Georgien – 2014

Achalziche – Bordshomi – Gori – Uplisziche – Mzcheta – Tbilisi – Dawit Garedscha – Bodbe – Nekresi – Gremi – Telawi – Alawerdi – Ikalto – Georgische Heerstraße – Kutaisi – Mestia – Batumi

Am 2. Mai 2014 beginnt unser Abenteuer Georgien. Wir passieren die Grenze zwischen Posof in der Türkei und Achalziche in Georgien. Auf der georgischen Seite müssen wir uns in die LKW-Schlange einreihen, aber sie ist glücklicherweise nicht lang. Uns wird gesagt, dass das Fahrzeug 45 Tage in Georgien bleiben darf. Der Grenzübergang verlief insgesamt zügig und problemlos.
Nun sind wir in Georgien. Die Straße von der Grenze nach Achalziche ist zwar schmal, aber in gutem Zustand. Schon kurz hinter der Grenze bemerken wir, dass sich der georgische Kleidungsstil doch sehr vom türkischen unterscheidet, denn nun laufen die Mädchen wieder in Miniröckchen herum.
Im Gegensatz zu den vielen neuen Häusern in der Türkei sehen die ersten Dörfer in Georgien doch recht sowjetisch aus – total kaputt als ob seit Jahrzehnten nichts mehr dran gemacht wurde. Die Gasleitungen verlaufen hier oberirdisch und so sehen wir überall die gelben Rohre entlang der Straße.

Wir erreichen Achalziche und parken erst einmal im Zentrum, denn die Straße hinauf zur Festung geht unter einer Brücke hindurch, die eine Höhenbeschränkung von 3,20 m hat – das ist für uns zu niedrig. Die Festung von Achalziche gefällt uns gut. Es ist eine schöne gepflegte Anlage. Hier gibt es auch ein gut gemachtes Museum, das die Geschichte der Region von der Frühzeit bis ins 19. Jhdt. präsentiert. Von den Zinnen der Festung entdecken wir einen großen ebenen und leeren Parkplatz. Das wäre der ideale Übernachtungsplatz für uns. Wir erkundigen uns, wie wir dorthin kommen, aber die Unterführung ist wohl die Hauptzufahrt.
Auf dem Weg zurück zum Auto schauen wir uns die Unterführung genau an. Es sieht so aus, als ob sie passen könnte. Es ist knapp, aber es klappt tatsächlich und so stehen wir bald auf dem großen Platz – gut bewacht vom Sicherheitsdienst der Festung.

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Achalziche – Rabathfestung

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Achalziche – Rabathfestung

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Achalziche – Blick von der Festung über die Stadt

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Achalziche – Übernachtung an der Rabathfestung   – N41 38 35.9 E42 58 36.5

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir verlassen Achalziche und lernen nun den wüsten Fahrstil der Georgier richtig kennen: es wird unmöglich überholt, gedrängelt und geschnitten. Wir erreichen Bordshomi, einen Kurort, in dem sich schon die russischen Zaren erholt haben. Auf uns wirkt der Ort heute gammelig und wenig einladend. Hauptsehenswürdigkeit soll der Kurpark mit der Jekaterinenquelle sein. Doch uns gefällt er nicht und wir würden ihn nicht als Sehenswürdigkeit bezeichnen.

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Bordshomi

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Bordshomi – Jekaterinenquelle

Unser nächstes Ziel ist das Stalin-Museum in Gori. Kurz vor Gori ist die Straße autobahnähnlich ausgebaut und das Fahren wird etwas einfacher. Gori ist der Heimatort Josef Stalins, und neben dem Museum gibt es hier sein Geburtshaus und seinen persönlichen Eisenbahnwaggon zu sehen. Im Museum können wir fast nichts lesen, da die Beschriftungen nur in georgisch und russisch sind. Offensichtlich hat sich an der Heldenverehrung noch nichts geändert und die negativen Seiten Stalin’s werden immer noch verschwiegen. Egal, er scheint auch heute noch seine Fans zu haben die sich gerne mit einer lebensgroßen Stalinstatue fotografieren lassen.

