Türkei – Teil 2 – 2014

Erzurum – Dogubayazit – Ani – Kars

Nachdem wir uns in Göreme etwas ausgeruht haben fahren wir weiter Richtung Osten. Die Straße ist gut ausgebaut und wenig befahren. Das sind die idealen Bedingungen für einen Fahrerwechsel. Nun lerne auch ich das große Auto zu lenken. Es ist schon sehr ungewohnt 7,5 Tonnen zu bewegen, aber mit ein bischen Übung klappt es allmählich – wenigstens solange ich die Straße fast für mich alleine habe.
Unser Trinkwassertank ist beinahe leer und wir müssen bald nachfüllen. Das ist kein Problem, denn Trinkwasser wird hier in den Geschäften in Flaschen verschiedener Größen angeboten. So kaufen wir unterwegs mehrere große Kanister Wasser, die wir in unseren Tank füllen. Die Wasserkanister kosten nicht viel und wir haben sauberes Wasser zum Trinken.

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Blick auf Kayseri und den Erciyes Dagi

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Anatolisches Hochland

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hier läßt sich prima Fahren üben

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Anatolisches Hochland

Unsere erste Nacht verbringen wir auf einem Picknickplatz an einem kleinen See etwas abseits der Hauptstraße. Wir sind noch nicht ganz zum Stehen gekommen, als wir auch schon von unseren Picknick-Nachbarn – einem älteren Paar aus Sivas – zum Tee eingeladen werden. Nur die Unterhaltung ist wegen mangelnder Sprachkenntnisse auf beiden Seiten etwas schwierig, aber mit Händen und Füßen und ein paar Brocken englisch eines jungen Mannes klappt es irgendwie. Zum Abschied haben diese freundlichen Menschen uns noch Brot geschenkt.
In der Nacht klopft es plötzlich an unsere Türe und die Polizei steht vor uns. Sie erkundigt sich, ob alles in Ordnung ist und wir keine Probleme haben. Nachdem sie sich überzeugt haben dass alles ok ist, fahren die Herren wieder. Doch vorher erzählen sie uns noch von ihren in Deutschland ansässigen Verwandten.

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am See Büyükgol – N39 52 15.96 E37 23 02.67

Da die Landschaft recht gebirgig wird erwarten uns am anderen Tag einige höhere Pässe. Doch es stellt sich heraus, dass die Straßen weiter gut ausgebaut sind. Die Pässe hier sind nicht mit denen in den Alpen vergleichbar. Hier geht es immer mehr oder weniger sanft bergauf und bergab, meistens geradeaus. Das Ostanatolische Hochland ist halt keine Gebirgskette sondern ein Hochplateau mit bis zu 4000 m hohen Bergen.

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zwischen dem See Büyükgol und dem Paß Kizildag

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am Paß Kizildag

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am Paß Kizildag

2014-04-27-nr21-TR-Strasse vom Pass Kizildag zum Pass Tepebasi-neu

zwischen den Päßen Kizildag und Tepebasi

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zwischen den Päßen Kizildag und Tepebasi

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zwischen den Päßen Kizildag und Tepebasi

2014-04-27-nr43-TR-Strasse vom Pass Kizildag zum Pass Tepebasi-neu

zwichen den Päßen Kizildag und Tepebasi

Unser Tagesziel ist bei der Stadt Erzurum. Ursprünglich wollten wir an einer der Tankstellen übernachten, aber dort hat es uns wegen des Trubels und dem Krach gar nicht gefallen. So fahren wir weiter und kommen an den Flughafen von Erzurum und fahren spontan auf den Flughafen-Parkplatz. Hier fühlen wir uns wohl – gut bewacht mit sauberem Sanitär und einem kleinen Restaurant, wo wir essen gehen. Von Erzurum, welches übrigens auf 1800 m Höhe liegt, gehen am Tag durchschnittlich vier innertürkische Flüge ab, der letzte um 18:45. Danach ist Ruhe, und so hatten wir eine angenehme Nacht.

