesichtigung.  Auf dem Plaza de Castillo, dem großen zentralen Platz in der Altstadt, hören wir aus einer Seitenstrasse Musik. Wir laufen hin und sehen große Figuren, die zur Musik tanzen. Sie scheinen schon die ersten Vorboten des kommenden Festes San Fermin zu sein. Wir wandern weiter zur Kathedrale, auf deren Besichtigung wir verzichten, da sie 5 € Eintritt kostet. Dafür besichtigen wir die schöne Altstadt, die uns gefällt. Die ganze Stadt ist schon mit hunderten von Dixi-Klos zugestellt, hier wird wirklich ein Riesen-Rummel erwartet.

Pamplona – Fiesta San Fermin

Pamplona – Plaza del Castillo

Pamplona – Figuren

Pamplona – Figuren

Pamplona – Rathaus

Pamplona – Altstadtgasse

Pamplona – Altstadtgasse mit Kathedrale im Hintergrund

Wir verlassen Pamplona und fahren weiter durch Navarra zu einer Aussichtsplattform, von wo wir in die tiefe Schlucht Foz de Arbayun schauen. Ab und zu soll man hier Geier fliegen sehen, aber heute morgen sind nur die Schwalben unterwegs.

Foz de Arbayun

Nicht weit davon bei dem kleinen Ort Lumbier entdecken wir einen schönen Campingplatz. Von hier wandern wir zur nahe gelegenen Schlucht Foz de Lumbier.  Früher führte eine Eisenbahntrasse durch die Schlucht. Heute ist die ehemalige Bahntrasse ein schöner Wanderweg, auf dem wir einen der ehemaligen Bahntunnel durchqueren, bevor wir in der Schlucht stehen. Plötzlich sehen wir oben am Rand der Schlucht den ersten Geier. Es werden immer mehr Geier, die oben am Rand entlangfliegen. Es ist beeindruckend die großen Vögel in der Natur zu beobachten.

unterwegs zum Foz de Lumbier

Foz de Lumbier

Foz de Lumbier

Geier im Foz de Lumbier

Geier im Foz de Lumbier

Lumbier ist ein kleiner verträumter spanischer Ort. Wir genießen es, auf dem Dorfplatz zu sitzen und dem Treiben zuzuschauen. Wir bleiben einige Tage auf dem Campingplatz, denn wir sind fasziniert davon, in der Sonne sitzend am Himmel die Geier kreisen zu sehen – ein toller Anblick. In Lumbier gibt es auch ein interessantes Besucherzentrum. Hier erfahren wir, dass es ca 40 Geier-Brutpaare gibt. Sie fliegen bis in die Pyrenäen. Da die Geier auch öfters über unserem Stellplatz gekreist sind hat sich Bernhard schon Sorgen um seinen körperlichen Zustand gemacht – zuviel “Unter Geiern” gesehen.

Lumbier – Plaza Mayor

Lumbier

Wir verlassen Lumbier und fahren weiter zum Schloß Castillo Javier. Wir sind so früh unterwegs, das das Schloß noch geschlossen ist. So können wir uns nur die Kirche von innen anschauen. Hier sehen wir zum ersten Mal elektrische Kerzen als Opfer- oder Dankkerzen. Man muß eine Münze in den Automat stecken, dann beginnt eine der elektrischen Kerzen zu leuchten. Diese Kerzenautomaten sehen wir im Laufe der Reise noch in vielen anderen Kirchen. Richtige Kerzen haben wir bisher in keiner Kirche in Spanien gesehen. Ansonsten ist das Schloß eine nette rote Festung.

Castillo Javier

Castillo Javier – Basilika

Im nächsten Ort – Olite – gibt es ein gotisches Schloß zu besichtigen, eine Casa Real. Es ist eine Mischung aus Schloß und Wehrburg mit Erkern und Zinnen. Die Anlage sieht sehr schön aus. Nebenan steht die Kirche Santa Maria la Real mit einem schönen Arkadenvorbau. Auch der Ortskern von Olite ist ganz nett anzusehen – insgesamt eine nette Besichtigung.

Olite – Palacio Real

Olite – Palacio Real

Olite – Kirche Santa Maria

Olite

Unser nächstes Ziel ist das Naturschutzgebiet Bardenas Reales. Es ist eine in Europa seltene halbwüstenartige Landschaft, die durch ein spezielles lokales Klima geprägt ist mit heißen Sommern, kalten Wintern und langen Trockenperioden, die von abrupten heftigen Regenfällen unterbrochen werden. Der Druckunterschied zwischen dem Kantabrischen Meer und dem Mittelmeer erzeugt eine starke Windströmung, die verantwortlich ist für die einzigartigen schroffen Landschaften, die durch Erosion des Bodens entstanden sind.

Einen dieser heftigen Regenfälle erleben wir am Morgen auf unserem Stellplatz in Arguetas. So warten wir bis die Strassen wieder einigermaßen getrocknet sind, bevor wir zum Visitor Center der Bardenas Reales fahren. Hier bekommen wir eine Karte, in dem die für Autos erlaubten Wege eingezeichnet sind. Vom Visitor Center fahren wir über die mittlerweile asphaltierte Strasse bis zum Eingang zu einem Militärgelände, wo wir auf die Schotterpiste abbiegen. Sie ist in sehr gutem Zustand und es gibt kaum Löcher und keine Holperstrecken. Lediglich einige Abflußrinnen müssen durchquert werden, die aber betoniert sind. Für unser Auto (und den Fahrer) ist die Strecke keine Herausforderung. Vom Rundweg abgehend fahren wir noch ein Stück der Stichstrasse in Richtung El Paso. Hier treffen wir keine anderen Fahrzeuge, denn die meisten bleiben auf dem Rundkurs.

Bardenas Reales

Bardenas Reales

Bardenas Reales

Bardenas Reales

Bardenas Reales

Bardenas Reales

Bardenas Reales

Bardenas Reales

Unser nächstes Ziel ist die Ausgrabung von Numancia nördlich von Soria. Numancia war ursprünglich eine keltiberische Siedlung, die 133 v. Chr. von den Römern erobert wurde und durch eine römische Siedlung ersetzt wurde. Ein Teil der Stadtmauern sowie ein keltiberisches und ein römisches Haus sind rekonstruiert worden. Von anderen Gebäuden und Strassen findet man noch die Grundmauern. Wir sehen einen kurzen Film in spanischer Sprache, in dem eine Computer-Simulation das alte Dorf wieder lebendig macht und über dessen Geschichte berichtet. Leider reicht mein spanisch nicht und ich verstehe nicht alles.

