Montenegro – 2013

Herceg Novi – Bijela – Kotor – Perast – Savnik – Zabljak – Tara – Moraca – Buljarica – Ulcinj

Nach einigen erholsamen Tagen verlassen wir Kroatien und fahren weiter nach Montenegro. Die Einreise an dem kleinen Grenzübergang bei Njivice ist völlig problemlos und dauert nur wenige Minuten. Nach Vorzeigen von Reisepass, Fahrzeugpapieren und grüner Versicherungskarte sind wir nun an der Bucht von Kotor, dem einzigen Fjord Europa’s außerhalb Norwegens. Unser erstes Ziel ist der Ort Herceg Novi. Doch der dortige Campingplatz Zelenika ist für unser großes Auto zu eng und die Bäume sind zu niedrig, so dass wir nach Bijela weiterfahren, wo wir auf dem Autocamp Zlokovic einen schönen Platz finden. Mittlerweile ist hier die Hauptsaison gerade zu Ende gegangen und es ist nicht mehr voll. Der Platz grenzt an die Uferpromenade, so dass wir sowohl  bummeln als auch im klaren und sauberen Wasser der Bucht schwimmen gehen können.  Von der Terrasse eines nahe gelegenen Strandrestaurants genießen wir bei Sonnenuntergang einen farbenprächtigen Ausblick auf die Bucht und die umliegenden Berge.

2013-08-26-nr5-MNE-Bijela-Camping Zlokovic

Autocamp Zlokovic – N42 27 26 E18 39 49

2013-08-28-nr61-MNE-Bijela-Abendstimmung-Blick Richtung Tivat

Abendstimmung an der Bucht von Kotor

Die Städtchen rund um die Bucht von Kotor sind mit einer Buslinie untereinander verbunden. Daher lassen wir unser Auto stehen und sind die nächsten Tage ganz entspannt mit ÖPNV unterwegs. Doch das Busfahren in Montenegro hat eine Besonderheit, die wir erst lernen mußten: es reicht nicht, an der Haltestelle zu stehen. Zusätzlich muß man noch mit dem Arm ein Zeichen geben. Tut man das nicht, so fährt der Bus einfach weiter. So ist der Bus für die Hinfahrt fast an uns vorbei gefahren, bevor er kräftig bremst und hinter der Haltestelle zum Stehen kommt.

Unsere erste Fahrt bringt uns zurück nach Herceg Novi. Auf dem Weg dorthin gewittert und regnet es derart, dass wir glauben der Bus fährt auf dem Meeresboden. Unglaubliche Wassermassen kommen vom Himmel. Uns kommen schon Zweifel, ob der Ausflug eine gute Idee war. Doch als wir an der Altstadt ankommen hört der Regen auf und die Sonne kommt wieder. Wir laufen durch den netten kleinen Ort und besichtigen die Festungen.

2013-08-26-nr23-MNE-Herceg Novi-Blick von Kanli Kula auf Herceg Novi

Blick von der Festung auf Herceg Novi

2013-08-26-nr10-MNE-Herceg Novi-Altstadtplatz mit Uhrturm

Herceg Novi – Altstadtplatz mit Uhrturm

Auch der nächste Tag beginnt mit Gewitter und Regen. Doch gegen Mittag hört es auf und wir laufen zu Fuß nach Kamenari, wo eine Fährlinie die beiden Seiten der Bucht miteinander verbindet. Für Fußgänger ist die Überfahrt kostenlos, so dass wir an Bord gehen. Wir genießen den Blick auf die Engstelle zwischen der äußeren und inneren Bucht von Kotor. Schon nach wenigen Minuten stehen wir am anderen Ufer in dem kleinen Ort Lepetani. Auf demselben Weg geht es wieder zurück zum Campingplatz.

