Spanien (3) – Frankreich – Juli 2019

Rinlo – Gijon – San Sebastián    –    Dax – Bordeaux – Bourges

Unser Weg an die Atlantikküste in Nordspanien führt uns durch das Kantabrische Gebirge. Selbst auf der Autobahn müht sich unser MAN mit 50 km/h die Berge hoch. Schließlich erreichen wir die Küste und finden einen netten Campingplatz bei Rinlo, einem kleinen Ort in der Nähe von Ribadeo. Hier erwartet uns eine felsige Küste und sehr dunstiges Wetter. Zeitweise sieht es so aus wie bei uns zuhause im November. Wir nutzen die wenigen Sonnenstrahlen, um die Umgebung zu erkunden.

Rinlo

Rinlo

Küste bei Rinlo

Küste bei Rinlo

Küste bei Rinlo

Möwe

Mit dem Fahrrad radeln wir zum Leuchtturm Illa Pancha und an den Strand Las Catedrales. Las Catedrales ist einer der bekanntesten Strände in Galicien. Bei Ebbe könnte man hier zwischen hohen Felsen laufen. Als wir kommen ist leider Flut und so begnügen wir uns mit einem Blick von oben.

Leuchtturm Illa Pancha

Leuchtturm Illa Pancha

Strand Las Catedrales

Strand Las Catedrales

Strand Las Catedrales

Strand Las Catedrales

Wir fahren weiter die asturische Küste entlang. Das Wetter wird auch in den nächsten Tagen nicht freundlicher. Es bleibt nebelig und düster – ein Wetter bei dem man depressiv werden könnte.

Wir besuchen den Küstenort Gijon mit seiner kleinen Altstadt, die auf einer Halbinsel liegt. Die Ursprünge der Stadt reichen bis in die Römerzeit. Wir spazieren die Promenade am Stadtstrand entlang und schlendern durch die Gassen. Leider kommen wir zu früh, denn die LEGO-Ausstellung am Plaza del Marqués ist noch nicht eröffnet.

Gijon

Gijon

Gijon – Altstadt

Gijon – alter Palast

Gijon – Plaza del Marqués

Gijon – Plaza Mayor

Gijon – Kachelbilder an einer Apotheke

Weiter geht es Richtung Osten nach San Sebastián. Um einen großen Umweg durch die Berge zu vermeiden gönnen wir uns zum ersten mal auf dieser Tour die mautpflichtige Autobahn. An der ersten Mautstelle klappt alles reibungslos und wir werden korrekt nach PKW-Tarif abgerechnet. Für den nächsten Abschnitt der Mautstrasse muß man ein Ticket ziehen. Das Gerät erkennt wohl die Fahrzeughöhe und das Ticket kommt automatisch aus dem Schlitz für LKW’s. An der nächsten Bezahlstelle werden wir prompt als LKW berechnet. Das Personal läst sich nicht davon überzeugen, dass wir ein Wohnmobil sind. Für Wohnmobile gilt eigentlich der normale PKW-Tarif und so müssen wir mehr zahlen als erwartet.

San Sebastián erstreckt sich entlang der Playa Concha, einer weiten Bucht mit einem schönen Sandstrand. Die Bucht wird links und rechts jeweils durch einen Berg eingerahmt. Obwohl es nicht viel historisches zu sehen gibt ist es eine nette Stadt, die mir gefällt. Wir ersteigen den Berg Monte Urgull und spazieren über die Promenade entlang der Bucht.

San Sebastián – Brücke Zurriola und Theater Victoria Eugenia

San Sebastián – Altstadt

San Sebastián – Statue auf dem Monte Urgull

Blick auf San Sebastián

San Sebastián – Playa Concha

San Sebastián – Rathaus

San Sebastián – Playa Concha mit Rathaus und Monte Urgull

Jetzt ist es nicht mehr weit bis zur Grenze nach Frankreich. Eine letzte Internet-Recherche vor Abfahrt hat ergeben, dass es aktuell keine umweltbedingten Einschränkungen in dieser Region in Frankreich gibt. So überqueren wir bei Irun die Grenze und fahren mutig durch die Umweltzonen.

Unser erster Halt in Frankreich ist der Ort Dax.  Dax ist einer der größten Kurorte in Frankreich und bekannt für seine Thermalbäder. Wir finden einen schönen Campingplatz, wo wir einige Tage bleiben. Mittlerweile ist das Wetter wieder sommerlich geworden und die Sonne scheint bei fast 30 Grad. Daher haben wir keine Lust auf ein Bad im warmen Thermalwasser. Stattdessen spazieren wir durch das Städtchen. Der Ort ist recht modern, gepflegt und ganz nett. Die heilende Wirkung soll bereits ein römischer Soldat entdeckt haben. Einer Legende nach ließ er seinen an Arthrose leidenden Hund in Dax zurück. Bei seiner Rückkehr erfreute sich der Hund bester Gesundheit – dank des Thermalwassers. Ein Denkmal erinnert daran.

Dax – römischer Soldat mit seinem Hund

Dax – Thermalquelle

Dax – Altstadt

Dax – Kathedrale Notre Dame und Rathaus

Dax – Spaziergang im Wald

Dax – im Wald rund um Dax wachsen wilde Montbretien

Wir sind schon ein paar mal um Bordeaux herumgefahren ohne uns die Stadt anzuschauen. Das wollen wir nun nachholen. Von einem kleinen Campingplatz außerhalb von Bordeaux fahren wir mit Bus und Bahn in einer halben Stunde bis ins Stadtzentrum. Die Innenstadt mit ihren beeindruckenden Bauten gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Wir laufen durch die Stadt und schauen uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten an.

Bordeaux – Monument aux Girondins

Bordeaux – Altstadt

Bordeaux – Börsenplatz mit Brunnen Miroir d’Eau

Bordeaux – Quai Richelieu

Bordeaux – Stadttor Porte de Bourgogne

Bordeaux – Altstadt

Bordeaux – Stadttor Porte Cailhau

Unsere Fahrt führt uns weiter in Richtung Norden. Unser letztes Ziel auf dieser Reise ist die Stadt Bourges, deren Kathedrale ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Sie beeindruckt uns mit ihrer Größe und mit vielen bunten Fenstern. Wir bummeln durch die malerische Altstadt mit ihren alten Fachwerkhäusern aus dem 15. und 16. Jhdt. Mir gefällt es hier.