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am Flughafen von Erzurum – N39 57 43.28 E41 10 49.11

Am nächsten Tag passieren wir Dogubayazit, das ungefähr 40 km von der iranischen Grenze bei Bazargan entfernt ist. Doch der Ort macht keinen guten Eindruck auf uns. So fahren wir ohne anzuhalten weiter zu unserem eigentlichem Ziel – dem Ishak Pascha Palast. In der Nähe gibt es zwei Campingplätze, die beide wenig attraktiv sind. Wir entscheiden uns für den Camping Lalezar. Es ist eher ein großes Picknick-Gelände mit einigen Stellplätzen.

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zwischen Erzurum und dem Paß Sac Dagi

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zwischen Erzurum und dem Paß Sac Dagi

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Paß Sac Dagi

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Campingplatz Lalezar – N39 31 46 E44 06 30

Der Ishak Pascha Palast liegt auf einer Bergspitze. So steigen wir am nächsten Morgen den steilen Berg hinauf zu dem Palast. Wir haben Glück und werden unterwegs von einem netten Herrn in seinem Auto mit nach oben genommen. Der Weg bergauf zieht sich doch ganz schön. Wir sind schon früh unterwegs und stehen daher vor einer noch verschlossenen Palasttür und müssen warten. Erst als der erste Tourbus kommt ruft deren Guide das Personal an, dass dann einige Zeit später erscheint um zu öffnen. Der Palast ist schön restauriert und hat uns gut gefallen.
Danach laufen wir zurück zum Auto. Nach so vielen Kilometern wird es Zeit, ihm etwas Gutes zu tun und Bernhard verbringt den Nachmittag damit, das Auto abzuschmieren.

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Ishak Pascha Palast

2014-04-29-nr09-TR-Ishak Pascha Palast mit Dogubayazit im Hintergrund-neu

Ishak Pascha Palast

2014-04-29-nr36-TR-Ishak Pascha Palast-zweiter Hof-Portal zum Harem, Eingang zum Grab und Moschee Kuppel-neu

Ishak Pascha Palast – zweiter Hof

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Ishak Pascha Palast – Zeremonienhalle

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Blick vom Ishak Pascha Palast auf die Ruinen der alten Stadt

Am nächsten Tag stehen wir früh auf, denn wir wollen einen guten Blick auf den Berg Ararat erwischen. Leider sieht man ihn weder von den Campingplätzen noch vom Ishak-Pascha-Palast. So fahren wir früh weiter. Schon kurz vor Dogubayazit haben wir einen schönen Blick auf den Berg. Er ist schon recht beeindruckend da er mit seinen 5.600 Höhenmetern die ganze Gegend dominiert. Er begleitet uns noch einige Zeit und wir halten ein paar Mal an und machen Fotos. Noch in ca. 120 km Entfernung ist er gut zu sehen.

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Ararat

2014-04-30-nr08-TR-Strasse von Dogubayazit Richtung Tuzluca-neu

Dann geht die Fahrt weiter über Igdir, Digor und Kars. Unterwegs erleben wir streckenweise eine bizarre Vulkanlandschaft. Teilweise leuchten die Hügel in den unterschiedlichsten Gelb- und Rottönen.

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2014-04-30-nr51-TR-Strasse von Tuzluca nach Kars-neu

Über eine Hochebene fahren wir entlang der armenischen Grenze bis zu unserem heutigen Ziel, der Ruinenstadt Ani. Bevor wir Ani erreichen, sehen wir in der Ferne noch einmal den Ararat sowie den höchsten Berg Armeniens, den 4.090 m hohen Gora Aragac.

