Kroatien – 2013

Zagreb – Duga Resa – Kuterevo – Paklenica – Zadar – Krka NP – Trogir – Split – Makarska Riviera – Ston – Dubrovnik – Molunat

 

Zagreb

Nachdem wir bei sehr heißen Temperaturen jenseits der 35° Ungarn über die Grenze nach Kroatien verlassen haben wurden wir mit einem ungewohnten Phänomen konfrontiert. Brigitte hatte mich ja schon gewarnt, aber wahrscheinlich habe ich mal wieder nicht richtig zugehört. Um den Übernachtungsplatz in Zagreb zu erreichen mussten wir ca. 10 km auf die Autobahn, da der einzige Campingplatz an einer Autobahnraststätte liegt. Und da war auf einmal Stau (das erste Mal seit unserer Abfahrt) – ein Verkehr wie auf dem Kölner oder Münchener Autobahnring zur Hauptverkehrszeit, halb Europa auf dem Weg an die Adria. Es war wohl keine meiner besten Ideen im August nach Kroatien zu fahren. Nun ja, es ließ sich nicht mehr ändern.

Wir stellten das Auto am Rastplatz ab und fuhren mit dem Bus nach Zagreb. Ich hatte keine Vorstellung von der Stadt, war aber angenehm überrascht. Sie ist nicht so groß wie Prag oder Budapest aber mit interessanter Architektur. Der Busfahrer des öffentlichen Busses, der bestes Deutsch sprach, gab uns auch sehr freundlich Auskünfte über die Stadt und den Nahverkehr dort – ein guter Anfang.

2013-07-27-nr2-HR-Zagreb-Parade auf Jelacic-Platz

Zagreb – Jelacic-Platz

2013-07-27-nr12-HR-Zagreb-Kathedrale Mariä Himmelfahrt und Kaptolplatz

Zagreb – Kathedrale

2013-07-27-nr36-HR-Zagreb-Donji Grad

Zagreb – Donji Grad

Duga Resa (Karlovac)

Da wir ja nur langsam fahren und auch keine Autobahnen benutzen brauchten wir ein Zwischenziel auf dem Weg an die Adriaküste Das fanden wir bei Duga Resa, angeblich am saubersten Fluss in ganz Kroatien. Die Zufahrt zum Campingplatz ist kein Problem, da es mittlerweile eine neue Beton-Brücke ohne Gewichtsbeschränkungen gibt. Das Schwimmen im Fluß haben wir uns aber verkniffen und stattdessen nur gefaulenzt und Brigitte hat weitere Pläne ausgebrütet.

2013-07-29-nr12-HR-Duga Resa-Fluß Mreznica mit Camping im Hintergrund rechts

Fluß Mreznica bei Duga Resa

2013-07-29-nr8-HR-Duga Resa-Fluß Mreznica

Fluß Mreznica bei Duga Resa

Kuterevo  (Bärenfarm)

Einer von Brigitte‘s Plänen war ein Besuch des Bärenprojektes in Kuterevo, wo kleine Bären, die von Ihren Müttern getrennt wurden, Pflege erhalten. Im Nationalpark in dem Kuterevo liegt gibt es wohl noch eine stattliche Anzahl frei lebender Bären, aber gesehen haben wir leider keinen. Selbst die älteren Bären in dem echt weitläufigen Gehege haben sich unseren Blicken entzogen und lieber einen Mittagsschlaf gemacht statt uns zu unterhalten. Die Jungbären waren da schon etwas kooperativer. Wahrscheinlich ist bei denen der Spieltrieb und die Neugier noch stärker.

2013-07-30-nr10-HR-Kuterevo-Bärenkind 1

Kuterevo – Bärenkind Nr. 1

2013-07-30-nr17-HR-Kuterevo-Bärenkind 2

Kuterevo – Bärenkind Nr. 2

2013-07-30-nr26-HR-Kuterevo-Bärenkind 3

Kuterevo – Bärenkind Nr. 3

Paklenica

Von Kuterevo ging es dann doch ans Adriatische Meer. Auf einer Passabfahrt von ca. 25 km Länge und von über 1000 Höhenmetern auf Meereshöhe habe ich dann die Betriebsbremse zum Rauchen gebracht und den Lack von den vorderen Bremstrommeln runtergeschmort. Obwohl ich immer geglaubt habe verschleißarm zu fahren und wenig zu bremsen, ist mein Fahrstil wohl doch noch verbesserbar. Nach einer kleinen Abkühlpause für Maschine und Mensch gingen dann die letzten 400 Höhenmeter ohne Einsatz der Betriebsbremse weiter. Geht also.

2013-07-30-nr50-HR-Bremsen kühlen bei Fahrt von den Velebit Bergen

Bremsen kühlen bei der Abfahrt aus den Velebit-Bergen

2013-07-30-nr45-HR-Blick vom Velebit auf Küste

erster Blick auf die Adria

Der erste Camping direkt am Meer in der ersten Reihe, etwas viel Trubel aber dafür konnte man auch fast vom Auto ins Meer springen, was wir auch täglich gemacht haben. Nebenbei sind wir aber auch mal wieder gewandert. Auf der Landseite lag nämlich der Paklenica Nationalpark, einer der Hauptdrehorte der Winnetou Filme. An diese Zeiten erinnern im Nationalpark aufgestellte Markierungen, welche Szene dort im welchen Film gedreht wurde. Ich habe nichts wiedererkannt, aber ich war auch nie ein Karl May Fan. Ich muss mir die Filme aber doch irgendwann mal anschauen. Natürlich sind wir nicht deshalb dort gewandert, sondern um eine ca. 550 m hoch gelegene Höhle im Karst zu besuchen, die von der Nationalparkverwaltung nur sehr begrenzt dem Publikum zugänglich gemacht wird, um die Tierwelt der Höhle zu schützen. Sie ist nur drei Stunden am Tag geöffnet, aber die wahre Hürde ist wohl das Überwinden der 550 Höhenmeter bei Temperaturen von über 30 Grad und größtenteils in praller Sonne. Das ist schon ein Auswahlkriterium.

2013-07-31-nr5-HR-Paklenica-Campingplatz

Paklenica Camping – Logenplatz in der ersten Reihe

2013-07-31-nr20-HR-Camping Paklenica-Sonnenuntergang

Paklenica – Sonnenuntergang

2013-08-03-nr16-HR-Paklenica NP

Paklenica Nationalpark

2013-08-03-nr47-HR-Paklenica NP

Paklenica Nationalpark

2013-08-03-nr65-HR-Paklenica NP-Canyon Velika Paklenica

Paklenica Nationalpark – Canyon Velika Paklenica

2013-08-03-nr35-HR-Paklenica NP-Höhle Manita pec

Paklenica Nationalpark – Höhle Manita Pec

2013-08-03-nr42-HR-Paklenica NP-Höhle Manita pec

Paklenica Nationalpark – Höhle Manita Pec

Nächstes Highlight war eine Schifffahrt durch die Inselwelt der Kornaten, auch ein maritimer Nationalpark. Es war ganz interessant, aber wie eigentlich vieles in Kroatien ziemlich teuer.

2013-08-01-nr20-HR-Kornati NP

Schiffstour zu den Kornaten Inseln

2013-08-01-nr22-HR-Kornati NP

Kornaten Inseln

2013-08-01-nr49-HR-Kornati NP- Einfahrt von der Seeseite

Kornaten Inseln

Zadar

Weiter ging es über Zadar – neben Trogir, Split und Dubrovnik eine weitere UNESCO Stätte auf unserer Route. Sehr schöne Altstadt mit schönen alten Hafenanlagen und Kirchen.

2013-08-04-nr02-HR-Zadar-Jurja Barakovica Strasse

Zadar

2013-08-04-nr17-HR-Zadar-Pranger, Kirche Sv. Ilija, Bischofspalais, Kirche Sv Donat und Turm der Kirche Sv Stosija

Zadar – Kirche Sv. Ilija , Kirche Sv. Donat

2013-08-04-nr12-HR-Zadar-Festlandtor und Mauer der Zitadelle

Zadar – Festlandtor und Mauer der Zitadelle

Krka Nationalpark

Nach all der Kultur dachten wir an entspanntes Campen im Hinterland im Krka Nationalpark, und ich hoffte eigentlich auch, dass es da kühler ist. Das war aber ein Irrtum. Dort hatten wir den Hitzerekord mit 40° (im Schatten). Jeden Tag gibt es dort Buschfeuer und die Löschflugzeuge konnte man jeden Tag bei der Arbeit beobachten. Wir sind aber verschont geblieben, obwohl es an einem Tag verdächtig nach verbrannten Holz gerochen hat, und das waren nicht die Grillfreunde unter den Campern. Die Besichtigung der Krka Wasserfälle war aber schon interessant, obwohl mir Plitvice bei einem früheren Kroatienbesuch besser gefallen hat. Interessant war aber auch eine Bootsfahrt in den Krka Canyon zu einer alten serbisch-orthodoxen Klosteranlage, in dessen Kellergewölben sich sogar der Apostel Paulus mal aufgehalten haben soll. Die Knochen dort sind aber nicht von ihm sondern von einer früheren Besichtigungsgruppe, wie der Führer erläutert hat. Wir durften die Katakomben aber wieder verlassen.

2013-08-07-nr35-HR-Krka NP-Skradinski Buk-großer Wasserfall

Krka Wasserfall

2013-08-07-nr44-HR-Krka NP-Skradinski Buk-großer Wasserfall

Krka Wasserfall

2013-08-07-nr49-HR-Krka NP-Skradinski Buk-oberhalb der größen Wasserfälle

Krka Wasserfall

2013-08-07-nr98-HR-Krka NP-Schiffstour-Rückfahrt nach Roski  Slap

Bootsfahrt auf der Krka

2013-08-07-nr78-HR-Krka NP-serbisch orthodoxes Kloster Krka

Kloster Krka

2013-08-07-nr83-HR-Krka NP-Kloster Krka-Katakomben

Kloster Krka – Katakomben

Trogir

Wie Zadar ist auch Trogir ein nettes kleine Städtchen mit schönen engen Gässchen, von Touristen zu dieser Jahreszeit völlig überlaufen. Neben all den Campern und Hotelgästen treffen sich hier wohl auch noch die Passagiere vieler riesiger Kreuzfahrtschiffe – ein Wahnsinn.

2013-08-11-nr16-HR-Trogir-Festung Kamerlengo

Trogir – Festung Kamerlengo

2013-08-11-nr22-HR-Trogir-Südtor und Turm von Sv. Nikola

Trogir – Stadtmauer

2013-08-11-nr37-HR-Trogir-Platz Ivana Pavla II-Uhrturm (li), Logia (mi), Palazzo Cipiko (re)

Trogir – Altstadt-Platz

2013-08-11-nr43-HR-Trogir-Altstadtgasse

Trogir – Altstadtgasse

Split

Zu Split gibt es auch nicht viel zu sagen, schöne Stadt nur noch mehr Touristen als in Zadar und Trogir. Aber interessante römische Ausgrabungen.

2013-08-12-nr5-HR-Split-Platz Franje Tudmana mit Franziskanerkloster

Split – Platz Franje Tudmana

2013-08-12-nr10-HR-Split-Platz Narodni mit Rathaus (li) und Eisernes Tor (mi)

Split – Platz Narodni mit Rathaus und Eisernes Tor

2013-08-12-nr23-HR-Split-Peristyl

Split – römischer Peristyl

Makarska Riviera

Damit war die Serie der Stadtbesichtigungen erst einmal wieder zu Ende und wir fuhren entlang der sogenannten Makarska Riviera die Adriaküste entlang bis wir einen schönen Campingplatz, der nicht zu teuer war und trotzdem Meerblick hatte, gefunden haben. Obwohl ich hier kein Internetzugang hatte blieben wir fünf Tage und verbrachten die Zeit mit lesen und schwimmen im Meer. Geht auch.

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Entspannen am Meer

Ston

Nächstes Highlight auf Brigittes Plan war die Besichtigung von Ston, mit der Chinesichen Mauer Europas. Die Mauer scheint tatsächlich die längste Festungsmauer Europas zu sein, ca. 5 km lang. Und da wir die Chinesische Mauer schon mal im Original gesehen haben möchte ich sagen, das die Mauer von Ston eine gewisse Ähnlichkeit mit ihr hat wie sie sich über die Berge zieht und mit Wehrtürmen bestückt ist. Schön gemacht, nur leider schweißtreibend beim Aufstieg.

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Ston – die längste Mauer Europa’s

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Blick von der Mauer auf den Ort Ston

Dubrovnik

Klar, Dubrovnik muss man auch mal gesehen haben, aber so wirklich viel beeindruckender als Trogir, Split und Zadar finde ich die Stadt auch wieder nicht. Sie hat zwar einen massiven Befestigungswall und die Altstadt mag grösser sein, besteht dafür aber so ca. zu 90% aus Gastronomiebetrieben. Trotzdem haben wir dort einen Tag verbracht bevor wir den Bus zum Camping zurück genommen haben und die zweite sehr windige und staubige Nacht dort verbracht haben.

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Blick auf Dubrovnik

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Dubrovnik – die Prachtstrasse Stradum

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Dubrovnik – Altstadt

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Dubrovnik – Festungsmauern

Dieser staubige Campingplatz hat uns dann auch bewogen dort früher loszufahren als geplant und nochmals einen netten Platz am Meer zu suchen um dort ein paar Tage auszuspannen und die nächsten Schritte zu planen. Diesen Platz haben wir dann ca. 3 km vor der Grenze nach Montenegro gefunden. Schön ist es hier – direkt am Meer und nicht zu teuer. Dazu fabelhafte Internetverbindung.

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unser Platz am Meer

Zusammenfassend zu Kroatien möchte ich sagen, es ist ein Land mit vielen Naturschönheiten und interessanten alten Städten. Man sollte vielleicht überlegen ob man im August fahren sollte, wenn halb Italien, Frankreich, Deutschland, Polen und einige andere Landsmänner schon hier sind. Die touristische Infrastruktur ist dann am Limit – wollte ich Brigitte auch nicht glauben, stimmt aber.

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Kategorien: 2013, Reiseberichte | 3 Kommentare

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3 Gedanken zu „Kroatien – 2013

  1. Brigitte und Bernhard

    Hallo,

    ja wir sind in Montenegro, momentan an der Bucht von Kotor. Geht aber noch ins Durmitor Gebirge und zur Tara Schlucht denke ich.

    Danke für den Tipp Lothar, dafür bin ich nicht hart und erfahren genug. Ich probiers erstmal langsamer, höhere Drehzahl damit die Abgasstauklappe besser wirkt..

    Gute Fahrt euch auch noch, Bernhard

  2. Hallo Ihr beiden. Danke für den tollen Bericht. Und Bernhard: Mehr Mut zur Geschwindigkeit! Dann werden die Bremsen auch nicht heiß :-). Schöne Weiterreise und bis irgendwo
    Martina und Lothar (noch in Panama)

  3. Kroatiens Städte im Hochsommer zu besuchen ist wirklich nicht sooo eine gute Idee, dafür eignen sich die Vorsaison oder Nachsaison Monate besser.
    Manchen bleibt allerdings nichts anderes übrig als diese Zeit zu reisen.
    Und schließlich sind wir alle Touristen 😉

    Schade dass euch Dubrovnik nicht so gefallen hat, ich finde diese Stadt hat ein eigenes Flair, aber es mag stimmen, dass man das im Sommer nicht findet.

    Fahrt ihr weiter nach Montenegro?

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