2013-08-27-nr11-MNE-Blick auf Engstelle Richtung Perast sowie Lepetani (re)

Bucht von Kotor – Blick auf Engstelle zwischen innerer und äußerer Bucht sowie Lepetani (rechts)

Unser nächster Ausflug führt uns über Perast nach Kotor. Dort angekommen sind wir erschrocken die großen Kreuzfahrtschiffe im Hafen zu sehen. Es gibt uns eine Vorahnung von dem Trubel, der uns im Ort erwartet. Es ist fast wie in Dubrovnik, nur das Kotor noch viel kleiner ist. Dem Mittelmeer Kreuzfahrttourismus gehen wohl die Ziele aus. Fast täglich kommen zwei mittelgroße Schiffe in die enge Bucht. Kotor hat eine nette kleine Altstadt, die aber etwas überfüllt ist. Wir steigen mehr als 1300 Stufen hinauf zur Festung, von wo wir einen schönen Blick über die Stadt und die Bucht haben. Wieder zurück laufen wir noch etwas durch die Gassen und schauen uns einige der kleinen Kirchen an. In einem kleinen Laden finden wir dann auch eine aktuelle Straßenkarte von Montenegro für unsere weitere Route durch das kleine Land.

2013-08-28-nr7-MNE-Kotor-Hauptplatz mit Uhrtum

Kotor – Hauptplatz mit Uhrtum

2013-08-28-nr47-MNE-Kotor-Sv Luka

Kotor – Altstadt

2013-08-28-nr29-MNE-Kotor-Blick über Kotor

Blick über Kotor und die Bucht

Um auch die andere Seite der Bucht kennen zu lernen nehmen wir für die Rückfahrt von Kotor zum Campingplatz den Bus Richtung Tivat. In Lepetani steigen wir aus und nehmen wieder die Fähre. So konnten wir feststellen, dass die Straße zwischen Herceg Novi und Kotor komplett zweispurig und gut zu befahren ist. Doch die Strecke zwischen Kotor und Lepetani ist eine schmale, einspurige Straße, die für unser großes Wohnmobil nicht geeignet gewesen wäre. Doch im Bus sitzend konnten wir die Fahrt am Ufer entlang einigermaßen genießen – wenn der Busfahrer nur etwas weniger forsch gefahren wäre.

Noch einmal fahren wir mit dem Bus, diesmal in das kleine Örtchen Perast. Der ehemals verlassene und verfallene Ort ist mittlerweile fast komplett im alten Stil wieder aufgebaut. Wären nicht die netten Cafe-Terrassen an der Uferpromenade könnte man sich fast in die Vergangenheit zurück versetzt fühlen. An der Uferpromenade starten kleine Boote zur vorgelagerten Insel der „Jungfrau vom Felsen“. Wir lassen uns übersetzen und besuchen die kleine Kirche auf der Insel. Zurück in Perast  genießen wir noch ein „Banana Split“ auf einer der Cafe-Terrassen. Dies scheint eine montenegrinische Lieblingsspeise zu sein, denn sie wird fast überall im Land angeboten.

2013-08-29-nr47-MNE-Perast

Perast

2013-08-29-nr23-MNE-Perast-Uferpromenade

Perast – Uferpromenade

2013-08-29-nr25-MNE-Insel Jungfrau vom Felsen

Insel „Jungfrau vom Felsen“

Nach einigen Tagen an der Bucht von Kotor wollen wir nun die Berge Montenegros erkunden und fahren nach Savnik. Hier haben wir den Campingplatz ganz für uns alleine – eine einsame Wiese mitten in der Natur.  Wir befinden uns hier schon auf ungefähr 800 m über dem Meer und es ist deutlich kühler als an der Küste. Wir laufen den kurzen Weg zum Eingang der Schlucht der Komarnica, wo wir von einer Brücke hinunter in die Schlucht schauen können. Sie ist so eng, dass kein Wanderweg hineinführt. Am Abend erkundigen wir die kleine Gastronomie am Platz, aber leider ohne Erfolg. Die Speisekarte ist nur in serbisch, so dass wir nichts lesen können. Das Personal überschlägt sich auch nicht gerade vor Eifer, so dass wir beschließen selbst zu kochen.

