Türkei – Teil 1 – 2014

Gallipoli – Troja – Assos – Bergama – Selcuk – Ephesus – Milet – Didyma –Aphrodisias – Pamukkale – Tlos – Saklikent-Schlucht – Xanthos – Demre – Konya – Sultanhani – Ihlara-Schlucht – Güzelyurt – Göreme

 

Am 1.4 war es soweit und wir fuhren von Alexandropoulis zur griechisch-türkischen Grenze. Der Grenzübertritt war sehr unkompliziert und schnell. Da wir Istanbul schon mal besucht hatten beschlossen wir die Fähre von der Dardanellen-Halbinsel nach Canakkale zu benutzen statt über die Bosporus-Brücken zu fahren. Da wir die Türkei gegen den Uhrzeigersinn umrunden wollen spart uns das auch etliche Kilometer in der doch sehr großen Türkei mit den bisher höchsten Dieselpreisen.

Außerdem sind die Dardanellen geschichtlich interessant: an dieser Meeresenge zwischen Europa und Asien haben schon viele Heere ihre Schlachten geschlagen – angefangen von den Persern über Alexander den Großen bis zu den kriegsführenden Parteien im Ersten Weltkrieg. Bei der letzten Schlacht im Jahre 1915 – der Schlacht von Gallipoli, bei der die Engländer und Franzosen versuchten die Halbinsel einzunehmen um dann auf Konstantinopel vorzustoßen – sind 350.000 Soldaten ums Leben gekommen. Die ganze Halbinsel und der „ANZAC Beach“ (ANZAC=Australian New Zealand Army Corps) sieht ein wenig so aus wie die Landungsstrände in der Normandie. Viele Bunker, Schützengräben und noch mehr Friedhöfe. Nach dem Besuch des neuen sehr eindrucksvollen Museums und einiger Friedhöfe, wo das Durchschnittsalter der ums Leben gekommenen ANZAC Soldaten so bei ca. 20 Jahren lag, war ich doch etwas betrübt. Hier lebt auf jeden Fall der Nationalstolz der Türken. Und der Kult um Mustafa Kemal Atatürk, der hier als Offizier gekämpft hat, begann wohl hier.

2014-04-02-nr09-TR-Gallipoli Halbinsel-Denkmal für 57te türkische Brigade

Denkmal und Friedhof

2014-04-02-nr34-TR-Halbinsel Gallipoli-Denkmal Canakkale Sehitler Abidesi

Denkmal Sehitler Abidesi

2014-04-02-nr41-TR-Halbinsel Gallipoli-Denkmal Canakkale Sehitler Abidesi

Denkmal Sehitler Abidesi

Unser erster Campingplatz hier auf den Dardanellen gab uns gleich einen Eindruck vom hiesigen Campingplatzstandard, der doch um einiges unter dem griechischen liegt. Dafür sind die Campings in der Regel günstiger. Auf dem Campingplatz musste ich das Auto innen trocken legen, da ich bei der letzten Tankreinigung vergessen hatte die Revisionsöffnung eines Wassertanks wieder zuzuschrauben. Nach dem Volltanken und der anschließenden Fahrt ist etliches an Wasser aus dem Tank ins Auto geschwappt.

2014-04-01-nr18-TR- Halbinsel Gallipoli-Camping Hotel Kum

Camping Hotel Kum – N40 09 34 E26 14 49

Am nächsten Tag haben wir noch ein paar Friedhöfe, Denkmäler und Festungen an der Meerenge besucht und sind dann nach Kleinasien übergesetzt, wo wir einen Campingplatz mit Aussicht auf den regen Schiffsverkehr zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer gefunden haben. Hier habe ich auch etliche Autofähren gesehen und ich habe mich gefragt, ob da wohl die in der Türkei gefertigten Autos meines Ex-Arbeitgebers nach Europa geschippert werden.

2014-04-02-nr100-TR-Dardanos-Camping SunSan

Camping SunSan – N40 04 51 E26 21 54

Nach zwei Ausruhtagen ging es ein kurzes Stück weiter nach Troja. Ich war vorbereitet, dass die Ausgrabungen am Hügel von Hisarlik eher enttäuschend sein sollten gemessen an den anderen archäologischen Schwergewichten der Westtürkei. Tatsächlich ist das Areal sehr klein und unspektakulär. Aber es ist Troja! Uns hat es trotzdem gefallen obwohl es schwer vorstellbar ist, dass Schliemann in diesem Hügel den Schatz des Priamos gefunden haben soll, den wir im Athener Archäologischen Museum gesehen haben. Man konnte am Schliemann-Graben aber gut sehen wie rücksichtslos er ausgegraben hat und mit einem Glückstreffer belohnt wurde. Nach der Übernachtung neben einer Touristen-Bude mit Lokal fuhren wir am nächsten Tag weiter über Assos nach Bergama (Pergamon).

