Albanien – 2013

Shkodra – Kruja – Tirana – Elbasan – Ohrid-See – Korca – Prespa-See – Gjirokaster – Berat – Apollonia – Ksamil – Butrint – Blue Eye

Unsere nächste Etappe führt uns durch Albanien. Ich hatte viel Negatives bezüglich langer Wartezeiten am Grenzübergang Sukobin von Montenegro nach Albanien gelesen. Aber motiviert durch eine email einer Reisebekanntschaft vom Safari Camping in Ulcinj, die nur 5 Minuten gewartet hatten, sind wir dann doch noch am Sonntag Morgen Richtung Grenze aufgebrochen. Und wir hatten Glück: es waren nur fünf Autos vor uns. Der montenegrinische Grenzbeamte hat unsere Papiere direkt einkassiert und sie nach der Bearbeitung sofort an seinen albanischen Kollegen übergeben, der uns nach Scannen und Stempeln der Pässe noch mit einem freundlichen „Deutsch gut“  nach Albanien entließ. Ich denke, das hat noch nicht mal fünf Minuten gedauert.

Gut gelaunt fuhren wir die ersten Kilometer in Albanien Richtung Shkodra. Auf der Brücke über den Buna wurden wir aber durch eine Hochzeitsgesellschaft gestoppt. Diese benutzten die Brücke für die Hochzeitsfeierlichkeiten und Fototermine. Es war eine lustige Gesellschaft, die ihre gute Laute durch Hupen der am Fahrzeugkonvoi beteiligten Fahrzeuge signalisierte. Da ich auch gerne hupe und glaubte, mit meinem Drucklufthorn der lokale Champion zu sein, hupte ich einfach mal mit. Die Gesellschaft hat es positiv aufgenommen und mich motiviert weiter zu hupen. Ein junger Mann im offenen BMW Cabrio rief mir sogar laut zu: „Ich lieb dich“.

Nach diesen ersten positiven Eindrücken von den Albanern stellten wir das Fahrzeug erst einmal am Campingplatz in Shkodra ab und fuhren mit dem Bus in die Stadt zurück. Dort kaufte Brigitte eine Straßenkarte. Der Kioskbesitzer betonte die Freundschaft zwischen Albanien und Deutschland und wollte mich direkt zum Bier einladen. Es war für mich aber zu früh und zu warm, so dass er uns ersatzweise einen Kugelschreiber schenkte – tolle Menschen. Nach Besichtigung der Stadt und der Festung kehrten wir zum Auto zurück.

2013-09-11-nr4-AL-Camping Shkodra Lake Resort

Camping Lake Shkodra Ressort – N42 08 18.6 E19 28 1.8

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Shkodra – Platz der Republik

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Shkodra – Altstadt

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Blick von der Burg Rozafa auf Shkodra

Am nächsten Tag unternahmen wir eine Radtour zu der alten osmanischen Steinbrücke Ura e Mesit. Dabei kamen wir an einigen kleinen Dörfern und Gehöften vorbei, wo uns viele Menschen freundlich zuwinkten. Ein paarmal mussten wir nach dem Weg fragen und waren erstaunt wie gut die Englischkenntnisse der Landbevölkerung sind und wie aufgeschlossen die Menschen sind.

2013-09-09-nr4-AL-Mesi Brücke über den trockenen Kir

Brücke Ura i Mesi

In der Nacht erlebten wir das erste Gewitter mit dem wohl üblichen Stromausfall, was mich nicht weiter berührt, da wir ja unseren Solarstrom konsumieren. Blöd nur, das damit auch immer die Kommunikationsinfrastruktur ausfällt. Dieser Stromausfall dauerte mit mehr als einem Tag länger als üblich, da Ersatzteile aus Italien beschafft werden mussten. Generell habe ich den Eindruck: es regnet entweder gar nicht oder aber richtig und die Wolken geben alles. Einen gemütlichen plätschernden Landregen habe ich hier noch nicht erlebt.

Am vorletzten Tag in Shkodra unternahmen wir noch eine Bootstour auf dem Koman-Stausee. Mit dem Bau der neuen Straße wurde jeglicher regelmäßiger Fährverkehr auf diesem ehemals wichtigen Verkehrsweg in die nordalbanischen Berge eingestellt.