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Stalin-Museum in Gori

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Stalin-Museum in Gori

Wir fahren weiter und erreichen Uplisziche. Hier warten wir erst einmal ab, bis es aufhört zu regnen, dann besichtigen wir die in den Fels gehauene Stadt. Sie ist schon sehr alt, denn sie entstand schon im 16. Jhdt. v. Chr. Wir sehen einige Höhlen und Löcher in den Felsen. Das ganze wird gekrönt von einer kleinen Kirche. Hier oben ist es ganz schön windig und wir müssen aufpassen, dass wir nicht vom Fels geweht werden. Anschließend gehen wir in das kleine Museum und schauen uns einen gut gemachten Film an, der die Geschichte und Bedeutung der Höhlenstadt erklärt.

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Höhlenstadt von Uplisziche

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Blick von der Höhlenstadt Uplisziche in die Umgebung

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Blick von der Höhlenstadt Uplisziche auf den Parkplatz – N41 57 58 E44 12 39

Am nächsten Morgen fahren wir weiter. Es geht über eine kleine, aber fast durchgängig zweispurige asphaltierte Straße nach Mzcheta. Auf dem Weg dorthin müssen wir feststellen, dass weder unsere Navigationssysteme noch die Straßenkarte die georgischen Straßen ganz korrekt wiedergeben. Beide Navigationssysteme haben zwischendurch Aussetzer und auf der Karte sind einige Dörfer in einer etwas anderen Position eingezeichnet, als sie in Wirklichkeit liegen.
Mzcheta war vor vielen Hundert Jahren eine bedeutende Stadt. Aus dieser Zeit sind noch einige Kirchen und Klöster erhalten. Selbst heute ist Mzcheta immer noch ein wichtiges geistliches Zentrum. Wir besuchen die Sweti-Zchoweli-Kirche. Da Sonntag ist findet gerade ein Gottesdienst statt und wir können nur einen kurzen Blick ins Innere werfen. Diese orthodoxen Messen sind schon interessant. Sie dauern sehr lange und es ist ein ständiges Kommen und Gehen in der Kirche. Der gesamten Zeremonie scheint kaum einer in voller Länge beizuwohnen.

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Mzcheta – Kirche Sweti Zchoweli

Mit dem Taxi fahren wir für 20 Lari auf den gegenüber liegenden Hügel zur Dshwari-Kirche. Glücklicherweise dauert die Fahrt nicht allzu lange, denn der alte Lada riecht im Innenraum betäubend nach Benzin und der Fahrer pflegt den echten georgischen Fahrstil. Doch das Abenteuer lohnt sich, denn von hier oben haben wir einen wunderschönen Blick ins Tal und auf Mzcheta. Auf dem Rückweg besichtigen wir noch die Festung, die aber eher aus der Ferne wirkt.

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Mzcheta – Kirche Dshwari

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Blick von der Kirche Dshwari auf Mzcheta

Zurück in Mzcheta besuchen wir die Samtawro-Kirche, die zu einem Nonnenkloster gehört. Wieder kommen wir mitten in den Gottesdienst. Wir erleben eine gut gefüllte Kirche und sehen viele junge Nonnen. Offensichtlich leiden die Orden in Georgien nicht unter Nachwuchsproblemen.

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Mzcheta – Kirche Samtawro

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Mzcheta – unser Übernachtungsplatz im Ortszentrum – N41 50 34 E44 43 25

Weiter geht es in die Hauptstadt Tbilisi. Am Flughafen finden wir einen Parkplatz vor der Elektrischka-Station. Wir werden freundlich aufgenommen und dürfen über Nacht stehen.

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Tbilisi – Stellplatz am Flughafen – N41 40 16.5 E44 57 51.5

Die Elektrischka fährt nur wenige Male morgens und abends, so dass wir sie nicht nutzen können. Daher fahren wir mit dem Bus Nr. 37 ins Zentrum. Wir laufen ein wenig durch die Stadt und sehen uns um. Tiflis ist nicht hässlich, aber auch nicht schön. Die Sehenswürdigkeiten sind nicht besonders beeindruckend und auch der Prachtboulevard ist nicht wirklich prächtig. Zum Abschluss gehen wir in einem kleinen Altstadt-Lokal lecker essen. Hier finden wir zum ersten Mal ein freies Wifi. Ich hatte in einem Reisebericht gelesen, dass Georgien das Paradies des freien Wifi’s sein soll, doch das können wir überhaupt nicht bestätigen. Die meisten Lokale haben kein Wifi. Wenn wir denn mal ein Wifi gefunden haben, so war es geschützt.