2014-04-04-nr02-TR-Troja-Pferd

eine moderne Version des Trojanischen Pferdes

2014-04-04-nr83-TR-Troja-Troia Pension + Camping

Troja Pension & Camping – N39 57 22.1 E26 15 01.1

Assos ist wohl er ein Ausflugsziel für türkische Schulklassen. Großen internationalen Reisegruppen scheint der dortige Athena-Tempel und die alten Befestigungen wohl nicht spektakulär genug zu sein. Leider hatten wir bewölktes Wetter. Aber bei schönem Wetter gibt die exponierte Lage des Tempels hoch über dem Meer schöne Bilder her.

2014-04-05-nr17-TR-Assos-Athena Tempel

Athena-Tempel in Assos

Weiter ging es über sehr gut ausgebaute Straßen in Richtung Bergama oder klangvoller nicht-türkisch Pergamon. Es ist der Ort, aus dem der schöne Pergamon-Altar stammt, der im Museum für Islamische und Vorderasiatische Kunst oder eben Pergamon Museum in Berlin zu sehen ist. Da der Weg von Troja aber etwas weit war und wir schon durch die Besichtigung in Assos Zeit verloren haben, beschlossen wir einen von Brigittes freien Stellplätzen am Meer zum Übernachten anzufahren. Das hat gut geklappt und es war eine ruhige Nacht. Nur die Schafherde, die am Morgen unser Auto missbraucht hat um sich zu kratzen, irritierte mich. Aber in der weiten Gegend war das für die Schafe wohl die passende Struktur. Nachdem ich die hängen gebliebene Schafwolle aus dem Unterfahrschutz und den Nebelscheinwerfern entfernt hatte und anschließend die Nebelscheinwerfer wieder gerichtet hatte, fuhren wir weiter nach Bergama.

2014-04-05-nr40-TR-bei Ayvalik-freier Stellplatz N39 15 57 E26 41 41

am Strand bei Ayvalik – N39 15 57 E26 41 41

Die Akropolis von Pergamon mit dem Trajaneum, dem steilen Amphitheater und den verschiedenen Altstädten mit antiken Stadien ist schon etwas Besonderes. Nur leider ist der Pergamon-Altar vor der Akropolis eben nicht mehr da. Es war ein anstrengender Besichtigungstag, denn nach der Akropolis mussten wir noch das Asklepieion am anderen Ortsende besichtigen. Diese Anlage war – wie im griechischen Epidauros – ein antikes Heilzentrum mit angeschlossenem Wellness-Bereich.
Nach diesem anstrengenden Tag wollten wir nicht weiterfahren und haben daher auf dem Parkplatz des Asklepieion mit Blick auf die Akropolis übernachtet.

2014-04-06-nr11-TR-Pergamon-Blick vom Bezirk der Athena auf Großen Altar(Pergamon-Altar)

hier stand früher der berühmte Pergamon-Altar

2014-04-06-nr39-TR-Pergamon-Theater

Theater von Pergamon

2014-04-06-nr60-TR-Pergamon-Trajaneum

Pergamon – Trajaneum

2014-04-06-nr147-TR-Bergama-Asklepieion-Asklepios Tempel(li) + Nordgalerie mit Theater(re)

