Griechenland – 2013

Riza – Nikopolis – Delphi – Athen – Korinthos – Mykene – Drepano –  Epidauros – Mistra – Gythio – Finikounda – Methoni – Bucht von Navarino  – Olympia

Der Grenzübertritt von Albanien nach Griechenland ist unspektakulär und dauert nur wenige Minuten. Die albanischen Beamten schauen nur kurz in die Pässe und die griechischen Beamten winken uns sogar ohne Kontrolle durch. Wir fahren zuerst durch Igoumenitsa, wo wir nur kurz anhalten um uns mit Euros auszustatten. Wir folgen der Küstenstraße nach Süden und finden bei Riza einen schönen Campingplatz. Wieder haben wir einen Platz in der ersten Reihe, diesmal an einem Kieselstrand. Die Saison ist vorbei und es sind nur noch wenige andere Gäste da. So haben wir einen schönen Ausblick und viel Ruhe um uns herum. Wir bleiben einige Tage, bevor wir unser umfangreiches Kulturprogramm in Griechenland starten. Uns erwarten jede Menge alte Steine. Wir freuen uns schon auf den Besuch der zahlreichen archäologischen Stätten.

2013-09-26-nr4-GR-Camping Acrogiali

Camping Acrogiali – N39 08 06.168 E20 35 02.904

2013-09-26-nr17-GR-Camping Acrogiali-Strand links tagsüber

Strand

2013-09-26-nr32-GR-Camping Acrogiali-Sonnenuntergang-natürlich

Sonnenuntergang vor unserer Tür

Die erste Ausgrabungsstätte auf unserem Weg ist Nikopolis. Diese Stadt wurde vom römischen Kaiser Octavian (später Augustus) nach der Seeschlacht von Actium gegen Marcus Antonius und Kleopatra gegründet und diente als Basislager für sein Heer. Die Schlacht fand nur einige Kilometer weiter südlich statt. Wir kennen sie  ja alle aus dem Geschichtsunterricht oder aus Hollywoodschinken. Nikopolis war früher einmal eine große Stadt, doch geblieben sind neben Teilen der Stadtmauer nur einige Grundmauern, ein paar Mosaikfußböden und die Reste eines antiken Theaters. Der Eintritt ist frei und wir haben das kleine Gelände fast für uns alleine.

2013-09-28-nr7-GR-Nikopolis-Blick am Fountain (Brunnen) (vo) vorbei Richtung Stadtmauer

Nikopolis

2013-09-28-nr16-GR-Nikopolis-Mosaik 2

Nikopolis – Mosaik

Nicht weit entfernt finden wir nach langer Zeit wieder einen Lidl, denn in Montenegro und Albanien gibt es ihn nicht. So nutzen wir die Gelegenheit und machen einen Großeinkauf zum Auffüllen unserer Vorräte.

Weiter geht die Fahrt zum Hafen von Messalongi, wo wir am Rande einer großen Freifläche neben einem Strandlokal parken. Auf unsere Nachfrage hin erfahren wir, dass wir dort problemlos übernachten können. Wir beschließen, hier stehen zu bleiben. Ein Spaziergang in die Umgebung führt an einigen Ferienanlagen vorbei, die aber mittlerweile schon geschlossen sind. Wir finden sogar noch zwei funktionierende Strandduschen, obwohl keine Badegäste mehr da sind. Zurück am Auto werden wir von einem älteren Herrn angesprochen, der sich sehr für unser Auto interessiert. Wie sich herausstellte war es ein Arzt aus dem örtlichen Krankenhaus, der Bernhard einen Vortrag über die geschichtliche Bedeutung von Messalongi gehalten hat: hier hat nämlich die erste griechische Revolution stattgefunden. Eine Einladung zum Kaffee bei  ihm zuhause schlugen wir trotz des interessanten Gesprächs aber dennoch aus – trotzdem eine nette Geste.

2013-09-28-nr34-GR-Mesalomgi-Stellplatz im Hafen

im Hafen von Messalongi – N38 21 41.0 E21 25 33.0

Nach einer ruhigen und ungestörten Nacht im Hafen fahren wir weiter nach Delphi. Wir stellen das Auto auf einem etwas entfernten Campingplatz ab. Er liegt schön an einem Berghang und wir haben einen weiten Blick in eine Ebene voller Olivenbäume und auf die Küste. Da wir uns viel Zeit nehmen wollen fahren wir erst am nächsten Tag mit dem Bus zur Ausgrabungsstätte. Busfahren in Griechenland ist recht unspektakulär, aber mit 1,60 €/Person und Richtung jedoch nicht mehr so billig wie in den beiden vorherigen Ländern.

