Kasachstan

Öskemen – See Sasyqköl – See Alaköl – Taldykorgan – Stausee Kapschagaj – Scharyn Canyon – Almaty – Taraz – Aischa Bibi – Sajram – Schymkent – Turkistan – Aristanbab – Schymkent

Juli 2015

Die letzten Tage vor unsere Einreise nach Kasachstan verbringen wir in Russland in Staroaleyskoye, dem letzten Ort vor einem kleinen Grenzübergang. Abseits der Hauptstrasse finden wir ein ruhiges Eckchen neben einem Friedhof, wo wir bleiben. Ein Rundgang durchs Dorf führt uns zu einem Versicherungsbüro, in dem wir für 1.500 Rubel eine dreimonatige Autoversicherung für Kasachstan erstehen. Leider regnet es fast den ganzen Tag, so das wir die meiste Zeit im Auto verbringen. Am Abend bekommen wir Besuch von einer Polizeistreife. Die beiden Beamten wundert sich, dass wir am Friedhof stehen. Sie kontrollieren die Papiere und fragen noch nach woher und wohin. Sie haben kein Problem damit das wir hier stehen.

unser Stellplatz in Staroaleyskoye (N50 59 48.8 E81 59 50.5)

Am nächsten Morgen klopft es nochmals an unsere Tür. Dieses Mal steht eine ältere Dame mit Enkelin davor. Wir bekommen eine große Schüssel Erdbeeren und ein Souvenir geschenkt. Schon wieder beeindruckt uns die Freundlichkeit der Leute. Natürlich revanchieren wir uns mit Kleinigkeiten aus unserer Geschenkekiste. Leider ist die Verständigung sehr schwerig. Sie erzählt mir ganz viel auf russisch, aber ich verstehe nur Bruchstücke. Ich glaube, sie kommt aus Kasachstan und hat dort noch Familie. Am Abend kommt eine junge Frau vorbei, die einige Jahre in Deutschland gelebt hat und sich freut, ihre Sprachkenntnisse auffrischen zu können. Auch die Polizei erscheint wieder und überprüft nochmals unsere Papiere. Die Beamten wundern sich immer noch, wieso wir am Friedhof stehen. Leider reicht mein russisch nicht, um ihnen erklären zu können, dass wir so ruhige Nachbarn zu schätzen wissen. Außerdem freuen wir uns, dass es hier einen Wasserhahn und ein Plumpsklo gibt – die perfekte Infrastruktur. Alles in allem muss man sagen, das die Menschen im Russischen Altai sehr gastfreundlich und aufgeschlossen sind.

Dann endlich ist es soweit: unser Visum für Kasachstan beginnt. Schon um acht Uhr am Morgen stehen wir vor dem Grenztor. Wenige Minuten später öffnet sich das Tor und wir dürfen reinfahren. Am Schalter für die Passkontrolle müssen wir nur freundlich in die Kamera gucken. Das Zolldokument für das Fahrzeug wird nicht bearbeitet. Ich frage daher noch einen Beamten und er meint, das wäre so ok. Das Dokument gilt auch in Kasachstan. Nach einem kurzen Blick in unser Auto sind wir aus Russland ausgereist – in unglaublich schnellen zwanzig Minuten. Die Zöllner haben sich sogar mit einem „spassiba bolschoi“ dafür bedankt, das sie ins Fahrzeug schauen durften.

An der Einfahrt zur kasachischen Abfertigung sehen wir ein Piktogramm das erläutert, welche Stationen zu durchlaufen sind. Am ersten Schalter werden die Pässe kontrolliert und wir bekommen Einreisekarten und einen Laufzettel. Am nächsten Schalter müssen wir die ausgefüllten Einreisekarten und die Pässe abgeben. Wir bekommen zwei Stempel auf die Einreisekarte und einen Haken auf den Laufzettel. Dann geht es zurück zum Auto, wo ein Beamter sich den Koffer von innen kurz anschaut. Dann werden wir weitergewunken, d.h. wir sind in Kasachstan eingereist – nach nur dreißig Minuten.

Die Beamten auf beiden Seiten waren freundlich und hilfsbereit. So eine problemlose und schnelle Grenzprozedur war wirklich eine Erholung im Vergleich zu dem, was sonst üblich ist.

Hinter der Grenze erwarten uns dann die kasachischen Strassen. Die Strasse ist zwar asphaltiert, aber sehr bucklig. Wir können nicht schnell fahren, um nicht über die hohen Buckel zu fliegen oder in die tiefen Querrillen zu krachen. Schon im ersten Dorf werden wir von einer Polizeistreife angehalten. Wir müssen die Fahrzeugdokumente und das Versicherungsdokument zeigen. Wie gut, dass wir es uns rechtzeitig besorgt haben.

auf dem Weg nach Öskemen

Wir erreichen Öskemen, eine recht junge Industriestadt, wo wir uns als erstes am Geldautomaten mit kasachischen Tenge versorgen. Danach gehen wir zum lokalen Registrierungsbüro (Strasse “Kabanbay Batir 152″, N49 57 12.22 E82 37 42.62). Laut Vorschriften muß man sich nach der Einreise in Kasachsten innerhalb von vier Tagen bei einem Registrierungsbüro registrieren lassen. Leider haben wir das Pech, dass wir zu deren Mittagspause dort ankommen. Wir nutzen die Wartezeit und erstehen bei Beeline eine 1,5 GB SIM-Karte fürs Internet für 1100 Tenge, umgerechnet etwas über 5 € und gehen unseren ersten Kebab essen.