Pergamon – Asklepieion

2014-04-06-nr194-TR-Bergama-Asklepieion-Übernachtung auf dem Parkplatz

Parkplatz vor dem Asklepieion – N39 07 18.0 E27 10 13.3

Noch bevor die Touristenbusse am nächsten Tag anrückten sind wir weiter gefahren Richtung Selcuk. Die Fahrt war etwas nervig, da wir eigentlich in Izmir anhalten wollten, um uns eine Turkcell Daten SIM-Karte und die HGS-Plakette für die türkische Autobahnmaut zu besorgen. Eigentlich brauchen wir diese Autobahn-Mautplakette nicht, weil das einzige Mautstück auf unserer Route eben Izmir war und wir schon ein Stück darauf unterwegs waren. Leider konnten wir in Izmir nicht parken, weil man uns dort an jedem Parkplatz abgewiesen hat. Die Größe unseres Autos hat wohl die Parkplatzwächter überfordert. Egal – dann eben weiterfahren und hoffen im nächsten Ort mehr Glück zu haben. Die Suche nach der HGS-Plakette war ziemlich schwierig: keine Tankstelle, auch nicht die an den Autobahnen, hatte sie. Und auch nicht jedes Postamt. In einem Vorort von Izmir waren wir dann an einem Postamt erfolgreich. Doch wegen fehlender Sprachkenntnisse auf beiden Seiten war es ein schwieriger Prozess, an dem neben Brigitte und mir noch vier Postbedienstete beteiligt waren. Der Erwerb eines in der Türkei registrierten UMTS-Sticks mit Datenkarte war umso leichter, und das Ding funktioniert entgegen meiner Erwartung sogar idiotensicher, wie wir noch feststellen sollten. Nach all der Aufregung waren wir dann froh einen schönen Campingplatz nahe Selcuk am Meer gefunden zu haben. Hier sind wir mehrere Tage geblieben und vom Campingplatz aus mit dem lokalen Bus nach Ephesus und Selcuk gefahren.

2014-04-07-nr03-TR-Pamucak-Camping Dereli

Camping Dereli – N37 56 25.3 E27 16 33.8

Ephesus ist natürlich beindruckend, hat aber wahrscheinlich auch die höchste Dichte an Touristenbussen in der Türkei. Da ist mehr los als auf den Einkaufsstraßen in Köln in der Vorweihnachtszeit. Generell kann man aber sagen das es ähnlich beindruckende Orte in der Türkei gibt, die nicht so von Touristenbussen frequentiert werden und die nur ein Viertel bis die Hälfte des Eintritts von Ephesus oder Pamukkale kosten, z.B. Aphrodisias, Tlos, Milet etc. Aber man muss es mal gesehen haben wenn man schon mal da ist. Das die Westtürkei unser Budget an Eintritten fordert hatten wir erwartet, aber das legt sich hoffentlich hinter Kappadokien.

2014-04-08-nr44-TR-Ephesos-Großes Theater und Arkadiane

Ephesus – Großes Theater

2014-04-08-nr71-TR-Ephesos-Celsusbibliothek und Serapion Tempel(re)

Ephesus – Celsus-Bibliothek (li) und Serapion-Tempel (re)

2014-04-08-nr191-TR-Ephesus-Kuretenstrasse

Ephesus – Kuretenstrasse

Der nächste Tag in Selcuk mit Besichtigung einer großen byzantinischen Basilika und einer sehr alten Moschee war schon entspannter. Da konnte man dann auch wieder günstiger Essen gehen. Hier mal eine Anmerkung zum Essengehen: da wo die großen internationalen Reisegruppen nicht hingehen sondern die Einheimischen kann man für unter 10 Euro mit Getränken und Dessert zu zweit (!) satt werden. Das ist Klasse für Fans der türkischen Küche wie mich. Da lohnt sich das Einkaufen und selber Kochen echt nicht mehr, und spülen braucht man auch nicht.

2014-04-10-nr13-Selcuk-Johannesbasilika-Tor der Verfolgung

Selcuk – Tor der Verfolgung

2014-04-10-nr21-Selcuk-Johannesbasilika

Selcuk – Johannes-Basilika

2014-04-10-nr66-Selcuk-Blick von Johanneskirche auf Isa Bey Moschee

Selcuk – Isa Bey Moschee

Nach vier schönen Tagen bei Selcuk ging der Besichtigungsmarathon weiter Richtung Milet und Didyma. Ich wollte nach Milet, weil dort die Heimat des im Berliner Pergamon-Museum (von dem ich ein großer Fan bin, wahr schon zweimal für viele Stunden dort) ausgestellten Markttors ist. Tatsächlich ist Milet viel grösser und imposanter als ich erwartet hatte. Es gibt archaische, hellenistische und römische Ausgrabungen in großer Zahl und von beindruckender Qualität wie z.B. ein schönes großes freistehendes Theater und römische Bäder in schönem Erhaltungszustand. Angeschlossen sind auch alte islamische Anlagen wie Friedhöfe und eine berühmte Moschee. Nach einer großer Runde durch Milet ging es weiter nach Didyma, wo es aber nur einen großen Apollon Tempel zu besichtigen gab. Schön aber auch schnell abgehakt. Da unser angepeilter Übernachtungsplatz in Didyma etwas zu exponiert war, fuhren wir die Küstenstraße ein Stück zurück und suchten uns eine ruhige Ecke oberhalb eines Fischereihafens.