2013-08-30-nr2-MNE-Bucht von Kotor-Blick von oben

unser letzter Blick auf die Bucht von Kotor

2013-08-30-nr25-MNE-Camp Jatak

Camp Jatak – N42 58 42.299 E19 04 30.889

2013-08-30-nr42-MNE-Canyon Nevidio-Brücke über dem Eingang

Brücke am Eingang zur Schlucht Komarnica

2013-08-30-nr36-MNE-Eingang zum Canyon Nevidio

Schlucht Komarnica

Am nächsten Morgen fahren wir weiter nach Zabljak im Durmitor Nationalpark. Hier sind wir fast auf 1500 m über NN. Auf dem Campingplatz angekommen sehen wir mit Schrecken, dass unsere WLAN-Antenne abgebrochen ist. Irgendwo muß ein Ast zu tief gewesen sein und sie abgerissen haben. Der Antennenstab liegt glücklicherweise noch zwischen Fahrerhaus und Kabine. Mit etwas Klebeband als Bandage und einer zusätzlichen Abstützung am Koffer wird sie erst mal wieder repariert bis Ersatz beschafft werden kann. Diese externe Antenne hat uns schon viele gute Dienste geleistet und wir wollen nicht auf sie verzichten.  Da die Reparatur einige Zeit in Anspruch genommen hat können wir erst nach Mittag zu unserer Wanderung aufbrechen. Zuerst folgen wir einem Weg in Richtung eines Berges. Aber da es keine schönen Aussichtspunkte gibt kehren wir wieder um und laufen zum See Crno Jezero (Schwarzen See), der von bewaldeten Bergen umgeben in einer Senke liegt. Jenseits des Sees sehen wir in der Ferne einige Gipfel der Berge des Durmitor. Aber um dorthin zu kommen muß man wohl gut zu Fuß sein.

Nach Sonnenuntergang macht sich die große Höhe deutlich bemerkbar und die Temperaturen fallen auf acht Grad. Uns ist ganz schön frisch und wir packen nach Wochen wieder einen Pullover aus.

2013-08-31-nr1-MNE-Zabljak-Camping Bod Boce

Camp Kod Boce – N43 08 32.952 E19 06 57.453

2013-08-31-nr15-MNE-Durmitor NP-Crno Jezero

See Crno Jezero

Unser nächstes Ziel ist die Tara-Schlucht, die zu den größten Schluchten der Erde zählt. Wir fahren zur Tara-Brücke und stehen dort 150 m über dem Fluß und schauen in die Tiefe. Weiter folgen wir der Straße durch das Tal der Tara. Wir finden einen schönen Campingplatz, den wir uns mit einer Herde Schafe und drei Kühen teilen, die unser Wohnmobil gründlich inspizieren.

2013-09-01-nr7-MNE-Brücke über Fluß Tara

Tara-Brücke

2013-09-01-nr11-MNE-Brücke über Fluß Tara-Blick flußaufwärts

Blick von der Brücke auf den Fluß Tara

2013-09-01-nr22-MNE-Strasse entlang der Tara

Straße entlang der Tara

2013-09-01-nr27-MNE-Dobrilovina-Camp Suza Evrope

Camp Suza Evrope – N43 01 10.5 E19 24 46.03

2013-09-01-nr42-MNE-Dobrilovina-Camp Suza Evrope

wir werden inspiziert

Wir wandern zum nahe gelegenen Kloster Dobrilovina, einer kleinen Anlage mit einem hölzernen Kirchturm. Hier treffen wir auf einen Montenegriner, der schon lange in Deutschland lebt. Es ergibt sich ein interessantes Gespräch und wir erfahren einiges über die Menschen und ihre Lebensumstände. So hören wir auch, dass dieses Kloster von nur zwei Nonnen bewohnt wird, die auch noch die zum Kloster gehörende Landwirtschaft bewirtschaften.

2013-09-01-nr55-MNE-Kloster Dobrilovina

Kloster Dobrilovina

2013-09-01-nr68-MNE-Tal der Tara-Blick von oben

Tal der Tara bei Dobrilovina

Da wir uns immer noch in den Bergen befinden ist es auch hier ziemlich kühl. Am Morgen kriechen die Dunstschwaden langsam die Berge hinauf. Der nahende Herbst ist hier schon deutlich zu spüren. Daher zieht es uns wieder hinab an die warme Küste und wir fahren weiter durch das Moraca-Tal, wo wir das Kloster Moraca besuchen – eine sehr schöne und gut gepflegte Anlage. Die Fahrt durch die Moraca-Schlucht ist beeindruckend, denn an einigen Stellen ist das Tal recht eng. Links und rechts von uns ragen hohe Felswände empor.