Bourges – Kathedrale

Bourges – Kathedrale – Portal

Bourges – Kathedrale

Bourges – Kathedrale – Fenster

Bourges – Kathedrale – Fenster

Bourges – Fachwerkhäuser am Platz Gordaine

Bourges – Palast Jacques Coeur

Jetzt ist es nicht mehr weit bis nach Hause. Die letzen beiden Tage vor unserer Heimkehr verbringen wir auf einem Stellplatz am Rhein, um unseren MAN vom Staub der Reise zu befreien.

Insgesamt sind wir in 82 Tagen 6.380 Kilometer gefahren.

 

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Spanien (2) – Juni 2019

Cuenca – Uclés – Segóbriga – Belmonte – Mota del Cuervo – Consuegro – Toledo – Talavera de la Reina – Oropresa – Plasencia – Cáceres – Trujillo – Medellín – Mérida – Badajoz – Elvas – Salamanca – Astorga – Ponferrada – Lugo

Ein neuer Monat liegt vor uns und wieder erwarten uns viele interessante Besichtigungen. Wir reisen durch die Regionen Kastilien-La Mancha und Extremadura, bevor wir uns nach Norden wenden hinauf zur spanischen Nordküste.

Unser erstes Ziel ist die Stadt Cuenca, deren Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Sie liegt hoch oben auf einem Hügel zwischen zwei Flußtälern, so dass wir erst einmal ordentlich bergauf laufen müssen. Unser Spaziergang durch die Stadt führt uns u.a. zur wichtigsten Sehenswürdigkeit, den „Hängenden Häusern“. Da auf dem Felsrücken zwischen den Flüssen der Bauplatz begrenzt war kleben die Häuser am Rand der Felsen über dem Abhang.

Cuenca – Plaza Mayor

Cuenca – Hängende Häuser

Da am Nachmittag ein Festumzug in Cuenca stattfinden wird und dafür Strassen gesperrt werden sehen wir zu, dass wir noch rechtzeitig weiterfahren. In letzter Minute passieren wir die Polizeiabsperrung und steuern unser nächstes Ziel an. Es ist der kleine Ort Uclés mit dem riesigen Kloster, das einmal Hauptsitz des Ordens von Santiago war. Das Kloster wird auch das „Escorial von La Mancha“ genannt. Wir parken direkt vor den imposanten Klostermauern. Der Innenhof und die Klosterkirche beeindrucken durch ihre Größe. Die Ausstellungen in den Seitenkapellen der Kirche erzählen die Geschichte des Klosters. Wir sind sehr angetan von dieser interessanten und informativen Besichtigung.

Uclés – Kloster

Uclés – Innenhof des Klosters

Uclés – Gründung des Santiago-Ordens

Unser nächstes Ziel bringt uns zurück in die Römerzeit. Wir besuchen die Ausgrabungen der römischen Stadt Segóbriga. Sie war damals eine wirtschaftlich erfolgreiche Stadt mit Theater, Amphitheater, Thermen etc. Die Ruinen sind teilweise noch gut erhalten. Da wir die ersten Besucher am Morgen sind haben wir die Stadt fast ganz für uns alleine. Es macht mir viel Freude, in Ruhe alles bewundern zu können.

Segóbriga – Ruinen der römischen Stadt

Segóbriga – Amphitheater

Segóbriga – Theater

Wir machen einen Zeitsprung ins 15. Jhdt. und besuchen die Burg von Belmonte. Sie wurde im sogenannten Mudejar-Stil erbaut. Von außen ist sie wunderschön anzusehen und diente daher für diverse Filme als Kulisse. Leider lassen sich die Burgherren den Eintritt fürstlich entlohnen, so dass wir auf die Besichtigung des Burginneren verzichten.

Belmonte – Burg

Kastilien-La Mancha ist das Land des Don Quijote – ein Romanheld, der als Ritter durch die Lande zieht von einem Abenteuer zum nächsten. Sein Kampf gegen die Windmühlen, die ihm als Riesen erscheinen, ist bis heute unvergessen. Diese legendären Windmühlen wollen wir uns ansehen und fahren zuerst nach Mota del Cuervo und anschließend nach Consuegro. Hier stehen einige besonders schön gepflegte Exemplare dieser „Riesen“.

Mota del Cuervo – Windmühlen

Consuegro – Windmühlen

Nach so viel Kultur wollen wir uns ein paar Tage ausruhen und fahren auf den Campingplatz bei Toledo. Wir kennen ihn schon von unserer Tour im Jahr 2016. Leider sind wir zu früh im Jahr, denn der schöne Swimmingpool ist noch nicht in Betrieb. Da uns die Stadt Toledo schon beim letzten Mal nicht gefallen hat verzichten wir auf einen Stadtbummel. Tagsüber erfreuen wir uns an Sonnenschein und warmen 20 Grad und mehr. In den Nächten kühlt es immer noch auf ca. 13 Grad ab, so dass wir gut schlafen können.

Frisch ausgeruht nehmen wir die nächsten Ziele in Angriff. Zuerst besuchen wir die Stadt Talavera de la Reina. Sie ist bekannt für ihre schönen Kacheln, die Azulejos. Wir sind positiv überrascht wie schön es hier ist und genießen eine angenehme Stadtbesichtigung.

Talavera de la Reina – Stadtmauer

Talavera de la Reina – Kachelbild

Talavera de la Reina – Kachelbild

Talavera de la Reina – Stadtmauer

In dem kleinen Dorf Oropresa wollen wir uns die Burg anschauen. Wir finden einen Stellplatz neben der Feuerwehr, wo wir gut parken können. Die Feuerwehrleute interessieren sich für unser Auto und sind begeistert von unseren 440 Liter Tankkapazität. Ihr 19 Jahre alter Magirus, der dort im Hof steht, faßt zwar 3.000 Liter Wasser, aber nur 100 Liter Diesel. Wir verabschieden uns von den netten Feuerwehrleuten und laufen zur Burg, in der heute teilweise ein Parador untergebracht ist. Die Burg von Oropresa ist ganz nett, aber nichts besonderes.