2014-04-11-nr07-TR-Milet-Theater

Milet – Theater

2014-04-11-nr77-TR-Milet-Faustina Thermen

Milet – Faustina-Thermen

2014-04-11-nr135-TR-Milet-Museum-Flußgott aus den Faustina Thermen

Milet – Statue des Flußgottes aus den Faustina-Thermen

2014-04-11-nr151-TR-Didyma-Apollon Tempel

Didyma – Apollon-Tempel

2014-04-11-nr199-TR-Didyma-Stellplatz am Meer

unser Platz bei Didyma – N37 27 05 E27 13 15

Da Brigitte immer noch nicht genug antiken Kram gesehen hatte musste ich noch auf dem Weg nach Pamukkale einen Umweg nach Aphrodisias machen. Die Stätte heißt wirklich so, wohl wegen es dort betriebenen Aphrodite-Kultes. Gemessen an den Eintrittspreisen handelt es sich für die Türkei wohl eher um eine B-Attraktivität, denn es war nur halb so teuer wie Ephesus. Wir denken allerdings, dass sie sich hinter Ephesus nicht verstecken muss. Speziell das angeschlossene Museum zeigt gut aufbereitet die hier gefundenen Artefakte. Außerdem ist hier das am besten erhaltene Stadion. Sowas hatten wir bis dahin nicht gesehen, noch nicht mal im griechischen Olympia. Der Umweg hat sich gelohnt. Am späten Nachmittag erreichten wir dann einen weiteren Hotspot des internationalen Tourismus – Pamukkale. Für eine Besichtigung war es schon zu spät und so stellten wir das Auto mit Blick auf die Sinterterrassen im Garten eines Restaurants ab und gingen erst einmal essen.

2014-04-12-nr93-TR-Aphrodisias-Tor zum Tempel der Aphrodite-Rückseite

Aphrodisias – Tor zum Tempel der Aphrodite

2014-04-12-nr68-TR-Aphrodisias-Stadion

Aphrodisias – Stadion

2014-04-13-nr01-TR-Pamukkale-Camping Manzara

Camping Restaurant Manzara – N37 55 10.56 E29 07 02.16

Für die 20 Lira Eintritt bekommt man in Pamukkale einiges geboten: man kann vom unteren Eingang über die Sinterterrassen nach Hierapolis oben auf dem Hügel laufen, allerdings nur barfuß. Es ist aber sehr angenehm auf der harten Sinterschicht zu laufen während einem das lauwarme Wasser über die Füße läuft. Die Terrassen sind schön weiß und in Verbindung mit dem hellen Tageslicht wird man teilweise ganz schön geblendet. Man kann aber auch sehen, daß nicht mehr alle Sinterpools natürlichen Ursprungs sind sondern einige künstlich nachgebildet wurden. Durch Überspülen mit Wasser wird langsam wieder eine Sinterschicht aufgebaut.

2014-04-13-nr19-TR-Pamukkale-Parkanlage unterhalb der Terrassen

Pamukkale – Sinterterrassen

2014-04-13-nr29-TR-Pamukkale-bergauf durch die  Sinter Terrassen

erst Schuhe aus – dann kann es losgehen

2014-04-13-nr48-TR-Pamukkale-bergauf durch die  Sinter Terrassen

Pamukkale – Sinterterrassen

Oben in Hierapolis heißt es dann Schuhe wieder anziehen und losmarschieren. Das Areal ist wirklich sehr weitläufig und zeugt von vielen Generationen Siedlungsgeschichte. Man hat den Eindruck hier liegt auch noch so einiges unter der Erde verborgen, wie eigentlich in allen Ausgrabungsstätten, die wir bisher besucht haben. Beindruckend ist die sehr langgestreckte Totenstadt mit vielen antiken Gräbern und Sarkophagen, das Theater und das erst 2011 entdeckt und ausgegrabene Grab des Apostel Philippus sowie die achteckigen Martyriumskirche. Etwas ermüdet laufen wir am späten Nachmittag zurück zum Auto.
Selbst an solchen Hotspots wie Pamukkale findet man kaum Wohnmobile oder Individualtouristen in der Türkei. Lediglich große Busgruppen sind unterwegs. Vielleicht sind wir aber auch in der falschen Gegend unterwegs da wir die großen Badeorte meiden.