In Delphi – in der Antike das Zentrum der Welt – gibt es die ersten beeindruckenden alten Steine zu sehen. Zuerst besuchen wir den Apollo-Tempel, dann das Stadion und zum Schluss laufen wir noch zum Athene-Heiligtum. Das Orakel haben wir leider nicht angetroffen und so müssen einige Fragen für uns unbeantwortet bleiben. Es hätte aber wahrscheinlich sowieso nicht mit uns gesprochen, da wir keine Schätze dabei hatten. Schätze waren für die Weissagungen wohl wichtig, wie man an den vielen Schatzhäusern der verschiedenen griechischen Stadtstaaten sehen kann, die sich auf dem Gelände befinden.  Anschließend gehen wir noch ins Museum, wo einige Fundstücke von hier ausgestellt sind. Doch im Museum ist es durch die vielen Besucher recht voll.

2013-09-30-nr47-GR-Delphi-Apollon Heiligtum-Tempel des Apollon (li)

Delphi – Tempel des Apollon

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Delphi – Theater

2013-09-30-nr29-GR-Delphi-Apollon Heiligtum-Schatzhaus der Athener

Delphi – Schatzhaus der Athener

2013-09-29-nr9-GR-Delphi-Camping Chrissa

Delphi – Camping Chrissa – N38 28 22.59 E22 27 43.0

delphi- blick

Blick von unserem Stellplatz auf die Ebene und die Bucht von Itea

Auf der Weiterfahrt nach Athen regnet es etwas und wir müssen aufpassen, da die nasse Straße rutschig sein kann. Bevor wir den Campingplatz in Athen ansteuern suchen wir einen Laden mit Campingzubehör, da wir unsere Vorräte zur Frischwasser-Konservierung auffüllen müssen. Da ich nur eine ungenaue Ortsangabe habe erweist sich die Suche als nicht ganz so einfach. Doch nach mehrmaligen Nachfragen und schließlich engagierter Hilfe gelingt es uns, unser Ziel zu erreichen. Der Betreiber des Campingladens spricht sehr gut deutsch und ist sehr hilfsbereit und freundlich.

Bis zum Campingplatz in Athen ist es nicht mehr weit. Es ist ein typischer Stadtplatz an einer Ausfallstraße und daher nicht ganz leise. Das Beziehen des Stellplatzes nimmt etwas Zeit in Anspruch, weil die Bäume für unser großes Auto zu breit sind. Es muss erst ein Ast abgesägt werden um uns Platz zu machen. Die Platzbetreiberin hat jedoch nicht das richtige Werkzeug dafür, so das Bernhard seine Säge und seine Leiter holt. Ruckzuck ist dann der Ast ab und wir sind in Athen angekommen.

Wir machen einen ersten Erkundungsspaziergang rund um den Campingplatz und suchen die nächsten Supermärkte, wo wir endlich Wasser mit Kohlensäure finden. Das gibt es in Griechenland nicht in jedem Laden. Leider müssen wir das Wasser zurück zum Platz ein Stück schleppen.

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Camping Athens – N38 00 32.0 E23 40 20.0

In den nächsten zwei Tagen fahren wir mit Bus und Metro in die Innenstadt, um uns Athen anzuschauen. Glücklicherweise ist die Haltestelle direkt vor dem Eingang zum Campingplatz und es ist ganz leicht mit ÖPNV in die Stadt zu kommen. Zuerst wollen wir alle wichtigen archäologischen Sehenswürdigkeiten anschauen. Dafür gibt es ein Kombi-Ticket, das wir in diesen zwei Tagen komplett abarbeiten. So beginnen wir an der Akropolis, wo wir Mühe haben durch den Eingang zu kommen, weil hier unglaubliche Menschenmassen aus der ganzen Welt unterwegs sind. Der Akropolis-Hügel ist ein weites Ausgrabungsfeld, auf dem neben dem bekannten Parthenon noch viele andere Mauerreste zu sehen sind. Der Parthenon selber kann man nur von außen anschauen, da es wegen Restaurierung gesperrt ist.