2013-09-03-nr40-MNE-Kloster Moraca-Kirche

Kloster Moraca

2013-09-03-nr42-MNE-Moraca Kloster-Kirche (li) und Kapelle (re)

Kloster Moraca

2013-09-03-nr51-MNE-Moraca Schlucht

Strasse durch die Moraca-Schlucht

Weiter geht die Fahrt durch den Sozina-Tunnel , wo wir 8 € Maut zahlen müssen. Doch die gute Straße bringt uns problemlos wieder zurück an die Küste zu unserem nächsten Ziel Buljarica. Hier gibt es zwei Campingplätze. Einer befindet sich direkt am Strand. Der zweite liegt oberhalb des ersten Platzes. Wir entscheiden uns gegen den Platz am Strand, da es hier noch lebhaft zugeht und das Sanitärgebäude einen wenig einladenden Eindruck macht.

Bei einem kurzen Spaziergang durch den Ort sehen wir einen Wegweiser zu einem Kloster und  folgen dem Weg hinauf auf eine Bergspitze. Dort entdecken wir eine kleine, schön gepflegte Anlage. Zusätzlich genießen wir von hier oben einen tollen Blick hinunter auf die Bucht und den Ort Buljarica.

2013-09-03-nr77-MNE-Buljarica-Camping Maslina

Maslina Camping in Buljarica – N42 11 54 E18 57 57

2013-09-03-nr72-MNE-Buljarica-Blick vom Kloster auf den Ort und die Bucht Buljarica

Bucht von Buljarica

2013-09-03-nr69-MNE-Buljarica-Kloster

Kloster Buljarica

Unser nächstes Ziel ist der Ort Ulcinj, wo wir einen sehr schönen Campingplatz finden an einem unendlichen langen Sandstrand. Wir haben Glück und bekommen einen Platz vorne in der ersten Reihe. Hier läßt es sich aushalten. Es ist wieder warm und wir können die Pullover wieder wegpacken. Da der Platz doch recht weit vom Ort entfernt liegt nutzen wir den Busservice des Campingplatzes und fahren nach Ulcinj, um uns die Altstadt anzuschauen. Von der Zitadelle haben wir einen schönen Blick auf den kleinen Badestrand und den kleinen Hafen. Der Strand ist noch gut besucht, obwohl auch hier die Hauptsaison schon vorbei ist.

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Camping Safari Beach – N41 54 18 E19 16 15

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Ulcinj – Altstadt

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Ulcinj – Strand

Bevor wir dann nach Albanien weiterfahren nutzen wir den schönen Standplatz für einige Servicearbeiten wie Steinschlagschutz für die Hauptscheinwerfer montieren, Abschmieren das Fahrzeugs, Reparatur einer gerissenen Manschette, Kofferdach säubern und noch gegenseitiges Haareschneiden.

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Sonnenuntergang am Safari Beach

In unserer Reiseplanung war Montenegro eigentlich nur eine Durchgangsstation Richtung Süden. Doch dieses Land hat uns positiv überrascht, so dass wir länger geblieben sind als geplant. Trotzdem haben wir nicht alles gesehen und es gäbe noch sehr viel mehr zu entdecken. Die von uns gefahrene Route von Herceg Novi über Vilusi, Niksic, Savnik, Zabljak, an der Tara entlang, über Mojkovic, Kolasin, Podgorica, den Sozina Tunnel nach Buljarica und weiter nach Ulcinj ist komplett zweispurig ausgebaut und in gutem Zustand und auch mit unserem großen Wohnmobil gut zu fahren gewesen. Die von uns besuchten Campingplätze waren überwiegend in besserem Zustand als von uns erwartet. Wir haben viele freundliche Menschen getroffen und uns hier wohl gefühlt. Montenegro ist sicherlich ein Land, das einen weiteren Besuch lohnt.  Außerdem ist es noch um einiges preiswerter als beispielsweise Kroatien.

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Kategorien: 2013, Reiseberichte | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „Montenegro – 2013

  1. Frank

    Hallo ihr Zwei,
    euer Bericht über Montenegro gibt uns schon mal den Einblick, was uns im Oktober erwartet.
    Macht weiter so.

    Gruß aus Köln Frank

  2. Walter Weyerstrass

    Hallo Ihr Zwei,
    Gruß aus Köln und vielen Dank für die tollen Reisebericht.

    Walter

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