2014-04-13-nr173-TR-antikes Hierapolis-Nekropole

Hierapolis – Totenstadt

2014-04-13-nr217-TR-antikes Hierapolis-Theater

Theater von Hierapolis – der weiße Fleck im Hintergrund sind die Sinterterrassen

2014-04-13-nr237-TR-antikes Hierapolis-Grab des Apostels Philippus(li) und Kirche Sepulchre

Hierapolis – Grab des Apostels Philippus (links)

Nach zwei Tagen Pamukkale geht es weiter zu den Ausgrabungen nach Tlos an den Südhängen des Westanatolischen Hochlandes. Das ist nun mal wirklich der Hammer, 5 Lira Eintritt für eine sehr große Anlage, die gut ausgegraben ist und neben Burgberg, lykischen Gräbern und einem Theater auch einige byzantinische Relikte bietet. Da hier keine Busse hinkommen gibt es auch nur einen Souvenirstand vor der Anlage und der hat auch keine Kundschaft. Obwohl ich überlaufene Anlagen wie Ephesus oder Pamukkale nicht so toll finde tut es mir doch leid, das die Mühen der Leute hier mit so wenig Besuchern honoriert wird.

2014-04-14-nr24-TR-Straße zwischen Pamukkale und Tlos

auf dem Weg nach Tlos

2014-04-14-nr31-TR-Tlos-Blick über Stadion auf Nekropole und darüber Akropolis

Tlos – Blick über das Stadion auf die Nekropole und die Akropolis

2014-04-14-nr78-TR-Tlos-Blick von Akropolis auf antikes Tlos mit Stadion

Tlos – Blick auf das Stadion, die antike Stadt und das Theater

2014-04-14-nr137-TR-Tlos-Hörnchen

Tlos – auf einem Mauersims entdecke ich ein Hörnchen

Zum Übernachten sind wir dann noch in die Saklikent-Schlucht gefahren. Sie sieht ein bisschen so aus wie eine Klamm in den Alpen, nur nicht so gut erschlossen und nur auf einem kurzen Stück begehbar. Hier haben wir eine angenehme ruhige Nacht verbracht und das auch noch mit freiem Wifi.

2014-04-14-nr140-Saklikent Schlucht

Saklikent-Schlucht

2014-04-14-nr158-Saklikent Schlucht

in der Saklikent-Schlucht

2014-04-14-nr173-Saklikent Schlucht-Übernachtungsplatz

unser Übernachtungsplatz an der Saklikent-Schlucht – N36 28 27.0 E29 24 09.6

Auf dem Weg nach Kas an der Lykischen Küste haben wir uns noch die antike Stadt Xanthos angeschaut, immerhin UNESCO Weltkulturerbe und deshalb auch schon wieder teurer beim Eintrittspreis. Ich war etwas enttäuscht da mir die Anlage klein vorkam. Aber wie Brigitte Tage später festgestellt hat, haben wir auch nur ca. ein Drittel davon gesehen, nämlich das was in Brigittes Reiseführer beschrieben war. Das die Anlage viel grösser ist hat sie erst nach Studium ihrer Fotos der Schautafeln, die sie immer macht erkannt. Da war es aber zu spät. Das ist aber nicht so schlimm, denn langsam habe ich genug von all den alten Steinen und ich wollte mal wieder das Meer sehen.

2014-04-15-nr05-TR-Xanthos-Theater und römische Agora

Xanthos – Theater und römische Agora

2014-04-15-nr39-TR-Blick von Xanthos in Umgebung

Blick von Xanthos auf die Gewächshäuser für Tomaten und Paprika

Die Fahrt entlang der Lykischen Küste ist landschaftlich sehr schön. Nur der angepeilte Campingplatz in Kas, auf dem wir übernachten wollten, war für uns zu eng und uneben, so dass wir nach Demre weitergefahren sind und frei am Strand gestanden haben. Der Platz war eigentlich sehr schön, nur wie leider oft an solchen Plätzen sehr zugemüllt von Picknickgästen. Hinzu kam noch etwas Baustellenverkehr von einer neuen großen Hotelanlage, die in diesem Abschnitt errichtet wird. In Demre konnte man dann auch wieder günstig einkaufen und essen.