Anschließend besuchen wir die Antike Agora, die Hadriansbibliothek, den Tempel des Zeus, den Hadriansbogen, das Ausgrabungsfeld von Kerameikos und die römischen Agora. Doch auch das moderne Athen kommt nicht zu kurz, denn den zentralen Platz und das Parlamentsgebäude, vor dem wir den Wachwechsel der Evzonen beobachten, lassen wir natürlich nicht aus.

In Athen sind viele Touristen unterwegs. Besonders anstrengend finde ich einige asiatische Gäste. Denn diese haben die Angewohnheit, dass jeder einzelne von ihnen vor den diversen Sehenswürdigkeiten fotografiert werden muss – und das teilweise in den merkwürdigsten Posen. Bis so ein Bus voller Touris damit durch ist dauert es schon mal eine Weile und wir müssen warten bis wir unsere Fotos machen können.

Da wir nicht genug bekommen können von den alten Kulturen besuchen wir auch noch das Nationale Archäologische Museum in Athen. Es ist sehr schön gestaltet und die Exponate sind teilweise recht beeindruckend. So stehen hier viele Originale, die wir bisher nur von Abbildungen in Büchern kennen. Das Museum ist sehr umfangreich, so dass wir nach einigen Stunden ziemlich geschafft sind. Doch es hat uns gut gefallen und wir können uns vorstellen, bei einem späteren Athen-Besuch hier noch einmal hin zu kommen. Das Museum kann sich unserer Meinung nach durchaus mit dem Pergamon Museum oder dem Ägyptischen Museum in Berlin messen. Alles ist sehr stilvoll und gut präsentiert. Das Gebäude wurde von einem deutschen Architekten entworfen und es ist ähnlich monumental wie die Museen auf der Berliner Museumsinsel.

2013-10-04-nr27-GR-Athen-Akropolis-Propylaia-Treppen zum Eingang

Athen – Eingang zur Akropolis

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Athen – Akropolis: Erechtheion

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Athen – Akropolis: Parthenon

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Athen – Akropolis: Rückseite des Parthenon

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Athen – Tempel des olympischen Zeus mit Akropolis im Hintergrund

2013-10-04-nr147-GR-Athen-Antike Agora-Tempel des Hephaistos

Athen – Antike Agora: Tempel des Hephaistos

2013-10-04-nr168-GR-Athen-Strasse Athinas-Zentralmarkt-Fleischmarkt

Athen – Metzger auf dem Zentralmarkt

athen - wachablösung

Athen – Wachablösung vor dem Parlament

2013-10-05-nr79-GR-Athen-Archäologisches Nationalmuseum

Athen – Nationales Archäologisches Museum

2013-10-05-nr88-GR-Athen-Nationales Archäologiemuseum-Bronzestatue von Zeus oder Poseidon

Athen – Archäologisches Museum – Bronzestatue

Weiter führt uns unsere Reise zum Kanal von Korinth – einem schmalen Kanal, der Festland und Peloponnes trennt. Wir erreichen den westlichen Ausgang bei Loutraki, doch zu unserer Überraschung ist das Ufer des Kanals hier sehr flach. Eigentlich hatten wir Steilwände erwartet. Eine kleine flache Brücke führt über das Wasser auf die andere Seite auf den Peloponnes. Da ich kein Beschränkungsschild sehe fahren wir über die Brücke. Doch auf der anderen Seite angekommen entdecken wir dann die Gewichtsbeschränkung auf 3 t. Sie war lustigerweise nur von einer Seite beschildert. So verstanden wir dann nachträglich auch den erstaunten Blick des Brückenwärters. Gesagt hat er aber nichts. Es ist alles gut gegangen und unsere 7,5 t sind heil auf die andere Seite gekommen, ohne die Brücke zu verbiegen. An beiden Seiten der kleinen Brücke sind große Freiflächen, die aber ziemlich zugemüllt sind. Wir stellen das Auto ab und laufen einen Pfad am Kanal entlang. In der Ferne haben wir eine weitere Brücke erspäht, wo die Ufer höher sind und es eher nach dem im Reiseführer abgebildeten Steilufer aussieht. Doch der Pfad entlang es Kanals ist furchtbar: alles ist zugemüllt. Hinter jedem Hügel und jeder Biegung ist eine wilde Müllkippe. Hier ist es noch viel schlimmer, als wir es in Albanien jemals erlebt haben – einfach nur gruselig.