Wir haben einen englisch-sprachigen Audioguide bekommen, der das im Film gezeigte vor Ort beschreibt.  Die Ausgrabungen sind nicht wirklich beeindruckend, aber die Macher haben sich viel Mühe gegeben und es gefällt mir.

Numancia – keltiberisches Haus (li) und römisches Haus (re)

Numancia – südliches römisches Stadtviertel

Unsere nächste Station ist Soria, eine Provinzstadt mit einigen alten Gebäuden. Wir machen einen kurzen Spaziergang durch die Stadt und müssen leider festellen, dass viele Sehenswürdigkeiten zur Siesta über die Mittagszeit geschlossen sind.

Soria – Palacio de los Rio y Salcedo

Soria – Plaza Mayor

Wir fahren weiter und wollen uns das mittelalterliche Dorf Pedraza de la Sierra anschauen. Der Reiseführer verspricht uns ein malerisches Dorf in den Bergen mit einem besonders schönen Dorfplatz und einer Burg. Der Blick aus der Ferne auf das Dorf ist ganz nett. Doch leider war es das auch schon, denn die Zufahrt ins Dorf ist gesperrt und vor dem Dorf gibt es keinen geeigneten Parkplatz für uns. Die Strassenränder sind mit Gittern abgesperrt und der einzige Parkplatz vor der Stadtmauer ist so schräg, das man Angst haben muß das Auto fällt um. Ein anderer kleiner Parkplatz scheint unten im Tal zu liegen, aber die Zufahrt ist so eng und steil, dass wir dort nicht runterfahren wollen. So müssen wir ohne das Dorf besuchen zu können weiterfahren.

Pedraza

Unser nächstes Ziel ist Segovia. Größte Sehenswürdigkeit ist der römische Aquädukt, eine der besterhaltenen römischen Wasserleitungen. Der über 700 m lange und bis zu 29 m hohe Aquädukt wurde ohne Mörtel gebaut und ist bis heute in Betrieb. Wir laufen weiter zur Kathedrale. Es ist Sonntag Morgen und das Kassenhäuschen ist nicht besetzt, so dass wir uns die Kathedrale von innen anschauen können. Danach bummeln wir durch die Altstadt.

Segovia – Aquädukt

Segovia – Aquädukt

Segovia-Aquädukt mit Kathedrale im Hintergrund

Segovia – Kathedrale

Segovia – Kathedrale

Segovia – Plaza Mayor

Segovia – Fußgängerzone

Wir fahren weiter nach Toledo, eine historisch bedeutende Stadt. In ihr blühten Handel und Wissenschaft. Erst mit der Vertreibung der Juden und Mauren Ende des 15. Jhdts. verlor Toledo seine führende Rolle. Aus der Blütezeit der Stadt haben sich viele Baudenkmäler erhalten, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen.

Um der Mittagshitze mit mehr als 35 Grad zu entkommen starten wir unsere Stadtbesichtigung früh am Morgen. Vom Tor Bisagra aus laufen wir in die Altstadt. Die Gassen sind recht eng, aber trotzdem quetscht sich der Autoverkehr durch die Strassen. So müssen wir uns immer wieder in Seitenstrassen oder Hauseingänge flüchten, um den Autos auszuweichen. In der Stadt reiht sich eine Kirche an die andere, doch vor jedem Eingang ist ein Kassenhäuschen. Jede einzelne Sehenswürdigkeit in Toledo ist kostenpflicht. Die große Kathedrale kostet sogar 8 Euro.

Da wir uns die vielen Eintritte nicht leisten können, laufen wir nur durch die Stadt, sehen einige Fassaden und ärgern uns über die Autos. So bin ich insgesamt total enttäuscht von Toledo. Es ist touristisch doch extrem vermarktet und teuer. Selbst der Besuch einer Aussichtsplattform sollte € 2 kosten. Die Stadt erinnert in der Verkommerzialisierung ein wenig an Venedig. Dafür war der Campingplatz klasse, mit grossem Pool und alles wirklich sehr gepflegt.

Toledo

Toledo – Tor Bisagra

Toledo – Kirche Santiago del Arrabaj

Toledo – die Kirche Cristo de la Luz war früher eine Moschee

Toledo – Synagoge de Transito

Toledo

Unser nächstes Ziel ist die Sommerresidenz der spanischen Könige in Aranjuez. Rein äußerlich hat das Schloss schon bessere Tage gesehen. Obwohl es zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört ist fast kein Besucher zu sehen. Die Besichtigung des Inneren muß wieder ausfallen. Dafür schauen wir uns den vorderen Teil des Gartens an, der ganz nett gemacht ist. Im hinteren Teil besteht der Garten aus Bäumen und Buchshecken. Hier ist es schön schattig und kühl, aber optisch nicht sehr reizvoll. So ist unser Besuch schnell beendet und wir fahren weiter nach Madrid.

Aranjuez – Königspalast

Aranjuez – im Palastgarten

Aranjuez – im Palastgarten

Vom Stadtcamping aus fahren wir mit der Metro in die spanische Hauptstadt , wo wir den ganzen Tag durch die Stadt laufen.

Madrid – Platz Puerta del Sol

Madrid – Plaza Mayor

Madrid – Rathaus am Plaza Mayor

Madrid

Madrid – Königspalast

Madrid – Kathedrale Almudena

Madrid – der ägyptischeTempel von Debod

Madrid – Tor Puerta de Alcala

Madrid

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Madrid – Bahnhof Atocha

Wir verlassen Madrid und fahren weiter nach Avila, der höchstgelegenen bedeutenden Stadt Spaniens auf 1200 m. Wichtigste Sehenswürdigkeit ist die vollständig erhaltene Stadtmauer aus dem 11. Jhdt. Darüber hinaus ist die Stadt bekannt als Geburtsort der Heiligen Theresia, der Schutzpatronin Spaniens.

Die Stadtmauer sieht sehr schön aus.  Von der Mauer haben wir einen schönen Blick auf die Altstadt. Wie an anderen Orten auch gibt es keine Tür ohne Kassenhäuschen. Rühmliche Ausnahme ist die Kirche der Hl. Theresia, die wir uns auch von innen anschauen können. Ansonsten hat uns Avila in seiner Ruhe und Beschaulichkeit gut gefallen.