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Tbilisi – Freiheitsplatz

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Tbilisi – Kathedrale Zminda Sameba

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Blick über Tbilisi

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Tbilisi – Rustaweli Boulevard

Unser nächstes Ziel ist das Kloster Dawit Garedscha. Im Reiseführer ist die Anfahrt über die Straßen 5 und dann 172 beschrieben. Aber unser Navi schlägt eine kürzere Strecke vor. Wir entscheiden uns dem Navi zu folgen, doch das war ein großer Fehler wie wir bald merken werden.
Die Route führt aus Tbilisi heraus Richtung Süden auf die Straße 67 an Rustavi vorbei. Zuerst ist die Straße noch ganz ok, aber bei Rustavi wird aus der asphaltierten Straße eine extreme Schlaglochpiste. Wir fahren durch ein Gewerbegebiet und die Straße ist von LKWs kaputt gefahren. Dann folgen wir weiter der 157, doch es wird immer schlimmer. Erst ist es ein Schotterweg, dann nur noch ein Feldweg. Schlagloch reiht sich an Schlagloch. Bei Tatianova fahren wir auf die Straße 158. Ab hier ist die Piste nur noch ein schlechter Feldweg. Ohne das Navi könnten wir die diversen Fahrspuren gar nicht mehr auseinander halten und wüßten nicht, wo es lang geht. Für einen 4×4 Offroad-Fahrer wäre hier das Paradies, aber mit unseren 7,5 Tonnen ist es nicht lustig, sondern sehr anstrengend. Trotzdem sind wir froh über den Allrad, denn mit einem normalen Auto ist hier kein Durchkommen mehr. Zweimal waren wir kurz davor umzukehren, aber der Weg zurück wäre länger gewesen als der Weg weiter nach vorne. So hofften wir das beste, dass wir irgendwie durchkommen und dass nicht irgendwann der Weg endet oder wir vor einem unüberwindbaren Hindernis kapitulieren müssen.
Eigentlich ist es beeindruckend welche Pisten die Einheimischen mit Ihren Transits, Sprintern und Opels fahren. In Deutschland würden vermutlich nur wenige SUV-Fahrer ihr Fahrzeug auf solchen Strecken misshandeln. Auf dieser Strecke gab es dann an den vereinzelten Gehöften tatsächlich nur noch robuste russische Allrad-Technik der Marken Lada, Kamaz, MAZ und ZIL.

Bei Udabno treffen wir auf die Straße, die von der S5 kommt und folgen der breit ausgefahrenen Spur. Endlich am Kloster angekommen sind wir heilfroh, die furchtbare Piste geschafft zu haben. Wir schauen uns das Kloster an. Es ist nicht sehr groß, aber nett in die Felsen gebaut. Von hier hätte man einen schönen Blick, der etwas durch den Dunst getrübt ist.

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unser Ziel kommt in Sicht – das Kloster Dawit Garedscha

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Kloster Dawit Garedscha

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Kloster Dawit Garedscha

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Straße zwischen Kloster Dawit Garedscha und Udabno

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Landschaft zwischen Kloster Dawit Garedscha und Udabno

Wir fahren über Udabno und die 172 auf die Straße 5. Der Weg ist nicht ganz perfekt, aber um Welten besser als das, was wir gefahren sind. Auf der Straße 5 werden wir wieder mit dem Fahrstil der Einheimischen konfrontiert, der wirklich furchtbar ist. Es wird links und rechts überholt, geschnitten und gedrängelt was das Zeug hält.

Unser Ziel ist das Kloster Bodbe, wo wir einen guten Parkplatz finden. Wir fragen im Kloster-Restaurant, ob wir hier übernachten dürfen und bekommen das ok.
Das Kloster Bodbe ist eines der heiligsten Orte in Georgien. Es ist schön renoviert und liegt in einer toll gepflegten Anlage. Gerade pflanzen einige junge Nonnen kistenweise bunte Blumen. Die ganze Anlage strahlt eine unglaublich angenehme Ruhe aus und die friedliche Atmosphäre hat etwas Besonderes. Von einer Aussichtsterrasse könnte man bei klarem Wetter sicherlich den Großen Kaukasus sehen, doch leider versteckt er sich im Dunst.

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ein Dorf zwischen Udabno und dem Kloster Bodbe

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unser Übernachtungsplatz am Kloster Bodbe – N41 36 23.8 E45 55 56.8

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Kloster Bodbe

Zum Kloster gehört auch die heilige Sankt-Nino-Quelle, deren Wasser von vielen Leiden befreien soll. Das wollen wir auch versuchen und so steigen wir an die 800 Stufen hinab ins Tal zur Quelle. Hier sehen wir einen dünnen Wasserstrahl, der aus einer Wand kommt. In einem benachbarten Gebäude kann man in das heilige Wasser eintauchen, aber dafür sind wir schon zu spät. Die Anlage ist bereits geschlossen und wird gerade geputzt. So machen wir uns wieder auf den Rückweg die ganzen Stufen wieder nach oben, eine schweißtreibende Angelegenheit. Die anschließende Dusche im Auto haben wir uns redlich verdient.

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Kloster Bodbe – Weg zur heiligen Sankt Nino Quelle

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Kloster Bodbe – Sankt Nino Quelle

Weiter geht es zu unserem nächsten Ziel, dem Kloster Nekresi. Um dorthin zu gelangen schlägt uns das Navi vor, der Straße weiter zu folgen durch den Ort Signagi. Doch in Signagi erwartet uns dann eine Überraschung: da die direkte Durchgangsstraße gesperrt ist zwingt uns die Verkehrsführung in eine parallele Gasse abzubiegen. Sie geht steil bergab und dann durch ein Stadttor, dass für unser Auto zu niedrig ist. Weiter geradeaus endet die Straße in einer Sackgasse und so müssen wir mühsam wenden, den steilen Berg wieder hinauf und einen längeren Umweg fahren um das Kloster Nekresi zu erreichen.

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Straße zwichen Bodbe und Nekresi – im Hintergrund der Große Kaukasus

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Straße zwichen Bodbe und Nekresi

Vom Parkplatz des Klosters Nekresi müssen wir einen 1,5 km steilen, aber befestigten Weg bergauf laufen, um zum Kloster zu kommen. Hier steht eine der ältesten Kirchen Georgiens. Die Klosteranlage ist schön. Es gibt auch eine alte Klosterküche zu besichtigen, die mir gut gefällt. Von hier haben wir einen schönen Blick über das Tal auf den Kleinen Kaukasus, doch leider ist auch hier die Fernsicht getrübt.

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Kloster Nekresi

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Kloster Nekresi – Klosterküche

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Blick vom Kloster Nekresi zum Kleinen Kaukasus

Unser nächstes Ziel ist die Wehrkirche Gremi, die nur wenige Kilometer entfernt liegt. Gremi war im 16. Jhdt. Hauptstadt Kachetiens. Wir schauen in die Kirche und gehen anschließend in das kleine Museum, wo u.a. ein Königssaal und ein königliches Örtchen mit Wasserspülung aus dem 16. Jhdt. zu sehen sind. Ein älterer Herr erzählt uns ein wenig zur Geschichte von Burg und Stadt – sehr interessant.

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auf der Straße zwischen Nekresi und Gremi

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Wehrkirche Gremi

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Wehrkirche Gremi

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das königliche Örtchen aus dem 16. Jhdt.

Auf unserer Weiterfahrt passieren wir den Ort Telawi, wo es das Schloss Batonisziche geben soll. Wir finden gewaltige Außenmauern vor, doch im Inneren keine Spur von einem Schloß. Hier ist wohl eine Schule und es liegt jede Menge Bauschutt herum. So verlassen wir ganz schnell diesen Ort und steuern das nächste Kloster an – Ikalto.

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Telawi – die Mauern von Schloß Batonisziche

Das Kloster Ikalto liegt abseits der Straße am Ende einer Sackgasse. Es ist ein kleiner Komplex, der irgendwie vergessen und verwunschen wirkt. Es ist sehr schön hier und angenehm still. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass die Anlage darauf wartet, aus ihrem Dornröschen-Schlaf geweckt zu werden.

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Kloster Ikalto

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Kloster Ikalto

Nicht weit entfernt befindet sich das Kloster Alawerdi. Es ist eine große Anlage mit einer beeindruckenden Kirche, die lange Zeit das höchste Gebäude Georgiens war. Die Kirche ist das einzige Gebäude, das hier besichtigt werden kann, da im Kloster Mönche leben. Auf dem kleinen Parkplatz des Klosters Ikalto (N41 56 15.1 E45 22 49.7) übernachten wir dann, da er sehr abgelegen und viel ruhiger als Alawerdi liegt.

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Kloster Alawerdi

Da es in den letzten Tagen ab und zu geregnet hat und die Wettervorhersagen für die nächsten Tage nicht so gut sind, beschließen wir zurück nach Mzcheta zu fahren, um auf besseres Wetter zu warten. Denn wir wollen noch in die Bergwelt des Großen Kaukasus fahren und dafür wünschen wir uns schönen blauen Himmel und Sonne.
Laut Straßenkarte führt der einfachste Weg zurück nach Mzcheta über Akhmeta und Tianeti auf die S3 Richtung Tbilisi. Doch kurz hinter Akhmeta ist die Straße total kaputt. Ein Schlagloch folgt dem nächsten und der Regen hat alles in Matsch verwandelt. Da wir nicht schon wieder offroad fahren wollen und schon gar nicht auf weichem Boden beschließen wir umzudrehen.

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Sraße zwischen Akhmeta und Tianeti

Wir müssen den ganzen Weg zurück und wieder an Ikalto vorbei. Unterwegs passiert es dann: eine der vielen Bodenwellen, die hier überall in den Orten zu finden sind, war zu viel für den Halter des Monitors unserer Rückwärtskamera. Er bricht plötzlich ab. Diese Bodenwellen sind wohl die einzige Möglichkeit, das Temperament der Fahrer etwas zu bremsen.
Kurz vor Telavi zweigt rechts eine Straße ab, die über den Pass von Gombori (ca. 1.500 m) nach Otarraani und Ujarma auf die S5 kurz vor Tbilisi führt. Wir sind überrascht von der guten Straßenqualität: 2-spurig asphaltiert und in gutem Zustand. Wir fahren weiter von der S5 auf die S9, die um Tbilisi herum führt. Leider ist die S9 teilweise in sehr schlechtem Zustand – eine breite, aber schlaglochträchtige Schotterpiste. Doch auch dieses Stück meistern wir und kommen auf dem schon bekannten Parkplatz in Mzcheta an und freuen uns auf einen ruhigen Entspannungstag.

Am übernächsten Tag sieht der Himmel wieder freundlich aus und der Wetterbericht hat für heute Sonne mit Wolken angekündigt. So nehmen wir das Erlebnis Georgische Heerstraße in Angriff. Die Georgische Heerstraße ist der älteste und momentan einzig passierbare Weg durch den Großen Kaukasus zur russischen Grenze. Zuerst kommen wir zur Festung Ananuri. Von außen ist sie ganz nett, aber im Inneren der Mauern ist sie nicht so schön.

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Georgische Heerstraße zwischen Zhinvali und Ananuri

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Festung Ananuri

Dann folgen wir der Heerstraße bis zur Passhöhe des Kreuzpasses, der höchsten Stelle der Georgischen Heerstraße. Hier haben wir einen ersten Blick auf die Spitzen des Hohen Kaukasus. Doch leider haben wir Pech mit dem Wetter, denn der Himmel hat sich zugezogen und es fängt an zu regnen. So ist die Sicht doch sehr eingeschränkt. Wir beschließen umzudrehen, da es keinen Sinn macht im Regen weiter in die Berge zu fahren. Außerdem wäre 20 km weiter und ca. 800 Höhenmeter tiefer an der russischen Grenze sowieso Schluss.
Bis zum Kreuzpass ist die Georgische Heerstraße eine gut ausgebaute zweispurige Straße und bietet fahrerisch keine Herausforderungen.

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Georgische Heerstraße zwischen Ananuri und Mleta

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Georgische Heerstraße zwischen Ananuri und Mleta

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Georgische Heerstraße zwischen Mleta und Gudauri

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Georgische Heerstraße zwischen Gudauri und Kreuzpaß

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Georgische Heerstraße zwischen Gudauri und Kreuzpaß

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Georgische Heerstraße zwischen Gudauri und Kreuzpaß

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Kreuzpaß

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Georgische Heerstraße am Kreuzpaß

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Georgische Heerstraße – Blick auf die Serpentinen bei Mleta

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Georgische Heerstraße zwischen Gudauri und Mleta

Unser nächstes Ziel ist Mestia, einem Ort in der Region Swanetien im Großen Kaukasus. Der Weg ist weit und wir teilen ihn uns in Etappen ein. Zuerst geht es nach Kutaisi. Wir folgen der Straße S1, die an Gori vorbeiführt. Das erste Stück Straße ab Mzcheta ist autobahnähnlich ausgebaut, aber schon vor Gori wird sie zu einer normalen zweispurigen Straße. Die Straße ist in gutem Zustand, aber die georgischen Autofahrer sind eine echte Belastung. Es wird gemeingefährlich überholt und kräftig geschnitten. Wir mussten erleben, wie ein PKW mitten in einer absolut nicht einsehbaren Kurve anfängt zu überholen und prompt kommt ein LKW aus der Gegenrichtung. Es war ein paar Mal ganz schön knapp und das zerrt doch an den Nerven. Hinzu kommt, dass wir in Georgien ohne Versicherungsschutz unterwegs sind und ein Unfall insbesondere mit Personenschaden übel enden kann. Aber das ist außerhalb Europas wohl üblich und man muss es akzeptieren.
In Kutaisi schauen wir uns die ca. 1000 Jahre alte Bagrati-Kathedrale an. Wir lassen das Auto im Zentrum stehen zu gehen zu Fuß zur Kathedrale. Das ist einfacher als durch die verwinkelten Gassen zu kurven. Im Reiseführer ist die Kathedrale noch als Ruine beschrieben, doch mittlerweile ist sie restauriert und wieder aufgebaut.

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Kutaisi – Bagrati Kathedrale

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Kutaisi – Bagrati Kathedrale

Weiter geht es wieder aus der Stadt hinaus zum Kloster Motsameta. Das Kloster liegt sehr schön auf einem Bergrücken. Der Anblick gefällt mir sehr gut. Leider gibt es nicht viel zu besichtigen, da nur die Kirche zugänglich ist. Hier finden heute Hochzeiten wie am Fließband statt. Kaum ist eine fertig kommt schon die nächste Gesellschaft in die Kirche.

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Kloster Motsameta

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Kloster Motsameta

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Kloster Motsameta

So fahren wir bald weiter zum Kloster Gelati. Es wurde Anfang des 12. Jhdts. erbaut und zu ihm gehörte neben mehreren Kirchen eine damals sehr bedeutende Akademie, einem Zentrum des Wissens. Obwohl es schon spät am Sonntag Nachmittag ist herrscht noch viel Betrieb: immer wieder Hochzeiten und eine Taufe. Die Klosteranlage ist deutlich größer als Motsameta und es gibt einiges anzuschauen. Wir übernachten am Kloster Gelati.

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Kloster Gelati

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Kloster Gelati

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Kloster Gelati – Deckenmalereien in der Muttergotteskirche

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Kloster Gelati – unser Übernachtungsplatz – N42 17 43 E42 46 10

Am Morgen hängen die Wolken sehr tief, fast wie im November. Trotz der trüben Aussichten beschließen wir, weiter nach Mestia zu fahren. Zuerst führt die Straße durch breite Flußtäler. Kurz bevor es ins Gebirge geht sehen wir plötzlich Teefelder. Ich hatte schon im Buch gelesen, dass Georgien ein großer Teeproduzent war während der Sowjetzeit. Doch davon scheint nicht mehr viel übrig zu sein, da nur noch wenige Teefelder bewirtschaftet zu sein scheinen. Viele sind mittlerweile von Unkraut überwuchert.
Im weiteren Verlauf steigt die Straße an und führt jetzt merklich in die Berge. Und hier passiert dann das Wunder – wir kommen über die Wolkendecke und plötzlich scheint die Sonne und der Himmel ist blau. So haben wir tolle Aussichten auf die Landschaft des Großen Kaukasus. Neben tief eingeschnittenen Tälern ragen die hohen Berge auf, deren höchste Spitzen noch schneebedeckt sind. Es ist ein tolles Bild.