Zurück am Registrierungsbüro beobachten wir, wie sich immer mehr Leute vor der Türe einfinden. Als diese sich öffnet stürmen wir sofort an einen Schalter und fragen nach der Registrierung. Eine Dame in Uniform (offensichtlich die Chefin) weist eine jüngere Dame an, das Formular für uns auszufüllen. Das war klasse, denn so gibt es keine Unklarheiten. Dann reicht sie es weiter an eine Kollegin am Nachbarschalter, wo es bearbeitet wird und wir einen Stempel auf unsere Einreisekarte bekommen. Dann geht alles zurück zu einem dritten Schalter, wo wir noch ein weiteres abgestempeltes Papier bekommen, das mit in den Pass eingelegt wird. Danach sind wir registriert und dürfen dreißig Tage im Land bleiben. Die ganze Prozedur hat problemlos funktioniert und wir haben keine 20 Minuten gebraucht – eine erfreuliche Überraschung. Die Offizierin war aber auch wirklich auf Zack und hatte den Laden gut unter Kontrolle. Es waren ständig so an die zwanzig meist junge Leute aus ehemaligen Sowjetrepubliken da, die sich wohl auch registrieren müssen.

Wir finden einen Stellplatz auf dem Parkplatz vor der großen Moschee. Die Moschee ist ein moderner Bau, aber ganz schön gemacht. Leider endet unser Tag nicht so gut, wie er begonnen hat, denn wir entdecken am Auto, dass auf der Beifahrerseite der Kotflügel runterhängt. Das Rohr der Halterung ist in der Schweißnaht gebrochen – ein Opfer der andauernden schlechten Strassenverhältnisse. Zum Glück finden wir ganz in der Nähe eine Werkstatt, die Schweißen kann.

unser Stellplatz in Öskemen (N49 55 52.0 E82 37 08.7)

Wie am Vortag verabredet stehen wir am folgenden Morgen um zehn Uhr in der Werkstatt. Um an die schadhafte Stelle zu kommen muß das Fahrerhaus gekippt werden. Das ist leichter gesagt als getan, denn beim Hochpumpen des Fahrerhauses bricht die Halterung des Kotflügels endgültig ab, weil die Pumpe an der Haltestange befestigt ist. Sie hat dem Druck nachgegeben. Alik, unser Monteur, holt das Schweißgerät und schweißt das Rohr in kurzer Zeit wieder an. Als Bernhard bezahlen will, lehnt er dies ab. Stattdessen werden wir noch zu einem Tee eingeladen. So sitzen wir noch zusammen in der Werkstatt und erfahren, dass Alik aus Grosni in Tschetschenien stammt. Seinen letzten Urlaub hat er mit Familie in Tschetschenien und auf der Krim verbracht. Grosni soll mittlerweile wieder aufgebaut sein und eine sehr schöne Stadt sein. Die Unruhen sollen nun schon zehn Jahre her sein. Wir sollen unbedingt auch nach Tschetschenien und auf die Krim fahren, da jetzt alles ruhig und friedlich ist, meinte Arik zum Abschied.

Teepause in der Werkstatt

Den restlichen Tag verbringen wir im Ethnopark von Öskemen. In einem großen, schön gepflegten und mit wunderbaren Blumenbeeten gestalteten Park gibt es viel zu entdecken. Da sind ein Märchenschloss, ein Museumsdorf mit liebevoll eingerichteten Häusern aus verschiedenen ehemaligen Sowjet-Republiken, eine Ausstellung von Kriegsmaterial mit angeschlossenem Museum und einen kleinen Zoo. Das kleine Museum zeigt Bilder und Andenken an sowjetische Kriegshelden. Die alten Fotos aus dem Krieg sind ganz interessant. Eines ist offensichtlich in Deutschland aufgenommen, denn es ist nicht mehr weit bis Stettin und Berlin.

Auf dem Weg zum Museumsdorf hören wir plötzlich Musik. Wir folgen ihr und landen vor einer Bühne, wo eine Gruppe in alpenländischer Tracht einen “Walzer der Liebe” aufs Parkett legt. Es ist so komisch in Kasachstan deutsche Volksmusik zu hören, dass wir uns spontan hinsetzen. Wir werden mit einem längeren Programm verschiedener Gesangs- und Tanzdarbietungen überrascht, davon noch zwei weitere deutsche Stücke. Alle anderen sind eher landestypisch: russische, kasachische und andere Lieder und Tänze, alle in schönen Kostümen oder Trachten. Es ist ein buntes und abwechslungsreiches Programm. Es gefällt uns sehr gut und wir bleiben bis zum Ende sitzen und applaudieren kräftig . Es ist nur schade, dass wir die Zwischentexte nicht verstehen, denn sie scheinen in Gedichtform vorgetragen zu werden.

In dem kleinen Zoo gibt es viele Vögel, mehrere Bären, ein Kamel, Rehe, Wölfe, Luchs, Puma, Kühe, Esel und Pferd. Der Zoo ist ganz ok. Natürlich könnte man die Tiere noch viel schöner und großzügiger halten, aber wir haben schon schlimmeres gesehen. Man gibt sich offensichtlich Mühe. Mich stört nur, dass die Besucher besonders die Bären mit Plätzchen und Bonbons füttern – ich kann mir nicht vorstellen, dass das gesund ist für die Tiere.