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Koman Stausee – wir sind mit dem Boot rechts gefahren

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auf dem Koman-Stausee

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auf dem Koman-Stausee

Von Shkodra ging es dann nach Fushe Kruja, von wo wir den öffentlichen Bus nach Kruja benutzten, um uns dort den am Berg liegenden Ort anzuschauen. Wieder gibt es eine alte Festung – hier mit dem wohl größten Museum zum albanischen Volkshelden Skanderbeg, der hier einen wichtigen Sieg über die Osmanen errungen hat. Es ist eine Pilgerstätte für in- und ausländische Besucher. In der Nacht gab es wieder ein Gewitter. Beim Schauen aus dem Fenster fragte ich mich noch, wer mitten in der Nacht bei strömenden Regen Feuerwerk abbrennt, bis ich darauf kam, das es die elektrischen Überlandleitungen waren, die den Funkenflug generierten. Also wieder Stromausfall -> kein Internet.

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Camping Hotel Nordpark in Fushe Kruja – N41 28 14.0 E19 41 44.0

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Skanderbeg-Museum in der Burg von Kruja

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Skanderbeg-Monument im Museum

2013-09-12-nr61-AL-Kruja-Burg-im Hintergrund das ethnografische Museum

Blick über die Burg von Kruja ins Tal

Als Junge hatte ich mich mal eine Zeit mit Kurzwellenempfang beschäftigt, und DX-Karten von möglichst weit entfernten ausländischen Radiostationen gesammelt. Ich erinnere mich noch an das deutschsprachige Programm von Radio Tirana zu Zeiten des Envar Hoxha. Heute, 40 Jahre später, bin ich in Tirana und die Stadt gefällt mir gut (außer dem sehr gewöhnungsbedürftigen Autoverkehr in der Stadt). Man merkt der Stadt ihre kommunistische Vergangenheit noch gut an – nicht nur wegen der hässlichen Pyramide des Envar Hoxha, sondern auch wegen des monumentalen Baustils der Ministerien und wegen der breiten Boulevards. Aber die Stadt wandelt sich: im ehemaligen kommunistischen Wohnviertel entstehen Cafe´s und Restaurants für die neue Generation. Eine schöne neue orthodoxe Kirche wurde gebaut und steht neben alte Moscheen. Wie bisher überall in Albanien herrscht eine angenehme Stimmung mit freundlichen und herzlichen Menschen. Im Bus hat ein Herr, der wohl noch mindestens 10 Jahre älter als Brigitte war, ihr seinen Sitzplatz angeboten.

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Camping Hotel Baron in Tirana – N41 17 57.3 E19 51 1.3

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Tirana – Skanderbeg-Platz mit Moschee Et’hem Bey und Uhrturm im Hintergrund

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Tirana – Ministerien am Skanderbeg Platz

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Tirana – Boulevard

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Tirana – neue orthodoxe Kathedrale

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Tirana – Innenraum der neuen orthodoxen Kathedrale

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Tirana – Pyramide von Envar Hoxha

Von Tirana ging es dann nach Norden nach Elbasan. Obwohl unser Auto kaum das Potential hat Geschwindigkeitsrekorde zu brechen, wurde ich unterwegs von einer größeren Ansammlung von Polizisten rausgewunken. Völlig im Unklaren was ich denn wohl falsch gemacht hatte stieg ich aus. Ich wurde wohl vom Chef der Truppe erst einmal per Handschlag begrüßt und auf irgendwas angesprochen, das ich nicht verstanden habe (irgendetwas mit mileage oder auch tonnage). Danach wurde ich wieder mit freundlichem Handschlag und besten Grüßen entlassen und durfte weiterfahren. Möglicherweise herrschte auf der Straße Fahrverbot für Lkw, doch die ignoriere ich immer, da wir ja ein Wohnmobil sind. Diese freundliche Art der Polizei mit Verkehrsteilnehmern umzugehen habe ich, bedingt durch die vielen Straßenkontrollen, noch öfter beobachtet:  erst einmal Hände schütteln, dann ein bisschen freundlich palavern und danach freundlich winkend weiterfahren. Ich glaube die Polizei möchte hier einfach gerne mal ein bisschen reden.

In Elbasan dann wieder Standard-Routine: Stellplatz suchen (diesmal bei einem Ausflugsrestaurant in dem gerade die albanische Fußball-Nationalmannschaft logierte) und Stadt besichtigen. Elbasan besitzt wohl römische Wurzeln, und so gibt es imposante römische Artefakte zu sehen, aber auch eine Moschee aus dem 15. Jahrhundert und eine schöne alte orthodoxe Kirche.