2014-04-15-nr57-TR-lykische Küste-Bucht von Kaputas

Lykische Küste – Bucht von Kaputas

2014-04-15-nr92-TR-Übernachtungsplatz am Strand von Demre

unser Platz am Strand von Demre – N36 13 26.8 E29 59 21.2

Am nächsten Morgen haben wir im Stadtteil Myra lykische Felsengräber und das antike Theater angeschaut. Die Nikolaus-Kirche haben wir wegen des hohen Eintrittspreises ausgelassen. Sie scheint ein Topziel für zahlungskräftige russische Touristen zu sein, die hier häufiger anzutreffen sind.

2014-04-16-nr03-TR-Myra-Denkmal Nikolaus

der Heilige Nikolaus in Myra

2014-04-16-nr24-TR-Myra-antike Stadt-lykische Felsengräber

Myra – lykische Felsengräber

Weiter ging die Fahrt über Finike und Antalya nach Side. Die Hotelburgen sind hier eigentlich hübscher als an der spanischen Mittelmeerküste, aber vom türkischen Alltagsleben doch sehr isoliert. Wir haben trotzdem neben so einem Ding campiert. Es war aber wohl noch keine Saison und der Lärm der Anlage hielt sich in Grenzen. Auf dem Camping neben dem Hotel wohnten wohl auch einige Mitarbeiter des Hotels in sicherlich nicht so luxuriöser Umgebung wie die Hotelgäste und von denen wohl auch nicht wahrgenommen.

2014-04-16-nr65-TR-türkische Riviera-Camping Osay

Camping Osay – N36 42 40 E31 34 14

Nun hieß es erstmal Abschied nehmen vom Meer, denn unser weiterer Weg führt nun durch das Landesinnere in das Anatolische Hochland über Konya nach Kappadokien. Auf dem Weg nach Konya mussten wir dann erstmals einen 1.800 m hohen Pass überwinden. Das war ein Vorgeschmack auf die 2.500er Pässe, die uns in Ostanatolien erwarten. Besorgt hielt ich die Getriebetemperaturen im Auge, die doch kurzzeitig auf 105°C stieg. Im normalen PKW ohne diese Anzeigen wird das Getriebe sicherlich auch warm, man merkt es nur nicht. Vielleicht habe ich es mit meinem Kontrollwahn am Auto doch übertrieben?

2014-04-17-nr18-TR-Straße von türkischer Riviera bis Abfaht nach Akseki

von der Riviera fahren wir in die Berge

2014-04-17-nr52-TR-Straße von Abfaht nach Akseki bis zum Paß Alacabel auf 1825m

am Paß Alacabel

2014-04-17-nr85-TR-Straße vom Paß Alacabel bis Konya

auf dem Weg nach Konya – die Stadt liegt auf einer Hochebene

In Konya angekommen stellten wir uns auf den städtischen Wohnmobilstellplatz. Er hat ein unschlagbares Preis/Leistungsverhältnis: Platz mit Toilette/Dusche, Strom und Wasser – alles für umsonst. Konya ist eine islamisch geprägte Stadt. Subjektiv laufen hier fast alle Frauen mit Kopftuch rum. Konya hat uns in den zwei Tagen unseres Aufenthalts sehr gut gefallen. Die Stadtverwaltung hält diese Stadt sehr sauber. Die innerstädtischen Parks sind überreich mit Blumenschmuck bepflanzt. Die Tulpenzucht auf dem Burghügel braucht sich hinter der des Keukenhofs in Holland nicht zu verstecken. Natürlich gab es auch kulturell etwas zu sehen: Moscheen, Medresen, die Grabanlagen und das Museum des Gründers des Mevlana Derwisch Ordens – eine Pilgerstädte für Muslime – usw. Außerdem hat uns eine lokale Spezialität sehr gut geschmeckt: ein ca. 1 m langes mit Hackfleisch belegtes Brot frisch aus dem Ofen sowie eine süße Nachspeise namens Künnefe. Wir hatten 2 x das Meterbrot mit einem Salat und zweimal Künnefe mit Tee und 2 Ayran für umgerechnet € 9,-