Avila

Avila – Stadtmauer

Avila – Tor Puerta de Alcazar

Avila – Stadtmauer

Avila – Blick von Stadtmauer auf Kathedrale

Avila – Basilika San Vicente

Avila – Plaza de Mercado Grande und Kirche San Pedro

Avila – Kathedralenplatz

Avila – Altstadtgasse

Avila – Plaza del Mercado Chico mit Rathaus

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Avila – Denkmal Theresia von Avila

Avila – Kirche der Hl. Theresia

Auf dem Weg nach Tordesillas besuchen wir die Burg in Coca und das Castillo de la Mota in Medina del Campo.

Burg von Coca

Medina del Campo – Burg Castillo de la Mota

In dem heute unscheinbaren Ort Tordesillas unterschrieben 1494 Spanien und Portugal den Vertrag von Tordesillas, mit dem die Neuentdeckungen in Nord- und Südamerika aufgeteilt wurden. Alle Gebiete östlich der Trennungslinie (darunter Brasilien) fielen an Portugal und alle Gebiete westlich der Trennungslinie (darunter Mexiko) fielen an Spanien.

Tordesillas

Tordesillas – Haus des Vertrags (li) und Kirche San Antolin (re)

In Valencia de Don Juan besichtigen wir die Burgruine Castillo de Coyanza. Die schön anzusehenden Reste der im 15. Jhdt. erbauten Burg dienten als Vorlage für eine Ritterburg in einem Monthy-Python-Film.

Valencia de Don Duan – Castillo de Coyanza

Valencia de Don Duan – Castillo de Coyanza

Unser nächstes Ziel ist die Stadt Leon, einer wichtigen Etappe auf dem Pilgerweg nach Santiago. Bedeutendste Sehenswürdigkeit ist die große Kathedrale. Wir laufen durch die Altstadt und dürfen sogar einen Blick in den schönen Patio des Palacio Guzman werfen. In der Kirche San Isidoro staunen wir über die Sitzheizungen unter den Kirchenbänke, die sich sicher mancher Kirchenbesucher im kalten Deutschland wünschen würde. Die überraschend schöne Altstadt von Leon gefällt uns sehr gut.

Leon – Kathedrale

Leon – Kathedrale – Kreuzgang

Leon – das ehemalige Kloster San Marcos

Leon – Altes Rathaus

Leon – Palast Guzman

Leon – Palast Guzman – Patio

Leon – Kirche San Isidoro

Leon – beheizte Sitzbänke in der Kirche San Isidoro

Leon – Platz und Kirche San Martin

Leon – Plaza Mayor

Nun haben wir erst einmal genug Kultur gehabt und freuen uns auf die Höhle von Valporquero. Sie zählt zu den größten und spektakulärsten Höhlen Nordspaniens. Die Fahrt dorthin führt uns durch die Berge und durch eine schmale Schlucht. Durch einen Tunnel gelangen wir in ein schmales Tal, dann sehen wir den großen Höhleneingang vor uns. Die Höhle beeindruckt besonders durch ihre Dimensionen. Der große Saal ist tatsächlich riesig. In den kleineren Hallen gibt es sehr schöne Tropfsteingebilde – ein insgesamt lohnenswerter Besuch.

Schlucht von Valporquero

Berge bei Valporquero

Eingang zur Höhle Valporquero

Höhle Valporquero – Saal der kleinen Wunder

Höhle Valporquero

Höhle Valporquero – Tropfsteingesicht

Höhle Valporquero – große Rotunde

Die nächsten Tage erholen wir uns auf einem schönen Campingplatz bei Luarca an der nordspanischen Küste. Hier waren wir vor 20 Jahren schon mal und waren beeindruckt von der Steilküste auf dem die Campingparzellen bis an den Rand angelegt sind.  Nach der Hitze im Landesinnern freuen wir uns auf ein bischen Abkühlung am Meer. Aber das Wetter kann es uns nicht recht machen. Es ist die ganze Zeit bewölkt, die Sonne läßt sich kaum sehen und es wird tagsüber nicht über 20 Grad. So kühl habe ich mir den spanischen Sommer dann doch nicht vorgestellt.

Luarca – Blick vom Campingplatz

Luarca – Blick vom Campingplatz

Luarca

In mehreren kleinen Etappen fahren wir weiter an der asturischen Küste entlang Richtung Westen bis wir A Coruna in Galizien erreichen. Hier war früher ein wichtiger Stützpunkt der spanischen Armada, heute ist es der sechstwichtigste Handelshafen Spaniens. Nach einer Irrfahrt durch enge Gässchen finden wir den Stellplatz im Sporthafen. Aus irgendeinem Grund wurde die Hauptverkehrstrasse zur Fußgängerzone deklariert und bei der Umfahrung hatten wir einige Male die Befürchtung zwischen den Häusern stecken zu bleiben. Vom Stellplatz aus erkunden wir die Altstadt, die auf einer Halbinsel  zwischen zwei Buchten liegt. Wichtigste Sehenswürdigkeit in A Coruna ist der Herkulesturm. Seine ältesten Teile sind aus römischer Zeit und er gilt als ältester in Betrieb befindlicher Leuchtturm der Welt. Von oben genießen wir einen schönen Blick auf die Stadt.

Auf der Avenida de la Marina bewundern wir die in strahlendem Weiß gehaltenen verglasten Balkone, die A Coruna den Beinamen “Die Stadt aus Glas” gegeben haben. In der Altstadt freuen wir uns darüber, das hier nicht vor jeder Tür ein Kassenhäuschen steht. So können wir uns unter anderem das Innere des Rathauses und das kleine Militärmuseum anschauen. Im Rathaus haben uns besonders die gläsernen Decken gefallen. Die Stadt hat den guten Eindruck, den wir vor 20 Jahren gewonnen hatten, wieder bestätigt.

A Coruna – Herkulesturm

Herkulesturm – Blick auf Windrose

A Coruna – Blick vom Herkulesturm auf die Stadt

A Coruna – verglaste Balkone an der Avenida de la Marina

A Coruna – Platz Maria Pita mit Rathaus

A Coruna – Rathaus

A Coruna – Rathaus – Sitzungs-Saal

A Coruna – Rathaus – gläserne Decke

Wir fahren weiter nach Santiago de Compostela, dem Ziel des beinahe schon legendären Jakobs-Pilgerwegs. Schon seit vielen Hundert Jahren machen sich Pilger auf den fast 900 km langen Weg zum angeblichen Grab des Apostels Jakobus.