Oropresa- Burg

Oropresa- Burg

Als wir am Morgen Oropresa verlassen wollen steht plötzlich ein älterer Herr da, der uns schon am Vortag angesprochen hatte. Nun verstehen wir, was er uns mitteilen wollte: er hat seinen VW-MAN geholt und zeigt uns stolz sein 29 Jahre altes Schätzchen, einen Verwandten von unserem MAN.

Wir verlassen Kastilien-La Mancha und kommen in die Region Extremadura ganz im Westen Spaniens. Unser erstes Ziel hier ist die Stadt Plasencia. Wir starten unsere Stadtbesichtigung am Plaza Mayor, der uns so gar nicht gefallen will, da sich hier viele Autos drängen. Heute ist Montag, der Tag an dem in Spanien häufig Sehenswürdigkeiten und Museen geschlossen sind. Das gilt auch für die beiden Kathedralen, die wir daher nur von außen bewundern können. Dafür entschädigen uns die Stadtmauer und ein altes Aquädukt. Wir folgen dem Ratschlag aus der Touri-Info und besuchen einen kleinen Vogelpark. Hier sehe ich zum ersten Mal neben den bekannten blauen Pfauen auch weiße Pfauen. Ich wußte gar nicht, dass es sie gibt.

Plasencia – Plaza de San Nicolás

Plasencia – Casa del Deán

Plasencia – Stadtmauer

Plasencia – Aquädukt

Plasencia – weißer Pfau

Als nächstes Ziel folgt die Stadt Cáceres, deren Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Wie viele Orte in Spanien blickt auch diese Stadt auf eine lange Geschichte zurück und so gibt es viel zu besichtigen. Wir stellen unser Auto außerhalb der Stadt auf einem Campingplatz ab und fahren ganz entspannt mit dem Bus bis ins Stadtzentrum. Mein erster Weg führt mich wie immer ins Tourismus-Büro, wo ich mir einen Stadtplan besorge. Derart ausgerüstet machen wir uns auf, die Stadt zu entdecken. Zum Abschluß unserer Besichtigung besteigen wir die Stadtmauer, denn von hier oben haben wir einen tollen Blick.

Cáceres – Plaza Mayor

Cáceres – Arco de la Estrella

Cáceres – Plaza Santa Maria mit Bischofspalast

Cáceres – Kathedrale Santa Maria

Cáceres – Blick von der Stadtmauer

Cáceres – Stadtmauer

Wir fahren weiter nach Trujillo, einer kleinen Stadt, die als die „Wiege der Conquistadoren“ bekannt ist. Im 16. Jhdt. starteten von hier zahlreiche Eroberer in die Neue Welt. Zu ihnen zählt auch Francisco Pizarros, der Eroberer des Inka-Reiches in Peru, der aus Trujillo stammt. Wir beginnen unsere Besichtigung mit dem Besuch einer mittelalterlichen Burg, die wie immer hoch oben auf einem Hügel liegt. Für den anstrengenden Aufstieg werden wir mit einem schönen Blick auf die Stadt belohnt. Trujillo gefällt uns gut mit seinen alten Kirchen und Palästen.

Landschaft zwischen Cáceres und Trujillo

Trujillo- Blick auf die Burg

Blick von der Burg auf Trujillo

Trujillo – Plaza Mayor mit Denkmal Francisco Pizzaro

Trujillo – Geburtshaus von Francisco Pizarro

Trujillo – Palast Carvajas Vargas

Trujillo

Nicht weit von Trujillo liegt Medellín. Es ist der Geburtsort von Hernán Cortés, dem Conquistador des Aztekenreichs im heutigen Mexiko. Selbst dieser kleine Ort hat eine lange Geschichte, und so finden sich hier römische Ruinen und eine Burgruine, die auf das 10. Jhdt. zurückgeht.

Blick auf Medellín

Medellín – römische Ruinen, Burg und Kirche

Medellín – Denkmal Hernán Cortés

Unser nächstes Ziel ist Mérida, die Hauptstadt der Provinz Extremadura. Schon zur Römerzeit war die Stadt ein bedeutendes Zentrum. So gibt es für uns viele römische Hinterlassenschaften zu bestaunen. Wir finden einen zentralen Stellplatz nicht weit von den alten Römern entfernt. Heute ist ein Glückstag, denn heute ist der Eintritt in das Römische Museum frei. In einem architektonisch sehr ansprechendem Bau sind zahlreiche Fundstücke aus der Region ausgestellt. Unter dem Museum sind einige Ausgrabungen präsentiert, die beim Bau des Museums entdeckt wurden. Da es noch viel mehr zu entdecken gibt kaufen wir uns ein Kombi-Ticket. Das ist deutlich günstiger als an jedem Kassenhäuschen ein Einzelticket zu lösen. Damit sich die Investition lohnt müssen wir natürlich alle inkludierten Attraktionen abarbeiten. So sind wir stundenlang unterwegs von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten. Am Ende des Tages qualmen uns die Socken, aber dafür haben wir auch viel gesehen.

Mérida – Römisches Museum

Mérida – Römisches Museum – Mosaik

Mérida – Römisches Museum – Rekonstruktion einer römischen Wohnung

Mérida – Amphitheater – Eingang

Mérida – Amphitheater

Mérida – Römisches Theater

Mérida – Römisches Theater

Mérida – Haus des Mitreo

Mérida – Römische Brücke

Mérida – Alcazaba (Maurische Burg)

Mérida – Tempel der Diana

Nun fahren wir in die äußerste westliche Ecke von Spanien, in die Stadt Badajoz. Hier gibt es nicht viel Interessantes zu sehen. Die Burg ist zwar ganz nett, aber nicht sehr beeindruckend. Wir laufen noch ein bischen durch die Stadt, sind aber schnell fertig mit unserer Besichtigung. Vielleicht haben wir uns noch nicht von unserer anstrengenden Tour durch Mérida erholt.