Der Ethnopark ist so groß und vielseitig, so das wir hier einen ganzen Tag verbracht haben. Nur auf dem wunderbar ruhig im Grünen liegenden Parkplatz dürfen wir leider nicht übernachten, da das Gelände um 22 Uhr geschlossen wird. So verbringen wir eine weitere Nacht auf dem Parkplatz an der Moschee.

im Ethnopark von Öskemen

im Ethnopark von Öskemen

Ethnopark von Öskemen – im Märchenschloss

im Ethnopark von Öskemen

ein „Walzer der Liebe“ im Ethnopark von Öskemen

im Ethnopark von Öskemen

im Ethnopark von Öskemen

im Ethnopark von Öskemen

im Ethnopark von Öskemen

im Ethnopark von Öskemen

Museumsdorf im Ethnopark von Öskemen

Öskemen – Ethnopark – Museumsdorf – Tartarisches Haus

Öskemen – Ethnopark – Museumsdorf – Tartarisches Haus

Öskemen – Ethnopark – Museumsdorf – Weißrussisches Haus

Öskemen – Ethnopark – Museumsdorf – Ukrainisches Haus

Öskemen – Ethnopark – Museumsdorf – Ukrainisches Haus

Öskemen – Ethnopark – Museumsdorf – Georgisches Haus

Öskemen – Ethnopark – Museumsdorf – Georgisches Haus

im Ethnopark von Öskemen

Öskemen – Ethnopark – Zoo

Öskemen – Ethnopark – Zoo

Öskemen – Ethnopark – Zoo

Öskemen – Moschee bei Nacht

Dann fahren wir weiter. Unterwegs werden wir wieder an einer Polizeikontrolle angehalten. Wieder wird auch nach dem Versicherungsdokument gefragt. Der Polizist interessiert sich nicht wirklich für die Papiere. Ihm ist es wichtig, uns in sein dickes Buch einzutragen. Man kann den Eindruck gewinnen, dass es darum geht, möglichst viele Namen in dem Buch zu sammeln. Für uns ist es lästig, aber nicht schlimm.

Wir fahren durch eine Steppenlandschaft. Mir gefällt es hier und ich empfinde die Steppe nicht als eintönig. Es blühen viele Blumen und am Horizont gibt es immer mal wieder einige Bergspitzen zu sehen. Sogar einen Schwarzstorch sehen wir vorbeifliegen.

zwischen Öskemen und Kalbatau

zwischen Öskemen und Kalbatau

zwischen Kalbatau und Arshali

Die Strassenverhältnisse sind wieder sehr schlecht: asphaltiert mit vielen tiefen Löchern und mächtigen Bodenwellen. Mehr als 40 bis 50 km/h sind nicht drin. Wir freuen uns, dass die Kotflügelreparatur bis jetzt gehalten hat. Irgendwann ist es so spät, dass wir an einer Raststätte anhalten.

Rastplatz bei Arshali (N48 41 07.8 E80 48 24.7)

Wir fahren weiter und kommen in die Alaköl-Senke, einer flachen und kargen Landschaft, in der sich drei Seen befinden. Über einen 18 Kilometer langen Schotterdamm erreichen wir das Ufer des Sees Sasyqköl (Stinkender See). Nahe den Ruinen eines verlassenen Dorfes finden wir ein einsames und ruhiges Plätzchen oberhalb des Steilufers. Das Ufer ist schilfbewachsen. Das Wasser des Sees ist sehr trübe und lädt uns – leider – nicht zu einem Bad ein. Wir entdecken einen Vogel mit wunderschönen blauen Federn. Da es hier keinerlei Lichter der Zivilisation gibt könnte man hier den wunderbaren Sternenhimmel beobachten, wenn denn die vielen Mücken nicht wären. Die Artenvielfalt der Insekten, die sich am Abend um unsere Fenster scharrten, war beeindruckend.

zwischen Arshali und Ayagöz

am See Sasyqköl

See Sasyqköl

See Sasyqköl

See Sasyqköl

unser Platz am See Sasyqköl (N46 29 12.8 E80 51 21.3)

Sonnenuntergang am See Sasyqköl

Da es mittlerweile tagsüber sehr warm ist sehnen wir uns nach einer Badegelegenheit und fahren weiter zum nächsten See, dem Alaköl (Bunter See). Wir folgen der Strasse am Südufer des Sees, die uns in den Ort Akschi führt. Es ist ein kleiner, aufstrebender Badeort am See. Hier gibt es viele kleine Ferienunterkünfte, die gut besucht zu sein scheinen. Wir landen zuerst an einem belebten Strandabschnitt, der mit Müll übersät ist. Wir können uns nicht vorstellen, dass man sich hier wohlfühlen und seinen Urlaub verbringen kann.

zwischen Üsharal und Akschi

See Alaköl – am östlichen Strand von Akschi

So fahren wir weiter und erkunden den Strand am westlichen Ortsrand. Hier ist es viel ruhiger und auch wesentlich sauberer. Über eine Treppe geht es vom Steilufer hinunter an den schmalen Kiesstrand. Hier gefällt es uns und wir bleiben. Das Wasser ist klar, aber sehr mineralhaltig. Wir erfahren, dass früher die Kosmonauten nach ihrer Rückkehr aus dem All eine Kur in diesem See machen mußten, um ihre Haut zu regenerieren. Wir müssen uns von der Hitze regenerieren und genießen das Bad im See. Hier stehen wir übrigens nur 100 km von der chinesischen Grenze und der Dunganischen Pforte entfernt. Die Dunganische Pforte ist eine Engstelle, durch die im Laufe der Geschichte immer wieder verschiedene Heere der Mongolen, Chinesen etc. auf ihren Eroberungszügen durchgezogen sind.