Größte Sehenswürdigkeit ist die riesige Kathedrale im Zentrum der Altstadt. In der Kathedrale versammeln sich die Pilger zu einem der vielen Gottesdienste, die täglich stattfinden. Die Kirche ist bis auf den letzten Platz besetzt. Auch auf dem Platz vor der Kathedrale ist viel Betrieb. Rund um die Kathedrale tummeln sich auch Musikanten und Gaukler. Unter ihnen ist uns eine interessante Gruppe von zwei Geigerinnen und einem Gitarrenspieler aufgefallen, die ihr Handwerk wirklich verstanden. Bernhard gefielen besonders ihre Variationen von Led Zeppelin (Stairway to Heaven) und Metallica (Nothing else matters). Für eine Zusatzspende haben sie diese Titel speziell für Bernhard noch ein zweites mal gespielt – er hatte ja auch Geburtstag.

Santiago de Compostela – Altstadt

Santiago de Compostela – Platz vor der Kathedrale

Santiago de Compostela – Kathedrale

Santiago de Compostela – Strassenmusiker

Santiago de Compostela – Kathedrale

Santiago de Compostela – Kathedrale

Santiago de Compostela – Kathedrale – Hl Jakobus

Santiago de Compostela – Pilgergruppe in Festtags-Tracht

Santiago de Compostela – Altstadt

Santiago de Compostela – Altstadt

Santiago de Compostela – Altstadt

Nun ist es nicht mehr weit bis Portugal. Entlang der Küste fahren wir zu einem Campingplatz, den wir vor vielen Jahren entdeckt haben und der uns in guter Erinnerung geblieben ist. Hier wollen wir noch ein paar Tage Sonne und Meer genießen.

Blck auf die Küste

Das war unsere Route durch Spanien Teil 1:

Karte Spanien teil 1

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Frankreich

Juni 2016

Endlich startet unser Reisejahr 2016. Es ist bereits Anfang Juni, so dass wir dieses Jahr keine große Tour machen können.  Statt dessen haben wir uns für eine Rundreise auf der iberischen Halbinsel entschieden.  Wir hoffen, dem ständigen Regen in Deutschland zu entkommen und freuen uns schon auf die Sonne.

Unser Weg nach Spanien führt uns durch Frankreich. Unsere erste Station ist Mulhouse – ein Ort mit einer netten Altstadt. Wir spazieren durch die Gassen auf der Suche nach einer Prepaid-SIM-Karte fürs Internet in Frankreich. Wir finden mehrere Anbieter, doch niemand hat ein passendes Angebot für uns, da keiner der Anbieter Tethering zuläßt.

Mulhouse – Rathaus am Place de la Reunion

Mulhouse – Place de la Reunion

Mulhouse – Altstadtgasse

Mulhouse – Arkaden des Nouveau Quartier (1827)

Wir fahren weiter zur Zitadelle von Besancon, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Sie gehört zu einer Reihe von Zitadellen, die im 17. Jhdt. von dem Baumeister Vauban errichtet wurden. Die Zitadelle von Besancon gilt als eine der schönsten. Sie thront hoch über der Altstadt und dem Fluß Doubs. Wir finden einen schönen Stellplatz direkt am Flußufer gegenüber der Zitadelle. Wir sind glücklicherweise so früh hier, das wir noch einen der letzten freien Plätze ergattern.

Eine endlos steile Treppe führt uns hinauf zum Eingang der Zitadelle. Von hier oben haben wir einen netten Blick auf die Stadt, die recht einladend aussieht. Wir verzichten auf die Besichtigung des Inneren der Zitadelle, denn der Eintritt kostet mehr als 10 Euro, wobei in den meisten Gebäuden irgendwelche Museen sind, die wenig mit der Zitadelle selbst zu tun haben. Wir laufen lieber bergab und schauen uns die schöne Innenstadt an.

Die meisten Häuser sind wohl zur selben Zeit wie die Zitadelle erbaut worden. Überraschenderweise finden wir in einer kleinen Parkanlage die Reste eines römischen Theaters. Sie waren unter einer Kirche verborgen und sind bei deren Abriss zum Vorschein gekommen.

Besancon – Zitadelle

Besancon – Stadttor

Besancon – Blick auf die Altstadt

Besancon – Altstadt

Besancon – Altstadt

Besancon – Altstadt

Besancon römische Ruinen am Square Castan

Am nächsten Morgen verlassen wir Besancon. Wir haben Glück, dass wir früh dran sind, denn gerade werden Strassensperren aufgebaut für einen Triathlon. Zwanzig Minuten später wären die Strassen gesperrt gewesen und wir in Besancon gefangen. Doch so können wir im letzten Moment entkommen und steuern unser nächstes Ziel an – La Rochelle.

Unsere Hoffnung, den Regen hinter uns zu lassen hat sich bisher noch nicht erfüllt, denn es ist noch kein Tag ohne Regenschauer vergangen. Auch unsere Stadtbesichtigung von La Rochelle beginnt im Regen. Durch die schönen Altstadtgassen gehen wir zum Rathaus, das zu den Top-Sehenswürdigkeiten von La Rochelle zählt. Doch es ist hinter Bauplanen verschwunden. Einige Info-Tafeln berichten darüber, dass das Rathaus 2013 abgebrannt ist und nun wieder aufgebaut wird. Doch der alte Hafen mit den zwei mächtigen Festungstürmen ist trotz des grauen Wetters nett anzuschauen.

La Rochelle – Alter Hafen

LaRochelle – Porte de la Grosse Horloge

La Rochelle – Stadtmauer

La Rochelle – Altstadt

La Rochelle – Altstadt

Wir verlassen La Rochelle und fahren weiter zur Zitadelle von Brouage. Sie ist ebenfalls ein Werk von Vauban.  Im Innern der Zitadelle ist ein kleiner Ort, dessen Straßen rechtwinklig – also geplant – angelegt sind. Von der Zitadellenmauer haben wir einen schönen Blick auf den Ort und die Umgebung. Hier ist es noch ruhig und beschaulich und es gefällt uns gut.