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Elbasan – Strassenszene

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Camping Hotel-Restaurant Kriva in Elbasan – N41 05 51.4 E20 05 16.2

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Elbasan – römische Stadtmauer

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Elbasan – Moschee Mbret

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Elbasan – Kirche Shen Merise

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Elbasan – Innenraum der Kirche Shen Merise

Am nächsten Tag ging es weiter in die Berge zum Ohridsee. Ich hatte mir etwas Sorge gemacht wegen der Passüberquerung bei dem schlechten Ruf der albanischen Bergstraßen. Doch dieser Pass hier war ausgebaut wie in den Alpen: bester Asphalt und weite Serpentinen. Dafür war dann aber die Uferstraße entlang des 700m hoch gelegenen Ohridsees ziemlich erschütternd. Laut Wikipedia ist der Ohridsee einer der ältesten und tiefsten Seen der Welt und außerdem Unesco-Weltkulturerbe. Wenn ich wieder in Deutschland bin muss ich mal listen, wie viele Weltkulturerbe-Stätten wir schon gesehen haben. Schwimmen wollten wir im See aber nicht, weil es da Seeschlangen geben soll. Ein paar plattgefahrene habe ich auf der Uferstraße auch gesehen.

2013-09-15-nr35-AL-Strasse SH3 zwischen Qukes und Ohrid See-Thana Pass

Strasse hinauf zum Thana Paß

2013-09-15-nr38-AL-Strasse SH3 zwischen Qukes und Ohrid See-Thana Pass-Blick auf Ohrid See

Blick vom Thana-Paß auf den Ohridsee

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am Ohridsee – Strasse zwischen Lin und Pogradec

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Abendstimmung am Ohridsee

2013-09-15-nr56-AL-Drilon-Camping Arbi

Camping Arbi am Ohridsee – N40 54 5.0 E20 42 35.8

Bei schlechtem Wetter ging es weiter nach Korce, wo wir den halben Vormittag vor Regen schutzsuchend in Cafe´s und Pizzerien verbrachten. Nach dem Regen dann noch schnell Moschee, Kirche und Bazar besucht und weiter zum Prespa See gefahren. Den Prespa-See haben wir uns aber dann nur von oben angeschaut, da die nächste Etappe eine anstrengende durch das albanische Gebirge werden sollte und wir schon mal ein paar Kilometer Strecke machen wollten.

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Korce – Moschee Mirahor

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Korce – Neue Kathedrale

2013-09-16-nr35-AL-Strasse zwischen Prespa See und Korca

zwischen Korce und Großem Prespa See

2013-09-16-nr32-AL-Großer Prespa See

Blick auf den Goßen Prespa See

Auf dieser Etappe durch die albanischen Berge war ich dann doch mal froh, ein altes robustes Auto zu haben, nicht wegen des Allrads, aber wegen der Bodenfreiheit und der Verwindungsfähigkeit des Fahrgestells. Die wurde hier auch ganz schön gefordert. Da hier oben wenig Menschen leben hat auch der Straßenbau keine Priorität. Teilweise war die Straße den Hang herunter gerutscht und es wurde eine Notstraße am Hang gegraben, natürlich ohne Asphalt. Gut, dass es hier oben wenig Gegenverkehr gibt, denn breit sind die Straßen auch nicht. Ich denke, meine Durchschnittsgeschwindigkeit war unter 20km/h. Wenn aber doch mal einer entgegen kommt sind die Leute rücksichtsvoll und geben sich Mühe auszuweichen. (ganz anders als in Tirana)

Übernachtet haben wir dann an einer Forellen-Zuchtstation im Nationalpark, in dem es angeblich eine Population von 1300 endemischen Bären geben soll. Sehr zum Leidwesen von Brigitte ist jedoch keiner zu unserer Begrüßung gekommen.

2013-09-16-nr95-AL-Leskovik-Camping Farma Sotira

Camping Farma Sotira – N40 12 52.7 E20 38 48.3

Wenn ich noch dachte die schlimmste Fahrstrecke liegt hinter uns, so wurde ich von der Passabfahrt am nächsten Tag dann doch überrascht. Na wenigstens ging es denn Berg runter und das Panorama war wirklich beeindruckend schön. Nicht nur wegen der Fotostopps waren wir wieder extrem langsam unterwegs. Zwischendurch träumte ich aber dann doch schon mal von einer deutschen Autobahn. Obwohl die Strecke nur 113 km lang war, war ich nach den 5 Stunden Fahrt relativ erschöpft als wir in Gjirokaster ankamen. Nutzt aber nichts, denn Gjirokaster ist eine der drei Unesco Städte in Albanien. Deshalb wieder Stadtbesichtigung, denn es ist ja schließlich kein Urlaub.