2014-04-18-nr157-TR-Konya-Caravan Platz

Konya – städtischer Caravanplatz – N37 52 11 E32 33 00

2014-04-18-nr07-TR-Konya-Aziziye Moschee

Konya – Moschee Aziziye

2014-04-18-nr23-TR-Konya-türkische Brautmode

Brautmode – mit und ohne Kopftuch

2014-04-18-nr68-TR-Konya-Burghügel Alaaddin Tepesi

Konya – Blumenpracht auf dem Burghügel

2014-04-18-nr76-TR-Konya-Burghügel Alaaddin Tepesi

Konya – Tulpen über Tulpen

2014-04-18-nr92-TR-Konya-Burghügel Alaaddin Tepesi

Konya – Blumenpracht auf dem Burghügel

2014-04-18-nr107-TR-Konya-Mevlana Kloster (li) und Sultan Selim Moschee (re)

Konya – Mevlana Kloster und Moschee Sultan Selim

2014-04-18-nr140-TR-Konya-Mevlana Kloster-Tanzsaal

Konya – Tanzsaal im Mevlana-Kloster

Nach zwei Tagen Konya ging es weiter über das staubige Hochland zur Karawanserei Sultanhani. Sie war ganz interessant, aber schnell abgehackt. Übernachtet haben wir auf einem Campingplatz in Sultanhani, da die Fahrt zum nächsten Ziel Kappadokien wie ich befürchtete anstrengend für mich werden sollte. Brigittes Besichtigungsplan machte mir Angst und ich wollte ihr auch nicht alles verwehren.

2014-04-19-nr01-TR-Sultanhani- Karawanserei

Sultanhani – Karawanserei

2014-04-19-nr18-TR-Sultanhani- Camping Kervan

Camping Kervan in Sultanhani – N38 14 56.8 E33 33 26.6

Auf dem Weg nach Kappadokien musste ich dann leider mal wieder Tanken und habe daher Ausschau nach einer günstigen Tankstelle gehalten, die man in der Türkei immer wieder mal trifft. Diese Tankstellen sind bis zu 10 % günstiger als der Durchschnitt, was bei meinen Tankvolumen schon etwas ausmacht. Glücklicherweise hat es mit der Tankplanung bis jetzt immer geklappt. Glücklicherweise ist der Euro gegenüber dem Lira momentan in einem günstigen Wechselkurs. Das war auch schon mal anders. Mit dem Umtauschkurs und den günstigen Tankstellen komme ich so auf einen Literpreis von € 1.41. Trotzdem musste ich umgerechnet €266,- an der Tankstelle bezahlen, was den Tankwart natürlich gefreut hat. Dafür bekommt man aber auch immer alle Scheiben geputzt, ein paar kleiner Geschenke oder wie hier einen Tee mit gründlichem Palavern über unsere Route mit dem ganzen Personal der Tankstelle und ein paar zufällig anwesenden älteren Herrn. Eilig darf man es hier nicht haben sonst wirkt man wohl unhöflich. Obwohl das meinem Naturell etwas wiederspricht finde ich das als sehr angenehm.

In Kappadokien angekommen ging es erst einmal zur Ihlara-Schlucht, dem Grand Canyon der Türkei. Sie ist ganz interessant, vor allem die in den Felshängen errichteten frühchristlichen Kirchen, von denen es hier es so einige gibt. In einigen sind sogar noch Wandmalereien erhalten. Eigentlich wollten wir hier auf dem großen Busparkplatz mit schönem Weitblick übernachten. Aber wie leider auch an anderen Stellen wo viele Touristen auftreten, gab es hier einige schnorrende Jugendliche, die mich etwas nervten. Es ist schon interessant: da wo wenig bis keine Touristen sind ist die lokale Jugend sehr freundlich, winkt und grüßt. Da wo viele Touristen sind wollen sie immer Zigaretten oder einen Lira oder sonst irgendetwas.