Brouage – Zitadelle

Brouage – Zitadelle

Brouage – Zitadelle

Brouage – Zitadelle

Brouage – Zitadelle – Pulverlager

Brouage – Zitadelle

Da der große Parkplatz vor der Zitadelle mittlerweile für Wohnmobile gesperrt ist fahren wir weiter und finden einen schönen Stellplatz am Hafen von Mortagne-sur-Gironde. Hier ist viel los und wir haben Glück, dass noch ein Platz für uns frei ist. Auch hier merken wir wieder, welche Mengen an Wohnmobilen unterwegs sind – und es scheinen jedes Jahr mehr zu werden. Es ist schon nicht mehr angenehm, spätestens gegen Mittag einen Stellplatz ansteuern zu müssen, um überhaupt noch einen Platz zu bekommen.

Der Ort Mortagne-sur-Gironde liegt an einem Nebenarm der Gironde einige Kilometer vom Meer entfernt. Trotzdem ist er gezeitenabhängig.  Als wir am Mittag um das Hafenbecken laufen ist Ebbe und die Boote liegen auf dem Schlamm.  Am Abend kommt die Flut zurück und die Boote schwimmen wieder im Wasser. Bei Sonnenuntergang beobachten wir, wie die Fischkutter zurückkommen und ihren Fang ausladen. Die Fische sind so groß, dass Kopf und Schwanz aus der Kiste schauen.

Mortagne sur Gironde – Fischerhafen

Mortagne sur Gironde – unser Platz am Fischerhafen

Mortagne sur Gironde – Heimkehr der Fischerboote

Mortagne sur Gironde – Heimkehr der Fischerboote

An diesem Platz gefällt es uns gut und wir bleiben noch einen Tag. Dann holt uns das schlechte Wetter wieder ein und wir fahren weiter. Wir besichtigen die Zitadelle von Blaye. Sie ist ebenfalls ein Werk von Vauban und auch Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Die Zitadelle von Blaye ist ganz anders als die von Brouage. Sie beeindruckt mit mächtigen Außenmauern und Toren. Im Innern befinden sich verwinkelte Gassen mit alten Häusern und einer alten Kirche. Bei unserem Spaziergang  auf der Mauer haben wir einen schönen Blick auf die Gironde. Glücklicherweise verziehen sich während der Besichtigung die Wolken wieder.

Blaye – Zitadelle

Blaye – Zitadelle

Blaye – Zitadelle

Blaye – Zitadelle – Kirche

Blaye – Zitadelle – Kirche

Blaye – Zitadelle

Blaye – Zitadelle – Blick auf Gironde

Irgendwie ist uns nicht nach einer Besichtigung von Bordeaux und so fahren wir in mehreren kleinen Etappen weiter die Küste entlang nach Süden. Bei St. Jean de Luz finden wir einen netten Campingplatz wo wir einige Tage bleiben. Die Sonne scheint und wir machen entspannte Spaziergänge entlang der Küste.

See Lac du Leon

Blütenpracht

Atlantik-Küste bei St Jean de Luz

St Jean de Luz

St Jean de Luz

Bucht von St Jean de Luz

Es ist schon viele Jahre her, dass wir das letzte Mal in Frankreich waren. Uns ist aufgefallen, dass es auf dem Land mittlerweile Sprit nur noch an Automaten-Tankstellen bei den großen Supemärkten gibt. Sprit gegen Bargeld scheint es nur noch in den Städten und an der Autobahn zu geben. Wir sind froh, dass unsere Tanks groß genug sind, so dass wir nicht tanken müssen.

Wir sind auch überrascht von dem hohen Preisniveau im Land. So kostet zum Beispiel ein Bällchen Eis für uns unglaubliche 2,50 €.

Das war unsere Reiseroute durch Frankreich:

Karte Frankreich 2016Insgesamt sind wir 1.450 Kilometer gefahren.

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Lettland – Litauen – Kaliningrad – Polen

Riga – Klaipeda – Kurische Nehrung – Kaliningrad –Frombork – Elblag – Rewal

August-September 2015

Unsere Reise 2015 geht langsam zuende. Nur noch das Baltikum und Polen trennen uns von Deutschland.

Wir stehen vor der Grenze nach Lettland, die gleichzeitig EU-Außengrenze ist. Obwohl hier nur wenig los ist, stauen sich vor der lettischen Grenzabfertigung die Autos. Zuerst müssen wir die Pässe vorzeigen und bekommen Zollformulare und einen Laufzettel. Auf meine Frage, wie es weitergeht werde ich sehr unhöflich zurück ins Auto geschickt. Im Auto sitzend müssen wir warten.. und warten .. und warten. Eine ganze Weile regt sich gar nichts. Offensichtlich ist Schichtwechsel und für den lassen sich die Beamten sehr viel Zeit. Dann werden die Autos vor uns abgefertigt. Irgendwann sind wir dran und eine recht unfreundliche Beamtin nimmt die Pässe und die Zolldeklarationen mit. Eine andere Beamtin schaut sich das Auto von innen an. Dabei beschränkt sie sich auf den Kühlschrank, den sie fast komplett ausräumt. Ich muß Joghurt, Käse, Wurst und Milch abgeben. Sie sollen in den Container und dürften nicht über die Grenze. Ich bin ziemlich sauer, denn dies ist das allererste Mal, dass sich jemand für den Inhalt des Kühlschrank interessiert. Doch so leicht geben wir uns nicht geschlagen. Im Durcheinander schaffe ich es, den eingeschweißten Käse wieder im Kühlschrank verschwinden zu lassen. Die Joghurts und einen großen Teil der Wurst essen wir auf. Die Beamtin passt höllisch auf, damit ich die Wurst nicht in meine Jackentasche stecke. Irgendwann bekommen wir die Pässe zurück und können weiterfahren. An der nächsten Schranke müssen wir noch den Laufzettel abgeben, dann sind wir in die EU eingereist. Die ganze Prozedur hat bestimmt zwei Stunden gedauert und wir sind auf die unfreundlichsten Grenzbeamten unserer ganzen Reise gestoßen.