Badajoz – Stadttor Puerta de Palmas

Badajoz – Plaza de España mit Rathaus

Badajoz liegt an der Grenze zu Portugal. So machen wir einen kurzen Abstecher über die Grenze ins nahe Elvas. In dieser Grenzstadt gibt es die größten erhaltenen Bollwerksbefestigungen der Welt, ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe. Wir haben nicht daran gedacht, dass Portugal in einer anderen Zeitzone liegt und die Uhren hier eine Stunde langsamer gehen. So stehen wir zu früh vor den Toren der Festung Nossa Senhora da Graça und müssen warten, bis sich die Türen öffnen. Das Fort wurde 1763 erbaut und beeindruckt uns mit seiner Größe. In den vielen Festungsräumen kann man sich verlaufen.

Das Aquädukt Amoreira ist das Wahrzeichen von Elvas. Sein Bau begann um 1500 n. Chr. Wir können uns nicht so recht dafür begeistern, denn die alten römischen Aquädukte, wie z.B. das in Segovia gefallen uns besser.

Elvas – den besten Eindruck von der Festung bekommt man aus der Luft

Elvas – Festung Graça – Eingang

Elvas – Festung Graça

Elvas – Festung Graça

Elvas – Aquädukt Amoreira

Elvas – Praça da República

Nach so viel Kultur müssen wir uns wieder einige Tage erholen. Wir stehen auf einem Campingplatz und ich verbringe viel Zeit damit, die schönen Vögel um uns herum zu beobachten.

Iberische Elster

Nun sind wir wieder fit für die nächste große Stadtbesichtigung: Salamanca. Die Altstadt gehört ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe. Schon die Römer und die Mauren haben hier ihre Spuren hinterlassen. Wir gönnen uns den Eintritt in die beiden Kathedralen. Sie gefallen uns gut und wir bereuen es nicht. Für den Abend ist eine Prozession angekündigt und überall beginnen die Vorbereitungen. Wir bewundern die schön geschmückten Altäre, die an den Kirchentüren der Innenstadt aufgebaut werden.

Salamanca – Römische Brücke und Blick auf Kathedrale

Salamanca – Strasse Rúa Mayor mit Turm der Kathedrale

Salamanca – Kathedrale – Portal

Salamanca – Kathedrale – Kuppel

Salamanca – Kathedrale – Prozessionsfigur

Salamanca – Innenhof der Escuelas Menores mit Blick auf Turm der Kathedrale

Salamanca – Fassade der Alten Universität

Salamanca – San Esteban

Salamanca – Prozessionsaltar

Salamanca – Prozessionsaltar

Unsere Route führt uns nun weiter in den Norden. Leider lassen wir das von mir so geschätzte spanische Wetter mit Sonne und Wärme hinter uns. Wir erleben einen Regentag. Die Natur freut sich, aber ich mich weniger. So fällt die Stadtbesichtigung von Zamora wortwörtlich ins Wasser. Erst in Astorga erwischen wir eine Regenpause, und so besuchen wir die Kathedrale und den Bischofspalast. Astorga liegt am Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Der Pilgerweg ist gut besucht und so sehen wir viele Pilger in der Stadt. Die Eintrittspreise sind uns zu hoch und so betrachten wir die Kathedrale und den Palast nur von außen. Der Bischofspalast ist ein Werk von Gaudí, einem spanischen Architekten des Modernisme.

Astorga – Kathedrale und Bischofspalast von Gaudí

Astorga – Rathaus – Glocke

Unser vorletztes Ziel in diesem Monat ist die Templerburg in Ponferrada. Sie wurde im 12. Jhdt. zum Schutz der Pilger auf dem Jakobsweg erbaut. Wieder haben wir einen Glückstag, denn der Eintritt in die Burg ist an diesem Tag gratis. Die Burg ist von außen wunderschön anzusehen. Auch der Spaziergang auf der Burgmauer mit Blick in den Ort hat uns gut gefallen.

Ponferrada – Templerburg

Ponferrada – Blick von der Burgmauer

Unser letztes Ziel ist die Stadt Lugo. Die Altstadt ist von der einzigen noch vollständig erhaltenen römischen Stadtmauer umgeben. So ist es nicht verwunderlich, dass die Mauer ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Sie ist mehrere Meter breit und vollständig begehbar. Uns fällt kaum auf, dass wir auf einer Stadtmauer laufen. Da Lugo in den Reiseführern nicht weiter beschrieben war sind wir positiv überrascht, hier so eine schöne Altstadt vorzufinden. Uns gefällt Lugo sehr gut.

Lugo – Stadttor

Lugo – Römische Stadtmauer

Lugo – Römische Stadtmauer

Lugo – Plaza Mayor mit Rathaus

Lugo – Praza do Campo

Lugo – Bischofspalast

Lugo – Kathedrale

Lugo – Hexenhaus

Insgesamt war der Juni für uns ein mit viel Kultur angefüllter Monat. Wir haben sehr viel gesehen. Nun wird es Zeit es im nächsten Monat etwas ruhiger angehen zu lassen.

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Spanien (1) – Mai 2019

Roses – Empúries – Bellcaire d’Emporda – Besalú – Santa Pau – L’Estartit – Montblanc – Poblet – Zaragoza – Calatayud – Sigüenza – Molina de Aragón – Hoz de Beteta

Da wir für das Reisejahr 2019 keine langfristigen Pläne machen konnten haben wir uns entschieden, nochmals nach Spanien zu fahren. Dieses Mal möchten wir uns mehr im Landesinneren umsehen und die großen Touristen-Hotspots vermeiden.

Unser Reisestart beginnt schon mit Schwierigkeiten, denn unser MAN will nicht anspringen. Bernhard braucht mehrere Versuche, bis er sich überreden läßt mit uns loszufahren.

Seit unserer letzten Reise hat Frankreich eine Menge Umweltzonen eingeführt. Da wir keine Crit-Air-Plakette für unseren MAN bekommen sind wir unsicher, was dies für uns bedeutet. In den ersten Tagen bemühen wir uns alle Umweltzonen zu umfahren. Doch das Wetter ist alles andere als frühlingshaft und wir haben keine Lust noch weitere Umwege wegen der Umweltzonen zu fahren. So ignieren wir sie schließlich und fahren auf unseren Standardroute über die Brücke von Millau Richtung Spanien. Unterwegs sehen wir nirgendwo irgendwelche Hinweise auf umweltbedingte Durchfahrtverbote.

Die ersten Tage in Spanien verbringen wir an der Costa Brava. Das Wetter ist durchwachsen und es weht ein kühler Wind. Wir stellen fest, dass hier noch nicht das richtige Spanien ist mit viel Sonnenschein und Wärme. Unser erstes Ziel ist Roses, wo wir die alte Zitadelle besuchen. Innerhalb der Festung aus dem 16. Jhdt. gibt es Überreste älterer Siedlungen.

Roses - Uferpromenade

Roses – Uferpromenade

Roses - Eingang zur Zitadelle

Roses – Eingang zur Zitadelle

Roses - Zitadelle

Roses – Zitadelle

Roses - Zitadelle

Roses – Zitadelle

Von Roses aus fahren wir zu den Ausgrabungen von Empúries und bewundern die Reste einer griechischen Kolonie aus dem 6. Jhdt. v. Chr. Gleich neben der griechischen Siedlung errichteten die Römer im 1. Jhdt. v. Chr. eine eigene Siedlung.

Empúries - griechische Siedlung

Empúries – griechische Siedlung

Empúries - griechische Siedlung

Empúries – griechische Siedlung

Empúries - römische Siedlung

Empúries – römische Siedlung

Empúries - römisches Haus

Empúries – römisches Haus

Empúries - römische Siedlung

Empúries – römische Siedlung

Nicht weit entfernt finden wir in Bellcaire d’Emporda einen schönen Stellplatz. Hier gefällt es uns so gut, dass wir mehrere Tage bleiben. Wir genießen es, endlich in der Sonne sitzen zu können. Wir erkunden den kleinen Ort und spazieren durch den Naturpark Montgri.

Bellcaire d'Emporda

Bellcaire d’Emporda

Castell Montgri

Castell Montgri

im Naturpark Montgri

im Naturpark Montgri

Irgendwann wird es Zeit weiter zu fahren. Bernhard startet den MAN – und nichts passiert. Schon wieder braucht er mehrere Anläufe, bis sich das Auto überreden läßt. Offensichtlich tritt das Problem nur auf, wenn das Auto mehrere Tage nicht fährt.

Unser nächstes Ziel ist Besalú, ein mittelalterliches Städtchen mit einer alten Brücke über einen kleinen Fluß.  Das historische Zentrum mit seinen alten Gassen ist sehr schön, aber auch sehr touristisch und Ziel zahlreicher Bustouren. An jeder Kirchentüre wird Eintritt verlangt. Ein Blick an der Kasse vorbei zeigt uns, dass sich der Eintritt nicht lohnt, denn die Kirchen sind innen sehr schlicht gehalten.

Besalú - Brücke

Besalú – Brücke

Besalú

Besalú

Besalú

Besalú

Besalú - Sant Pere

Besalú – Sant Pere

Wir fahren in den kleinen Ort Santa Pau, dessen historischer Kern ebenfalls aus dem Mittelalter stammt. Der Ort ist noch sehr ursprünglich und nicht touristisch.

Santa Pau

Santa Pau

Santa Pau

Santa Pau

Santa Pau

Santa Pau

Da uns die Probleme beim Starten des MAN nicht gefallen beschließen wir, nach Vilamalla in eine MAN-Werkstatt zu fahren. Mit meinem schönsten spanisch schaffe ich es, den Mechanikern das Problem zu erklären. Nach eingehender Untersuchung kommen sie zu demselben Resultat, das Bernhard schon vermutet hat: es wird die Diesel-Vorförderpumpe sein. Trotzdem lassen wir sicherheitshalber noch die Leckölleitungen tauschen, da sie in der Vergangenheit schon zweimal Probleme mit identischen Symptomen gemacht haben. Die Ersatzteil-Logistik von MAN ist immer wieder beeindruckend, denn die Ersatzpumpe wird über Nacht aus Deutschland geliefert. Am folgenden Morgen ist sie in ungefähr einer halben Stunde eingebaut.

Um den Erfolg der Reparatur zu überprüfen haben wir uns einen schönen Campingplatz in L‘Estartit ausgesucht, wo wir die nächsten vier Tage verbringen. Wir schauen uns den Ort an und fahren mit dem Bus in den Nachbarort Torroella de Montgri.

L'Estartit

L’Estartit

Insel Medes

Insel Medes

Steilküste bei L'Estartit

Steilküste bei L’Estartit

Torroella de Montgri

Torroella de Montgri

Torroella de Montgri

Torroella de Montgri

Torroella de Montgri

Torroella de Montgri

Nach vier Tagen wird es spannend und Bernhard startet das Auto: es springt sofort ohne Probleme an und wir können unsere Tour fortsetzen.

Unser nächstes Ziel ist Montblanc, wieder ein kleiner mittelalterlicher Ort, dessen alte Stadtmauer mit ihren Türmen und Toren noch fast vollständig erhalten ist. Wir schlendern durch die Gassen und erklimmen den Burg-Hügel. Von der Burg ist nichts mehr übrig, doch dafür haben wir von hier oben einen schönen Blick.

Montblanc - Stadtmauer

Montblanc – Stadtmauer

Montblanc - Stadttor

Montblanc – Stadttor

Montblanc

Montblanc

Montblanc

Montblanc

Nach so vielen Orten wird es Zeit für ein Kloster: das Königliche Kloster Santa Maria von Poblet. Es zählt zu den größten Klöstern Spaniens und ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Wie immer, wenn UNESCO dran steht ist der Eintritt etwas teurer. Trotzdem sind überraschend wenig Besucher hier. In der riesigen Kirche sind einige Könige begraben, platzsparend in die Höhe gestapelt. Außerdem gibt es hier einen sehr schönen Kreuzgang zu sehen, der uns gut gefällt.

