Kasachstan – Teil 2

von Schymkent durch die Wüste Kyzylkum nach Russland

August 2015

An dieser Stelle sollte eigentlich unser Reisebericht über Usbekistan stehen. Doch erstens kommt es anders als man zweitens meistens denkt.

Von Schymkent aus fahren wir die große Strasse Richtung Süden. Unser erstes Ziel in Usbekistan sollte Taschkent sein, das auch auf den Wegweisern ausgeschildert ist. Um so größer war dann unsere Überraschung, als wir am Ende der Strasse vor einem geschlossenen Grenztor stehen. Die Grenze an der großen Überlandstrasse von Schymkent nach Taschkent ist nur für Fußgänger geöffnet.

Auf unsere Nachfrage hin, wo denn die Fahrzeugabfertigung ist, wurden wir einhundert Kilometer weiter nach Westen geschickt. Doch die Strasse dorthin war wegen Bauarbeiten gesperrt und Umleitungsschilder waren keine vorhanden. Statt dessen tummelten sich vor dem Grenztor eine Menge extrem aufdringlicher Menschen, die uns angeboten haben gegen Bezahlung den Weg zur nächsten Grenze zu zeigen. Einer war sogar so dreist ungefragt ins Auto einzusteigen und sich auf den Beifahrersitz zu setzen. Das war so nervig, dass wir nur noch schnell von hier weg wollten.

Da wir keine klare Vorstellung hatten, wo denn nun der nächste Grenzübergang ist und weil wir die einhundert Kilometer auf der anderen Seite der Grenze nach Taschkent hätten wieder zurück fahren müssen, haben wir kurzfristig beschlossen, Usbekistan ausfallen zu lassen. In Usbekistan gibt es keinen Diesel zu kaufen und den Umweg hätten wir mit unserem eigenen Dieselvorrat nicht mehr geschafft.

Wir waren schon einmal in Usbekistan und kennen das Land schon, so dass es uns nicht allzu schwer gefallen ist, diese Entscheidung zu treffen. Außerdem waren wir zur falschen Jahreszeit dort, denn Stadtbesichtigungen bei Temperaturen um die 40 Grad sind eher suboptimal.

So beschließen wir, durch Kasachstan nach Russland zu fahren. Leider haben wir unsere dreißig Tage, die wir in Kasachstan bleiben dürfen, schon fast alle verbraucht, so dass uns für die ca. 2000 Kilometer bis zur russischen Grenze nur noch drei Tage zur Verfügung stehen. Das ist extrem bedauerlich, denn so haben wir keine Zeit mehr für weitere Besichtigungen. In drei strammen Fahrtagen durchqueren wir die Wüste Kyzylkum, passieren Baikonur und und die Reste des Aralsees. Der ehemals viertgrößte Binnensee der Welt ist so gut wie ausgetrocknet und an seiner Stelle dehnt sich die Wüste aus.

Wüste Kyzylkum

Sonnenaufgang

Baikonur

zwischen Baikonor und Aktobe

unser Übernachtungsplatz am Flughafen von Aktobe (N50 14 58 E57 12 36.3)

Friedhof

Während die Strassen ist Ostkasachstan teilweise sehr schlecht waren erleben wir hier im Westen des Landes eine große Überraschung. Die fast 2000 Kilometer sind durchgehend sehr gut ausgebaut und in perfektem Zustand. So rollen wir ohne Probleme zügig gen Norden. Immer wieder kommen uns LKWs aus vielen Ländern entgegen. Uns fallen die LKWs aus der Türkei auf und wir fragen uns, auf welchem Weg die wohl hierhin gekommen sind. Zweimal sehen wir Viehtransporter aus Siegburg, die Schweine geladen haben. Die armen Tiere!

Kurz vor der russischen Grenze werden wir mal wieder von einer Polizeikontrolle angehalten. Die beiden Beamten interessieren sich überhaupt nicht für unsere Papiere, dafür um so mehr für unser Auto. Sie klettern hinten in den Koffer und sogar in die Fahrerkabine. In allen möglichen Posen werden Fotos mit der Handykamera gemacht. Sie sind wie die kleinen Kinder. Sie können sich kaum vom Auto trennen und immer wieder müssen weitere Bilder gemacht werden.

Gegen 19 Uhr erreichen wir den Schlagbaum und reihen wir uns in die Schlange vor der Grenzabfertigung ein. Auf der kasachischen Seite geht es zügig vorwärts. Das Fahrzeug wird gründlich kontrolliert und ich muß jede Schranktür aufmachen. Am Schalter werden die Pässe ausgestempelt. Der Beamte fragt nach einem Laufzettel, den wir nicht haben. Wir dürfen trotzdem weiter. Beim Rausfahren sollen wir den Laufzettel vorzeigen. Da wir keinen haben kontrolliert der Beamte im Pass, ob wir ausgestempelt sind. Alles ist ok und wir dürfen weiter fahren.

Vor der russischen Grenzstation ist die Warteschlange deutlich länger. Wir nutzen die Wartezeit zum Ausfüllen der kleinen weißen Einreisezettel. Irgendwann fahren wir in die Abfertigung. Ein Beamter kommt sich das Auto anschauen, will aber nicht einsteigen. Wir gehen zur Passkontrolle, wo wir Pass und Fahrzeugpapiere vorzeigen müssen. Ich zeige auch noch das Zolldokument, aber das wird nicht bearbeitet. Nachdem wir noch freundlich in die Kamera gelächelt haben bekommen wir unsere Einreisestempel und den abgestempelten weißen Zettel. Danach dürfen wir weiterfahren und sind in Russland. Die ganze Prozedur hat ungefähr eine Stunde gedauert und ist recht harmlos abgelaufen.

Das war unsere Route durch Kasachstan Teil 2:

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Kategorien: Reiseberichte | Hinterlasse einen Kommentar

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