Es ist schon spät und wir möchten schnell einen Platz zum Übernachten finden. Doch in Lettland ist das gar nicht so einfach. Es gibt weder einen Parkplatz noch einen Imbiss oder ein Hotel an der Strasse. Die Seitenwege führen entweder zu einem Haus, sind abgesperrt oder so schmal, dass wir nicht reinpassen. Irgendwann sehe ich einen Wegweiser zu einer unverständlichen Sehenswürdigkeit. Der Feldweg dorthin führt an einer Wiese und einem Getreidefeld entlang Richtung Wald. Das Gelände ist eben und wir folgen dem Weg bis zur Wiese. Hier bleiben wir heute stehen und hoffen, dass uns niemand verscheucht.

Übernachtungsplatz bei Vilani (N56 34 04.3 E26 58 50.5)

Am nächsten Tag fahren wir nach Riga auf den City Camping. Hier bleiben wir einige Tage und freuen uns eine Waschmaschine benutzen zu können und Muße zu haben das Auto von innen gründlich sauber zu machen. Der Staub der Wüsten sitzt in jeder Ritze. Ein ausgedehnter Stadtbummel in Riga führt uns auch zu den Markthallen. Sie sind nicht besonders attraktiv, da viele Stände leer sind. Vor den Hallen befinden sich die Obst- und Gemüsestände. Hier entdecke ich ein reichhaltiges Angebot u.a. von Erdbeeren, Himbeeren, Blaubeeren, Brombeeren – ein wahres Beeren-Pardies, dem wir nicht widerstehen können.

Riga

Riga – Kathedrale Christi Geburt

Riga – Freiheitsdenkmal

Riga – Nationaloper

Riga – Schwarzhäupter Haus

Riga – Handelsviertel Spikeri

Riga – Markthallen

Riga – Markthallen

Riga -City Camping (N56 57 22.70 E24 04 42.20)

Unser nächstes Ziel ist die Kurische Nehrung – eine schmalen Landzunge, die das Kurische Haff von der Ostsee abschirmt. Die aus Dünen und Wäldern bestehende Landschaft ist Teil des UNESCO-Welterbes. Der östliche Teil der Nehrung gehört zu Litauen und der westliche Teil zur russischen Enklave Kaliningrad. Wir fahren nach Klaipeda, einer Hafenstadt in Litauen. Von hier geht eine Fähre hinüber zur Kurischen Nehrung. Mit unserem großen Auto ist es ein recht teures Vergnügen, denn die Fähre kostet uns 46,90 €. Die Überfahrt dauert nur wenige Minuten und bald stehen wir auf der Nehrung. Nicht weit vom Fährhafen gibt es eine alte preußische Festung. Leider ist sie wegen Renovierungsarbeiten geschlossen, so dass wir nur außen herum laufen können.

Klaipeda -Camping Pajurio (N55 45 57.71 E21 05 31.46)

Klaipeda – Altstadt

Klaipeda – Speicherhäuser am Fluß Dane

Klaipeda – Hauptpostamt von 1893

Klaipeda -Haus im Jugendstil

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Kurische Nehrung – Ostsee nahe Festung Kopgalis

Kurische Nehrung – Ostsee nahe Festung Kopgalis

Freies Stehen ist auf der Nehrung wegen des Nationalparks wohl untersagt, und so verbringen wir unsere erste Nacht auf einem Parkplatz am Fährhafen, wo wir ungestört bleiben. Am nächsten Morgen fahren wir weiter. Im ersten Ort passieren wir die Nationalpark-Schranke, an der wir 20 Euro Öko-Steuer bezahlen müssen. Die Strasse Richtung Nida führt durch den Küstenwald. Ab und an erhaschen wir einen Blick aufs Haff. Nur die Ostsee können wir von der Strasse aus nicht sehen, da die Dünen sind zu hoch sind.

Kurische Nehrung – Fährhafen von Smiltyne (N55 41 08.2 E21 07 44.1)

In Nida angekommen stellen wir uns auf den Campingplatz. Er liegt am Fuß der großen Düne Parnidden. Um die Nehrung zu erkunden packen wir die Fahrräder aus. Zuerst mühen wir uns hinauf auf die große Düne. Von hier oben sehen wir die wunderschöne Dünenlandschaft und den Ort Nida. Wir rollen bergab nach Nida und radeln weiter am Haff entlang durch zwei andere Dörfer. Nida ist ein hübsch gemachter Ferienort, der jetzt Ende August nicht sehr voll ist. Die beiden folgenden Dörfer sind reine Wohndörfer, meist mit Ferienwohnungen, aber ohne sonstige Infrastruktur. Das Wasser im Haff ist wenig einladend und zum Baden nicht geeignet.

Kurische Nehrung – Camping Nida (N55 17 54 E20 58 56)

Kurische Nehrung – auf der Düne Parnidden

Kurische Nehrung – Blick von der Düne Parnidden auf Nida

Kurische Nehrung – Nida – Fischerhaus

Kurische Nehrung – Blick von Nida auf Düne Parnidden

Kurische Nehrung – Haus am Haff

Kurische Nehrung – Haus am Haff

Kurische Nehrung – Haff

Kurische Nehrung – Haus am Haff

Wir biegen vom Radweg ab zur Ostsee. Hier sieht es fast so aus wie in Zeeland. Zuerst müssen wir eine Düne erklimmen. Dahinter erstreckt sich kilometerlang ein breiter Sandstrand mit sehr feinem Sand. Unten am Strand herrscht Strandleben, aber anders als in Holland gibt es hier keine Strandbuden, in denen man schön sitzen und etwas trinken kann.

Kurische Nehrung – Ostsee

Da uns die Dünenlandschaft bei der Düne Parnidden gut gefallen hat, erkunden wir diese auch noch bei einer kleiner Wanderung. Leider sind die Wege nicht gut markiert und so müssen wir auch schon mal querfeldein, was sicherlich nicht so gut ist für die Natur.