Kloster Poblet

Kloster Poblet

Kloster Poblet - Königstor

Kloster Poblet – Königstor

Kloster Poblet - Kirche

Kloster Poblet – Kirche

Kloster Poblet - Königsgräber

Kloster Poblet – Königsgräber

Kloster Poblet - Kreuzgang

Kloster Poblet – Kreuzgang

Kloster Poblet - Kreuzgang

Kloster Poblet – Kreuzgang

Obwohl wir eigentlich die großen Städte meiden wollten beschließen wir, nach Zaragoza zu fahren. Irgendwo auf der Strecke verlassen wir Katalonien. In Katalonien ist uns aufgefallen, dass hier für uns viele Schilder nur schwer zu entziffern waren, da die Katalonen ihre eigene Sprache pflegen. Außerdem gab es überall gelbe Schleifen, teils als Strassenbemalung teils als Dekoration an Balkongittern und ähnlichem. Wir vermuten, dass sie ein Symbol Kataloniens sind und für den Nationalstolz stehen.

In Zaragoza hat die Stadt einen schönen Stellplatz angelegt, mit Straßenbahnanschluß direkt ins Stadtzentrum. Wir besuchen zuerst den alten maurischen Palast Aljaferia und laufen dann durch die Stadt. Auf dem großen Platz vor der Kathedrale stehen einige Bronzefiguren. Beim Versuch den schönsten Blickwinkel für ein Foto zu finden merke ich nicht, dass ich in einem flachen Brunnen lande. Ich wundere mich darüber, wieso ich plötzlich nasse Hosenbeine bekomme. Nur gut, dass die Schuhe wasserdicht sind! Zur Strafe bleiben die Figuren unfotografiert.

Zaragoza - Palast Aljaferia

Zaragoza – Palast Aljaferia

Zaragoza - Palast Aljaferia

Zaragoza – Palast Aljaferia

Zaragoza - Palast Aljaferia

Zaragoza – Palast Aljaferia

Zaragoza - Basilika Nuestra Senora del Pilar

Zaragoza – Basilika Nuestra Senora del Pilar

Zaragoza - Plaza del Pilar mit Basilika (links)

Zaragoza – Plaza del Pilar mit Basilika (links)

Zaragoza - Kathedrale La Seo

Zaragoza – Kathedrale La Seo

Zaragoza

Zaragoza

Unser nächstes Ziel ist der Ort Calatayud. Wichtigste Sehenswürdigkeit hier sind die Reste der ältesten noch erhaltenen maurischen Festung in Spanien. Sie wurde im 9. Jhdt. erbaut. Leider ist sie wegen Renovierungsarbeiten geschlossen und nur von außen zu besichtigen. Das gilt auch für die Kirche Santa Maria. Nur gut, dass ihre wichtigste Sehenswürdigkeit von außen zu bewundern ist: der Turm der Kirche ist ein Beispiel für den Mudejar-Stil und gehört ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Calatayud - Blick von der Festung auf die Stadt

Calatayud – Blick von der Festung auf die Stadt

Calatayud - Maurische Festung Ayub

Calatayud – Maurische Festung Ayub

Calatayud - Maurische Festung Ayub

Calatayud – Maurische Festung Ayub

Calatayud - Santa Maria

Calatayud – Santa Maria

Weiter westlich erwartet uns der Ort Sigüenza. Die Anfahrt hoch zur Burg führt durch den engen Ortskern. Mit unserem großen MAN ist es etwas abenteuerlich, dort hinzukommen, aber schließlich schaffen wir es. Wir müssen der Nase nach fahren, denn das Navi will uns in so enge Gässchen führen, in denen wir stecken bleiben würden. Schließlich erreichen wir mit viel Mühe den Parkplatz neben der Burg. Von der Burg führt uns unser Weg durch die mittelalterlichen Gassen zum Hauptplatz. Er gilt als einer der schönsten Plätze in Kastilien. Ich wundere mich darüber, dass hier praktisch keine Touristen anzutreffen sind. Der Ort wirkt wie im Dornröschenschlaf.

unterwegs nach Sigüenza

unterwegs nach Sigüenza

Sigüenza - unser Logenplatz neben der Burg

Sigüenza – unser Logenplatz neben der Burg

Sigüenza - Burg

Sigüenza – Burg

Sigüenza - Innenhof der Burg

Sigüenza – Innenhof der Burg

Sigüenza - Calle Mayor

Sigüenza – Calle Mayor

Sigüenza - Plaza Mayor mit Rathaus

Sigüenza – Plaza Mayor mit Rathaus

Da wir sehr gerne alte Burgen besichtigen führt uns unser Weg weiter nach Molina de Aragón. Schon von weitem sehen wir die Burg oben auf dem Hügel liegen. Ihre Ursprünge stammen aus maurischer Zeit. Auf dem Parkplatz zu Füßen der Burg spricht uns ein älterer Herr an und es entwickelt sich ein nettes Gespräch. Er weiß einiges über die Geschichte der Burg zu erzählen. Leider ist sie ebenfalls geschlossen und wir können nur außen um die Mauern herum laufen.

Molina de Aragón

Molina de Aragón

Molina de Aragón - Burg

Molina de Aragón – Burg

Molina de Aragón - Burg

Molina de Aragón – Burg

Nach so viel Kultur wollen wir mehr Natur sehen und steuern die Schlucht Hoz de Beteta an. Der Weg dorthin führt über Berg und Tal. Bernhard ist gar nicht glücklich darüber, dass sich das Auto so anstrengen muß. Bevor wir zur Schlucht kommen durchfahren wir das Alto Tajo, eine recht nett anzusehende Landschaft. Die Schlucht von Beteta ist eher enttäuschend. Da haben wir schon schöneres gesehen. Auch ein als leicht beschriebener botanischer Wanderweg entpuppt sich als ausgewaschener Pfad, der steil bergauf führt. Da ich nicht mehr so gut zu Fuß bin wie vor meinem Unfall muß ich leider darauf verzichten.

Alto Tajo

Alto Tajo

Hoz de Beteta

Hoz de Beteta

Nun sind wir schon ein Stück im Landesinneren. Mittlerweile ist das Wetter sehr angenehm geworden. Tagsüber ist es sonnig mit Temperaturen von über 20 Grad. In den Nächten kühlt es sich bis auf 8 Grad ab – perfekt zum Schlafen.

Fortsetzung folgt im nächsten Monat.

