Russland – Teil 5

Samara – Togliatti – Saratow – Wolgograd – Voronezh – Sadonsk – Smolensk

August 2015

Wir haben die Wüsten Kasachstan’s hinter uns gelassen. Die Landschaft ist wieder grün und wir erfreuen uns an den unendlich großen Sonnenblumenfeldern.

Sonnenblumen so weit das Auge reicht

Früh am Morgen erreichen wir unser erstes Ziel in Russland – die Stadt Samara. Wir haben Glück und ergattern einen der wenigen Parkplätze am Ufer der Wolga. Wir freuen uns, die Wolga wiederzusehen, der wir schon auf unserer Hinreise begegnet sind.

Samara ist die sechstgrößte Stadt Russlands mit einer netten Altstadt. Der Glanzpunkt von Samara ist die schön gestaltete Uferpromenade entlang der Wolga. Zwischen Promenade und Fluß liegt ein breiter, sauberer Sandstrand mit Umkleidekabinen und Bänken. Der Strand lädt geradezu zu einem Bad in der Wolga ein, doch wir entscheiden uns dafür zuerst die Stadt anzuschauen.

Samara – Promenade an der Wolga

Samara – Wolga

Samara – Lenin-Denkmal am Revolutionsplatz

Samara – Altstadt

Samara – Altstadt

Samara – Gorkij Theater

Samara – Opern- und Ballettheater

Samara – Promenade an der Wolga

Samara – Wolga

Zurück an der Promenade ist die Sonne verschwunden und es sind dunkle Wolken aufgezogen. So muß das Bad in der Wolga leider ausfallen und wir fahren weiter. In der Industriestadt Togliatti, dem Standort der Lada-Werke, gibt es ein großes Technikmuseum, das wir uns anschauen wollen. Auf zwei riesigen Freigeländen und in zwei kleinen Ausstellungshallen befindet sich ein Sammelsurium von Altmetall, das meiste davon alte russische Militärtechnik. Bernhard ist begeistert und er weiß gar nicht, wo er zuerst hinschauen soll. Der große Parkplatz vor dem Tor ist so einladend, dass wir hier über Nacht bleiben. So können wir uns die Besichtigung einteilen und die beiden Freigelände auf zwei Tage verteilen. Leider sind die Ausstellungsstücke nur sehr schlecht dokumentiert. Häufig fehlt die Beschreibung und wenn es sie gibt ist sie nur auf russisch. Auch scheint das Museum einfach zu groß zu sein, denn die Ausstellungsstücke könnten mehr Pflege vertragen.

Technikmuseum in Togliatti

Technikmuseum in Togliatti

Technikmuseum in Togliatti

Technikmuseum in Togliatti

Technikmuseum in Togliatti

Technikmuseum in Togliatti

Technikmuseum in Togliatti – Raketenträger

Technikmuseum in Togliatti – alles hängt an Fallschirmen

Technikmuseum in Togliatti – unser Übernachtungsplatz (N53 33 11.1 E49 14 53.8)

Nach den anstrengenden Besichtigungen wollen wir uns ein bischen an der Wolga erholen. Um einen Platz zu finden biegen wir von der Hauptstrasse ab und gelangen auf eine kleine Strasse, die ein Stück am Ufer entlang führt. Dabei ignorieren wir ein Schild mit einer Beschränkung auf 5 t. Da es keine Brücke zu überfahren gilt, soll das Schild wohl nur die LKWs abhalten. Wir finden einen Platz etwas erhöht oberhalb des Wassers. Doch aus dem Bad in der Wolga wird nichts, denn das Wasser ist uns zu schmutzig.

Wolga

unser Platz an der Wolga (N52 23 41.9 E48 05 10.1)

Unser nächstes Ziel ist die Stadt Saratow, die ebenfalls an der Wolga liegt. Hier gibt es keine Promenade und die Strassen und Häuser reichen bis ans Wasser. Zuerst schauen wir uns den Siegespark an, von dem man einen schönen Blick auf die Stadt und den Fluß hat. Hier steht ebenfalls einiges an alter Militärtechnik herum. Die Exponate sind besser dokumentiert und gepflegt als im Technikmuseum.

Saratow – Siegespark

Saratow

Saratow

Saratow – Siegespark

Saratow – Siegespark

Saratow – Siegespark

Saratow – Siegespark

Dann wollen wir uns die Stadt anschauen und fahren mit dem Auto den Hügel hinunter ins Zentrum. Die Stadt wirkt nicht sehr einladend. Es ist sehr viel Verkehr, die Strassen eng und die Verkehrsführung durch Einbahnstrassen verschlungen. Unser Versuch ins Stadtzentrum zu gelangen bleibt im Stau stecken. So verzichten wir auf den Stadtbesuch und verlassen Saratow.