Wir erreichen die alte Brücke, deren Zufahrt für Autos gesperrt ist. Die Hinterlassenschaften auf der Brücke lassen darauf schließen, dass die eifrigsten Benutzer Schafe und Ziegen sind. Die Brücke befindet sich ungefähr in der Mitte des Kanals und wir können von hier aus die beiden Enden sehen. Leider fahren so gut wie keine Schiffe mehr hier durch. Wir sehen nur ein kleines Ausflugsboot und zwei Segelboote. Den Kanal von Korinth hatten wir uns belebter vorgestellt. Später erzählte uns ein Segler, daß die Kanalgebühren enorm hoch sind und die großen Schiffe von heute da auch nicht mehr durchpassen.

kanal korinth

Kanal von Korinth

So verlassen wir die Gegend ganz schnell und fahren weiter in den Ort Korinth, wo wir einen Campingplatz am Wasser finden. Am nächsten Morgen besuchen wir das Antike Korinth. In der Antike war Korinth ein Verkehrsknotenpunkt zwischen Europa und Asien. Man kann noch gut die Anlage der alten Stadt erkennen. So laufen wir fast zwei Stunden umher um uns alles anzuschauen. Die Ausgrabungen haben schöne archaische, hellenistische und römische Bauwerke ans Tageslicht gebracht. Wir treffen auch wieder auf den Apostel Paulus, der uns in Kroatien schon einmal begegnet ist. Er hat hier in Korinth ein Jahr gewirkt. Hier gibt es auch wieder ein archäologisches Museum mit Fundstücken von hier. Das lassen wir natürlich nicht aus.

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Korinth – Tempel des Apollo

2013-10-07-nr25-GR-Korinth-Blick über Nordwest Stoa und Läden (gerade, zwischen den Bäumen) und Agora (rechts)

Korinth – Blick über Nordwest Stoa und Agora

korinth - ausgrabung bad

Korinth – Peiréne Quelle

2013-10-06-nr23-GR-Korinth Lechaios-Camping Blue Dolphin

Korinth – Camping Blue Dolphin – N37 56 04.39 E22 51 53.99

Weiter geht die Fahrt zu dem 3000 Jahre alten Mykene. Dies ist der Ort an dem Heinrich Schliemann den berühmten Schatz des Priamos ausgegraben hat, den wir bereits im Nationalen Archäologischen Museum in Athen bewundert haben. Mykene liegt auf einer kleinen Bergkuppe, von wo wir einen schönen Blick auf die darunter liegende Ebene haben. Der Eintritt zur archäologischen Stätte ist hier mit 8 € ungewöhnlich teuer. Zu sehen gibt es die mächtige Zyklopenmauer, das berühmte Löwentor und viele Grundmauern der übrigen Gebäude. Natürlich besuchen wir auch das angeschlossene Museum, das uns gut gefällt. Hier gibt es u.a. eine Kopie der berühmten Goldmaske aus dem Schatz des Priamos, deren Original sich im Museum in Athen befindet. Anschließend laufen wir das kurze Stück die Straße zurück zum Grab des Atreus. Es ist ein hoher Kuppelbau, der in einem Erdhügel versteckt war.

mykene

Mykene

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Mykene – Löwentor

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Mykene – es gibt noch Leben zwischen all den alten Steinen

2013-10-08-nr74-GR-Mykene-Blick vom Burghügel ins Umland

Mykene – Blick über die Ruinen ins Umland

Nach so viel Kultur wollen wir uns einige Tage am Meer entspannen. So fahren wir nach Drepano, einem kleinen Dorf in der Nähe von Nafplio. Wir entscheiden uns für den Campingplatz Triton II, wo es uns gut gefällt. Der Platz ist gepflegt, das Wasser im Meer ist sauber und es ist nicht weit bis in den Ort Drepano.

2013-10-11-nr4-GR-Drepano-Camping Triton II

Drepano – Campingplatz Triton II – N37 31 55.0 E22 53 29.0

Von hier besuchen wir Epidauros, das für sein nahezu vollständig erhaltenes antikes Theater bekannt ist. In hellenistischer und später auch in römischer Zeit war Epidauros ein für seine Heilkunst berühmter und gern besuchter Kurort. Wir haben uns jedoch einen schlechten Tag für unseren Besuch ausgewählt, da es auf dem Weg dorthin anfängt zu regnen und zu gewittern. So erleben wir Epidauros leider nur im Regen. Mit dem Regenschirm in der einen Hand und dem Fotoapparat in der anderen Hand war es manchmal ein mühsamer Balanceakt, den Apparat trocken zu halten und trotzdem noch Fotos zu machen. Trotzdem haben wir es nicht bereut, denn ein Alphornbläser einer schweizer Reisegruppe hat im Theater ein spontanes, kleines Konzert gegeben. So konnten wir die tolle Akustik mittels schöner Musik erleben.