Kurische Nehrung – Düne Parnidden

Kurische Nehrung – Düne Parnidden

Kurische Nehrung – Düne Parnidden

Kurische Nehrung – Düne Parnidden

Da wir noch einige Tage auf unserem Russland-Visum übrig haben wollen wir uns noch Kaliningrad anschauen. Der kürzeste Weg dorthin führt über den Grenzübergang mitten auf der Nehrung. An der Grenzstation angekommen sehe ich keine Gewichtsbeschränkung, aber eine Höhenbeschränkung auf 3,50 m. Tatsächlich ist aber noch Luft nach oben. Es scheint ein ruhiger Grenzübergang zu sein, denn es ist niemand vor uns. Auf der litauischen Seite werden die Pässe und der Fahrzeugschein kontrolliert, dann schaut der Zöllner kurz von außen in das Wohnmobil. Auf der russischen Seite gibt es wie immer eine Vor-Kontrolle, bei der die Pässe und das Visum kontrolliert werden. Dann werden wir weitergeschickt auf die LKW-Spur. Wir sind das einizige Fahrzeug dort. Auf der PKW-Spur steht auch nur ein Auto. Auf der Gegenseite ist viel Betrieb, denn viele russische PKWs wollen nach Litauen. Wir gehen zum Schalter mit der Passkontrolle. Dort werden wir ziemlich unhöflich wieder weg geschickt. Wir sollen am Auto warten. Offensichtlich sind wir wieder einmal zum Schichtwechsel gekommen. Der neue Beamte schickt uns wieder von der LKW-Spur zurück in die PKW-Spur. Danach dürfen wir zur Passkontrolle kommen und unsere Pässe werden kontrolliert. Die Angelegenheit dauert eine Weile. Dafür müssen wir den kleinen weißen Zettel nicht selbst schreiben, sondern er wird gedruckt. Dann geht es weiter zum Schalter für das Zollpapier für das Fahrzeug. Dieses mal bekommen wir die Formulare sogar in deutscher Sprache. Nachdem wir unsere Stempel bekommen haben kommt der Beamte, um das Auto von innen zu kontrollieren. Dann dürfen wir weiterfahren. Am letzten Schalter werden nochmals die Pässe kontrolliert, dann sind wir wieder in Russland. Die gesamte Prozedur hat ungefähr eine Stunde gedauert.

Kurz hinter der Grenze müssen wir nochmals Öko-Steuer bezahlen. Sie ist unerwartet teuer und mit 1300 Rubel (ca. 24 Euro) sogar noch höher als in Litauen. Als ich protestiere und darauf hinweise, dass ich nur von 300 Rubeln weiß, wird mir mitgeteilt, dass das nur für PKWs gilt. Unser großes Auto wäre teurer. So bleibt uns nichts anderes übrig als zu zahlen.

Nun sind wir im russischen Teil der Kurischen Nehrung. Wir fahren zur Epha-Düne. Sie ist nach dem Düneninspektor Franz Epha benannt, dem es im 19. Jhdt gelungen war, die Wanderung der Dünen mittels Befestigungen zu stoppen und so das benachbarte Dorf vor seinem Untergang zu bewahren. Ein kurzer Weg führt hinauf auf die Düne. Vor uns liegt das Haff und eine wunderschöne Dünenlandschaft, die man nur aus der Ferne bestaunen, aber nicht betreten darf. Dann gehen wir noch auf der anderen Seite der Nehrung zum Ostseestrand. Hier ist es fast menschenleer. Die Wellen gehen hoch, weil es recht windig ist.

Kurische Nehrung – Düne Epha und Haff

Kurische Nehrung – Düne Epha und Haff

Kurische Nehrung – Blick von der Düne Epha auf den Ort Morskoe und das Haff

Kurische Nehrung – Ostsee

Unser nächstes Ziel ist der Tanzende Wald. Es ist ein ungewöhnlicher Kiefernwald, dessen Baumstämme seltsam verdreht sind und zu tanzen scheinen. Niemand weiß, wie diese Verformungen entstanden sind. Das Areal ist mittlerweile eingezäunt, so dass man nur von einem fest vorgegebenen Weg aus schauen kann. Hier gibt es einen großen ebenen geschotterten Parkplatz abseits der Strasse, der ideale Übernachtungsplatz. Am späten Nachmittag beobachten wir einen Fuchs, der am Rand des Parkplatzes entlang läuft und darauf wartet, dass ihm die Besucher Futter zuwerfen.

Kurische Nehrung – Tanzender Wald

Kurische Nehrung – Tanzender Wald

Kurische Nehrung – Tanzender Wald

Kurische Nehrung – Tanzender Wald

Kurische Nehrung – unser Übernachtungsplatz am Tanzenden Wald (N55 10 57.54 E20 51 33.32)

Kurische Nehrung – Fuchs

Kurische Nehrung – Ostsee

Kurische Nehrung – Ostsee

Insgesamt hat uns der russische Teil der Kurischen Nehrung besser gefallen. Die Landschaft ist noch ursprünglicher als in Lettland. Außerdem sind die Wege wesentlich schöner und auch naturschonender angelegt.

Am nächsten Morgen verlassen wir die Nehrung und fahren in das Seebad Selenogradsk, das ehemalige Cranz. Der Ort ist total tot. Hier ist gar nichts los. Die alten Häuser sind kaum renoviert und angefangene Neubauten stehen als Ruinen herum, aus denen schon Bäume wachsen. Auch die Uferpromenade ist keine Schönheit. Wir laufen ein wenig durch das Dorf, gehen aber schon bald zum Auto zurück.

Selenogradsk – Kurortpromenade

Selenogradsk – Kurortpromenade

Wir fahren weiter ins nächste Seebad nach Swetlogorsk, dem ehemaligen Rauschen. Der Unterschied zu Selenogradsk ist wie Tag und Nacht. Swetlogorsk ist schön hergerichtet und voller Leben, meist russische Touristen. Hier gefällt es uns gut. Wir inspizieren die Souvenirstände, an denen es alles mögliche und unmögliche aus Bernstein zu kaufen gibt. Überraschenderweise sind Figuren aus Bernstein sehr viel günstiger als Schmuck. Dann schauen wir uns die Sehenswürdigkeiten an: den Wasserturm, die Sonnenuhr und die Uferpromenade. Dieser Ort ist wirklich schön und würde wohl auch bei Westtouristen gut akzeptiert werden.

Swetlogorsk – Wasserturm

Swetlogorsk

Swetlogorsk – Treppen zur Uferpromenade

Swetlogorsk – Sonnenuhr

Swetlogorsk – Uferpromenade

Unser nächstes Ziel ist die Stadt Kaliningrad, das ehemalige Königsberg. Es war einmal Hauptstadt von Ostpreußen. Die Strasse dorthin führt uns durch alte Alleen. Sie sind sehr schön anzuschauen, aber machen auch ein bischen Angst, da die Bäume dicht am Straßenrand stehen und wir um unsere Spiegel am Auto fürchten. Doch alles geht gut und bald erreichen wir Kaliningrad, wo wir zum Hotel Baltica fahren. Der Stellplatz ist nicht besonders groß, liegt aber auf der Rückseite des Hotels im Grünen.