See Alaköl – unser Platz am westlichen Strand von Akschi (N45 58 16.9 E81 32 10)

See Alaköl – am westlichen Strand von Akschi

Irgendwann müssen wir weiter. Wir verlassen den See schon recht früh am Morgen. Unser Ziel ist der Fluß Lepsi, wo man nach Aussagen eines Reiseberichts schön stehen und auch Wäsche waschen kann. Doch am Fluß angekommen ist die Enttäuschung groß. Der versprochene Wasserfall ist eine Staustufe und der Fluß ist ganz milchig – also nichts mit Waschen und Baden. So fahren wir weiter. Es ist wieder ein heißer Tag. Das Außenthermometer im Fahrerhaus stellt seinen Dienst jenseits der vierzig Grad ein. Selbst den Polizisten ist es zu heiß. Sie stehen im Schatten unter einem Baum. So passieren wir mehrere Kontrollstellen ohne angehalten zu werden. Die Hitze hat also auch ihre Vorteile. Meist führt der Weg durch die Steppe, doch es gibt auch einige bewässerte Flächen, die landwirtschaftlich genutzt werden. So kommen wir durch eine Gegend, wo überall Verkaufsstände mit Äpfeln an der Strasse stehen. In einem der Dörfer können wir am Dorfbrunnen unseren Wassertank auffüllen.

zwischen Üsharal und Taldykorgan

zwischen Üsharal und Taldykorgan

zwischen Üsharal und Taldykorgan – im Hintergrund Zhongar Alatau Berge

Am späten Nachmittag erreichen wir Taldykorgan, wo wir uns auf den Parkplatz des kleinen Flughafens stellen. Wir sind die einzigen Besucher. Die Sicherheitsleute heißen uns sofort willkommen und bieten uns ihren Wasserschlauch an, aus dem das kühle Nass sprudelt. Dann werden wir noch ins Flughafengebäude geführt und können auf der oberen Etage etwas zu trinken bestellen. Wir sind sprachlos über das herzliche Willkommen. Leider hat der Flughafen einen entscheidenden Nachteil, denn er wird auch militärisch genutzt. So ist am anderen Morgen gegen 5:30 ist die Nacht zu Ende, denn die tapferen Vaterlandsverteidiger lassen die Motoren ihrer Düsenjäger Suchoj-27 warm laufen um anschließend einer nach dem anderen mit sehr viel Lärm zu einem Rundflug zu starten.

Flughafen von Taldykorgan (N45 06 32.2 E78 26 35)

So sind wir wieder früh unterwegs. Schon bald wird aus der alten Landstrasse eine endlos lange Baustelle für eine 4-spurige Autobahn, die uns gar nicht erheitert. Unser Ziel ist ein schöner Badetag am Stausee Kapschagaj. Wir verbringen fast den gesamten Tag damit, einen vernünftigen Zugang zum See zu suchen. Einige Stichstrassen zum See sind zur Zeit wegen der Baustelle nicht erreichbar. Eine andere endete vor einem Zaun. Erreichbare Teile des Strandes sind als Privatgelände eingezäunt. Wir fragen bei zwei Resorts, die Picknickplätze vermieten, aber sie lassen uns nicht auf ihr Gelände, da ihnen das Auto zu groß ist. Nach vielen vergeblichen Versuchen geben wir irgendwann entnervt auf und stellen uns abseits vom See auf einen Hügel. Von hier aus können wir das begehrte Nass aus der Ferne sehen.

unser Aussichtsplatz am Stausee Kapschagaj (N43 54 43.1E77 07 45.4)

Da uns nach dem vermurksten Tag noch nicht der Sinn nach einer Stadtbesichtigung steht umfahren wir Almaty und fahren Richtung Osten. Unser Ziel ist der Scharyn-Canyon. Als wir nach einem Tankstop wieder losfahren wollen haben wir das Erlebnis der besonderen Art: beim Drehen des Zündschlüssels bricht die Spannung total zusammen und der Motor springt nicht an. Erst beim dritten Versuch startet er wieder, doch der Schreck sitzt tief. Zum Glück bleibt es heute bei diesem einmaligen Aussetzer.

zwischen Almaty und Shilik – Berge des Ile Alatau

Durch eine Schlucht führt die Strasse auf die Hochebene Sogety. Hier hat der Fluß Scharyn einen tiefen Canyon in den weichen Sandstein gegraben. Eine Schotterpiste führt uns zum Kassenhäuschen des Nationalparks, wo wir einen kleinen Eintritt zahlen müssen. Der Ranger fragt uns, ob wir mit dem Auto ins Tal fahren wollen, was wir ablehnen. Wir parken unser Auto oben auf der Hochebene und wandern zuerst am Rand des Canyons entlang. Der Blick von oben ist beeindruckend, denn er sieht aus wie eine Miniaturausgabe des Grand Canyon in den USA.

zwischen Bayseit und Kökpek

Scharyn – Canyon

Scharyn – Canyon

Scharyn – Canyon

Scharyn – Canyon

Scharyn – Canyon

Scharyn – Canyon

Wegen der Hitze machen wir erst eine kleine Pause, bevor wir am Nachmittag den Weg hinunter in den Canyon laufen. Auch dieser ist sehr schön. Unterwegs passieren wir eine Engstelle, durch die wir mit unserem großen Auto nie und nimmer durchgekommen wären. Hier passt höchstens ein kleiner Geländewagen durch. Ich frage mich, ob der Ranger hier noch nie gewesen ist, denn es müsste ihm klar gewesen sein, dass der Weg mit unserem Auto nicht zu schaffen ist. Am Grund des Canyons angekommen stehen wir vor dem Fluß Scharyn. Hier hat die Nationalparkverwaltung ein nettes Eco-Camp mit Picknickplätzen, Übernachtungsmöglichkeiten und einem kleinen Cafe eingerichtet, wo wir uns ein kühles Getränk schmecken lassen. Wir freuen uns, als wir den Taxi-Service des Eco Camps entdecken. So müssen wir den langen Weg bergauf zurück zum Parkplatz nicht laufen, sondern können uns ganz entspannt fahren lassen – ein angenehmes Ende eines schönen Tages.