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Epidauros – Theater

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Alphorn-Musik im Theater von Epidauros

2013-10-10-nr49-GR-Epidauros-Blick auf Tholos (li) und Abaton (re)

Epidauros – Tholos und Abaton

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Epidauros – antike Kureinrichtung

Zurück auf dem Campingplatz suchen wir uns einen anderen Stellplatz aus, da wir schnell festgestellt hatten, dass wir mitten im Katzenklo stehen. In der Nacht habe ich immer das Gescharre im Kies gehört und morgens dann die Kieshäufchen gesehen. Das wäre nicht so schlimm gewesen, aber auch Katzenklos sind leider nicht geruchlos.

Weiter geht die Reise zur Ruinenstadt Mistra in der Nähe von Sparta. Dieses Mal ist es keine klassische antike Stätte, sondern eine mittelalterliche Ruinenstadt. Sie liegt an einem Berghang, auf dessen Spitze sich eine Festung befindet. Stetig aufwärts wandern wir durch die Ruinen nach oben Bis ganz nach oben haben wir etliche Höhenmeter zu überwinden. Unterwegs gibt es u.a. einige byzantinische Kirchen und einen Palast zu sehen. Wir treffen auf einen Esel, der hinter einer Mauer versteckt steht. Der Esel freut sich sehr, endlich etwas Gesellschaft zu haben und läßt sich von mir ausgiebig streicheln. Offensichtlich geniest er es und er wäre wohl gerne mit uns gelaufen, aber er war zu kurz angebunden. Schließlich erreichen wir die Festung auf der Bergspitze. Von hier haben wir einen schönen Blick in die Ebene um Sparta und teilweise auch auf die Ruinenstadt.

2013-10-12-nr19-GR-Strasse Tripoli nach Sparti

Landschaft auf dem Weg nach Mistra

2013-10-12-nr31-GR-Mistras-Aufstieg zur Ruinenstadt

Mistra – auf dem Weg zur Ruinenstadt

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Mistra – Blick von der Ruinenstadt zur Festung

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Mistra – Palast

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Mistra – Kirche Hodigitria

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Mistra – Kirche Metropolis

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Mistra – der einsame Esel

2013-10-12-nr108-GR-Mistras-Festung-Blick über Festung auf neues Mistras und Sparti

Mistra – Blick von der Festung über die Ruinenstadt auf die Ebene von Sparta

Weiter geht unsere Reise zurück an die Küste bei Gythio. Der Campingplatz hier hat einen tollen Swimmingpool, den ich ausgiebig nutze. Nach einigen angenehmen Tagen Pause fahren wir weiter. Ursprünglich wollten wir einige weitere Tage bei Finikounda verbringen, doch die dortigen Campingplätze haben uns nicht zugesagt, so dass wir weitergefahren sind.

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Campingplatz Gythion Bay – N36 43 45 E22 32 43

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Finikounda

Wir haben immer noch nicht genug von all den alten Steinen und so besuchen wir die Festungsanlage von Methoni. Diese schaut auf eine lange Geschichte zurück, denn bereits in der Antike gab es hier eine Befestigung. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie von den jeweils Herrschenden weiter aus- und umgebaut. So finden sich hier neben dem Löwen von St Markus auch Reste von zwei keinen osmanischen Hamam-Anlagen. Die Außenmauern der Festung sind immer noch beeindruckend, doch von den Gebäuden im Inneren ist nicht mehr viel erhalten. Eine kleine Bogenbrücke führt zur äußersten Spitze, auf der ein kleiner Festungsturm (Bourtzi) steht. Ich beobachte fasziniert, wie sich unter den Bögen die Wellen brechen – ein spannender Anblick.