2013-09-17-nr29-AL-Strasse zwischen Leskovik und Permet

Strasse zwischen Leskovic und Permet

2013-09-17-nr45-AL-Strasse zwischen Leskovik und Permet

Blick auf die Nemercka-Berge und das Vjosa-Tal

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Blick auf die Nemercka-Berge und das Vjosa-Tal

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unser Stellplatz am Viroi-Stausee vor Gjirokaster – N40 06 10.9 E20 07 23.6

Also, Festung, Moscheen, Altstadt mit schönen alten albanischen Häusern gesehen und noch einen weiten Blich in das Drinos-Tal, welches nach Griechenland führt. Abends sind wir wieder essen gegangen und ich habe mich mit Korce Pilsener belohnt. An diesem Punkt möchte ich mal erwähnen das – obwohl ich kein Feinschmecker bin – mir auffällt, das die Qualität und der Eigengeschmack der lokalen Lebensmittel wie Käse, Wurst, Gemüse und Obst deutlich besser ist als in Deutschland. Der Käse, die Wurst und Salate schmecken hier so intensiv wie ich es aus Deutschland nicht kannte. Und sehr günstig ist es obendrein. Vielleicht ist es gut, das es hier anders als in Resteuropa und es noch kein Lidl, Penny, Tesco etc. gibt.

2013-09-17-nr198-AL-Gjirokaster-Altstadtgasse

Gjirokaster – Altstadtgassen und Blick auf die Burgmauern

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Burg von Gjirokaster mit Uhrturm

2013-09-17-nr175-AL-Gjirokaster-Blick von oben

Blick von der Burg von Gjirokaster auf die Stadt und das Tal

Auf einem Stück super ausgebauter neuer Umgehungsstraße, welche mir und dem Auto gut tut und anschließender alter Rüttelstrecke geht es zur letzten albanischen Unesco-Stadt – Berat. Besichtigung der großen alten und noch bewohnten Festung mit schönem Panoramablick über Stadt und Tal, der Altstadt mit Moscheen und Kirchen, einer alten römischen Brücke etc.

2013-09-18-nr12-AL-Strasse zwischen Tepelene und Memaliaj

7 km Baustelle zwischen Tepelene und Memaliaj

2013-09-18-nr21-AL-Strasse Memaliaj und Fier

danach eine perfekte Strasse zwischen Memaliaj und Fier

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Berat – Bleimoschee

2013-09-18-nr31-AL-Berat-neue orthodoxe Kirche Shen Dhimitrit

Berat – neue orthodoxe Kirche Shen Dhimitrit

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Altstadt von Berat mit darüberliegender Burgmauer

2013-09-18-nr63-AL-Berat-Burg-westliche Spitze-Blick auf Berat und den Fluß Osum

Blick von der Burg auf Berat und den Fluß Osum

Langsam wird mir das alles etwas zu anstrengend und so beschließen wir dann, einen Tag in Berat auszuruhen und gar nichts zu machen. Das war dann doch etwas zu wenig und so habe ich das Auto ein wenig saubergemacht und Brigitte hat Wäsche gewaschen. Wir standen ja auf einem schön angelegten Platz mit super sauberem und geräumigem Sanitär und unglaublich freundlichen Betreibern.

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Caravan Camping Berat – N40 46 44.2 E19 51 31.5

Nach dem Ruhetag war wieder mal Kultur angesagt. Wir sind 64 km nach Apollonia gefahren und haben die dort ausgegrabenen illyrischen, griechischen und römischen Bauwerke besichtigt. Leider sind diese bedeutenden Ausgrabungen touristisch nicht sehr gut aufbereitet und man hat Mühe auf dem Gelände alles zu finden. Eine deutsche Archäologin, die mit ihren Kollegen zur Zeit ein antikes Theater ausgräbt, hatte sogar Angst, dass wir Fotos machen und die im Internet publizieren. Warum weiß ich nicht, denn es gab außer alten Steinen nichts zu sehen. Das in einem zum Komplex zugehörigen Kloster befindliche Museum war allerdings mit schönen Fundstücken ausgestattet. Die haben wohl die Franzosen seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts hier ausgegraben. Wer weiß – vielleicht gibt es noch mehr Schätze in dem nur zum kleinen Teil ausgegrabenen Gelände. Eigentlich wollten wir auf dem Besucherparkplatz übernachten, aber die Besuche der dortigen Dorfjugend wurden immer häufiger und diese immer neugieriger, so dass wir nicht mehr zum Abendessen kamen. Kurzerhand sind wir dann doch noch nach Orikum gefahren, wo wir einen schönen Platz direkt am Meer gefunden haben.