im Scharyn – Canyon

im Scharyn – Canyon

im Scharyn – Canyon

im Scharyn-Canyon – Fluß Scharyn

Eco Camp am Fluß Scharyn

unser Platz am Scharyn-Canyon (N43 21 29.2 E79 03 10.2)

Wir verlassen den Scharyn-Canyon und fahren zurück Richtung Almaty. Unterwegs machen wir noch einen Abstecher zum Stausee Bartogaj. Der Weg dorthin ist schön und der Stausee liegt malerisch vor einer Gebirgskette. Doch das Wasser des Sees ist trübe und an seinem Ufer gibt es keine brauchbaren Stellplätze. So belassen wir es bei einem Blick auf den See und fahren weiter.

Stausee Bartogaj

Stausee Bartogaj

auf dem Weg vom Stausee Bartogaj nach Almaty

Wir erreichen Almaty. Bis 1997 war Almaty Hauptstadt von Kasachstan, doch bis heute ist es das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Wir finden einen Stellplatz auf der Rückseite des Flughafens. Leider ist es hier nicht sehr idyllisch. Am nächsten Morgen fahren wir schon sehr früh ins Stadtzentrum, um noch einen Parkplatz zu ergattern. Wir finden einen bewachten Parkstreifen, wo wir uns genau vor die Wachbude einer Bank stellen. Doppelt bewacht lassen wir unser Auto zurück und starten unseren Rundgang durch die Stadt. Leider hat der Grüne Basar heute geschlossen, so dass uns das Markterlebnis verwehrt bleibt. Am Ende unseres Rundgangs stehen wir vor der Seilbahn, die hinauf zum Aussichtshügel führen soll. Doch die Seilbahn ist wegen Renovierung geschlossen. So laufen wir zurück zum Auto.

Almaty – unser Stellplatz hinter dem Flughafen (N43 21 17.7 E77 01 58.8)

Almaty – Park der 28 Panfilov Gardesoldaten

Almaty – Himmelfahrtskathedrale

Almaty – ehemaliges Parlamentsgebäude am Platz Astana

Almaty – Platz Astana – Denkmal für zwei Scharfschützinnen

dieser Eifelturm steht in Almaty

Almaty – Platz der Republik – Stadtverwaltung

Almaty – Platz der Republik

Almaty – Nationalmuseum

Wir verlassen die Innenstadt und fahren in die Berge des Ile Alatau ins Tal der Kleinen Almatinka. Hier befindet sich das berühmte Eisstadion Medeo, in dem schon viele Eisschnelllauf-Weltrekorde aufgestellt wurden. Wir interessieren uns weniger für das Stadion, sondern vielmehr für die großen Parkplätze. Leider müssen wir feststellen, dass es uns hier nicht gefällt. Die ebenen Parkplätze sind gesperrt und nur ein sehr schräger Parkplatz, der zudem zugemüllt ist, ist offen. Ausserdem ist seit Tagen die Fernsicht sehr schlecht, denn Almaty und das TienShan Gebirge liegen im permanenten Dunst.

So fahren wir wieder bergab nach Almaty. Unterwegs halten wir an einem Restaurant, wo es uns am Vortag gut gefallen hat. Wir gehen lecker essen. Zurück am Auto holt uns unser Problem wieder ein, denn der Motor startet wieder nicht. Nach dem dritten Fehlversuch schraubt Bernhard die Verkleidung der Lenksäule ab, da ich von dort eine kleine Rauchfahne gesehen habe. Doch hier ist kein Schaden zu erkennen. So versuchen wir ein weiteres Mal den Motor zu starten und nun springt er an. Trotzdem ist das ganze sehr unbefriedigend, solange wir die Ursache nicht kennen. Da es schon später Nachmittag ist fahren wir erst einmal zurück auf den ungeliebten Stellplatz hinter dem Flughafen.

Da wir nicht mit der Ungewissheit weiter fahren wollen, fahren wir am nächsten Morgen zur MAN-Werkstatt in Almaty (N43 22 09.5 E76 56 58.4). Wir treffen auf einen Monteur, der ein kleines bischen deutsch spricht, sowie einen technischen Leiter, der sehr gut englisch spricht. Bernhard kann unser Problem schildern. Nach längerer Diskussion einigt man sich darauf, den Startermotor auszubauen. Er wird zerlegt und gereinigt, aber irgendwie ist Raffael (der Vorarbeiter) der Meinung, das er nicht mehr gut wäre, er wäre zu heiss. Er schlägt vor sicherheitshalber einen neuen einzubauen und den alten als Notersatzteil zu behalten. Der neue Starter kommt am Nachmittag und wird sofort eingebaut. Da wir nun schon mal in der Werkstatt stehen entschliessen wir uns noch das Motoröl wechseln zu lassen, denn der letzte Ölwechsel war von ca. 25.000 km in Ankara. Anschließend wird noch der Keilriemen zur Lichtmaschine nachgespannt. Nun ist unser Auto wieder flott und wir hoffen, dass das Problem nun gelöst ist. Die Qualität der Arbeit und der bezahlte Preis stellten uns sehr zufrieden. Da es schon spät am Nachmittag ist dürfen wir auf dem Hof der Werkstatt übernachten.