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Methoni – Eingang zur Festung

2013-10-18-nr20-GR-Methoni-Festung-Piazza d'Armi-Wappen von Venedig (Löwe von St Markus)

Methoni – Wappen von Venedig (Löwe von Sankt Markus)

2013-10-18-nr27-GR-Methoni-Festung-Piazza d'Armi-Seeseite

Methoni – Festungsmauer

methoni

Methoni – Festungsmauer

2013-10-18-nr46-GR-Methoni-Festung-Bourtzi-Brücke zum Bourtzi

Methoni – Brücke zum Bourtzi

2013-10-18-nr45-GR-Methoni-Festung-Bourtzi

Methoni – Festungsturm Bourtzi

Wir fahren weiter zur Bucht von Navarino, wo wir wieder einen Platz direkt am Sandstrand finden. Die Bucht ist recht flach, so dass wir erst ein Stück rauslaufen müssen um schwimmen zu können. Doch das ist kein Problem und so nutzen wir dies ausgiebig.

2013-10-18-nr76-GR-Gialova-Camping Navarino Beach

Campingplatz Navarino Beach – N36 56 52 E21 42 23

2013-10-18-nr86-GR-Gialova-Camping Navarino Beach-Strand

Sonnenuntergang am Navarino Beach

Wir machen einen Ausflug ins benachbarte Pilos, auch dieses Mal mit ÖPNV. Im kleinen Hafen liegt noch ein russisches Marineschiff, das hier einen Besuch gemacht hat anlässlich der Gedenkfeier zur Schlacht von Navarino. Auf den Tag genau vor 186 Jahren hat hier in der Bucht die entscheidende Seeschlacht zwischen den alliierten Franzosen, Russen und Griechen gegen eine osmanisch/ägyptische Flotte stattgefunden, deren Ausgang Griechenland die Unabhängigkeit gebracht hat. Die Wikipedia kennt hierzu eine lustige Anekdote:  aus den nach der Schlacht gehobenen Bronzekanonen wurde die Bavaria in München hergestellt. Wir laufen durch den Ort und verbringen einen netten Vormittag, bevor uns der Bus wieder zurück bringt zum Campingplatz.

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die russische Marine zu Gast im Hafen von Pilos

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Pilos

Eine kurze Wanderung führt uns vom Campingplatz zu den Ruinen der mittelalterlichen Burg von Paliokastro auf einem Berggipfel am Ende der Bucht von Navarino. Die Burg ist sicherlich geschichtlich nicht bedeutsam, aber sie liegt sehr schön und ist nett anzuschauen. Von hier oben haben wir die perfekte Sicht auf die benachbarte Voidokilia-Bucht und die Lagune von Gialova. In der Lagune sehe ich von oben eine Gruppe großer weißer Vögel. Wie sich später auf dem mit meinem Teleobjektiv gemachten Foto herausstellt waren es Flamingos.

Hier auf dem Campingplatz gefällt es uns sehr gut und es ist schade, dass er Anfang November schließt. So müssen wir nach acht entspannenden Tagen weiterfahren.

2013-10-20-nr5-GR-Bucht von Navarino-Strand zwischen Gialova und Lagune-Blick auf Engstelle vor Insel Sfaktira (li)

Strand an der Bucht von Navarino – auf dem Hügel rechts liegt Paliokastro

2013-10-20-nr93-GR-Bucht von Navarino-Blick auf Bucht von Navarino Richtung Pilos

Bucht von Navarino

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Paliokastro

2013-10-20-nr72-GR-Bucht von Navarino-Paleokastro-Blick Richtung Norden auf Ochsenaugenbucht und Lagune Giolova (re)

Blick von Paliokastro auf die Bucht Voidokilia

2013-10-20-nr76-GR-Bucht von Navarino-Blick von Paleokastro auf Lagune und Bucht von Navarino(re)

Blick von Paliokastro auf die Lagune von Gialova (links) und die Bucht von Navarino (rechts)

2013-10-20-nr96-GR-Lagune Gialova-Flamingos

Flamingos in der Lagune

Die letzte bedeutende archäologische Stätte auf unserer Route ist das antike Olympia. Wir finden einen Campingplatz nahe der Ausgrabungsstätte, so dass wir zu Fuß dorthin laufen. Auch hier gibt es wieder Zeugnisse jahrtausende alter Besiedlung aus archaischer, hellenistischer und römischer Zeit. Die Ausgrabungsstätte ist sehr schön und wir sind beeindruckt von den dicken Säulen des Tempels. Anschließend wollen wir noch ins benachbarte archäologische Museum, doch da erleben wir eine böse Überraschung: entgegen der Information des Campingplatzbetreibers schließen Ausgrabung und Museum schon um 15:00 statt um 18:00 – und das an einem besuchsstarken Samstag. So bleiben uns nur knappe 10 Minuten für das Museum. Es ist relativ groß und schön gemacht mit beeindruckenden Fundstücken. Daher sind wir sehr traurig, dass wir nur so wenig Zeit haben und nur noch schnell durchhetzen können.