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unser erster Blick auf den Großen Kaukasus

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im Großen Kaukasus

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im Großen Kaukasus

Die Straße ist meist zweispurig ausgebaut und einigermaßen ok. Doch an einigen Stellen ist die Straße abgerutscht und es wird eng. Offensichtlich rutschen auch immer wieder Steine und Schlamm von den steilen Hängen auf die Straße. An einigen Stellen sind Bauarbeiter dabei, diese Hindernisse aus dem Weg zu räumen. So kommen wir auch an eine Stelle, wo zwei Baumaschinen Geröll auf Seite schieben. Eine der beiden hat eine Baggerschaufel hochgestellt. Da passiert es – Bernhard kommt mit dem großen Auto nicht zwischen Abhang und Baggerschaufel durch und die Schaufel schrammt am Auto lang. Eine erste Schadensbesichtigung zeigt, dass die Schaufel über den Astabweiser gerutscht ist und diesen verbogen hat.

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ein Erdrutsch wird beseitigt

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das Dorf Latali

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Grßer Kaukasus

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wir sehen die ersten Wehrtürme

In Mestia angekommen parken wir auf dem Hauptplatz gegenüber der Polizei. Wir dürfen hier auch übernachten.
Laut Reiseführer soll Mestia ein Ferienzentrum für das ganze Jahr sein. Darauf hatten wir unsere Hoffnung gesetzt, weil wir ein paar Tage hier verbringen wollten um von hier einige Ausflüge zu machen. Doch ein erster Rundgang durch den Ort ist sehr ernüchternd und wir sind ziemlich enttäuscht. Hier ist alles tot. Die Touristeninfo ist geschlossen, es ist kein Touranbieter-Büro zu entdecken und auch sonst ist nichts los. Für ein touristisches Zentrum ist das alles ganz schön mager.
So laufen wir durch den Ort und schauen uns die Wehrtürme an. Dabei bemerken wir, dass sich der Himmel wieder zuzieht. Am Abend beginnt es zu regnen.

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am Hauptplatz von Mestia – N43 02 37.2 E42 43 26.2

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Blick über Mestia

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Dorfstraße in Mestia

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Mestia – Wehrtürme und ein altes Kirchlein

Am Morgen regnet es immer noch und die Wolken hängen tief. Bei dem Wetter macht es keinen Sinn, nach Ausflügen in die Berge zu suchen und so beschließen wir, wieder zurück zu fahren.
Ganz langsam und vorsichtig schleichen wir uns das erste Stück des Weges zurück. Die Wolken hängen teilweise auf der Straße, so dass wir kaum etwas sehen. Nach einiger Zeit wird es besser und im unteren Teil der Straße scheint sogar etwas die Sonne.

Uns zieht es nun an die Schwarzmeerküste. Kurz hinter Poti suchen wir den einzigen Campingplatz Georgien‘s: Beach Camp. Wir folgen den angegebenen Koordinaten und stehen mitten in der Natur, umgeben von einigen abbruchreifen Buden und einem Hotelneubau. Der Campingplatz existiert wohl nicht mehr.
So fahren wir weiter nach Batumi zum Botanischen Garten. Wir finden einen Stellplatz auf dem kleinen Parkplatz am nördlichen Eingang. Dazu müssen wir ein Ticket lösen, dass mit 15 Lari/Person ungewöhnlich teuer ist. Wir beschließen das Beste daraus zu machen und uns den Botanischen Garten anzuschauen. Doch es ist leider ein echt georgischer Garten: entlang des Hauptweges ist er ein bisschen gepflegt, aber an den Seitenwegen Unkraut, Matsch und viel Natur. Das ist nicht das, was wir uns unter einem Botanischen Garten vorstellen.

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Batumi – Botanischer Garten am Schwarzen Meer

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Batumi – unser Stellplatz im Botanischen Garten – N41 42 19 E41 43 14