In fußläufiger Entfernung zum Eingang von Ani sehen wir ein Restaurant, das auch groß mit „Canpik“ wirbt. So stehen wir heute mit Panoramablick auf die Stadtmauer von Ani, nicht weit von der schwer bewachten armenischen Grenze entfernt. Leider kann man wegen massiver Verstimmungen aus der Vergangenheit nicht von der Türkei nach Armenien einreisen. Alle Grenzübergänge sind geschlossen und die Grenze wird mit Wachtürmen auf beiden Seiten streng bewacht.

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Stellplatz am Restaurant Ani – N40 30 48.1 E43 34 24.8

Die Ruinenstadt ist weitläufig auf dem Plateau zwischen zwei tiefen Tälern angelegt. Wir schauen uns die Ruinen an. Sogar die alte Festung, die im Reiseführer noch als gesperrt beschrieben ist können wir besuchen. Das Gelände mit seinen armenischen Kirchen und islamischen Moscheen, einer Karawanserei und der Befestigung gefällt uns sehr gut und wir haben zusätzlich noch einen schönen Fernblick. Ani wurde im 10.Jhdt. Hauptstadt des Armenischen Reiches. Doch schon 300 Jahre später zerstörte ein Erdbeben die Stadt.

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Ani – Stadtmauer

2014-04-30-nr119-TR-Ani-Erlöserkirche und Rückseite der Stadtmauer im Hintergrund-neu

Ani

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Ani – Blick über Kirche Tigran Honentz (re) ins Tal Arpa Cayi

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Ani – Kathedrale

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Ani – Kathedrale

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Ani – zwischen dem Tal Alaca Suyu (li) und Arpa Cayi (re)

Am anderen Morgen scheint uns das Wetterglück zu verlassen, denn der Himmel zieht sich zu. So fahren wir heute nicht weit. Nach unseren guten Erfahrungen am Flughafen Erzurum stellen wir uns auf den Flughafen-Parkplatz von Kars auf 1.600m Höhe. Hier erleben wir einen regenreichen Tag mit schwarzen Wolken und kräftigen Sturmböen. Auf den umliegenden Höhenzügen schneite es sogar.

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unser Stellplatz am Flughafen von Kars – N40 34 00.6 E43 06 30.3

Doch schon am anderen Morgen ist der Himmel wieder blau und wir fahren weiter in Richtung Georgien. Wir wollen den Grenzübergang bei Posof nehmen. Die Straße nach Posof ist nicht mehr so gut ausgebaut. Sie ist schmal und teilweise ganz schön uneben – die richtige Einstimmung auf Georgien. Außerdem galt es den Höhenrekord der Reise zu brechen, denn auf dem Weg passierten wir den 2.600 m hohen Ilgar Pass, der im Gegensatz zu den anderen Strecken noch nicht so gut ausgebaut ist und teilweise nur eine Schotteroberfläche hat. Na ja, wir sind drüber gekommen und haben – was sehr selten passiert – auch überholt. Aus irgendeinem Grund fahren viele Tanklaster aus dem Iran über diesen Pass nach Georgien, keine Ahnung warum.

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auf dem Weg zum Paß Ilgar Dagi

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iranischer Tanklaster

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der Paß Ilgar Dagi

2014-05-02-nr30-TR-Strasse zwischen Ilgar Dagi Pass und Posof

am Paß Ilgar Dagi

2014-05-02-nr40-TR-Strasse zwischen Ilgar Dagi Pass und Posof

zwischen dem Paß Ilgar Dagi und Posof

Obwohl die Osttürkei sehr hoch liegt und wir sicherlich mehr als zehn Pässe jenseits der 2.000 m überquert haben ist das Fahren dort wegen der gut ausgebauten Straßen sehr angenehm. Die Menschen sind sehr freundlich und das Land ist infrastrukturmäßig gut entwickelt. Mit unserem lokalen Turkcell UMTS Stick hatten wir überall Verbindung, wenn auch manchmal nur mit GPRS.

Das war unsere Reiseroute in diesem Teil der Türkei:

Route Türkei Teil 2

 

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Kategorien: Reiseberichte | Hinterlasse einen Kommentar

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