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Das Ende einer Reise

Juni 2018

Nach nur 5 Tagen in Kanada ist der Traum von unserer großen Nordamerika-Reise zu Ende gewesen.

Nachdem wir Halifax verlassen haben war unser erstes Ziel der Taylor Head Provincial Park. Bei unserer ersten Erkundung des Parks bin ich (Brigitte) auf dem Wanderweg gestürzt und habe mir einen komplizierten Beinbruch zugezogen. Noch in derselben Nacht bin ich zurück nach Dartmouth ins Krankenhaus transportiert worden.

Da nicht abzusehen ist wann ich wieder laufen kann, mußten wir die Reise abbrechen und nach Hause fliegen. Unser Wohnmobil haben wir zwischenzeitlich auch wieder nach Deutschland zurück verschifft.

Neue Reisepläne gibt es zur Zeit nicht.

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Verschiffung nach Kanada

April 2018

Am Sonntag dem 15.4. ist es endlich soweit: wir starten unsere neue Tour durch Kanada, die USA und wahrscheinlich ein bisschen durch Mexiko. Das Fahrzeug ist gepackt und zum Verschiffen vorbereitet. Wir fahren zuerst nach Buxtehude zu Freunden. Sie haben einen ähnlichen Reiseplan wie wir und verschiffen ihr Fahrzeug auf demselben Schiff. Das Schiff soll am Mittwoch den 18.4. in Hamburg nach Halifax ablegen, so das wir das Fahrzeug am 16.4. morgens in Hamburg beim Spediteur im Hafen abliefern. Die Übergabe selber war unspektakulär: die Aussenmaße werden nicht nachgemessen, es wird nicht gewogen und selbst die Gas- und Dieselvorräte werden nicht kontrolliert. Nur der Gesamtzustand des Fahrzeugs wird aufgenommen und ein paar Kratzer vermerkt. Nach der Abgabe des Fahrzeugs gehen wir zuerst ins Hotel und machen danach noch eine kleine Stadtbesichtigung, da das Wetter gut ist.

Hamburg – Elbphilharmonie

Hamburg – Landungsbrücken

Wir haben eine Kabine auf demselben Frachter gebucht mit dem unser Auto nach Amerika verschifft wird. Daher machen wir uns am nächsten Morgen wieder zum Oswaldkai im Hafen auf. Das Hafenpersonal fährt uns mit einem Shuttle direkt zum Schiff. Obwohl es erst am nächsten Tag abfährt dürfen wir unsere Kabine bereits beziehen. Anschließend werden wir sofort zum Mittagessen geschickt. Das trifft uns unerwartet, da wir sehr reichlich gefrühstückt hatten in der Erwartung, erst zum Abendessen etwas zu bekommen. Aber dem Kapitän, der uns persönlich zum Essen aufgefordert hat, widerspricht man nicht.

M/v Atlantic Star

Messe in der Atlantic Star

Aufenthaltsraum in der Atlantic Star

Brücke in der Atlantic Star

Navigations- und Radardisplays

Nach dem Essen bekamen wir eine Sicherheitsunterweisung. Danach haben wir nur noch vom Liegestuhl auf dem Oberdeck die Schiffsbeladung beobachtet. Das Wetter war prima, und ich (Bernhard) habe mir bei dieser Gelegenheit den ersten Sonnenbrand 2018 eingehandelt. Einigermassen beruhigt waren wir als wir beobachten konnten, das unser Fahrzeug nicht vergessen und ins Schiff gefahren wurde.

Containerbeladung im Vorschiff

noch mehr Container

glücklicherweise kommt unser Auto auch mit

Auf diesen anstrengenden Nachmittag folgte das (warme) Abendessen. Irgendwann am nächsten Tag war das Laden beendet. Das Schiff legte ab und fuhr die Elbe hinunter Richtung Antwerpen.

raus aus dem Oswaldkai

rein in die Elbe und vorbei an der Elbphilharmonie

Elbphilharmonie und Speicherstadt

Cap San Diego

Burchardkai vor der Stadt

Airbus-Werk in Finkenwerder

Hamburg – Blankenese

Der nächste Tag war wieder ausgefüllt mit anstrengendem Sitzen auf dem Oberdeck in praller Sonne. Interessant wurde es als das Schiff Richtung Antwerpen in die Osterschelde einbog und wir an Vlissingen und anderen Orten unserer früheren Urlaube in Zeeland vorbeifuhren. Da wir nicht nur rumsitzen und essen wollten haben wir ab diesem Tag den Sportraum des Schiffes regelmäßig für ein Training genutzt.

Vlissingen in der Oosterschelde

Die Einfahrt in den Hafen von Antwerpen war recht spannend – es gab grosse Kaianlagen, viel Schiffsverkehr und eine enge Schleusung zum Liegeplatz. Die Lotsen haben schon etwas drauf unser 300 m langes Schiff sicher hindurchzufahren. Gegen Abend lag es dann wohlbehalten am Kai. In der Nacht begann die Be- und Entladung.

Anfang des Hafengeländes in Antwerpen

hier ist viel Betrieb

der Lotse hat gut zu tun

Einfahrt in die Gezeitenschleuse

es ist nicht so eng wie es zuerst ausgesehen hat

schließlich sind wir im Hafenbecken

Containerladung in Antwerpen

mit dem Bordladekran werden neue Lebensmittel direkt vom Kühllaster geladen

fast voll

Am 21. April früh am Morgen hat das Schiff Antwerpen wieder verlassen. Es sind einige Container und Neufahrzeuge für England (Rechtslenker) mehr an Bord. Die Fahrt nach Liverpool verlief wie die bisherige Fahrt ziemlich ruhig. Da das Schiff nicht rechtzeitig vor Liverpool in Position war musste es erst ein anderes Schiff vorlassen und lag daher einige Stunden antriebslos vor Liverpool. Vom Anlegemanöver haben wir nichts mitbekommen, weil es mitten in der Nacht war. Auch in Liverpool wurde das Schiff durch eine Schleusenanlage geführt, vermutlich um in dem dahinter liegenden Hafenbecken einen gezeitenunabhängigen Wasserstand sicherzustellen. Da das Schiff eine eigene Fahrzeugrampe hat ist es wohl auf eine konstante Liegehöhe angewiesen.

ruhige See auf dem Weg nach Liverpool

Land in Sicht

die Beladung in Liverpool erfolgte mit älterem Gerät und deutlich langsamer als in Hamburg und Antwerpen

ein paar Nobelkarossen Made in UK werden auch mitgenommen

Am 24.4. gegen 4:30 in der Früh verließen wir Liverpool unserem eigentlichen Ziel Halifax in Kanada entgegen. Vor uns liegt die längste Etappe. Der Kapitän sagt die Fahrzeit mit vermutlich sechs Tagen vorher. Aber exakt vorhersagen kann man es wohl nicht, da Wellenhöhen, Strömungen und Wind die Fahrzeit beeinflussen.