Anschließend bummeln wir durch den kleinen modernen Ort Olympia. Er ist ganz auf Tourismus eingestellt und die Preise sind hier sehr hoch. So sollte ein Bällchen Eis 2 € kosten. Nach langem Suchen finde ich ein Lokal, auf dessen Speisekarte ein Sonderangebot angepriesen wird: vier bestimmte Sorten Eis, das Bällchen zu je 1 €. Doch als ich dies bestellen will, weiß der Kellner erst nichts von dem Angebot. Nach einer Denkpause kennt er es dann doch, aber merkwürdigerweise sind von den vier Sorten nur noch zwei vorhanden – und das obwohl die ganze Auslage voller verschiedener Eissorten ist. Da ich keine Lust habe mich für dumm verkaufen zu lassen verlassen wir das Lokal ohne zu bestellen.

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Olympia – Philippeion

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Olympia – Tempel der Hera

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Olympia – Tempel des Zeus

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Olympia – antikes Stadion

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Olympia – Palaestra

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archäologisches Museum von Olympia – Westgiebel des Tempel des Zeus

Nun wird es Zeit, uns auf den Winter vorzubereiten. Wir wollen die nächsten Monate hier in Griechenland verbringen und auf den Frühling warten. So fahren wir den von uns favorisierten Campingplatz an und richten uns häuslich ein. Hier stehen wir jetzt die nächsten Monate mit sauberem Sanitär, gutem Wifi, einer guten Miele-Waschmaschine und Blick aufs Meer. Wir sind noch nicht sicher, ob uns nicht langweilig wird. Aber dann können wir immer noch mit dem Bus einen Ausflug nach Athen machen. Denn das archäologische Museum wartet auf uns.

Fazit für Griechenland:

Wir sind nun beinahe einen Monat in Griechenland unterwegs, davon die meiste Zeit auf dem Peloponnes. Die Menschen sind sehr freundlich, aber eher etwas zurückhaltender als in anderen Ländern. Wir haben kein einziges Mal erlebt, dass es in Griechenland eine negative Einstellung gegenüber deutschen Gästen gibt. Wir fragen uns, wie viel von solchen Aussagen negative Propaganda der Presse ist. Die Geschichte mit dem Eis war pure Touristen-Abzocke ohne ernsten Hintergrund.

Überrascht hat uns das hohe Preisniveau im Land. Lebensmittel sind mindestens genau so teuer wie in Deutschland, oft sogar etwas teurer. Die große Wirtschaftskrise ist rein äußerlich nur schwer auszumachen. In den Randbereichen von Athen haben wir viele leerstehende Geschäftsräume gesehen, aber nicht in der Innenstadt.

Besonders gefallen haben uns die reichen kulturellen Schätze. Obwohl nur noch als Ruinen vorhanden, sind die antiken Orte auch heute noch beeindruckend. Wir haben uns mehrfach gewünscht eine Zeitreise machen zu können zurück in die Zeit, als diese Orte noch in ihrer ganzen Pracht dastanden und mit Leben erfüllt waren. Was muss das für ein Anblick gewesen sein!

In Bezug auf die Präsentation seiner Geschichte hat Griechenland tolles geleistet. Die Ausgrabungsstätten sind durchweg gut erschlossen und dokumentiert und die immer angeschlossenen Museen präsentieren die lokal gefundenen Artefakte vorbildlich. Das habe ich leider bei einem früheren Besuch im Ägyptischen Museum in Kairo sehr vermisst, und auch in Albanien kann man in dieser Hinsicht noch viel verbessern. Aber das sind natürlich auch ärmere Länder.

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Kategorien: 2013, Reiseberichte | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „Griechenland – 2013

  1. Wasi

    Akropolis: Pantheon
    D.h. natürlich Parthenon lieber Bernardo …

    lg. der Grieche aus Ford …

    P.S. meine Eltern wohnen 1 Dorf weiter von igoumenitsa …

  2. Hallo ihr beiden.
    Vielen Dank für den tollen Bericht und eine schöne Überwinterungszeit für euch. Und falls euch langweilig wird: Fahrt doch mal in Urlaub! Wir würden Griechenland empfehlen :-).
    Lothar und Martina

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