Unterwegs finden wir einen netten Übernachtungsplatz bei einem Imbiß. Hier gibt es sogar einen Wasserhahn, an dem wir unseren Wassertank auffüllen können.

unser Übernachtungsplatz bei Melovoe (N50 49 15.8 E45 33 03.2)

Unser nächstes Ziel ist Wolgograd, das ehemalige Stalingrad. Vor dem Hotel Turist finden wir einen ruhigen Parkplatz, auf dem wir zwei Tage bleiben. Das Hotel scheint ein Bau aus sozialistischer Zeit zu sein. Sein Glanz ist schon lange verblasst und es bröckelt so langsam vor sich hin. Wir dürfen die Hotel-Toilette im Foyer benutzen. Ansonsten bietet das Hotel keinen Service. Dafür müssen wir auch keine Parkgebühren bezahlen. Leider versperrt ein Bauzaun die Aussicht auf die Wolga, die nur wenige Meter von hier vorbeifließt. Von unserem Parkplatz aus sind es nur wenige Minuten Fußweg zur Hauptsehenswürdigkeit der Stadt, der großen Gedenkstätte auf dem Mamajew-Hügel. Sie erinnert an die schlimmste Schlacht des Zweiten Weltkrieges, bei der mehr als 700.000 Menschen starben und die zum Wendepunkt des Krieges wurde. Hoch oben auf dem Mamajew-Hügel steht das Denkmal „Mutter Heimat“. Es stellt Nike, die Göttin des Sieges dar.

Obstverkäufer an der Strasse nach Wolgograd

Wolgograd – unser Platz am Hotel Turist (N48 44 20.9 E44 33 18.3)

Wolgograd – Gedenkstätte Mamajew Hügel

Wolgograd – Gedenkstätte Mamajew Hügel

Wolgograd – Gedenkstätte Mamajew Hügel

Wolgograd – Gedenkstätte Mamajew Hügel – Mutter Heimat

Am nächsten Tag fahren wir mit der Straßenbahn ins Stadtzentrum. Die Stadt wurde im Krieg fast vollständig zerstört, so dass Wolgograd heute von sowjetischer Architektur geprägt ist. Wir bewundern die große Treppe, die zur Wolga führt, doch eine schöne Uferpromenade, wie wir sie in Samara gesehen haben, fehlt.

Wolgograd – Treppe zur Wolga

Wolgograd – Wolga

Wolgograd – Heldenallee

Wolgograd

Wolgograd

Wolgograd – Bahnhof

Wolgograd

Versteckt in einer Seitenstrasse finden wir den Eingang zum Keller des Kaufhauses Univermag, in dem der deutsche General Paulus seinen Befehlsstand hatte. Heute erinnert hier ein kleines Museum an diese Zeit.

Wolgograd – Kaufhaus Univermag – Befehlsstand von General Paulus

Wolgograd – Kaufhaus Univermag – Befehlsstand von General Paulus – Lazarett

Wolgograd – Kaufhaus Univermag – Befehlsstand von General Paulus

Wolgograd – Kaufhaus Univermag – Befehlsstand von General Paulus

Auch das Panorama-Museum mit einem riesigen 360-Grad-Panoramagemälde zur Schlacht um Stalingrad lassen wir nicht ausfallen. Es ist nicht nur ein Bild, sondern schon beinahe ein 3D-Kunstwerk, denn zu Füßen des Gemäldes sind ergänzende Landschaften und Szenen dargestellt. Neben dem Museum steht als Mahnmal die einzig erhaltene Ruine aus jener Zeit – die Ruinen einer Mühle.

Wolgograd – Panoramamuseum – Schlacht um Stalingrad

Wolgograd – Panoramamuseum – Schlacht um Stalingrad

Wolgograd – Panoramamuseum – Schlacht um Stalingrad

Wolgograd – Mühlenruine

Unser nächstes Ziel ist Voronezh, eine kleine Stadt mit nur wenigen Sehenswürdigkeiten. Leider gibt es auch keine vernünftigen Parkplätze, so dass wir uns nur kurz hier aufhalten. Wir schauen uns die große, erst 1999 erbaute Kathedrale an und das Denkmal für Peter den Großen.

Voronezh – Verkündigungskathedrale

Voronezh – Verkündigungskathedrale

Voronezh – Denkmal für Peter den Großen

unser Übernachtungsplatz an einer Raststätte vor Voronezh (N51 33 35.6 E39 29 18.2)

Unsere Route führt uns weiter nach Sadonsk. Der kleine Ort wird wegen seiner vielen Klöster auch das „russische Jerusalem“ genannt wird. Wir besuchen das größte Kloster, das Muttergottes-Kloster. Es ist eine schön restaurierte Anlage, die wieder von Mönchen bewohnt wird. In einer kleinen Grünanlage neben dem Kloster befindet sich neben einer Backsteinkirche eine heilige Quelle. In einem kleinen Quellhaus kann man im heiligen Wasser eintauchen. Bernhard wagt einen Blick hinein und sieht, dass der Baderaum von mehreren nackten Männern belegt ist und so verzichte ich auf eine Besichtigung.