Bohrinsel in der Irischen See vor Liverpool

Der erste richtige Seetag auf dem Atlantik war dann etwas ungemütlicher. Ein Tief bescherte ca. 4 m hohe Wellen, die das Schiff doch etwas in Bewegung brachten. Für richtige Seeleute war es wohl nicht der Rede wert. Der Nordatlantik kann bestimmt deutlich rauher werden. Überaschend war, wie schnell sich Sonne und Regen abwechseln.

Wellengang

Sonne und Regen wechseln sich ab

Am Freitag dem 27.4. – dem vierten Tag auf dem Atlantik – kam etwas Abwechslung in die Routine, die von Essen, quasseln mit den anderen Passagieren, Tischfussball und Dart spielen geprägt war. Der zweite Ingenieur zeigte uns den Maschinenraum des Schiffs. Das war sehr interessant, aber leider habe ich wegen des Lärms im Maschinenraum kaum etwas verstanden.

Maschinenleitstand

der 8 Zylinder 2-Takt Dieselmotor mit 30.000 PS

Schraubenwelle mit Drehstromgenerator

die hydraulische Rudermaschine

erster Arbeitstag für die neuen Lehrlinge des ersten Lehrjahres unter Anleitung des zweiten Schiffsingenieurs

Zusätzlich gibt es noch vier Hilfsmotoren zur Stromgenerierung, da der auf der Hauptwelle angeflanschte Drehstromgenerator nur bis ca. 70rpm Strom erzeugt. Bei voller Fahrt macht der Motor 90rpm. Im Hafen benötigt das Schiff besonders viel Strom zur Betätigung der ganzen Rampen und Tore im Fahrzeugdeck.

Zum Schluss durften wir auf Deck 4 noch unsere geparkten Fahrzeuge besuchen. Insgesamt hat das Schiff sechs Fahrzeugdecks. Die waren aber soweit wir das beurteilen konnten ziemlich leer.

Deck 4

unser Fahrzeug auf Deck 4

Am Nachmittag gab es zusätzlich eine Feuerschutzübung an der wir aber nur durch einen Zählappell sowie Kontrolle auf richtig angelegte Schwimwesten beteiligt waren. Die Manschaft hingegen hatte richtig zu tun mit dem Auslegen von Wasserschläuchen und dem Löschen simulierter Brände. Es sind übrigens 24 Besatzungsmitglieder inklusive aller Offiziere auf dem 300m langen Schiff.

die Passagiere des Schiffs bei der Rettungsübung

die Mannschaft auf der Musterstation 2

Während der nächsten zwei Tage auf See herrschte dichter Nebel. Es ist ein komisches Gefühl auf einem Schiff zu fahren dessen Bug man nicht sehen kann, zumal man ja in einer Eisberg-Gegend ist. Aber das Vertrauen auf das Radar ist unerschütterlich.

Wetterbild von der Brücke des Schiffs: vor uns ist ein kleines Tiefdruckgebiet

Am 30.4. erreichen wir Halifax, einen Tag früher als ursprünglich angegeben. Am Morgen auf See war das Wetter noch sonnig. Im Tagesverlauf und je näher wir der Küste kamen wurde es immer schlechter: Nebel und Regen. Die Übernahme des Lotsen war ein Erlebnis: bei der rauhen See war es nicht zu vergleichen mit dem Manöver auf der Elbe oder der Schelde. Das Lotsenboot drehte beinahe Loopings auf der See.

der Lotse muss starke Nerven haben

Einlauf in die Bucht von Halifax

Halifax

das Stadtzentrum von Halifax

wir unterqueren die Brücke um zu unserem Liegeplatz zu kommen

Erst nach unserem letzten Abendessen auf dem Schiff kamen die Zollbeamten zu uns an Bord, um uns die begehrten Stempel in den Reisepass zu stempeln. Die Prozedur war kurz und völlig problemlos. Danach durften wir das Schiff verlassen. Ein Shuttle hat uns zum Hafentor gebracht. Von dort sind wir mit dem Taxi zu unserem gebuchten Motel gefahren. Rechtschaffen müde sind wir auch bald eingeschlafen.

Am nächsten Tag haben wir dann eine kleine Tour die Küste von Nova Scotia entlang gemacht von der wir im nächsten Blog berichten.

Hier sei nur noch die Fahrzeugabholung am 2.5 erwähnt, die wieder erstaunlich problemlos vonstatten ging. Zuerst mußten wir zum Spediteur um die Frachtbriefe zu erhalten und eine Gebühr zu bezahlen. Anschließend ging es zum Zollbüro, um das Fahrzeug registrieren zu lassen. Als drittes sind wir zum Hafen gefahren. Im Büro bekommen wir den Fahrzeugschlüssel und kontrollieren das Auto auf Schäden. Alles ist prima: das Auto ist unbeschädigt und auch in der Fahrerkabine ist alles in Ordnung. So verlassen wir den Hafen und fahren zurück zum Hotel. Die gesamte Prozedur hat insgesamt ca. 3 Stunden gedauert. Das Fahrzeug ist nicht durchsucht worden und wir haben auch keine sonstige Kontrolle z.B. auf Verschmutzungen erlebt – prima: jetzt kann es losgehen.

Halifax – Fahrzeugabholung im Hafen

angekommen in Kanada

Kategorien: Reiseberichte | 3 Kommentare

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