Almaty – im Hof der MAN Werkstatt (N43 22 09.5 E76 56 58.4)

Nebenan gibt es ein Schwimmbad und wir freuen uns nach dem langen Tag auf eine nette Erholung, denn das Schwimmbad sieht von oben ganz ansprechend aus. Doch wir erleben unser blaues Wunder, als wir an der Kasse pro Person umgerechnet 20 Euro Eintritt zahlen sollen. Wir fragen uns, ob wir in einem Millionärsclub gelandet sind. So ziehen wir unverrichteter Dinge wieder ab, denn das sind uns ein paar Runden im Wasser nicht wert.

Nach den heißen Tagen in der Stadt freuen wir uns auf kühlere Tage in den Ile Alatau-Bergen. Wir fahren ins Tal der Großen Almatinka. Doch hier werden wir schon wieder enttäuscht. Der untere Teil des Tales komplett zugebaut. Dann passieren wir das Kassenhäuschen des Nationalparks und fahren weiter das Tal hinauf. Hier gäbe es einige schöne Plätze, doch überall liegt Müll. Wir finden einen großen ebenen Parkplatz, in dessen Nähe sich eine Quelle mit klarem Wasser befindet. Unser Wäschesack ist voll und wir müssen unbedingt mal wieder unsere Klamotten waschen. So holt Bernhard fleißig Wasser von der Quelle und ich mache mich an die Arbeit. Doch kaum bin ich fertig mit Waschen beginnt es zu regnen. Schon wieder muß ich die ganze Wäsche im Auto trocknen – Mist! Das schlechte Wetter hält andere Leute nicht davon ab, ebenfalls hierhin zu kommen. Am Nachmittag hören wir eine Gruppe Leute auf der Picknickwiese in der Nähe der Quelle. Am Abend beobachte ich einen PKW, der eine Weile auf dem Parkplatz steht. Am anderen Morgen sehen wir dann die Bescherung: dort wo der PKW gestanden hat liegen leere Flaschen und eine Tüte voller Müll auf dem Boden. Bernhard geht zur Quelle und entdeckt, dass sie voller Speisereste und Abfälle liegt. Sogar das Rohr, aus dem gestern noch das frische Wasser sprudelte ist mit Papier zugestopft. Das ist für uns unbegreiflich, besonders anbetracht der Tatsache, dass überall Abfallbehälter stehen. So ergreifen wir ganz schnell die Flucht und verlassen das Tal wieder.

Ile Alatau Nationalpark – Großes Almatinker Tal (N43 06 03.9 E76 56 03.1)

Unser Weg führt uns nach Westen. Die Strasse ist gut und wir kommen schnell vorwärts. Nur das Wetter spielt immer noch nicht mit. Es tröpfelt ein wenig und von den Bergen links von uns ist nichts zu sehen. Da wir es nicht eilig haben, fahren wir nicht weit und stoppen an einer Raststätte, wo wir auch die Nacht verbringen.

Rastplatz an der A2 (N43 19 43.4 E75 39 18.5)

Am nächsten Morgen sind wir wieder früh unterwegs um der Mittagshitze zu entgehen. Die Strasse A2 ist gut ausgebaut. Die Landschaft ist recht einheitlich. Der Himmel ist sehr trübe, obwohl die Sonne durchkommt. Doch es gibt keine Fernsicht und die 2000 m hohen Berge, die eigentlich die ganze Zeit neben uns sein sollen, sind im Dunst fast nicht zu erkennen. Es ist wieder sehr warm. Zusammen mit der leicht zu befahrenen Strasse und der eintönigen Landschaft passiert es, dass wir ein 30er-Geschwindigkeitsschild nicht beachten. Prompt werden wir von der Polizei angehalten und müssen 50 Euro Strafe zahlen. Bernhard konnte ihn von 100 Dollar runterhandeln. Aber nun haben wir das Prinzip begriffen: die Polizei hat eine kleine Kameraboxen mit einer Geschwindigkeitsmessvorrichtung, die über eine Funkverbindung mit dem Streifenwagen verbunden ist, der meistens einige hundert Meter weiter steht. Den Streifenwagen kann man also nicht sehen und die Kameraboxen sind unscheinbar wie ein kleiner Koffer am Strassenrand deponiert. Anders als in Russland wird man hier auch nicht vom Gegenverkehr gewarnt. Bei einem Vergehen muss man in den Streifenwagen einsteigen und sich das Video anschauen. Die kasachischen Geschwindigkeitskontrolleure sind technisch ganz weit vorne.

auf dem Weg nach Taraz

Strasse nach Taraz – Seidenstrasse früher …

… und Seidenstrasse heute

Kurz vor Taraz entdecken wir einen modernen LKW-Rastplatz. Er ist mit 500 Tenge für die hiesigen Verhältnisse recht teuer und entsprechend leer. Doch hier gibt es den Luxus von sauberen und geräumigen Sanitäranlagen. Sogar duschen können wir hier. Wir leisten uns diesen Luxus und freuen uns über Wasser im Überfluß.

LKW-Rastplatz vor Taraz (N43 00 04.7 E71 37 48.2)

Am nächsten Tag erreichen wir die Stadt Taraz. Es ist eine alte Karawanenstadt, deren Ursprünge bis ins 6. Jhdt zurück reichen. Im 10. bis 12. Jhdt. war die Stadt eines der Zentren der Großen Seidenstrasse. Vom einstigen Glanz ist nicht mehr viel übrig, ausser einem von sowjetischen Bauten dominierten zentralen Platz. Wir besichtigen zwei Mausoleen. Die Überreste einer Karawanserei, die im Reiseführer erwähnt ist, haben wir leider nicht gefunden.

Blick vom Mausoleum Tekturmas auf Taraz

Taraz – Mausoleum Tekturmas

Taraz – Platz der Freundschaft

Taraz – Denkmal auf dem Platz der Freundschaft

Taraz – Karakhan (Aulie Ata) Mausoleum

Nach einem kurzen Bummel durch das moderne Taraz verlassen wir den Ort und fahren weiter zum Mausoleum von Aischa Bibi. Es liegt in einer schönen Gartenanlage. Obwohl das Mausoleum nicht sehr groß ist, gefällt es uns. Der Parkplatz lädt zum Übernachten ein und so bleiben wir. Am späten Nachmittag bekommen wir Besuch und Holger steht vor unserem Auto. Er kommt aus Deutschland und ist seit einem Jahr mit seinem Fahrrad unterwegs. Wir unterhalten uns eine Weile. Da es darüber spät geworden ist baut er sein Zelt neben unserem Auto auf und wir verbringen einen netten Abend zusammen.

Mausoleum Aischa Bibi

unser Platz am Mausoleum Aischa Bibi (N42 50 03.2 E71 12 40.8)

Am nächsten Morgen trennen sich unsere Wege wieder. Holger will langsam nach Taschkent um seine Freundin am Flughafen zu treffen und wir fahren nach Sajram. Das ehemals bedeutende Zentrum ist heute ein kleiner vergessener Ort, wo sich noch einige Zeugnisse der Vergangenheit erhalten haben. Hier besichtigen wir drei alte Mausoleen. Sie sind ziemlich klein und unscheinbar. Versteckt hinter dem Hof einer Schule finden wir dann auch noch das im Reiseführer abgebildete Minarett. Es ist auf dem Foto schon nicht sehr groß, doch die Wirklichkeit ist noch bescheidener – ein wirkliches Zwerg-Minarett. Es könnte auch als Kopie des Kalon Minaretts von Buchara im Minidom stehen.

zwischen Aischa Bibi und Sajram

zwischen Aischa Bibi und Sajram

zwischen Aischa Bibi und Sajram

Sajram – Asis Baba Mausoleum

Sajram – Mirali Bab Mausoleum

Sajram – Minarett Hisr Pajgambar

Wir fahren weiter nach Schymkent, einer modernen Stadt ohne besondere Sehenswürdigkeiten. Am Stadtrand sehen wir die moderne neue Moschee, die wir uns anschauen. Wir erfahren, dass sie von einem arabischen Scheich bezahlt wurde. Der Bau ist sehr groß, aber ansonsten schmucklos. Hier soll wohl die schiere Größe überzeugen. Da uns die Stadt nicht zum Anhalten motiviert fahren wir weiter und finden einen akzeptablen Parkplatz am Flughafen. Tagsüber ist es hier ruhig, doch am späten Abend und frühen Morgen kommen und gehen einige Flugzeuge. Vor dem Flughafengebäude gibt es einige schöne Rasenflächen, die von den Kühen der Nachbarschaft mit Freude gepflegt werden. So ein saftiger Gras finden sie sonst nirgendwo.

Schymkent – neue Moschee

Schymkent – unser Stellplatz am Flughafen (N42 2201.33 E69 29 41.08)

Am nächsten Morgen fahren wir schon vor sechs Uhr los, um dem morgentlichen Trubel des Flughafens und der Mittagshitze zu entgehen. Unser Ziel ist Turkistan, eine alte Stadt, deren Wurzeln ins 7. Jhdt zurückreichen. Hier befindet sich die Grabmoschee für Hodzha Achmed Jassawi, einem islamischen Propheten, der im 11. Jhdt lebte. Sie ist eine bedeutende islamische Wallfahrtsstätte und auch ein wichtiges architektonisches Denkmal. Die Grabmoschee wurde von Tamerlan gestiftet, einem Herrscher, dessen Spuren wir auch noch in Usbekistan begegnen werden.

zwischen Schymkent und Turkistan

Die Strasse von Schymkent nach Turkistan ist wie eine deutsche Autobahn, 4-spurig mit Mittelleitplanken. Die Strassenqualität ist gut. Es gibt keine Querrillen und keine Löcher. So erreichen wir unser Ziel schon recht früh. Wir finden nahe bei den historischen Stätten einen ruhig gelegenen Parkplatz vor einer modernen Moschee. Hier gefällt es uns gut. Die moderne Moschee (dieses Mal mit Hilfe aus der Türkei erbaut) ist eine wahre Pracht. Der eher schlichte und doch unglaublich elegante Bau besticht durch seine großen Glasflächen und den Farbkontrast zwischen weißen Wänden und türkiser Kuppel. Auch der Innenraum ist sehr schön durch die großen Glasfronten und den dezenten Schmuck. Es macht Freude dieses schöne Gebäude anzuschauen.

Turkistan – neue Moschee

Turkistan – neue Moschee

Turkistan – neue Moschee

Wir besichtigen die große Grabmoschee für Hodzha Achmed Jassawi und einige kleinere Gebäude ringsherum. Obwohl es UNESCO-Weltkulturerbe ist wir hier kein Eintritt verlangt. Trotzdem ist die Anlage sehr gepflegt und besonders der Rosengarten ist sehr schön.

Turkistan – Stadtzitadelle – Tor Musalla

Turkistan – Stadtzitadelle

Turkistan – Grabmoschee des für Hodzha Achmed Jassawi (links) und Mausoleum für Rabiga Sultan Begim (rechts)

Turkistan – Grabmoschee für Hodzha Achmed Jassawi

2015-07-27-nr95-KZ--Vögel am Mausoleum

in den Mauern der Grabmoschee leben diese Vögel

Wir fühlen uns hier in Turkistan so wohl, dass wir noch zwei weitere Tage bleiben. Unser Stellplatz an der Moschee ist ein richtiger Glücksfall, denn zu der schönen, ruhigen und doch zentralen Lage kommt noch hinzu, das wir das moderne Sanitärgebäude der Moschee (inklusive Dusche für die Herren) nutzen können sowie unsere Wasservorräte am Moschee-Brunnen auffüllen können. Es sind besten Sanitäranlagen, die wir bis jetzt in Kasachstan gesehen haben: alles aus Marmor und sehr geräumig.

Turkistan – unser Platz vor der neuen Moschee (N43 17 37.6 E68 16 28.7)

Besonderen Spaß habe ich daran, dass ich manchmal aus dem Fenster Kamele sehen. Sie laufen hier über die Strasse wie anderswo die Kühe. Abends kommt schon mal eine Hochzeitsgesellschaft mit Hummer H1 Stretchlimusinen vorbei, flankiert von einigen (Fiat) Lada 1600 Schigulis, die erstaunlicherweise (für ein dreissig Jahre altes Auto) nicht selten mit Zentralverriegelung mit optischen und akustischem Feedback, Xenon-Scheinwerfen, LED Tagfahrlichtern, Ultraschallalarmanlage, Multicolor Ambientebeleuchtung (innen+aussen!) ausgestattet sind. Die sowjetische Autoindustrie wurde wohl im allgemeinen unterschätzt. Gefilmt wurde die ganze Zeremonie dann auch noch aus der Vogelperspektive mittels Kameradrohne. Die Kasachen sind technisch ganz weit vorne.

Turkestan – Kamele

Turkistan – Kamele

Unser nächstes Ziel sind die Ausgrabungen von Otrar. Schon im 2. Jhdt v.Chr. gegründet erreichte die Stadt Otrar ihre Blütezeit im 10. bis 12. Jhdt. Sie war damals mit 200.000 Einwohnern eine der wichtigsten Städte an der Seidenstrasse. Die Bibliothek von Otrar war vergleichbar mit der berühmten Bibliothek von Alexandria in Ägypten. Heute ist Otrar nur ein großer Sandhügel in der Steppe. Von der Erosion wurde die Lehmstadt in einen Lehmhügel verwandelt. Archäologen haben begonnen, die Stadt auszugraben. Wir stehen etwas unschlüssig vor einem unscheinbaren Zaun mit verschlossenem Eingang, als plötzlich ein Auto angefahren kommt. Es ist der Torwächter. Er schließt uns auf und wir müssen uns in ein Besucherbuch eintragen. Er scheint nicht weit zu wohnen und hat uns wohl am Tor stehen sehen. Im Gästebuch war zu sehen, das durchschnittlich ein Besucher am Tag kommt. Dafür braucht man wirklich nicht den ganzen Tag in der Hitze warten.

Der Siedlungshügel von Otrar ist ziemlich groß und läßt die Ausdehnung der alten Stadt erahnen. Einige Teile sind mittlerweile ausgegraben und recht nett rekonstruiert. Aber es bleibt noch viel zu erforschen. Uns gefällt es hier und wir haben den Umweg nicht bereut. Die Ausgrabung hat uns ein bischen an Troja erinnert, aber natürlich ist es nicht so gut erschlossen und dokumentiert.

Otrar – Stadtmauer

Otrar

Otrar – Fundamente einer Moschee

Dann fahren wir weiter ins nächste Dorf, wo wir uns die Grabmoschee für Aristan Bab anschauen. Der islamische Mystiker Aristan Bab war der Lehrer von Ahmed Jassawi, dessen Grabmoschee wir in Turkistan besucht haben. Die Grabmoschee für Aristan Bab ist viel kleiner und einfacher als die seines Schülers.

Aristanbab – Grabmoschee des Aristan Bab

Aristanbab – neue Moschee

Aristanbab – unser Stellplatz (N42 51 15.3 E68 16 06.7)

Nun dauert es nicht mehr lange, bis unser Visum für Usbekistan beginnt. So fahren wir wieder zurück nach Schymkent, wo wir wieder am Flughafen stehen. Nicht weit von hier haben wir einige Marktstände entdeckt, an denen wir unsere Vorräte aufstocken wollen. Doch noch auf dem Flughafenparkplatz sprechen uns zwei Polizisten aus ihrem Streifenwagen heraus an. Sie sind neugierig und wir müssen wieder einmal von unserer großen Reise berichten. Als sie erfahren, dass wir zum Markt wollen, laden sie uns spontan ein in ihrem Streifenwagen mitzufahren. Wir steigen ein und werden von den beiden netten Polizisten prompt bis vor die Türe gefahren – ein außergewöhnliches Taxi.

Insgesamt hat uns Kasachstan sehr gut gefallen: die Menschen sind freundlich aber nicht aufdringlich. Die Kinder sind neugierig, aber zurückhaltend. Das Essen, sei es Mantis, Lacman, Plov oder Schaschlik, hat uns immer gut geschmeckt, obwohl eine deutsche Lebensmittelkontrolle den einen oder anderen Laden aus Hygienegründen wohl direkt schliessen würde. Aber wir sind bis jetzt von grösseren Magen-Darm-Problemen verschont geblieben. In Südkasachstan sind die Strassen überwiegend gut, anders als in Ostkasachstan.

Das war unsere Route durch Kasachstan:

Route Kasachstan

 

 

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Kategorien: Reiseberichte | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „Kasachstan

  1. Hat dies auf Hof Schwarzes Moor mit Big Blue rebloggt und kommentierte:
    Mal sehen, ob das in 2017 immer noch so aussieht. Hoffentlich ist das Zeitfenster über die Türkei bis dahin nicht geschlossen.
    MlG
    Heidi und Stephan

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