Am Morgen regnet es immer noch, so dass wir keine Lust haben im Regen durch Batumi zu laufen. So fahren wir weiter Richtung Türkei. Kurz vor der Grenze füllen wir nochmals den Tank mit billigem georgischem Diesel. Ein ganzes Stück vor dem Grenzübergang wartet schon eine lange LKW-Schlange auf die Abfertigung. Da wir kein TIR sind fahren wir einfach an der ganzen Schlange vorbei bis zur Grenzstation. Zuerst kommt die georgische Grenze. Der Grenzer schaut nur kurz von außen in unser Wohnmobil um zu kontrollieren, ob wir nicht doch TIR sind. Dann dürfen wir weiter zur nächsten Station. Hier werden die Pässe und der Fahrzeugschein kontrolliert. Dann fahren wir weiter zur türkischen Seite. Hier will der Grenzer es genau wissen und schaut sich unser Auto ganz genau von innen an. Dann kommen wir zur Paßkontrolle. Anschließend geht es weiter zur Fahrzeugregistrierung. Bald ist alles geregelt und wir sind wieder in der Türkei. Insgesamt ging der Grenzwechsel relativ zügig und problemlos.

 

Unser Fazit für Georgien:
Der Besuch Georgiens hinterlässt bei uns gemischte Gefühle. Zum einen ist es ein landschaftlich schönes Land mit dem Kleinen und dem Großen Kaukasus. Es ist ein altes Kulturland und es gibt viele alte Kirchen und Klöster zu besichtigen. Auf der anderen Seite sind die Menschen teilweise sehr verschlossen und oftmals bekamen wir nur Schulterzucken als Antwort. Natürlich haben wir auch freundliche und hilfsbereite Georgier getroffen, aber das waren eher Ausnahmen.

Campingplätze gibt es keine, aber häufig haben wir auf den Parkplätzen der Sehenswürdigkeiten gestanden. Wir hatten nie ein Problem damit, dort auch zu übernachten. Bei bewachten Anlagen hat das Sicherheitspersonal uns auch schon mal aufgefordert, uns direkt unter die Videokamera zu stellen, damit sie uns im Blick haben. Wir haben uns immer sicher gefühlt.

Die Verständigung war nicht immer problemlos, da wir nur wenig russisch sprechen. Nicht immer haben wir jemanden gefunden, mit dem wir uns auf Englisch verständigen konnten.
Immer wieder trafen wir auf die Relikte sowjetischer Tristesse, und es bleibt noch viel zu tun, um den Anschluss an westlichen Standard zu erreichen. Einige erste positive Ansätze dazu sind schon gemacht.

Insgesamt sind wir ca. 1.700 km in Georgien gefahren, das etwa so groß wie Bayern ist. Die Straßenzustände in Georgien sind teilweise katastrophal. Der Fahrstil der Georgier ist riskant, und das teilweise mit völlig verkehrsunsicheren Autos, die wohl schon mehrere Vorbesitzer in anderen Ländern wie z.B. Deutschland hatten. Kurz bevor der TÜV ihnen den Garaus gemacht hat sind sie wohl irgendwie nach Georgien gekommen. Ich bin noch am Überlegen ob das Fahren in Indien oder Georgien schwieriger ist. Ganz sicher bin ich mir jedoch, dass der Fahrstil in Südeuropa oder auf dem Balkan defensiver ist. Das Fahren war nervlich doch sehr belastend und hat auch dazu geführt, dass wir nicht nur positiv an Georgien denken und wir am Ende froh waren heil die Grenze erreicht zu haben und wieder in der Türkei zu sein.

Das war unsere Reiseroute in Georgien:

Karte Georgien

 

 

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Kategorien: Reiseberichte | 3 Kommentare

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3 Gedanken zu „Georgien – 2014

  1. Hallo, vielen Dank für die vielen Infos zu Georgien. Wir sind gerade von der russischen Grenze über die georgische Heerstraße in Georgien angekommen und machen uns jetzt auf Entdeckungstour 🙂 Viele Grüße, Eva & David / http://aufindenosten.com

  2. Bernhard

    Hi Michael,

    Türkei 2 ivon Kappadokien zur Georgischen Grenze ist schon online. Teil 3 Georgische Grenze zurüch nach Europa folgt. Viel Spass in Sizilien, schreib mal ne email.

    Bernhard

  3. Michael

    Hier in Sizilien wird auch dicht aufgefahren, geschnitten und gedrängelt, aber (fast) niemals aggressiv und immer mit einem lächelnden ‚Buon Giorno‘ verbunden. Auch macht Omi gerne mal die fünfte von zwei Fahrspuren auf. Vermutlich sieht sie auch nicht mehr so gut. Macht weiter so, ich warte schon auf Türkei, Etappe 2.

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