Sadonsk

Sadonsk – Muttergottes Kloster

Sadonsk – Muttergottes Kloster

Sadonsk – Muttergottes Kloster

Sadonsk – Muttergottes Kloster

Wir finden einen großen, fast leeren Parkplatz nicht weit vom Kloster, wo wir übernachten können. Am späten Abend ertönt laute Disko-Musik, denn in der Grünanlage nebenan findet heute eine Freiluftdisko statt. Sie scheint keinen großen Anklang zu finden, denn es verirren sich nur wenige Besucher hierhin. Zu unserer Freude endet die Disko pünktlich um 22 Uhr.

Sadonsk – unser Übernachtungsplatz (N52 23 27.4 E38 54 49.8)

Am nächsten Morgen verlassen wir Sadonsk. Unser Ziel ist Smolensk. Unterwegs bemerken wir, dass der Motor an Leistung verliert. Wir kommen nur noch ganz langsam die Hügel hoch. Für unser Auto fühlt es sich an wie eine Fahrt durchs Hochgebirge. Wir vermuten, dass wir beim letzten Tanken schlechten Diesel bekommen haben. So geht es eine Weile mit recht gebremster Geschwindigkeit weiter. Irgendwann wird es so nervig, dass wir auf unseren zweiten Tank umschalten, wo noch guter Diesel drin sein sollte. Überraschenderweise bleibt das Problem bestehen. Irgendwann finden wir einen schönen Rastplatz, wo wir anhalten. Wir vermuten einen verstopften Dieselfilter und tauschen daher den Separ-Filter.

wir überqueren den Don

zwischen Sadonsk und Bryansk

unser Übernachtungsplatz vor Bryansk (N53 19 15.2 E34 00 26.0)

Am nächsten Morgen fahren wir guten Mutes los. Die ersten einhundert Kilometer fährt das Auto ganz normal, und wir freuen uns schon das Problem gelöst zu haben. Doch die Freude war verfrüht, denn plötzlich verliert der Motor schon wieder Leistung. Wir schaffen es bis Smolensk, wo wir sofort die MAN-Werkstatt ansteuern. Den letzten Kilometer zur Werkstatt geht es steil bergauf und ich befürchte, dass wir bald aussteigen und schieben müssen. Doch auch mit 15 km/h meistert das Auto dieses Hindernis und wir erreichen die Einfahrt zu MAN (N54 48 51.7 E31 58 48.6). Die Werkstatt selber liegt im Hinterhof (N54 48 47.9 E31 58 27.4).

Ich wundere mich, dass die Werkstatt geöffnet ist obwohl Sonntag ist. Leider spricht niemand englisch und so muss ich den Fehler ungefähr auf russisch beschreiben, was wohl auch irgendwie gelingt. Ein Mechaniker kommt und bittet uns in die Halle. Er tauscht die Motorfilter, die wir glücklicherweise als Ersatzteile dabei haben. Dann wird der Luftfilter ausgebaut und mit Druckluft durchgepustet. Eine anschließende Testfahrt verläuft positiv. Als wir nach der Rechnung fragen heißt es nur – Service. Sie wollen kein Geld von uns haben.

Da es noch früh am Tag ist, schauen wir uns die Stadt Smolensk an. Es ist eine der ältesten Städte in Russland. Leider wurde sie im Zweiten Weltkrieg stark zerstört, so dass es nur wenige Sehenswürdigkeiten gibt. Wir besichtigen die Reste der Festungsmauer und die Kathedrale.

Smolensk -am Glinkapark

Smolensk – Festungsmauer

Smolensk – ein Waschbär im Park an der Festungsmauer

Smolensk – Leninplatz

Smolensk – Leninstrasse

2015-08-16-nr23-RUS--neu

Smolensk -Kathedrale (li) und Dreifaltigkeitskloster (re)

Smolensk – Maria Himmelfahrtskathedrale

Smolensk – Maria Himmelfahrtskathedrale

Mit Smolensk endet unsere Reise durch Russland, denn es ist nicht mehr weit bis zur Grenze nach Lettland. Hier im westlichen Teil von Russland mußten wir uns wieder an stark befahrene Strassen gewöhnen – eine Umstellung nach den fast menschenleeren Strassen weiter östlich. Trotz des vielen Verkehrs gab es in diesem Abschnitt überraschenderweise nur sehr wenige Rastplätze.

Das war unsere Route durch Russland Teil 5:

Karte Russland 2015 Teil 5

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Kategorien: Reiseberichte | Hinterlasse einen Kommentar

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