2013-09-20-nr11-AL-Apollonia-Buleuterium (li) und Prytaneion(re)

Ausgrabungen von Apollonia

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statt alter Griechen wohnen heute Schildkröten in Apollonia

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Kirche Shen Merise im archäologischen Park Apollonia

2013-09-20-nr43-AL-Apollonia-Museum-Galerie

im Museum von Apollonia

2013-09-20-nr61-AL-Apollonia-Museum

im Museum von Apollonia

2013-09-20-nr68-AL-Orikum-Übernachtung am Strand

unser Stellplatz am Strand vor Orikum – N40 20 46.97 E19 29 04.71

Am nächsten Tag galt es dann den 1020 m hohen Llogara-Pass auf dem Weg nach Süden zu überwinden. Der Pass ist gut ausgebaut, aber stellenweise steil. Die restliche Strecke nach Ksamil war dann hügelig und mit teilweise engen Ortsdurchfahrten. Es war mal wieder ein harter Arbeitstag für Auto und Fahrer.

auffahrt zum llogara pass

Auffahrt zum Llogara-Paß

passhöhe

auf der Paßhöhe des Llogara Paß – Blick aufs Meer

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Abfahrt vom Llogara-Paß in Richtung Süden

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Ortsdurchfahrt

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albanische Riviera

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Ksamil Camping – N39 46 41.2 E20 00 22.3

Wir gönnten uns mal wieder einen Ruhetag und fuhren mit dem Bus die 4 km von Ksamil nach Butrint. Der dortige Archäologiepark ist wohl das Highlight des Landes für archäologisch interessierte Besucher. Die Butrint-Insel wurde wohl schon vor tausenden Jahren besiedelt, und man findet Ausgrabungen von Illyrern, Griechen, Römern und anderen. Anders als sonst in Albanien ist es sogar touristisch gut präsentiert, mit Schautafeln in Englisch und markiertem Rundwanderweg. Das mag auch daran liegen, dass hier viele Busse mit Kreuzfahrttouristen abgeladen werden. Wo die Schiffe dazu liegen weiß ich nicht, vermutlich im nahen Griechenland. Abends kann man sie in der Bucht wegfahren sehen.

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Butrint

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Butrint – Theater

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Butrint

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See von Butrint

Am nächsten Tag auf der Fahrt nach Griechenland haben wir noch schnell das Blue Eye angeschaut. Das ist eine schöne unterseeische Quelle mit klarem Wasser und beeindruckenden Farben. Ganz schön, aber wieder nicht gut präsentiert. Danach haben wir noch versucht, die letzten Reste albanischer Währung zu vertanken, da hier der Diesel mit ca. € 1.28 billiger ist als in Griechenland. Aber 230l haben unsere Geldvorräte doch nicht aufgebraucht. Albanien war ein günstiges Land.

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Blue Eye

Fazit zu Albanien:

Was ich schon mehrfach schon gelesen habe stimmt: die Albaner sind super freundlich, aufgeschlossen und neugierig. Es sind die freundlichsten Menschen, die uns bisher begegnet sind, obwohl es in Montenegro auch klasse war. Die Qualität der Lebensmittel ist toll. Alles schmeckt so intensiv. Ich habe noch nie so wohlschmeckende Tomaten gegessen. Was ich auch lustig fand waren die Kennzeichen der Autos. Ich habe hier Autos mit deutschen Zoll – und Kurzzeitkennzeichen gesehen, die teilwiese noch aus 1999 stammen. Es gibt auch viele englische und italienische Kennzeichen, die offensichtlich aber schon einige Jahre von Albanern hier gefahren werden. Wie das legal funktioniert kann ich mir nicht erklären. Da hier alles so günstig ist, sind wir fast jeden zweiten Tag Essen gegangen und blieben trotzdem noch in unserem verfügbaren Budget. An der Küste findet man vereinzelt westeuropäische Touristen, aber in den Bergen haben wir nur zwei andere Wohnmobile getroffen. Wir sind insgesamt 1100 km in Albanien gefahren und haben doch vieles ausgelassen, denn wir wollen im Oktober noch Griechenland bereisen.

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Kategorien: 2013, Reiseberichte | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „Albanien – 2013

  1. Hallo ihr beiden,
    vielen Dank für den tollen Bericht. Der macht direkt Spaß auf Albanien. Und schlechte Straßen? Seid doch froh, sonst müsstet ihr euch doch fragen, ob ihr mit dem richtigen Fahrzeug unterwegs seid.
    Wir freuen uns auf mehr!
    Alles Liebe und pannenfreie Weiterfahrt!

    Lothar und Martina

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