Alleen zwischen Swetlogorsk und Kaliningrad

Kaliningrad – Stellplatz am Hotel Baltica (N54 42 25.54 E20 37 01.04)

Vor dem Hotel ist die Endhaltestelle der Buslinie 37. Der Bus bringt uns am Bernstein-Museum vorbei zum Siegesplatz. Von hier machen wir einen ausgedehnten Stadtbummel. Es gibt nur noch wenige alte Gebäude zu sehen. Zu ihnen die gehören auch einige Tore einer Stadtbefestigung aus dem 19. Jhdt. Am Ende unseres Besichtigungsprogramms entdecken wir einen türkischen Imbiss. Es stellt sich heraus, dass der Besitzer tatsächlich Türke ist und schon oft in Köln war und dort wohl auch Verwandte hat. Wegen des Köln-Bonus bekommen wir ein besonders gutes und reichhaltiges Essen und türkischen Tee als Bonus. Wer es selber ausprobieren will: Troja-Grill nahe dem Wrangel-Turm.

Kaliningrad – Siegesplatz

Kaliningrad – Christ Erlöser Kathedrale

Kaliningrad – Kommandantur der Baltischen Flotte und Denkmal Peter der Große

Kaliningrad – Denkmal Mutter Russland

Kaliningrad – Dom

Kaliningrad

Kaliningrad – Königstor

Kaliningrad – Rossgarten Tor

Kaliningrad – Dohna Turm

Als letztes Land auf unserer Reise liegt nun Polen vor uns. Ursprünglich wollten wir versuchen Polen ohne die Mautbox zu durchqueren. Aber das Risiko einen Mautverstoß zu begehen und dann eine 4-stellige Strafe zahlen zu müssen ist uns zu groß. So haben wir uns doch für die Box entschieden. Kurz vor der Grenze füllen wir unsere Dieseltanks nochmals mit dem billigen russischen Diesel. Dann passieren wir ein letztes Mal die russische Grenze, wie immer schnell und problemlos.

Auf der polnischen Seite der Grenze stellen wir uns in die PKW-Spur. Eine Beamtin kommt und wir müssen sie davon überzeugen, dass wir ein Wohnmobil sind und kein LKW. Es dauert ziemlich lange, bis die wenigen Autos vor uns abgefertigt sind. Dann dürfen wir zur Schranke rollen, wo wir Pässe und das Fahrzeugdokument abgeben. Dann werden wir zur Röntgenanlage geschickt, wo das Auto durchleuchtet wird. Anschließend kommen drei Beamte um das Auto nochmals innen gründlich zu untersuchen. Erst dann bekommen wir unsere Papiere wieder und dürfen fahren. Die Beamten waren nicht unfreundlich, aber unendlich langsam. So haben wir fast zwei Stunden gebraucht, um nach Polen einzureisen. Wir haben auf unserer Tour viele Grenzen überquert und irgendwie haben wir den Eindruck, dass die EU-Außengrenzen die kompliziertesten sind. Und die Beamten sind nicht sehr hilfsbereit. Wir haben insgesamt acht mal eine russische Grenze überquert und sind von den russischen Beamten immer sehr höflich und korrekt, manchmal sogar bevorzugt, behandelt worden. Obwohl die russische Bürokratie die europäische um Längen schlägt ging es trotzdem immer schneller als an der EU-Außengrenze.

Nun gehen wir noch ins Büro der Viatoll-Behörde, wo wir eine Mautbox erstehen. Da es an der Grenze keinen Bankautomaten gibt, müssen wir vorher Bargeld tauschen, um in Sloty bezahlen zu können.

Unser erstes Ziel in Polen ist der kleine Ort Frombork, wo wir uns die große Domanlage anschauen. Sein berühmtester Domherr war Nikolaus Kopernikus, ein bedeutender Astronom seiner Zeit. Vom benachbarten Wasserturm haben wir einen schönen Blick auf Dom und Haff.

Frombork – Dom

Frombork – Dom

Frombork – Dom

Frombork – Blick vom Wasserturm auf Dom

Frombork – Blick vom Wasserturm auf Haff

Dann fahren wir nach Elblag. Die Stadt war einmal zweitgrößte Stadt der Provinz Ostpreußen. Im Krieg fast vollständig zerstört ist die Altstadt heute im altem Stil wieder aufgebaut und ganz nett anzusehen.

Elblag – Altstadt

Elblag – Altstadt – Heilig Geist Hospital

Elblag – Altstadt und Markttor

Elblag – Dom St Nikolai

Camping Elblag (N54 09 13.0 E19 23 38.0)

Unser letztes Ziel in Polen ist der kleine Ort Rewal an der Ostseeküste. Hier sind wir vor einigen Jahren schon einmal gewesen und können nun sehen, wie sich der Ort entwickelt hat. Er ist immer noch beschaulich, aber mit mehr Leben gefüllt. Der Blick von der Steilküste ist so schön wie immer.

Rewal – Camping Klif (N54 04 45 E15 00 15)

Rewal – Ostsee

Rewal – Ostsee

Hier endet unsere große Reise des Jahres 2015, denn die Grenze nach Deutschland ist nicht mehr weit.

Insgesamt können wir eine positive Bilanz ziehen. In 150 Tagen sind wir ca. 25.000 km gefahren. Auf der gesamten Tour haben wir viel interessantes gesehen. Wir haben immer wieder unglaublich freundliche und interessierte Menschen getroffen. Das Auto hat bis auf einige Kleinigkeiten prima gehalten. Nur einen entscheidenden Fehler haben wir gemacht: es wäre sinnvoller gewesen die Tour in umgekehrter Richtung zu fahren. Dann wären wir im Frühjahr in den warmen Gefilden gewesen und im Sommer in den kühleren nördlichen Regionen. So haben wir zu Beginn im Norden gefroren und im Süden war es uns hinterher zu heiß.

An dieser Stelle möchten wir uns bei den Lesern unseres Blogs für ihr Interesse bedanken. Da wir noch einige Verpflichtungen haben machen wir nun eine lange Reisepause. Wir wissen noch nicht, wann und wohin wir zu einer nächsten Tour starten.

Das war der letzte Teil unserer Route:

Karte Lettland bis Polen

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