2014-04-20-nr28-TR-Strasse zwischen Selime und Dorf Ihlara

auf dem Weg nach Ihlara

2014-04-20-nr40-TR-Ihlara Schlucht-Eingang Ihlara

Ihlara-Schucht

2014-04-20-nr45-TR-Ihlara Schlucht-Kirche Agacalti-innen

Ihlara-Schlucht – Malerei in der Kirche Agacalti

Nun mussten wir also noch den nächsten Besichtigungspunkt anfahren: Güzelyurt. Hier gibt es eine typisch kappadokische unterirdische Stadt und ein frühchristliches Klostertal. In die Tiefen der unterirdischen Stadt habe ich mich aber nicht herein getraut. Das Loch in der Erde war noch schmaler als der Vietkong-Tunnel bei Saigon, in dem ich mal vor Platzangst beinahe gestorben wäre. Hier hatte ich aber die Wahl, wohingegen in Saigon mich die Nachfahren des Vietkong durchgeschoben haben. Da ich momentan wieder gut abgenommen habe, hätte ich wohl durchgepasst. Danach haben wir noch die in den Felswänden hereingehauenen Kirchen im Klostertal besichtigt. Da das Klostertal relativ abgeschieden und ruhig war beschlossen wir, hier für die Nacht zu stehen. Bis auf ein paar Hirten die schon mal Schafe oder Kühe durchs Tal trieben war hier keiner. Das war die bisher ruhigste und dunkelste Nacht unserer Reise. Auch kein Muezzin war zu hören. Trotz der 1.300 m Höhe und der noch kalten Nacht war es angenehm im Auto.

2014-04-20-nr118-TR-Güzelyurt

Güzelyurt

2014-04-20-nr128-TR-Güzelyurt-unterirdische Stadt II-innen-Abstieg in tiefere Etagen

Güzelyurt – Eingang in die unteren Etagen der unterirdischen Stadt

2014-04-20-nr160-TR-Güzelyurt-Klostertal-Kalburlu Kirche

im Klostertal von Güzelyurt – Kirche Kalburlu

2014-04-20-nr167-TR-Güzelyurt-Klostertal-unser Übernachtungsplatz

unser Übernachtungsplatz im Klostertal von Güzelyurt – N38 16 0.1 E34 22 16.1

Dann endlich sind wir weiter zum Hauptort des kappadokischen Tourismus – Göreme. In Göreme standen wir fünf Tage auf dem Panorama-Camping mit einem super Blick über Göreme und den Burgberg Uchisar. Nachts war alles schön beleuchtet und morgens früh haben wir den Heißluftballons zugeschaut. In den Tagen hier haben wir so einige mörderische Wanderungen in den umliegenden Tälern unternommen und das teure Freilichtmuseum von Göreme mit frühchristlichen Kirchen besucht. Aber zwei Tage haben wir uns nur ausgeruht und diesen Blog geschrieben.

 

2014-04-22-nr03-TR-Göreme-Camping Panorama

Camping Panorama in Göreme – N38 38 50 E34 49 18

2014-04-22-nr15-TR-Göreme-Camping Panorama-Sonnenaufgang

Sonnenaufgang über Göreme

2014-04-22-nr122-TR-Göreme-Camping Panorama-Nacht

Abendstimmung über Göreme

2014-04-22-nr63-TR-Göreme Open Air Museum

Göreme – Open Air Museum

2014-04-22-nr106-TR-Göreme- Wanderung durch das Zemi oder Liebes Tal

Wanderung durch das Liebestal

2014-04-24-nr33-TR-Devrent Tal

Devrent-Tal

2014-04-24-nr46-TR-querfeldein Richtung Göreme

Kappadokien

2014-04-24-nr91-TR-Rosental

Wanderung durch das Rosental

Das war unsere Reiseroute durch den ersten Teil der Türkei:

Karte Türkei teil 1 ohne Pins

Ab nun beginnen längere Fahrstrecken durch Ostanatolien in Richtung Dogubayazit an der türkisch-iranischen Grenze. Ich denke der nächste Blog wird nicht so von antiken Ausgrabungen dominiert.
Bis dahin, Brigitte + Bernhard

Advertisements
Kategorien: Reiseberichte | 2 Kommentare

Beitragsnavigation

2 Gedanken zu „Türkei – Teil 1 – 2014

  1. Schöner Bericht. Bin schon auf Teil 2 gespannt. Haben ähnliche Reise im letzten Jahr unternommen.
    Weiterhin viele schöne Reisen.
    VG Hermann
    http://www.hermann-theobald.com

  2. Hallo ihr beiden,

    beeindruckend, was ihr alles zu sehen bekommt. Nur die Dieselpreise…oweiha!
    Haben hier in Ecuador gerade vollgetankt: 240l für 60$ 🙂
    Passt auf euch auf!
    Lothar und Martina

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: