Das Ende einer Reise

Juni 2018

Nach nur 5 Tagen in Kanada ist der Traum von unserer großen Nordamerika-Reise zu Ende gewesen.

Nachdem wir Halifax verlassen haben war unser erstes Ziel der Taylor Head Provincial Park. Bei unserer ersten Erkundung des Parks bin ich (Brigitte) auf dem Wanderweg gestürzt und habe mir einen komplizierten Beinbruch zugezogen. Noch in derselben Nacht bin ich zurück nach Dartmouth ins Krankenhaus transportiert worden.

Da nicht abzusehen ist wann ich wieder laufen kann, mußten wir die Reise abbrechen und nach Hause fliegen. Unser Wohnmobil haben wir zwischenzeitlich auch wieder nach Deutschland zurück verschifft.

Neue Reisepläne gibt es zur Zeit nicht.

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Verschiffung nach Kanada

April 2018

Am Sonntag dem 15.4. ist es endlich soweit: wir starten unsere neue Tour durch Kanada, die USA und wahrscheinlich ein bisschen durch Mexiko. Das Fahrzeug ist gepackt und zum Verschiffen vorbereitet. Wir fahren zuerst nach Buxtehude zu Freunden. Sie haben einen ähnlichen Reiseplan wie wir und verschiffen ihr Fahrzeug auf demselben Schiff. Das Schiff soll am Mittwoch den 18.4. in Hamburg nach Halifax ablegen, so das wir das Fahrzeug am 16.4. morgens in Hamburg beim Spediteur im Hafen abliefern. Die Übergabe selber war unspektakulär: die Aussenmaße werden nicht nachgemessen, es wird nicht gewogen und selbst die Gas- und Dieselvorräte werden nicht kontrolliert. Nur der Gesamtzustand des Fahrzeugs wird aufgenommen und ein paar Kratzer vermerkt. Nach der Abgabe des Fahrzeugs gehen wir zuerst ins Hotel und machen danach noch eine kleine Stadtbesichtigung, da das Wetter gut ist.

Hamburg – Elbphilharmonie

Hamburg – Landungsbrücken

Wir haben eine Kabine auf demselben Frachter gebucht mit dem unser Auto nach Amerika verschifft wird. Daher machen wir uns am nächsten Morgen wieder zum Oswaldkai im Hafen auf. Das Hafenpersonal fährt uns mit einem Shuttle direkt zum Schiff. Obwohl es erst am nächsten Tag abfährt dürfen wir unsere Kabine bereits beziehen. Anschließend werden wir sofort zum Mittagessen geschickt. Das trifft uns unerwartet, da wir sehr reichlich gefrühstückt hatten in der Erwartung, erst zum Abendessen etwas zu bekommen. Aber dem Kapitän, der uns persönlich zum Essen aufgefordert hat, widerspricht man nicht.

M/v Atlantic Star

Messe in der Atlantic Star

Aufenthaltsraum in der Atlantic Star

Brücke in der Atlantic Star

Navigations- und Radardisplays

Nach dem Essen bekamen wir eine Sicherheitsunterweisung. Danach haben wir nur noch vom Liegestuhl auf dem Oberdeck die Schiffsbeladung beobachtet. Das Wetter war prima, und ich (Bernhard) habe mir bei dieser Gelegenheit den ersten Sonnenbrand 2018 eingehandelt. Einigermassen beruhigt waren wir als wir beobachten konnten, das unser Fahrzeug nicht vergessen und ins Schiff gefahren wurde.

Containerbeladung im Vorschiff

noch mehr Container

glücklicherweise kommt unser Auto auch mit

Auf diesen anstrengenden Nachmittag folgte das (warme) Abendessen. Irgendwann am nächsten Tag war das Laden beendet. Das Schiff legte ab und fuhr die Elbe hinunter Richtung Antwerpen.

raus aus dem Oswaldkai

rein in die Elbe und vorbei an der Elbphilharmonie

Elbphilharmonie und Speicherstadt

Cap San Diego

Burchardkai vor der Stadt

Airbus-Werk in Finkenwerder

Hamburg – Blankenese

Der nächste Tag war wieder ausgefüllt mit anstrengendem Sitzen auf dem Oberdeck in praller Sonne. Interessant wurde es als das Schiff Richtung Antwerpen in die Osterschelde einbog und wir an Vlissingen und anderen Orten unserer früheren Urlaube in Zeeland vorbeifuhren. Da wir nicht nur rumsitzen und essen wollten haben wir ab diesem Tag den Sportraum des Schiffes regelmäßig für ein Training genutzt.

Vlissingen in der Oosterschelde

Die Einfahrt in den Hafen von Antwerpen war recht spannend – es gab grosse Kaianlagen, viel Schiffsverkehr und eine enge Schleusung zum Liegeplatz. Die Lotsen haben schon etwas drauf unser 300 m langes Schiff sicher hindurchzufahren. Gegen Abend lag es dann wohlbehalten am Kai. In der Nacht begann die Be- und Entladung.

Anfang des Hafengeländes in Antwerpen

hier ist viel Betrieb

der Lotse hat gut zu tun

Einfahrt in die Gezeitenschleuse

es ist nicht so eng wie es zuerst ausgesehen hat

schließlich sind wir im Hafenbecken

Containerladung in Antwerpen

mit dem Bordladekran werden neue Lebensmittel direkt vom Kühllaster geladen

fast voll

Am 21. April früh am Morgen hat das Schiff Antwerpen wieder verlassen. Es sind einige Container und Neufahrzeuge für England (Rechtslenker) mehr an Bord. Die Fahrt nach Liverpool verlief wie die bisherige Fahrt ziemlich ruhig. Da das Schiff nicht rechtzeitig vor Liverpool in Position war musste es erst ein anderes Schiff vorlassen und lag daher einige Stunden antriebslos vor Liverpool. Vom Anlegemanöver haben wir nichts mitbekommen, weil es mitten in der Nacht war. Auch in Liverpool wurde das Schiff durch eine Schleusenanlage geführt, vermutlich um in dem dahinter liegenden Hafenbecken einen gezeitenunabhängigen Wasserstand sicherzustellen. Da das Schiff eine eigene Fahrzeugrampe hat ist es wohl auf eine konstante Liegehöhe angewiesen.

ruhige See auf dem Weg nach Liverpool

Land in Sicht

die Beladung in Liverpool erfolgte mit älterem Gerät und deutlich langsamer als in Hamburg und Antwerpen

ein paar Nobelkarossen Made in UK werden auch mitgenommen

Am 24.4. gegen 4:30 in der Früh verließen wir Liverpool unserem eigentlichen Ziel Halifax in Kanada entgegen. Vor uns liegt die längste Etappe. Der Kapitän sagt die Fahrzeit mit vermutlich sechs Tagen vorher. Aber exakt vorhersagen kann man es wohl nicht, da Wellenhöhen, Strömungen und Wind die Fahrzeit beeinflussen.

Bohrinsel in der Irischen See vor Liverpool

Der erste richtige Seetag auf dem Atlantik war dann etwas ungemütlicher. Ein Tief bescherte ca. 4 m hohe Wellen, die das Schiff doch etwas in Bewegung brachten. Für richtige Seeleute war es wohl nicht der Rede wert. Der Nordatlantik kann bestimmt deutlich rauher werden. Überaschend war, wie schnell sich Sonne und Regen abwechseln.

Wellengang

Sonne und Regen wechseln sich ab

Am Freitag dem 27.4. – dem vierten Tag auf dem Atlantik – kam etwas Abwechslung in die Routine, die von Essen, quasseln mit den anderen Passagieren, Tischfussball und Dart spielen geprägt war. Der zweite Ingenieur zeigte uns den Maschinenraum des Schiffs. Das war sehr interessant, aber leider habe ich wegen des Lärms im Maschinenraum kaum etwas verstanden.

Maschinenleitstand

der 8 Zylinder 2-Takt Dieselmotor mit 30.000 PS

Schraubenwelle mit Drehstromgenerator

die hydraulische Rudermaschine

erster Arbeitstag für die neuen Lehrlinge des ersten Lehrjahres unter Anleitung des zweiten Schiffsingenieurs

Zusätzlich gibt es noch vier Hilfsmotoren zur Stromgenerierung, da der auf der Hauptwelle angeflanschte Drehstromgenerator nur bis ca. 70rpm Strom erzeugt. Bei voller Fahrt macht der Motor 90rpm. Im Hafen benötigt das Schiff besonders viel Strom zur Betätigung der ganzen Rampen und Tore im Fahrzeugdeck.

Zum Schluss durften wir auf Deck 4 noch unsere geparkten Fahrzeuge besuchen. Insgesamt hat das Schiff sechs Fahrzeugdecks. Die waren aber soweit wir das beurteilen konnten ziemlich leer.

Deck 4

unser Fahrzeug auf Deck 4

Am Nachmittag gab es zusätzlich eine Feuerschutzübung an der wir aber nur durch einen Zählappell sowie Kontrolle auf richtig angelegte Schwimwesten beteiligt waren. Die Manschaft hingegen hatte richtig zu tun mit dem Auslegen von Wasserschläuchen und dem Löschen simulierter Brände. Es sind übrigens 24 Besatzungsmitglieder inklusive aller Offiziere auf dem 300m langen Schiff.

die Passagiere des Schiffs bei der Rettungsübung

die Mannschaft auf der Musterstation 2

Während der nächsten zwei Tage auf See herrschte dichter Nebel. Es ist ein komisches Gefühl auf einem Schiff zu fahren dessen Bug man nicht sehen kann, zumal man ja in einer Eisberg-Gegend ist. Aber das Vertrauen auf das Radar ist unerschütterlich.

Wetterbild von der Brücke des Schiffs: vor uns ist ein kleines Tiefdruckgebiet

Am 30.4. erreichen wir Halifax, einen Tag früher als ursprünglich angegeben. Am Morgen auf See war das Wetter noch sonnig. Im Tagesverlauf und je näher wir der Küste kamen wurde es immer schlechter: Nebel und Regen. Die Übernahme des Lotsen war ein Erlebnis: bei der rauhen See war es nicht zu vergleichen mit dem Manöver auf der Elbe oder der Schelde. Das Lotsenboot drehte beinahe Loopings auf der See.

der Lotse muss starke Nerven haben

Einlauf in die Bucht von Halifax

Halifax

das Stadtzentrum von Halifax

wir unterqueren die Brücke um zu unserem Liegeplatz zu kommen

Erst nach unserem letzten Abendessen auf dem Schiff kamen die Zollbeamten zu uns an Bord, um uns die begehrten Stempel in den Reisepass zu stempeln. Die Prozedur war kurz und völlig problemlos. Danach durften wir das Schiff verlassen. Ein Shuttle hat uns zum Hafentor gebracht. Von dort sind wir mit dem Taxi zu unserem gebuchten Motel gefahren. Rechtschaffen müde sind wir auch bald eingeschlafen.

Am nächsten Tag haben wir dann eine kleine Tour die Küste von Nova Scotia entlang gemacht von der wir im nächsten Blog berichten.

Hier sei nur noch die Fahrzeugabholung am 2.5 erwähnt, die wieder erstaunlich problemlos vonstatten ging. Zuerst mußten wir zum Spediteur um die Frachtbriefe zu erhalten und eine Gebühr zu bezahlen. Anschließend ging es zum Zollbüro, um das Fahrzeug registrieren zu lassen. Als drittes sind wir zum Hafen gefahren. Im Büro bekommen wir den Fahrzeugschlüssel und kontrollieren das Auto auf Schäden. Alles ist prima: das Auto ist unbeschädigt und auch in der Fahrerkabine ist alles in Ordnung. So verlassen wir den Hafen und fahren zurück zum Hotel. Die gesamte Prozedur hat insgesamt ca. 3 Stunden gedauert. Das Fahrzeug ist nicht durchsucht worden und wir haben auch keine sonstige Kontrolle z.B. auf Verschmutzungen erlebt – prima: jetzt kann es losgehen.

Halifax – Fahrzeugabholung im Hafen

angekommen in Kanada

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Spanien Teil 2 – 2016

Sevilla – Carmona – Ecija – Cordoba – Antequera – Malaga – Granada – Guadix – La Calahorra – Almeria – Cabo de Gata – Cartagena

September-Oktober 2016

Mitte September starten wir unsere letzte Reiseetappe für das Jahr 2016. Los geht es mit Sevilla, der Hauptstadt der Provinz Andalusien. Wir finden einen netten Stellplatz etwas außerhalb der Stadt und fahren mit dem Bus ins Zentrum. Sevilla war schon in der Antike ein wichtiges Handelszentrum. Zur Zeit der Mauren war die Stadt eine der wichtigsten Städte in Al-Andaluz. Im 16. Jhdt. war sie Zentrum des Handels mit der Neuen Welt. Heute finden sich noch zahlreiche Spuren der vergangenen Epochen. Wichtigste Sehenswürdigkeiten sind die Kathedrale und der Alcazar, die beide zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Leider können wir beide nur von außen besichtigen, denn die Warteschlangen vor den Kassenhäuschen sind uns zu lang. Wir laufen durch die engen Altstadtgassen, die so verwinkelt sind, dass uns die Orientierung schwerfällt und wir uns auf der Suche nach dem Stadtpalast Casa de Pilatos erst einmal verlaufen. Die Casa de Pilatos ist ein Stadtpalast aus dem 16. Jhdt und gilt als Prototyp eines andalusischen Adelspalastes. Ich gönne mir den mit 10 € recht teuren Eintritt und bin ein wenig enttäuscht über den Erhaltungszustand, denn das Erdgeschoß und die Gartenanlagen hätten eine Renovierung nötig. Schließlich besuchen wir noch den Plaza de Espana. Hier gefallen uns besonders die schönen bunten Kachelbilder der spanischen Provinzen.

Sevilla – Kathedrale

Sevilla – Alcazar

Sevilla – Casa de Pilatos – Innenhof

Sevilla – Casa de Pilatos – Garten

Sevilla – Goldturm

Sevilla – Altstadt

Sevilla – Parlament von Andalusien

Sevilla – Plaza de Espana

Sevilla – Plaza de Espana – Kachelbild Almeria

Sevilla – Plaza de Espana – Kachelbild Barcelona

Sevilla – Plaza de Espana – Kachelbild Pamplona

Unser nächstes Ziel ist die kleine Stadt Carmona, einer der ältesten Orte in Andalusien. Wir parken am Altstadtrand neben einem schönen Stadttor und spazieren durch den Ort. Wir steigen hinauf auf ein weiteres Stadttor und haben von dort einen schönen Überblick über die Stadt und ihre Umgebung. Wir besuchen die Reste einer römischen Nekropole aus dem ersten und zweiten Jhdt. n. Chr. In den Grabkammern sieht man noch die Nischen für die Urnen. Die Anlage ist sehr schön mit vielen Pflanzen angelegt. Nach den überrannten Touristenhighlights ist diese Stadt in der spanischen Provinz mit ihrer Ruhe und dem noch erhaltenen spanischen städtischen Leben eine Wohltat.

Carmona – Cordoba-Tor

Carmona – Altstadtgasse

Carmona – Sevilla-Tor

Blick vom Sevilla-Tor auf Carmona

Carmona – Römische Nekropole

Carmona – Römische Nekropole

Wir fahren weiter nach Ecija. Der Ort wird wegen seiner vielen Kirchen auch Stadt der Türme genannt. Im Sommer werden hier landesweit die höchsten Temperaturen gemessen, so dass er auch die Bratpfanne Spaniens genannt wird. Hier kann es über 40 Grad warm werden. Zum Glück ist es bei unserem Besuch nicht so heiß. Doch wir haben trotzdem Pech, weil heute alle Sehenswürdigkeiten geschlossen sind und der Ort ein bischen ausgestorben wirkt. Die Bevölkerung bereitet sich auf eine Feria – ein Volksfest – vor, das bald beginnen wird. So bleibt uns nur ein kurzer Stadtbummel bevor wir weiterfahren.

Ecija -Plaza de Espana

Ecija – Kirchturm

Unser nächstes Ziel ist wieder ein kulturelles Schwergewicht – Cordoba. Zur Zeit des Kalifats von Córdoba im 10.Jhdt. war Cordoba mit einer halben Million Einwohnern eine der größten Städte der Alten Welt.

In dieser Zeit entstand auch die Palaststadt Medina Azahara, die etwas außerhalb des Zentrums an einem Berghang liegt. 10.000 Arbeiter schufen in 25 Jahren Paläste, Wohnhäuser, Gärten und eine Moschee. Alte Chroniken berichten von der außergewöhnlichen Pracht der gewaltigen Anlage. Die Blüte dieser Stadt währte nur kurz, denn schon 74 Jahre später wurde die Palaststadt eingenommen und geplündert.

Im Besucherzentrum schauen wir uns ein kleines Museum sowie einen schön gemachten Film über Medina Azahara an. Computeranimationen lassen die vergangenen Zeiten wieder lebendg werden. Anschließend bringt uns der Museumsbus hinauf zu den Resten der Palaststadt. Vor uns liegt ein riesiges Areal. Von den meisten Gebäuden stehen nur noch die Grundmauern, doch einige rekonstruierte Teile lassen ein wenig von der alten Pracht erahnen. Leider ist der große Saal, in dem es am meisten zu sehen gibt, wegen Renovierung geschlossen. Trotzdem gefällt es uns hier sehr gut und wir lassen uns Zeit, um alles in Ruhe anzuschauen.

Medina Azahara

Medina Azahara

Medina Azahara

Wichtigste Sehenswürdigkeit im Stadtzentrum von Cordoba ist die Mezquita-Catedral. Die ehemalige Moschee wurde nach der Rückeroberung des Landes durch die Christen zu einer Kathedrale umfunktioniert. Im Innern des riesigen Bauwerks gibt es mehr als 800 Säulen. Anders als in Sevilla ist hier keine Warteschlange vor dem Kassenhäuschen, so dass wir uns dieses beeindruckende Bauwerk ohne Stress von innen anschauen können. Der Säulenwald ist imponierend.

Cordoba – Fassade der Mezquita-Catedral

Cordoba – Orangenhof und Glockenturm der Mezquita-Catedral

Cordoba – Säulenwald der Mezquita-Catedral

Cordoba hat noch viel mehr zu bieten und so laufen wir durch die schöne Stadt. Etwas außerhalb des Zentrums finden wir einen netten Platz, wo wir uns ein leckeres Mittagessen schmecken lassen. Es gab fritierte Auberginenstreifen mit einer brauen Sauce – sehr lecker.  Zum Schluß unseres Besuchs gönnen wir uns den Eintritt in den Alcázar de los Reyes Cristianos („Palast der Christlichen Könige“) aus dem 14. Jhdt. Hier gefallen uns besonders die Gartenanlagen mit den schönen Blumen. Im Schatten beim Springbrunnen sitzend genießen wir die Atmosphäre des Ortes.

Cordoba – Römische Brücke und Turm Calahorra

Cordoba – Altstadtgasse

Cordoba – Plaza de la Corredera

Cordoba – Eingang zum Palast der Christlichen Könige

Cordoba – Garten im Palast der Christlichen Könige

Cordoba – Blume im Garten des Palastes der Christlichen Könige

Nun wollen wir wieder an die Küste und steuern südwärts. Wir durchfahren eine Landschaft, in der die Olivenbäume streng in Reih und Glied stehen – alles sehr aufgeräumt und wohl ein Zentrum der spanischen Agrarindustrie. Wir besuchen Antequera, eine kleine Stadt mit einem historischen Kern. Am Stadtrand liegen die Dolmen de Menga und die Dolmen de Viera aus der Zeit um 3800 v. Chr.. Sie gehören zu den größten Megalithanlagen Europas. Auch die Römer waren schon in Antequera und haben ihre Spuren hinterlassen.

Olivenhaine zwischen Cordoba und Antequera

Antequera

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Antequera – Innenhof eines ehemaligen Klosters (heute Rathaus)

Antequera – Denkmal zur Erinnerung an die Zeit der Mauren

Blick auf Antequera

Antequera – Dolme Menga

Nach einem kurzen Spaziergang durch den Ort fahren wir auf einem netten Stellplatz bei Rincon de la Victoria, wo wir uns einige Tage von den vielen Besichtigungen erholen.

Trotzdem sind wir nicht ganz faul, denn wir machen einen Ausflug mit dem Linienbus nach Malaga. Wir spazieren an der Kathedrale entlang zur Alcazaba, einer maurischen Festung, an deren Fuß  die Reste eines römischen Theaters liegen. Die Alcazaba ist eine positive Überraschung für uns: die Anlage ist wunderschön und überraschend groß (und gar nicht teuer für das Gebotene). Sie erinnert uns an die Alhambra in Granada. So eine tolle Festung haben wir nicht erwartet und der Besuch hat sich wirklich gelohnt. Danach bummeln wir noch ein wenig durch die Stadt und erfreuen uns an den vielen Palmen entlang der Strasse.

Malaga – Kathedrale

Malaga – Blick auf Alcazaba

Malaga – Alcazaba

Malaga – Alcazaba

Malaga – Alcazaba

Malaga – Alcazaba

Malaga – Rathaus

Malaga – Fußgängerzone

Unser nächstes Ziel führt uns wieder ins Landesinnere, denn wir wollen uns Granada anschauen. Die Alhambra kennen wir schon von einem früheren Besuch, so dass wir uns dieses Mal auf die Stadt beschränken. Wir machen einen ausgedehnten Stadtbummel. In einigen Souvenir-Läden entdecken wir die farbenfrohen türkischen Lämpchen, die uns schon in Istanbul gut gefallen haben. Nur schwer können wir der Versuchung widerstehen einige der Lampen zu erwerben. Nach einer Recherche im Internet haben wir festgestellt das sie gar nicht so teuer waren. Vielleicht müssen wir noch einmal nach Istanbul um welche zu besorgen (oder vielleicht kann die Weidengasse in Köln helfen?).

Granada -Blick auf die Alhambra

Granada – Altstadt

Granada – Plaza de la Romanilla

Granada – Altstadtgasse

Granada – Lampenparadies

Von Granada aus führt uns unser Weg am Nordrand der Sierra Nevada entlang Richtung Osten. Auf kurzer Strecke mit grosser Steigung muß unser Auto mühsam auf 1.380 m hinaufklettern, bevor es langsam wieder bergab geht. Wir machen einen kurzen Zwischenstop in Guadix und fahren dann zur Burg La Calahorra, die oberhalb eines kleinen Dorfes malerisch auf einem Berg steht. Sie ist sehr schön anzusehen, kann aber nicht von innen besichtigt werden. Wir steigen den Hügel hinauf und umrunden die Burg, deren Außenmauer nur noch teilweise erhalten ist. Das Postkartenfoto „Burg vor den Bergen der Sierra Nevada“ ist uns trotzdem nicht gelungen da die Fernsicht durch Dunst etwas eingeschränkt war.

Sierra Nevada zwischen Granada und Guadix

Sierra Nevada zwischen Granada und Guadix

Blick auf Guadix

Guadix – Blick über Plaza de la Constitucion auf Kathedrale

Burg La Calahorra

Nun biegen wir wieder Richtung Süden zur Küste ab. Die Landschaft ändert sich wieder und wir durchqueren die Wüste Tabernas. Hier sieht es aus wie im Wilden Westen. Kein Wunder, dass in dieser Landschaft so mancher Film gedreht wurde. Wir verzichten auf den Besuch der Filmstädtchen und steuern unser nächstes Ziel an, die Alcazaba in Almeria. Sie ist nach der Alhambra die zweitgrößte maurische Festung in Spanien. Wir lassen das Auto am Stadtrand stehen und laufen zur Burg hinauf. Von hier oben haben wir einen schönen Blick auf den Hafen. In der Festung ist teilweise ein netter Garten angelegt, andere Teile werden noch von Archäologen untersucht. Insgesamt war es eine lohnende Besichtigung und das bei kostenlosem Eintritt.

Wüste Tabernas

Wüste Tabernas

Almeria – Blick auf Alcazaba und Stadt

Almeria – Alcazaba – Eingang

Almeria – Alcazaba

Almeria – Alcazaba – Blick auf Zweiten und Dritten Burgbezirk

Almeria – Alcazaba – Garten im Zweiten Burgbezirk

Almeria – Alcazaba – Turm Homenaje im Dritten Burgbezirk

Almeria – Alazaba

Nach dem Kulturprogramm steht uns wieder der Sinn nach Natur, so dass wir zum Naturschutzgebiet Cabo de Gata fahren. Hier gibt es eine schöne Felsküste, die nett anzuschauen ist. In einer Lagune entdecke ich einige Flamingos.

Cabo de Gata

Cabo de Gata

Flamingos

Cabo de Gata bei Isleta de Moros

Dorf Isleta de Moros im Naturpark Cabo de Gata

Unser letzter Besichtigungspunkt in Südspanien ist die Stadt Cartagena. Schon seit dem Altertum ist die Stadt ein wichtiger Seehafen. Heutzutage nutzt die spanische Marine den günstig gelegenen Hafen. Wir schauen uns das römische Theater an und steigen hinauf zur Burg, von wo wir einen schönen Blick haben. Anschließend bummeln wir durch die Stadt und durch den Hafen. Hier entdecken wir dann das Becks-Schiff Alexander von Humboldt 2, das wir aus der Reklame kennen. Irgendwie bin ich ein bischen enttäuscht, denn ich hatte mir Cartagena schöner vorgestellt. Die Stadt ist nicht schlecht, aber Malaga hat mir irgendwie besser gefallen.

Cartagena – General Astrubal aus Karthago gründete die Stadt 227 v. Chr.

Cartagena – Stadtmauer

Cartagena – Römisches Theater

Cartagena – Arabischer Leuchtturm

Cartagena – Blick von der Burg auf den Hafen

Cartagena – alte Hafenbehörde

Cartagena – Alexander von Humboldt 2

Cartagena – Altstadt

Cartagena – Altstadt

Damit endet unsere Reise durch Südspanien. Wir wollen dem deutschen Winter entkommen und bleiben bis zum nächsten Frühjahr hier im sonnigen Süden. So haben wir noch viel Zeit um neue Pläne zu machen für das Reisejahr 2017.

Das war unsere Reiseroute durch Südspanien:

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Portugal

Viana do Castelo – Braga – Guimaraes – Aveiro – Coimbra – Coimbriga – Tomar – Almourol – Fatima – Batalha – Alcobaca – Obidos – Lissabon – Evora – Beja – Porto Covo – Cabo Sardao – Cabo Sao Vicente – Sagres – Lagos – Silves – Armacao de Pera

August 2016

Gut ausgeruht nach angenehmen Tagen auf einem netten Campingplatz in Spanien starten wir unsere Route durch Portugal. Ganz unspektakulär passieren wir die Grenze. Wir möchten Portugal mautfrei befahren und hoffen darauf, dass unser Navi alles richtig macht und alle Mautstrecken vermeidet. Das Mautsystem ist selbst für Portugiesen kaum zu durchschauen, wie uns ein Einheimischer später erzählt. Den Stress wollen wir uns ersparen.

Unser erstes Ziel ist Viana do Castelo, eine über viele Jahrhunderte wohlhabende Hafenstadt. Viele der prächtigen Gebäude sind bis heute erhalten, so dass der Ort zu den schönsten Städtchen Portugals zählt.

Bevor wir unsere Stadtbesichtigung beginnen holen wir uns bei MEO eine Internet-SIM-Karte. Wir bekommen 30 GB für 30 Tage für ca. 35 €. Na, das sollte ausreichen. Dann laufen wir durch die Strassen der Altstadt und genießen das Flair. Leider ist der Himmel nicht grenzenlos blau, sondern teilweise undurchsichtig braun-grau-gelb. Es sind Rauchschwaden von Waldbränden, die uns leider in den nächsten Tagen begleiten werden. Wir übernachten in Viana do Castelo nahe der Eiffel-Brücke. Hier riecht es permanent nach Rauch und der Wind bringt Aschepartikel mit sich. Am nächsten Morgen ist das Wohnmobil innen mit einer dünnen Ascheschicht bedeckt, so dass erst einmal Reinemachen angesagt ist.

Viana do Castelo

Viana do Castelo – Praca da Republica

Viana do Castelo

Viana do Castelo – Altstadtgasse

Viana do Castelo

Viana do Castelo – Eiffelbrücke unter Rauchwolken

Unser nächstes Ziel ist die Stadt Braga. Die mehr als 2000 Jahre alte Stadt ist nicht nur ein Wirtschaftszentrum, sondern auch ein religiöses Zentrum. Daher trägt sie den Beinamen „Rom Portugals“. Wir gönnen uns die Besichtigung der großen Kathedrale und sind beeindruckt von der riesigen geschmückten Orgel aus dem 18. Jhdt. Sie sieht toll aus. Natürlich steht auch die berühmte Wallfahrtskirche Bom Jesus do Monte auf unserem Programm. Es ist warm und wir sind faul und fahren mit dem Schrägaufzug nach oben. Nach unserer Besichtigungsrunde laufen wir die große Freitreppe wieder nach unten. Wir übernachten am Fuß des Berges. Am Morgen liegt schon wieder eine Ascheschicht in unserem Auto. Es scheint so, als ob die Waldbrände kein Ende nehmen.

Braga – Kathedrale

Braga – Kathedrale – Seitenaltar

Braga – Kathedrale – Orgel

Braga – Kirche Hospital de San Marcos

Braga – Palast Raio

Braga – Rathaus

Braga – Wallfahrtskirche Bom Jesus do Monte

Braga – Wallfahrtskirche Bom Jesus do Monte

Braga – Bom Jesus do Monte

Wir fahren weiter nach Guimaraes, einer kleinen Stadt mit einer hübschen Altstadt. 1139 n. Chr. war Guimaraes die erste Hauptstadt des neu entstandenen Portugal. Deswegen steht an der Stadtmauer „Aqui nasceu Portugal – Hier wurde Portugal geboren“. Bevor wir unsere Besichtigung beginnen starten wir mit einem Frühstück. Wir bestellen Tostas – eine dicke Scheibe Brot mit Olivenöl getränkt. Es schmeckt lecker und macht richtig satt.

Die kleine Altstadt von Guimaraes ist nett anzusehen, aber leider auch ziemlich überlaufen. Vor dem Eingang zum Palast der Herzöge von Braganca, der zum UNESCO-Welterbe gehört, drängeln sich die Besucher, so dass wir keine Lust mehr auf dessen Besichtigung haben. Bei den Temperaturen und der Sonneneinstrahlung in einer Warteschlange zu stehen ist uns zu anstrengend. So fahren wir weiter Richtung Süden. Unser Ziel ist die Stadt Porto.

Guimaraes

Guimaraes – Hier wurde Portugal geboren

Guimaraes – Platz Largo da Oliveira

Guimaraes – Kirche Nossa Senhora da Oliveira

Guimaraes – Kirche Nossa Senhora da Oliveira

Guimaraes – Kirche Nossa Senhora da Oliveira – Kreuzgang

Guimaraes – Platz Praca de S Triago

Guimaraes – Burg

Guimaraes – Ritter vor dem Palast der Herzöge von Braganca

Die Rauchschwaden der Waldbrände liegen immer noch in der Luft. Wir hoffen darauf, dass es im Süden besser wird. Doch genau das Gegenteil tritt ein: rund um Porto wird die Luft immer schlechter und die  grau-gelben Rauchschwaden immer dichter, so dass man nicht mehr viel sieht. Die Lungen merken es auch und das Atmen fällt immer schwerer. Da auch der geplante Stellplatz im Botanischen Garten belegt ist und die Ascheluft extrem unangenehm ist, verzichten auf die Besichtigung von Porto. Wir fahren noch fast 80 Kilometer, bis wir nach Aveiro kommen, einer kleinen Stadt an der Küste.

Es ist schon spät, so dass wir heute nicht mehr weiter wollen. Hier an der Küste haben sich die Rauchschwaden etwas verteilt, so das man stellenweise schon wieder blauen Himmel erahnen kann. Es drängt sich der Eindruck auf, dass in halb Portugal die Wälder brennen. Das ist für das Land sicher eine ökologische Katastrophe.

Bis ins 16. Jhdt. war Aveiro ein bedeutender Fischereihafen, doch dann verlandete der Zugang zum Meer. Aveiro gilt als das Venedig Portugals, weil der Ort von drei Kanälen durchzogen wird. Der Vergleich mit Venedig erscheint uns doch sehr übertrieben, denn so schön ist der Ort nicht. Nur die Touristenmassen, die sich auf bunten Booten über die Kanäle schippern lassen, haben mich an den Rummel in Venedig erinnert.

Aveiro – Canal de S Roque

Aveiro – Platz Melo Freitas

Aveiro – Canal do Cojo

Aveiro – Cais dos Botiroes

Unser nächstes Ziel ist wieder ein kulturelles Schwergewicht – die alte Universitätsstadt Coimbra. Hoch oben auf der Bergspitze thront die Alte Universität über der Altstadt. Wir gönnen uns die Besichtigung der Alten Universität mit ihrer großen Bibliothek. Die Warteschlange vor der Kasse ist nicht allzu lang, aber es dauert eine schiere Ewigkeit bis wir unsere Tickets in der Hand haben. Für die Besichtigung der Bibliothek bekommen wir einen Zeitpunkt zugeordnet, an dem wir pünktlich vor der Tür stehen müssen. Nur schade, dass im Inneren der Bibliothek das Fotografieren nicht erlaubt war. Im Eintrittspreis eingeschlossen ist auch der Besuch des Wissenschaftsmuseums. Es hat einen wunderschönen naturwissenschaftlichen Teil mit sehr vielen ausgestopften Tieren und Skletten. Das Museum gefällt mir sehr gut und ich könnte noch viel länger hier bleiben. Im  technischen und chemischen Bereich sind diverse Gerätschaften u.a. zur Mechanik, Optik und Elektrotechnik  ausgestellt, die Bernhard mehr zusagen. Schließlich gehen wir noch in den Botanischen Garten, der uns aber enttäuscht. Es gibt nur sehr wenig Blühendes und einige Teile der Gartenanlage sind nicht zugänglich, weil sie offensichtlich nicht mehr gepflegt werden und verfallen. Hier in Coimbra erleben wir endlich den ersten Tag ohne Rauchwolken in Portugal.

Coimbra

Coimbra – Altstadt

Coimbra – Innenhof der Alten Universität

Coimbra – Innenhof der Alten Universität mit Bibliothek (li)

Coimbra – Alte Universität – Saal der Doktorhüte

Coimbra – Blick von der Alten Universität auf die Stadt

Coimbra – Wissenschaftsmuseum – Naturwissenschaft

Coimbra – Wissenschaftsmuseum – Naturwissenschaft

Coimbra – Wissenschaftsmuseum – Elektrotechnik

Coimbra – Wissenschaftsmuseum – Hörsaal

Coimbra – Botanischer Garten

Unser nächstes Ziel ist Conimbriga. Hier befinden sich die Ruinen der größten Römersiedlung, die bisher in Portugal ausgegraben wurde. Sie stammt aus dem 3. Jhdt. n. Chr. In der weitläufigen Ausgrabung sind die Grundmauern einiger Villen zu sehen, in denen sich teilweise schöne Mosaike erhalten haben, die mir gut gefallen. Im Haus der Brunnen kann man in einen Automaten 50 Cent stecken, um die Fontainen in Betrieb zu setzen. Ich spendiere das Geld, aber die Fontänen sind etwas mager und schnell wieder zuende –  die alten Römer waren doch wohl sehr bescheiden. Leider sind das Forum und eine Thermenanlage sehr häßlich mit Beton rekonstruiert. Die Betonflächen passen so gar nicht zu der ansonsten schön präsentierten Anlage. Hier hätte man besser die Grundmauern gelassen. In dem angeschlossenen kleinen Museum sind einige Fundstücke aus der Stadt ausgestellt. Mir gefällt besonders das Modell des Forums. Der Vergleich mit der Betonfläche ist umso trauriger.

Conimbriga – Haus des Swastika

Conimbriga – Mosaik

Conimbriga – Mosaik

Conimbriga – Mosaik

Conimbriga – Haus der Brunnen

Conimbriga – Haus des Cantaber

Wir fahren weiter nach Tomar. Die Stadt war jahrhundertelang der Sitz zweier Ritterorden. Im 12. Jhdt. residierte hier der Orden der Templerritter. 150 Jahre später fiel er beim Papst in Ungnade und wurde aufgelöst. Der anschließend neu gegründete Christusritter-Orden übernahm den Besitz der Templer. Der Konvent der Christusritter in Tomar zählt zu den größten Sehenswürdigkeiten in Portugal. Früh am Morgen steigen wir den Berg hinauf, um den Konvent zu besichtigen. An der Kasse ist noch keine Schlange und wir können uns in Ruhe die große Anlage anschauen. Zurück im Ort stärken wir uns mit einem leckeren Sahnetörtchen mit frischen Früchten – genau das richtige, um uns von der Besichtigung zu erholen.

Tomar

Tomar – Konvent der Christusritter

Tomar – Konvent der Christusritter – Portal

Tomar – Konvent der Christusritter – Kreuzgang der Waschungen

Tomar – Konvent der Christusritter – Rotunde

Tomar – Konvent der Christusritter – Rotunde

Tomar – Blick auf den Ort

Tomar – Altstadtgasse

Nicht weit von Tomar liegt auf einer kleinen Insel im Rio Tejo die Ruine der Burg von Almourol. Ein kleines Boot fährt uns halb um die Insel zur Burg, von dessen Burgmauer man einen schönen Blick ins Tal hat.

Almourol

Rio Tejo

Wir fahren weiter nach Fatima, einem berühmten Marien-Wallfahrtsort. Jährlich kommen Millionen Pilger hierher. Rund um das Heiligtum gibt es gigantische Parkplätze, über die die Staubfahnen wehen. Wir passieren zuerst den riesigen Versammlungssaal aus weißem Beton. Dann stehen wir auf einer großen Freifläche, an deren Ende sich eine relativ kleine Kirche befindet. In dieser Kirche sind auch die drei Bauernkinder bestattet denen die Muttergottes erschienen sein soll. Neben der Kirche stehen die Menschen Schlange um Kerzen zu opfern. Die Flammen vor ihnen schlagen so hoch wie bei einem Lagerfeuer. Ich finde, der Ort hat irgendwie keine Atmosphäre und er wirkt auf mich auf Massenabfertigung ausgelegt.

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Fatima

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Fatima – Wallfahrtskirche

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Fatima – Marienstatuen in allen Variationen

Da gefällt mir unser nächstes Ziel doch viel besser – das Kloster von Batalha. Es zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das Kloster mit der riesigen Kirche wurde im 14. Jhdt. erbaut als Dank für den Sieg der Portugiesen über eine zahlenmäßig überlegene spanische Armee. Die riesige Kirche liegt mitten in einem recht modernen Ortszentrum und beeindruckt allein schon durch ihre Größe. Ich gönne mir noch den Eintritt in das Kloster. Hier befindet sich das Grab von Heinrich dem Seefahrer. Mit ihm begann ab 1405 n. Chr. die Zeit der portugiesichen Entdeckungen. Schließlich bestaune ich noch das Schmuckportal in der Unvollendeten Kapelle. Dieser Torbogen ist wirklich eine Pracht.

Batalha – Kloster

Batalha – Kloster

Batalha – Grab von Heinrich dem Seefahrer

Batalha – Kreuzgang

Batalha – Kreuzgang

Batalha – Portal der Unvollendeten Kapelle

Die nächste UNESCO-Kirche ist nicht weit und so fahren wir nach Alcobaca. Das Kloster wurde im 12. Jhdt. als Dank für den Sieg über ein maurisches Heer gegründet. Es beeindruckt durch eine unglaublich lange Fassadenfront. Das Innere der Kirche ist eher schlicht. Dieses Mal spare ich den Eintritt ins Kloster und wir gönnen uns statt dessen einen der leckeren Toasts – schön im Schatten unter Bäumen sitzend.

Alcobaca – Kloster Santa Maria

Nach so viel Kultur brauchen wir eine Pause. Wir finden einen wunderschönen ruhigen kleinen Stellplatz bei Tras de Outeiro, wo wir uns wohl fühlen. Er liegt inmitten von Obstplantagen und wir sehen, dass im Moment Nektarinen geerntet werden. Wir ernten auch, allerdings wild wachsende Brombeeren. Sie waren richtig süß und lecker. Vom Stellplatz aus laufen wir zu Fuß nach Obidos, einem der angeblich schönsten Orte Portugals. Das Dorf ist vollständig von einer Stadtmauer eingeschlossen. Von der Stadtmauer aus kann man in die Gassen schauen. Dort unten lang zu laufen macht keinen Spaß, denn der Ort wird von Touristen überrannt und es herrscht ein furchtbares Gedränge.

Obidos

Obidos

Obidos

Von Obidos aus fahren wir mit einem Schnellbus nach Lissabon, um uns die Hauptstadt Portugals anzuschauen. Ganz entspannt bringt uns der Bus in einer Stunde nach Lissabon. Mit einer Tageskarte ausgestattet geht es mit der Metro weiter ins Zentrum. Hier wollen wir zuerst mit einer der berühmten alten Strassenbahnen fahren. Wir finden die Haltestelle, aber die Schlange der Wartenden ist so lang, dass uns die Lust vergeht. Wir laufen weiter und sehen unterwegs eine der alten Straßenbahnen an uns vorbei fahren. In ihr stehen die Fahrgäste wie die Sardinen in der Dose. Lissabon ist auf sieben Hügels erbaut und es geht ständig bergauf oder bergab. So laufen wir erst einmal bergauf zur Burg und enden wiederum an einer langen Warteschlange vor dem Kassenhäuschen. So drehen wir um und wollen runter ans Wasser, um von dort aus nach Belem zu fahren. Die Menschenmassen an der Haltestelle sind ein Graus und wir sind schon ziemlich genervt, als wir in Belem ankommen. Die Besichtigung des Hieronymus-Klosters fällt aus – wegen der Warteschlangen. Das Entdeckerdenkmal ist eingerüstet und der Turm von Belem umlagert. So kämpfen wir uns wieder zurück zum Ausgangspunkt. Wir laufen noch ein wenig durch die Strassen und finden nichts, was uns gefällt.  Lissabon ist nur nervig und wir haben keine Lust mehr. Die Gassen der Stadt sind wenig ansehnlich und die Menschenmengen kaum zu ertragen. So fahren wir schon am frühen Nachmittag weder zurück mit dem Bus aufs Land. Lissabon im August ist wirklich nicht zu empfehlen, die Stadt ist mit dem Ansturm der Touristenmassen völlig überfordert. Wenn man wirklich ein paar Sehenswürdigkeiten von innen sehen möchte muss man mit ein paar Stunden Wartezeit rechnen.

Lissabon – alte Straßenbahn

Lissabon – Platz Praca do Comercio

Lissabon – Hieronymus-Kloster

Lissabon – Turm von Belem

Lissabon – Aufzug Santa Justa in die Oberstadt

Lissabon

Irgendwann verlassen wir unser ländliches Paradies, denn es gibt noch mehr zu besichtigen. Unser nächstes Ziel ist die Stadt Evora mit einem historischen Stadtkern, der von einer großen Kathedrale überragt wird. Schon zur Zeiten der Römer gab es hier eine Siedlung, von der noch Reste eines Tempels erhalten sind. Wir spazieren durch die Gassen und lassen den Ort auf uns wirken.

Evora – Platz Giraldo

Evora – römischer Tempel

Evora – Tor Porta de Moura mit Kathedrale im Hintergrund

Evora

Dann geht es weiter nach Beja, einem kleinen Ort mit einer Burgruine. Erwähnenswert ist der hübsche Turm der Burg.

Korkeichen zwischen Evora und Beja

Beja – Burg

Beja – im Burgturm

Blick von der Burg auf Beja

Dann wollen wir zur Westküste. Über Porto Covo geht es zum Leuchtturm am Cabo Sao Sardao. Hier gefällt es uns gut und wir machen einen kleinen Spaziergang am Rand der Steilküste. Auch die Nacht direkt unter dem Leuchturm war schön.

Westküste bei Ilho do Pessegueiro

Westküste bei Ilho do Pessegueiro

Küste bei Porto Covo

Küste bei Porto Covo – Möwe

Cabo Sardao

Cabo Sardao

Nun ist es nicht mehr weit und wir erreichen das Cabo de Sao Vicente, den südwestlichsten Punkt Europas. Der Wind pfeift und wir müssen aufpassen, dass uns nicht die Autotür aus der Hand gerissen wird. Leider sind wir nicht alleine, denn auch hier knubbeln sich die Menschenmassen. Rund um das Cabo sieht es aus wie auf einer Müllkippe, denn überall fliegt der Dreck in Massen herum. Ich finde es furchtbar und es gefällt mir überhaupt nicht.

Cabo Sao Vicente

Cabo Sao Vicente

So fahren wir schnell weiter nach Sagres, um die Festung zu besichtigen. Wir sind vor sehr vielen Jahren schon einmal hier gewesen und ich muß feststellen, das sich der Ort zu seinem Nachteil verändert hat. Im Innern der Festung steht mittlerweile ein moderner, leer stehender Betonklotz. Ein Spazierweg führt am Rand der Steilküste entlang. Neben dem Weg sehe ich sehr schöne Blumen, die mir gut gefallen. Es sind Sandlilien, die ich noch nie gesehen habe – für mich das einzig Sehenswerte an Sagres.

Sagres – Festung

Sagres – Festung

Sandlilien

Unsere letzte Etappe durch Portugal führt uns an der Algarve entlang. Bei Lagos fahren wir zum Aussichtspunkt Ponta da Piedade. Von hier oben haben wir einen schönen Blick auf die Felsküste der Algarve. Am Fuß der Felsen fahren kleine Boote zu den Grotten, die das Wasser ins Gestein gewaschen hat. Doch für die kurze Fahrt sind uns die 15 € zu teuer.

Ponta da Piedade

Ponta da Piedade

Ponta da Piedade

Ponta da Piedade

Ponta da Piedade

Ponta da Piedade

Statt dessen fahren wir nach Lagos, wo wir hinter dem Yachthafen parken. Eine Fußgängerbrücke bringt uns ins Zentrum, wo wir die kleine Festung anschauen und ein wenig durch den Ort bummeln.

Lagos

Lagos – Festung Ponta da Bandeira

Lagos – Stadtmauer

Lagos

Wir fahren weiter die Küste entlang und finden einen Aussichtspunkt mit Blick auf Portimao, bevor wir ins Landesinnere abbiegen, um uns den Ort Silves anzuschauen.

Blick auf Portimao

Silves war jahrhundertelang ein Zentrum der Mauren an der Algarve. Ein Erdbeben zerstörte die Stadt im 18. Jhdt. und so ist aus der maurischen Zeit nur eine Festungsruine erhalten. Durch ein altes Stadttor laufen wir bergauf zur Festung. Im Innern der Festungsmauer sind die Grundmauern der Paläste zu sehen. Außerdem wurde ein hübscher kleiner Park angelegt. Am Abend sehen wir, dass Silves auch ein Hauptquartier der Störche sein muss, denn auf einem Sendemast sitzen alleine vier der großen Vögel. Lange ist das Klappern der Störche noch zu hören.

Silves

Silves – Eingang zur Festung

Silves – Festung

Silves – Festung

Blick von der Festung auf Silves

Silves – Altstadtgasse

Von Silves fahren wir zurück zur Küste nach Armacao de Pera. Vom Campingplatz aus wandern wir durch den Ferienort hinauf auf die Steilküste. Von oben ist gut zu erkennen, dass das Wasser recht trübe ist. In der nächsten Bucht erkennen wir die Ursache, denn hier münden dicke Abflußrohre ins Meer. Ich kann es kaum glauben, als ich sehe, dass die Badegäste gleich neben den Rohren munter im Wasser planschen. Geschmäcker sind offensichtlich verschieden. Wir wandern bis zum Aussichtspunkt bei der Kapelle Nossa Senhora da Rocha bevor wir umdrehen.

Armacao de Pera

Algarveküste bei Armacao de Pera

Algarveküste am Aussichtspunkt Nossa Senhora da Rocha

Von hier ist es nicht mehr weit bis zur spanischen Grenze. Wir hoffen, dass im nächsten Monat weniger Besucher unterwegs sind und wir uns die Sehenswürdigkeiten in Südspanien in Ruhe anschauen können.

Insgesamt hat uns der Norden Portugals besser gefallen als die überlaufene Algarve, wenn nur die furchtbaren Waldbrände nicht gewesen wären. Unser Navi hat uns immer mautfrei durchs Land geleitet. Die moderaten Eintrittspreise haben uns manche Besichtigung möglich gemacht. Insgesamt ist das Preisniveau in Portugal etwas niedriger als in Spanien. Doch es gibt eine Ausnahme: Diesel ist teurer.

Das war unsere Reiseroute durch Portugal:

Karte Portugal 2016

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Spanien 1. Teil

Pamplona – Lumbier – Javier – Olite – Bardenas Reales – Soria – Segovia – Toledo – Aranjuez – Madrid – Avila – Coca – Medina del Campo – Tordesillas –  Valencia de Don Juan – Leon – Cuevas Valporquero – Luarca – A Coruna – Santiago de Compostela

Juli 2016

Bevor wir unsere Reise nach Spanien fortsetzen müssen wir in Irun erst einmal in die MAN-Werkstatt, um einen undichten Wellendichtring am Verteilergetriebe tauschen zu lassen. Als unser Auto wieder fit ist machen wir uns auf nach Pamplona.

Pamplona ist eine alte Stadt. Vom 10. – 15. Jhdt. war sie Hauptstadt des Königreichs Navarra. Heute ist Pamplona bekannt für die Fiesta de San Fermin, bei der jeden Morgen die Stiere durch die Straßen zur Stierkampfarena getrieben werden, wo am Nachmittag die Stierkämpfe stattfinden. Zur Zeit von San Fermin herrscht Ausnahmezustand in der Stadt. Da der Trubel nichts für uns ist sind wir froh die Stadt noch vor der großen Fiesta besuchen zu können.

Vom Campingplatz fahren wir mit dem Bus ins Stadtzentrum.  Zu unserer Freude ist an der Haltestelle im Zentrum ein Vodafone-Laden, in dem wir SIM-Karten fürs Internet kaufen. Es gibt wieder aufladbare Karten mit 2 GB für 20 €, sowie eine nicht wieder aufladbare Touristenkarte mit 1,5 GB für 3 Monate (15 €).

Gut versorgt starten wir unsere Stadtbesichtigung.  Auf dem Plaza de Castillo, dem großen zentralen Platz in der Altstadt, hören wir aus einer Seitenstrasse Musik. Wir laufen hin und sehen große Figuren, die zur Musik tanzen. Sie scheinen schon die ersten Vorboten des kommenden Festes San Fermin zu sein. Wir wandern weiter zur Kathedrale, auf deren Besichtigung wir verzichten, da sie 5 € Eintritt kostet. Dafür besichtigen wir die schöne Altstadt, die uns gefällt. Die ganze Stadt ist schon mit hunderten von Dixi-Klos zugestellt, hier wird wirklich ein Riesen-Rummel erwartet.

Pamplona – Fiesta San Fermin

Pamplona – Plaza del Castillo

Pamplona – Figuren

Pamplona – Figuren

Pamplona – Rathaus

Pamplona – Altstadtgasse

Pamplona – Altstadtgasse mit Kathedrale im Hintergrund

Wir verlassen Pamplona und fahren weiter durch Navarra zu einer Aussichtsplattform, von wo wir in die tiefe Schlucht Foz de Arbayun schauen. Ab und zu soll man hier Geier fliegen sehen, aber heute morgen sind nur die Schwalben unterwegs.

Foz de Arbayun

Nicht weit davon bei dem kleinen Ort Lumbier entdecken wir einen schönen Campingplatz. Von hier wandern wir zur nahe gelegenen Schlucht Foz de Lumbier.  Früher führte eine Eisenbahntrasse durch die Schlucht. Heute ist die ehemalige Bahntrasse ein schöner Wanderweg, auf dem wir einen der ehemaligen Bahntunnel durchqueren, bevor wir in der Schlucht stehen. Plötzlich sehen wir oben am Rand der Schlucht den ersten Geier. Es werden immer mehr Geier, die oben am Rand entlangfliegen. Es ist beeindruckend die großen Vögel in der Natur zu beobachten.

unterwegs zum Foz de Lumbier

Foz de Lumbier

Foz de Lumbier

Geier im Foz de Lumbier

Geier im Foz de Lumbier

Lumbier ist ein kleiner verträumter spanischer Ort. Wir genießen es, auf dem Dorfplatz zu sitzen und dem Treiben zuzuschauen. Wir bleiben einige Tage auf dem Campingplatz, denn wir sind fasziniert davon, in der Sonne sitzend am Himmel die Geier kreisen zu sehen – ein toller Anblick. In Lumbier gibt es auch ein interessantes Besucherzentrum. Hier erfahren wir, dass es ca 40 Geier-Brutpaare gibt. Sie fliegen bis in die Pyrenäen. Da die Geier auch öfters über unserem Stellplatz gekreist sind hat sich Bernhard schon Sorgen um seinen körperlichen Zustand gemacht – zuviel “Unter Geiern” gesehen.

Lumbier – Plaza Mayor

Lumbier

Wir verlassen Lumbier und fahren weiter zum Schloß Castillo Javier. Wir sind so früh unterwegs, das das Schloß noch geschlossen ist. So können wir uns nur die Kirche von innen anschauen. Hier sehen wir zum ersten Mal elektrische Kerzen als Opfer- oder Dankkerzen. Man muß eine Münze in den Automat stecken, dann beginnt eine der elektrischen Kerzen zu leuchten. Diese Kerzenautomaten sehen wir im Laufe der Reise noch in vielen anderen Kirchen. Richtige Kerzen haben wir bisher in keiner Kirche in Spanien gesehen. Ansonsten ist das Schloß eine nette rote Festung.

Castillo Javier

Castillo Javier – Basilika

Im nächsten Ort – Olite – gibt es ein gotisches Schloß zu besichtigen, eine Casa Real. Es ist eine Mischung aus Schloß und Wehrburg mit Erkern und Zinnen. Die Anlage sieht sehr schön aus. Nebenan steht die Kirche Santa Maria la Real mit einem schönen Arkadenvorbau. Auch der Ortskern von Olite ist ganz nett anzusehen – insgesamt eine nette Besichtigung.

Olite – Palacio Real

Olite – Palacio Real

Olite – Kirche Santa Maria

Olite

Unser nächstes Ziel ist das Naturschutzgebiet Bardenas Reales. Es ist eine in Europa seltene halbwüstenartige Landschaft, die durch ein spezielles lokales Klima geprägt ist mit heißen Sommern, kalten Wintern und langen Trockenperioden, die von abrupten heftigen Regenfällen unterbrochen werden. Der Druckunterschied zwischen dem Kantabrischen Meer und dem Mittelmeer erzeugt eine starke Windströmung, die verantwortlich ist für die einzigartigen schroffen Landschaften, die durch Erosion des Bodens entstanden sind.

Einen dieser heftigen Regenfälle erleben wir am Morgen auf unserem Stellplatz in Arguetas. So warten wir bis die Strassen wieder einigermaßen getrocknet sind, bevor wir zum Visitor Center der Bardenas Reales fahren. Hier bekommen wir eine Karte, in dem die für Autos erlaubten Wege eingezeichnet sind. Vom Visitor Center fahren wir über die mittlerweile asphaltierte Strasse bis zum Eingang zu einem Militärgelände, wo wir auf die Schotterpiste abbiegen. Sie ist in sehr gutem Zustand und es gibt kaum Löcher und keine Holperstrecken. Lediglich einige Abflußrinnen müssen durchquert werden, die aber betoniert sind. Für unser Auto (und den Fahrer) ist die Strecke keine Herausforderung. Vom Rundweg abgehend fahren wir noch ein Stück der Stichstrasse in Richtung El Paso. Hier treffen wir keine anderen Fahrzeuge, denn die meisten bleiben auf dem Rundkurs.

Bardenas Reales

Bardenas Reales

Bardenas Reales

Bardenas Reales

Bardenas Reales

Bardenas Reales

Bardenas Reales

Bardenas Reales

Unser nächstes Ziel ist die Ausgrabung von Numancia nördlich von Soria. Numancia war ursprünglich eine keltiberische Siedlung, die 133 v. Chr. von den Römern erobert wurde und durch eine römische Siedlung ersetzt wurde. Ein Teil der Stadtmauern sowie ein keltiberisches und ein römisches Haus sind rekonstruiert worden. Von anderen Gebäuden und Strassen findet man noch die Grundmauern. Wir sehen einen kurzen Film in spanischer Sprache, in dem eine Computer-Simulation das alte Dorf wieder lebendig macht und über dessen Geschichte berichtet. Leider reicht mein spanisch nicht und ich verstehe nicht alles.

Wir haben einen englisch-sprachigen Audioguide bekommen, der das im Film gezeigte vor Ort beschreibt.  Die Ausgrabungen sind nicht wirklich beeindruckend, aber die Macher haben sich viel Mühe gegeben und es gefällt mir.

Numancia – keltiberisches Haus (li) und römisches Haus (re)

Numancia – südliches römisches Stadtviertel

Unsere nächste Station ist Soria, eine Provinzstadt mit einigen alten Gebäuden. Wir machen einen kurzen Spaziergang durch die Stadt und müssen leider festellen, dass viele Sehenswürdigkeiten zur Siesta über die Mittagszeit geschlossen sind.

Soria – Palacio de los Rio y Salcedo

Soria – Plaza Mayor

Wir fahren weiter und wollen uns das mittelalterliche Dorf Pedraza de la Sierra anschauen. Der Reiseführer verspricht uns ein malerisches Dorf in den Bergen mit einem besonders schönen Dorfplatz und einer Burg. Der Blick aus der Ferne auf das Dorf ist ganz nett. Doch leider war es das auch schon, denn die Zufahrt ins Dorf ist gesperrt und vor dem Dorf gibt es keinen geeigneten Parkplatz für uns. Die Strassenränder sind mit Gittern abgesperrt und der einzige Parkplatz vor der Stadtmauer ist so schräg, das man Angst haben muß das Auto fällt um. Ein anderer kleiner Parkplatz scheint unten im Tal zu liegen, aber die Zufahrt ist so eng und steil, dass wir dort nicht runterfahren wollen. So müssen wir ohne das Dorf besuchen zu können weiterfahren.

Pedraza

Unser nächstes Ziel ist Segovia. Größte Sehenswürdigkeit ist der römische Aquädukt, eine der besterhaltenen römischen Wasserleitungen. Der über 700 m lange und bis zu 29 m hohe Aquädukt wurde ohne Mörtel gebaut und ist bis heute in Betrieb. Wir laufen weiter zur Kathedrale. Es ist Sonntag Morgen und das Kassenhäuschen ist nicht besetzt, so dass wir uns die Kathedrale von innen anschauen können. Danach bummeln wir durch die Altstadt.

Segovia – Aquädukt

Segovia – Aquädukt

Segovia-Aquädukt mit Kathedrale im Hintergrund

Segovia – Kathedrale

Segovia – Kathedrale

Segovia – Plaza Mayor

Segovia – Fußgängerzone

Wir fahren weiter nach Toledo, eine historisch bedeutende Stadt. In ihr blühten Handel und Wissenschaft. Erst mit der Vertreibung der Juden und Mauren Ende des 15. Jhdts. verlor Toledo seine führende Rolle. Aus der Blütezeit der Stadt haben sich viele Baudenkmäler erhalten, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen.

Um der Mittagshitze mit mehr als 35 Grad zu entkommen starten wir unsere Stadtbesichtigung früh am Morgen. Vom Tor Bisagra aus laufen wir in die Altstadt. Die Gassen sind recht eng, aber trotzdem quetscht sich der Autoverkehr durch die Strassen. So müssen wir uns immer wieder in Seitenstrassen oder Hauseingänge flüchten, um den Autos auszuweichen. In der Stadt reiht sich eine Kirche an die andere, doch vor jedem Eingang ist ein Kassenhäuschen. Jede einzelne Sehenswürdigkeit in Toledo ist kostenpflicht. Die große Kathedrale kostet sogar 8 Euro.

Da wir uns die vielen Eintritte nicht leisten können, laufen wir nur durch die Stadt, sehen einige Fassaden und ärgern uns über die Autos. So bin ich insgesamt total enttäuscht von Toledo. Es ist touristisch doch extrem vermarktet und teuer. Selbst der Besuch einer Aussichtsplattform sollte € 2 kosten. Die Stadt erinnert in der Verkommerzialisierung ein wenig an Venedig. Dafür war der Campingplatz klasse, mit grossem Pool und alles wirklich sehr gepflegt.

Toledo

Toledo – Tor Bisagra

Toledo – Kirche Santiago del Arrabaj

Toledo – die Kirche Cristo de la Luz war früher eine Moschee

Toledo – Synagoge de Transito

Toledo

Unser nächstes Ziel ist die Sommerresidenz der spanischen Könige in Aranjuez. Rein äußerlich hat das Schloss schon bessere Tage gesehen. Obwohl es zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört ist fast kein Besucher zu sehen. Die Besichtigung des Inneren muß wieder ausfallen. Dafür schauen wir uns den vorderen Teil des Gartens an, der ganz nett gemacht ist. Im hinteren Teil besteht der Garten aus Bäumen und Buchshecken. Hier ist es schön schattig und kühl, aber optisch nicht sehr reizvoll. So ist unser Besuch schnell beendet und wir fahren weiter nach Madrid.

Aranjuez – Königspalast

Aranjuez – im Palastgarten

Aranjuez – im Palastgarten

Vom Stadtcamping aus fahren wir mit der Metro in die spanische Hauptstadt , wo wir den ganzen Tag durch die Stadt laufen.

Madrid – Platz Puerta del Sol

Madrid – Plaza Mayor

Madrid – Rathaus am Plaza Mayor

Madrid

Madrid – Königspalast

Madrid – Kathedrale Almudena

Madrid – der ägyptischeTempel von Debod

Madrid – Tor Puerta de Alcala

Madrid

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Madrid – Bahnhof Atocha

Wir verlassen Madrid und fahren weiter nach Avila, der höchstgelegenen bedeutenden Stadt Spaniens auf 1200 m. Wichtigste Sehenswürdigkeit ist die vollständig erhaltene Stadtmauer aus dem 11. Jhdt. Darüber hinaus ist die Stadt bekannt als Geburtsort der Heiligen Theresia, der Schutzpatronin Spaniens.

Die Stadtmauer sieht sehr schön aus.  Von der Mauer haben wir einen schönen Blick auf die Altstadt. Wie an anderen Orten auch gibt es keine Tür ohne Kassenhäuschen. Rühmliche Ausnahme ist die Kirche der Hl. Theresia, die wir uns auch von innen anschauen können. Ansonsten hat uns Avila in seiner Ruhe und Beschaulichkeit gut gefallen.

Avila

Avila – Stadtmauer

Avila – Tor Puerta de Alcazar

Avila – Stadtmauer

Avila – Blick von Stadtmauer auf Kathedrale

Avila – Basilika San Vicente

Avila – Plaza de Mercado Grande und Kirche San Pedro

Avila – Kathedralenplatz

Avila – Altstadtgasse

Avila – Plaza del Mercado Chico mit Rathaus

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Avila – Denkmal Theresia von Avila

Avila – Kirche der Hl. Theresia

Auf dem Weg nach Tordesillas besuchen wir die Burg in Coca und das Castillo de la Mota in Medina del Campo.

Burg von Coca

Medina del Campo – Burg Castillo de la Mota

In dem heute unscheinbaren Ort Tordesillas unterschrieben 1494 Spanien und Portugal den Vertrag von Tordesillas, mit dem die Neuentdeckungen in Nord- und Südamerika aufgeteilt wurden. Alle Gebiete östlich der Trennungslinie (darunter Brasilien) fielen an Portugal und alle Gebiete westlich der Trennungslinie (darunter Mexiko) fielen an Spanien.

Tordesillas

Tordesillas – Haus des Vertrags (li) und Kirche San Antolin (re)

In Valencia de Don Juan besichtigen wir die Burgruine Castillo de Coyanza. Die schön anzusehenden Reste der im 15. Jhdt. erbauten Burg dienten als Vorlage für eine Ritterburg in einem Monthy-Python-Film.

Valencia de Don Duan – Castillo de Coyanza

Valencia de Don Duan – Castillo de Coyanza

Unser nächstes Ziel ist die Stadt Leon, einer wichtigen Etappe auf dem Pilgerweg nach Santiago. Bedeutendste Sehenswürdigkeit ist die große Kathedrale. Wir laufen durch die Altstadt und dürfen sogar einen Blick in den schönen Patio des Palacio Guzman werfen. In der Kirche San Isidoro staunen wir über die Sitzheizungen unter den Kirchenbänke, die sich sicher mancher Kirchenbesucher im kalten Deutschland wünschen würde. Die überraschend schöne Altstadt von Leon gefällt uns sehr gut.

Leon – Kathedrale

Leon – Kathedrale – Kreuzgang

Leon – das ehemalige Kloster San Marcos

Leon – Altes Rathaus

Leon – Palast Guzman

Leon – Palast Guzman – Patio

Leon – Kirche San Isidoro

Leon – beheizte Sitzbänke in der Kirche San Isidoro

Leon – Platz und Kirche San Martin

Leon – Plaza Mayor

Nun haben wir erst einmal genug Kultur gehabt und freuen uns auf die Höhle von Valporquero. Sie zählt zu den größten und spektakulärsten Höhlen Nordspaniens. Die Fahrt dorthin führt uns durch die Berge und durch eine schmale Schlucht. Durch einen Tunnel gelangen wir in ein schmales Tal, dann sehen wir den großen Höhleneingang vor uns. Die Höhle beeindruckt besonders durch ihre Dimensionen. Der große Saal ist tatsächlich riesig. In den kleineren Hallen gibt es sehr schöne Tropfsteingebilde – ein insgesamt lohnenswerter Besuch.

Schlucht von Valporquero

Berge bei Valporquero

Eingang zur Höhle Valporquero

Höhle Valporquero – Saal der kleinen Wunder

Höhle Valporquero

Höhle Valporquero – Tropfsteingesicht

Höhle Valporquero – große Rotunde

Die nächsten Tage erholen wir uns auf einem schönen Campingplatz bei Luarca an der nordspanischen Küste. Hier waren wir vor 20 Jahren schon mal und waren beeindruckt von der Steilküste auf dem die Campingparzellen bis an den Rand angelegt sind.  Nach der Hitze im Landesinnern freuen wir uns auf ein bischen Abkühlung am Meer. Aber das Wetter kann es uns nicht recht machen. Es ist die ganze Zeit bewölkt, die Sonne läßt sich kaum sehen und es wird tagsüber nicht über 20 Grad. So kühl habe ich mir den spanischen Sommer dann doch nicht vorgestellt.

Luarca – Blick vom Campingplatz

Luarca – Blick vom Campingplatz

Luarca

In mehreren kleinen Etappen fahren wir weiter an der asturischen Küste entlang Richtung Westen bis wir A Coruna in Galizien erreichen. Hier war früher ein wichtiger Stützpunkt der spanischen Armada, heute ist es der sechstwichtigste Handelshafen Spaniens. Nach einer Irrfahrt durch enge Gässchen finden wir den Stellplatz im Sporthafen. Aus irgendeinem Grund wurde die Hauptverkehrstrasse zur Fußgängerzone deklariert und bei der Umfahrung hatten wir einige Male die Befürchtung zwischen den Häusern stecken zu bleiben. Vom Stellplatz aus erkunden wir die Altstadt, die auf einer Halbinsel  zwischen zwei Buchten liegt. Wichtigste Sehenswürdigkeit in A Coruna ist der Herkulesturm. Seine ältesten Teile sind aus römischer Zeit und er gilt als ältester in Betrieb befindlicher Leuchtturm der Welt. Von oben genießen wir einen schönen Blick auf die Stadt.

Auf der Avenida de la Marina bewundern wir die in strahlendem Weiß gehaltenen verglasten Balkone, die A Coruna den Beinamen “Die Stadt aus Glas” gegeben haben. In der Altstadt freuen wir uns darüber, das hier nicht vor jeder Tür ein Kassenhäuschen steht. So können wir uns unter anderem das Innere des Rathauses und das kleine Militärmuseum anschauen. Im Rathaus haben uns besonders die gläsernen Decken gefallen. Die Stadt hat den guten Eindruck, den wir vor 20 Jahren gewonnen hatten, wieder bestätigt.

A Coruna – Herkulesturm

Herkulesturm – Blick auf Windrose

A Coruna – Blick vom Herkulesturm auf die Stadt

A Coruna – verglaste Balkone an der Avenida de la Marina

A Coruna – Platz Maria Pita mit Rathaus

A Coruna – Rathaus

A Coruna – Rathaus – Sitzungs-Saal

A Coruna – Rathaus – gläserne Decke

Wir fahren weiter nach Santiago de Compostela, dem Ziel des beinahe schon legendären Jakobs-Pilgerwegs. Schon seit vielen Hundert Jahren machen sich Pilger auf den fast 900 km langen Weg zum angeblichen Grab des Apostels Jakobus.

Größte Sehenswürdigkeit ist die riesige Kathedrale im Zentrum der Altstadt. In der Kathedrale versammeln sich die Pilger zu einem der vielen Gottesdienste, die täglich stattfinden. Die Kirche ist bis auf den letzten Platz besetzt. Auch auf dem Platz vor der Kathedrale ist viel Betrieb. Rund um die Kathedrale tummeln sich auch Musikanten und Gaukler. Unter ihnen ist uns eine interessante Gruppe von zwei Geigerinnen und einem Gitarrenspieler aufgefallen, die ihr Handwerk wirklich verstanden. Bernhard gefielen besonders ihre Variationen von Led Zeppelin (Stairway to Heaven) und Metallica (Nothing else matters). Für eine Zusatzspende haben sie diese Titel speziell für Bernhard noch ein zweites mal gespielt – er hatte ja auch Geburtstag.

Santiago de Compostela – Altstadt

Santiago de Compostela – Platz vor der Kathedrale

Santiago de Compostela – Kathedrale

Santiago de Compostela – Strassenmusiker

Santiago de Compostela – Kathedrale

Santiago de Compostela – Kathedrale

Santiago de Compostela – Kathedrale – Hl Jakobus

Santiago de Compostela – Pilgergruppe in Festtags-Tracht

Santiago de Compostela – Altstadt

Santiago de Compostela – Altstadt

Santiago de Compostela – Altstadt

Nun ist es nicht mehr weit bis Portugal. Entlang der Küste fahren wir zu einem Campingplatz, den wir vor vielen Jahren entdeckt haben und der uns in guter Erinnerung geblieben ist. Hier wollen wir noch ein paar Tage Sonne und Meer genießen.

Blck auf die Küste

Das war unsere Route durch Spanien Teil 1:

Karte Spanien teil 1

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